4.267 Euro hat das Catering einer Party gekostet, 27.288 Euro ein Workshop auf Mallorca. Mit 10.077 Euro schlagen Flugtickets für Beratungsgespräche in Shanghai zu Buche – und die Liste geht noch weiter.

Die private European Business School (EBS) hat sich ein bisschen Luxus auf Staatskosten gegönnt. Limousinenfahrten für die Mitarbeiter, Übernachtungen im Robinson Club. Für sämtliche Ausgaben fehlen die Belege oder der Projektzusammenhang, das haben Wirtschaftsprüfer im Auftrag des hessischen Wissenschaftsministeriums herausgefunden. 945.000 Euro musste die Hochschule aus Oestrich-Winkel jetzt zurückzahlen. Die Steuergelder waren eigentlich für den Aufbau einer Jura-Fakultät gedacht gewesen.

Fast schlimmer als die Verschwendung an sich ist, wie im Nachhinein damit umgegangen wird. Wochenlang möchte an der EBS niemand etwas zu unseren Fragen sagen. Dann schreibt Pressesprecher Andreas Fritz, der Mallorca-Workshop sei nicht mit Fördermitteln bezahlt worden, obwohl Dokumente, die ZEIT CAMPUS vorliegen, das Gegenteil belegen.

Für die Landesregierung, die die Fördergelder bewilligt hat, ist die Sache schon vom Tisch. »Die EBS hat das Geld sofort und mit Zinsen zurückgezahlt«, heißt es da. Die übrigen 23,7 Millionen Euro an Fördermitteln darf die EBS behalten. Nur die Opposition im Landtag äußert Kritik: »Es ist mehr als peinlich, dass eine Uni, die vorgibt, die Elite der Wirtschaft auszubilden, selbst so schlecht wirtschaftet.«

Die Studentenvertreter scheint es nicht zu interessieren, wie die Hochschule mit Fördermitteln umgeht: »Es handelt sich eher um ein kaufmännisches Thema der Uni als um ein Thema, das wirklich die Studentenschaft betrifft«, schreibt ein Sprecher. Er sieht offenbar keinen Grund zur Kritik. »Wir sehen keine Auswirkungen auf das Image der EBS, was sich an den motivierten Erstsemestlern zeigt.« Auch Pressesprecher Fritz meldet sich noch einmal: Er würde sich freuen, wenn die EBS bald wieder in einem positiven Zusammenhang erwähnt würde.