BetriebsklimaKuscheln und kämpfen

In einem Kuschelklima entstehen keine neuen Ideen. Ein gutes Unternehmen kennt hitzige Diskussionen und schneidende Kritik, aber keine Angst, schreibt Jens Jessen. von 

Es gibt kaum eine Umfrage zur Zufriedenheit im Beruf , in der nicht das Arbeitsklima als entscheidende Komponente genannt wird.

Das ist auch verständlich: Man will es nett haben. Aber wie hoch ist der Wert der Harmonie wirklich? Man kann sich leicht das Beispiel eines Unternehmens denken, in dem alle Kollegen miteinander kuscheln, aber die Qualität der Produkte unter dieser Sanftmut leidet. Umgekehrt kann man fragen, ob die Produktion unter stetem Streit und Konkurrenzkampf nicht ebenso leiden würde.

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Profilierung und Karrierestreben gehen meistens zulasten der Qualität. Es ist eine fromme Lüge der Unternehmensberater, dass der interne Wettbewerb unter Kollegen immer einen Sieg im externen Wettbewerb zur Folge habe. Weil der Meinungsstreit aber auch nicht zugunsten der Harmonie unterdrückt werden darf, kommt es auf die Einhaltung einer heiklen Balance an: Weder ein autoritärer Chef noch ein kuscheliges Kollektiv von Mitarbeitern werden jemals in den Genuss der wahren Kompetenzen ihrer Kollegen kommen.

Auch wenn es etwas bieder klingt: Der Meinungskampf um Sachfragen muss toben dürfen, doch der Gebrauch der Ellenbogen muss streng verboten sein. Was heißt das? Ein gutes Unternehmen kennt hitzige Diskussionen und schneidende Kritik, aber keine Angst.

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Leserkommentare
  1. Wieder einmal ein Artikel ohne jeglichen Inhalt: total überflüssig !

    Die Redaktion sollte sich mehr mit der Realität am Arbeitsmarkt auseinandersetzten: 3 Millionen registrierte Arbeitslose, insgesamt mindestens 6 Millioen fehlende Arbeitsplätze.

    Damit beschäftigen sich Arbeitsnehmer in Deutschland:
    - unterdurchschnittliche Lohnentwicklung
    - befristete Arbeitsverhältnisse
    - Jobs bei Dienstleistern
    - Entlassung von älteren Arbeitnehmern
    - Abwanderung ins Ausland

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    • Ascag
    • 16. Januar 2012 11:16 Uhr

    Immerhin haben wir mehr als 40 Millionen Beschäftigte.

    Und die beschäftigt unter anderem eben auch so verheerende Dinge wie Burn-Out oder Innere Kündigung. Was zum guten Teil der Unkultur in vielen Betrieben geschuldet ist, wo es viel zu häufig wirklich mehr um private Profilierungen und primitive Machtspielchen geht, während diejenigen die noch gute Produkte herstellen oder guten Service leisten wollen, in diesen brutalen Machtkämpfen aufgerieben werden.

    Daß wir immer noch zig Millionen Arbeitslose haben ist schlimm; aber es gibt noch andere Probleme im Berufsleben die ebenfalls dringend angesprochen werden müssen. Eines davon ist nunmal, daß aus den Elfenbeintürmen der Unternehmensberatungen jahrzehntelang "Competition" mantrahaft als Wundermittel angepriesen wurde, was aber schlicht zu Unternehmen geführt hat, die sich selbst zugrunderichten.

    • Ascag
    • 16. Januar 2012 11:16 Uhr

    Immerhin haben wir mehr als 40 Millionen Beschäftigte.

    Und die beschäftigt unter anderem eben auch so verheerende Dinge wie Burn-Out oder Innere Kündigung. Was zum guten Teil der Unkultur in vielen Betrieben geschuldet ist, wo es viel zu häufig wirklich mehr um private Profilierungen und primitive Machtspielchen geht, während diejenigen die noch gute Produkte herstellen oder guten Service leisten wollen, in diesen brutalen Machtkämpfen aufgerieben werden.

    Daß wir immer noch zig Millionen Arbeitslose haben ist schlimm; aber es gibt noch andere Probleme im Berufsleben die ebenfalls dringend angesprochen werden müssen. Eines davon ist nunmal, daß aus den Elfenbeintürmen der Unternehmensberatungen jahrzehntelang "Competition" mantrahaft als Wundermittel angepriesen wurde, was aber schlicht zu Unternehmen geführt hat, die sich selbst zugrunderichten.

    Antwort auf "Null Inhalt"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Und wie viele davon können mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten? Dreiviertel? Weniger?

  2. Und wie viele davon können mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten? Dreiviertel? Weniger?

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  • Serie Lexikon der Arbeitswelt
  • Schlagworte Arbeitsklima | Chef | Qualität | Umfrage | Unternehmen
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