Alkoholkonsum Müssen alle mittrinken?
Eine Freundin des Exzesses und ein Abstinenzler diskutieren über Alkohol

Alkohol gehört in dieser Gesellschaft dazu. Wer nicht mittrinkt, wird oft für seltsam oder langweilig gehalten.
Nora Gantenbrink, 25, kennt Schützenfeste nicht nur vom Hörensagen
Wenn ich am Wochenende aus der Haustür trete, spiele ich manchmal Kotzpfützenhüpfen. Ich wohne in einer Nebenstraße der Reeperbahn. Von meiner Fußmatte bis zur S-Bahn-Station liegen Alkoholleichen , Kondome, Kackhaufen. Trotzdem trinke ich gerne.
Ich habe lange darüber nachgedacht, warum ich das tue. Alle Gründe, aus denen ich und meine Freunde am Wochenende Alkohol trinken, werden gesellschaftlich verachtet. Kontrollverlust. Unbeschwertheit. Ausbruch. Aber genau darin liegt etwas, das ich am Alkoholkonsum schätze: Der Exzess hat etwas Menschliches. Denn er offenbart Schwäche. Er bringt Willensstarke zum Weinen und lässt die ewig Kontrollierten ihre Ärsche zeigen.
Leute, die auf Partys keinen Alkohol trinken, sind mir suspekt, weil sie so stark erscheinen. Sie haben Disziplin. Sie sind die Kontrolleure. Schlimmstenfalls sagen die Kontrolleure: »Jetzt ist aber genug.« Und um halb eins: »Willst du mit uns nach Hause fahren?« Ich denke mir dann: Warum nach Hause fahren? Warum nicht noch einen Gin Tonic trinken, der die Nacht verlängert und die Füße tanzen lässt? Warum zum Teufel die Menschheit nicht mal schwächeln lassen? Manchmal denke ich auch: Die Abstinenzler haben Angst. Denn Alkohol macht nackt.
Ich bin mal mit einem Kommilitonen nach einer Party nach Hause gegangen. Wir haben Dosenbier von der Tanke geholt und auf seiner Couch weitergeredet. Wir waren betrunken. Kurz vor Sonnenaufgang erzählte er mir, dass sein Vater einen Schlaganfall erlitten hat, als er für ihn einen Kühlschrank in seine WG getragen hat. Der Vater starb, begraben unter dem Kühlschrank.
Ich bin im Hellen heim und habe gedacht, dass Alkohol die Abgründe nach außen kehrt. Beim Pfützenhüpfen denke ich manchmal an die Geschichte der Kotze auf dem Asphalt. Sie interessiert mich sehr.
Justus Bender, 30, hat noch nie getrunken. Nur Erkältungssaft.
Ich trinke keinen Alkohol, generell nicht, nie. Nein, ich bin kein trockener Alkoholiker. Doch, es gibt Menschen, die es nicht als Glück empfinden, lallend herumzutorkeln, mit Fremden total touchy zu werden und jedem, der nicht tanzt, ins Ohr zu brüllen: »Eywasnlos ... machdochma PARTY jetz!!!«
Es ist nicht einfach, in unserer Gesellschaft nicht zu trinken . Man muss sehr viele Fragen beantworten. Manche Menschen begegnen Abstinenzlern wie mir mit ehrlicher Sorge: »Ich hab gehört, du trinkst nicht – alles okay? Hat dein Vater dich immer mit dem Gürtel durch die Wohnung gejagt, wenn er betrunken vom Kiosk kam?« Andere stellen Fragen wie aus dem Untersuchungsprotokoll einer psychiatrischen Klinik: »Könnte deine Abstinenz auf eine tief im Unterbewusstsein verankerte Furcht vor Kontrollverlust hindeuten?« Nein. Nein! Nein!!! Ich mag den Geschmack und die Wirkung einfach nicht, das ist alles!
Wieder andere wittern in meiner Weigerung so etwas wie einen Vorwurf und reagieren fast wütend: »Du Spaßbremse, jetzt nimm einfach das Bier, okay?« Alkohol ist eine Volksdroge in Deutschland, wie das Kat bei den Somalis und das Jungfernkraut bei den Mazateken. Ja, richtig: Alkohol ist eine Droge! Man stelle sich einmal vor, wie es wäre, jemanden zu fragen, der eine Heroinspritze ablehnt: »Du nimmst kein Heroin? Noch nie? Krass. Wovor hast du denn Angst? Du Langweiler, nimm einfach die Spritze, okay?«
Das Kranke an unserer Gesellschaft sind nicht die besoffenen Hooligans, die depressiven Säufer, die Lebergeschädigten und die Unfalltoten. Das Kranke ist, dass jemand wie ich seine Entscheidung, keinen Alkohol zu trinken, begründen muss. Der einzige Grund, den ich deshalb als Argument für den Alkohol gelten lasse, sind die Betrunkenen selbst: Ihre Fragerei ist nüchtern kaum zu ertragen.
- Datum 13.12.2011 - 10:04 Uhr
- Quelle ZEIT Campus
- Kommentare 133
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Zum ersten sollte man festhalten, dass der Alkoholkonsum bei Studenten eigtl. was natürliches ist und über Jahrhunderte schon verbreitet ist (vgl. Liedgut). Dies liegt daran, dass das Studentenleben wahrschl die unbeschwerteste und teilweise naiveste Zeit in der Lebensphase der Studierenden ist. Selbst in Gesprächen mit Urgoßvater und Großvater kam herruas, das diese es bei dem Studium ordentlich haben krachen lassen und der letzte Pfennig fürs Bier drauf ging.
Das man Nichtalkohol-Drinker ausschließt oder vorverurteilt habe ich in meinem 6 Jahren arbeit im Studentenclub noch nie erlebt. Nur eine Sache sei gesagt(die mich immer selbst aufregt) : Das Argument Alkohol schmeckt nicht ist nicht richtig weil er nach wirklich nix schmeckt d. H. geschmacklos ist. Jeder einigermaßen vernünftige Barkeeper kann Cocktails zaubern, die unter garantie nicht nach Alkohol "schmecken" ihn aber enthalten. Die Gründe sollten demnach für jeden in den folgen des Alkoholkonsums liegen - Kontrollvelrust, Blackouts ect. pp und jeder sollte für sich seine Grenzen ziehen ob 0 Promille oder Vollrausch - ohne verurteilung von der anderen seite
Zu letzt sei gesagt da sich die Argumentation "ich kan nur Spaß mit Alkohol haben" schon sehr gefährlich finde - ich zB. trinke weil mir mein Bier/Cocktail/Whiskey eben schmeckt und nicht weil ich dadurch betrunken werde.
Naja...warum sind wir dann nicht schon alle auf alkoholfreies Bier umgeschwenkt?
Ich denke, geschichtlich, kulturell und psychologisch ist es doch sehr naheliegends, daß der Erfolg alkoholischer Getränke eben NICHT in ihrem Geschmack, sondern in der berauschenden Wirkung begründet ist.
Wenn Sie Ihren Cocktail ohne Alkohol trinken würden, würde der dann schlechter schmecken? Nein. Sie trinken einen Cocktail wegen dem Alkohol. Einen Cocktail macht man genau deshalb, um den Alkohol zu übertünchen.
Mir schmeckt Alkohol nicht. Das ist so. Sogar MonCheri finde ich widerlich. Das Argument Alkohol schmeckt nicht ist sehr wohl richtig. Und jetzt sehen Sie das Problem: Die Argumente die jemand einwendet, um sein "nicht trinken" zu rechtfertige werden genauer untersucht und wie in Ihrem Kommentar einfach als "Nichtig" bewertet. Gehts noch?
Dann trinken Sie zu viel davon.
Alkohol kann man in geringsten Mengen sehr wohl schmecken, vor allem wenn man ihn sonst nie konsumiert.
Was zum Beispiel Alkohol in hochwertigen Marzipan zu suchen hat erschliesst sich mir nicht - und dieser ist mir eben aufgrund des Geschmack aufgefallen.
Trueffelpralinen sind auch so ein Thema - mehr als 3 kann ich nicht essen...
Wer sonst nie Alkohol konsumiert, der wird diesen auch in geringsten Mengen schemcken/spueren.
"Das Argument Alkohol schmeckt nicht ist nicht richtig weil er nach wirklich nix schmeckt"
"...ich zB. trinke weil mir mein Bier/Cocktail/Whiskey eben schmeckt..."
Und ich trinke es nicht, weil es mir nicht schmeckt!
Sie kommen hier mit dem Argument, dass man Alkohol nicht schmeckt, schreiben aber, dass Sie Alkohol wegen des Geschmacks trinken. Ja was denn nun?
"Ethanol (auch Äthanol) ist eine bei Raumtemperatur farblose, leicht entzündliche Flüssigkeit mit der Summenformel C2H60. Die reine Substanz hat einen brennenden Geschmack und einen charakteristischen, würzigen Geruch."
Also "schmeckt nach nichts" ist für mich etwas anderes. Außerdem habe ich schon Alkohol getrunken. Er schmeckt nach etwas.
Naja...warum sind wir dann nicht schon alle auf alkoholfreies Bier umgeschwenkt?
Ich denke, geschichtlich, kulturell und psychologisch ist es doch sehr naheliegends, daß der Erfolg alkoholischer Getränke eben NICHT in ihrem Geschmack, sondern in der berauschenden Wirkung begründet ist.
Wenn Sie Ihren Cocktail ohne Alkohol trinken würden, würde der dann schlechter schmecken? Nein. Sie trinken einen Cocktail wegen dem Alkohol. Einen Cocktail macht man genau deshalb, um den Alkohol zu übertünchen.
Mir schmeckt Alkohol nicht. Das ist so. Sogar MonCheri finde ich widerlich. Das Argument Alkohol schmeckt nicht ist sehr wohl richtig. Und jetzt sehen Sie das Problem: Die Argumente die jemand einwendet, um sein "nicht trinken" zu rechtfertige werden genauer untersucht und wie in Ihrem Kommentar einfach als "Nichtig" bewertet. Gehts noch?
Dann trinken Sie zu viel davon.
Alkohol kann man in geringsten Mengen sehr wohl schmecken, vor allem wenn man ihn sonst nie konsumiert.
Was zum Beispiel Alkohol in hochwertigen Marzipan zu suchen hat erschliesst sich mir nicht - und dieser ist mir eben aufgrund des Geschmack aufgefallen.
Trueffelpralinen sind auch so ein Thema - mehr als 3 kann ich nicht essen...
Wer sonst nie Alkohol konsumiert, der wird diesen auch in geringsten Mengen schemcken/spueren.
"Das Argument Alkohol schmeckt nicht ist nicht richtig weil er nach wirklich nix schmeckt"
"...ich zB. trinke weil mir mein Bier/Cocktail/Whiskey eben schmeckt..."
Und ich trinke es nicht, weil es mir nicht schmeckt!
Sie kommen hier mit dem Argument, dass man Alkohol nicht schmeckt, schreiben aber, dass Sie Alkohol wegen des Geschmacks trinken. Ja was denn nun?
"Ethanol (auch Äthanol) ist eine bei Raumtemperatur farblose, leicht entzündliche Flüssigkeit mit der Summenformel C2H60. Die reine Substanz hat einen brennenden Geschmack und einen charakteristischen, würzigen Geruch."
Also "schmeckt nach nichts" ist für mich etwas anderes. Außerdem habe ich schon Alkohol getrunken. Er schmeckt nach etwas.
Sie bemängeln die fehlende toleranz im bitterpösen "westen" und bringen selbst keine auf für einen menschen der andere gewohnheiten hat wie sie. das naennt man "heucheln".
... aber sowas von.
Naja...warum sind wir dann nicht schon alle auf alkoholfreies Bier umgeschwenkt?
Ich denke, geschichtlich, kulturell und psychologisch ist es doch sehr naheliegends, daß der Erfolg alkoholischer Getränke eben NICHT in ihrem Geschmack, sondern in der berauschenden Wirkung begründet ist.
... Prost!
.... besoffen ist auch ein geregeltes leben! :)
Wenn Sie Ihren Cocktail ohne Alkohol trinken würden, würde der dann schlechter schmecken? Nein. Sie trinken einen Cocktail wegen dem Alkohol. Einen Cocktail macht man genau deshalb, um den Alkohol zu übertünchen.
Mir schmeckt Alkohol nicht. Das ist so. Sogar MonCheri finde ich widerlich. Das Argument Alkohol schmeckt nicht ist sehr wohl richtig. Und jetzt sehen Sie das Problem: Die Argumente die jemand einwendet, um sein "nicht trinken" zu rechtfertige werden genauer untersucht und wie in Ihrem Kommentar einfach als "Nichtig" bewertet. Gehts noch?
Ein fruchtiger Cocktail wird lecker durch den Atagonismus des bitteren Alkohol zur Süße der Frucht. Für mich zumindest. Deswegen schmeckt Pina Colada auch besser als Virgin Colada. Die Wirkung ist blöd, die sorgt leider dafür, dass ich maximal 2 davon trinken kann, dabei sind die doch sooooo lecker...
Damit widerlegen Sie nicht das Argument, dass man durchaus auf alkoholische Getränke umsteigen kann, die nicht nach Alkohol schmecken. Sie merken nur (richtig) an, dass man aus dem gleichen Grund alkoholfreies Bier trinken könnte, wenn man nunmal auf den Geschmack von Bier steht.
Grundsätzlich kann man sagen, dass das Argument "Geschmack" heute einfach nicht mehr greift. Es gibt Getränke (zB Cocktails), in denen man den Alkohol nicht schmeckt, und umgekehrt Getränke wie zB Bier, die es als alkoholfreie Variante gibt, die aber genau so schmecken wie das alkoholhaltige Pendant.
Ein fruchtiger Cocktail wird lecker durch den Atagonismus des bitteren Alkohol zur Süße der Frucht. Für mich zumindest. Deswegen schmeckt Pina Colada auch besser als Virgin Colada. Die Wirkung ist blöd, die sorgt leider dafür, dass ich maximal 2 davon trinken kann, dabei sind die doch sooooo lecker...
Damit widerlegen Sie nicht das Argument, dass man durchaus auf alkoholische Getränke umsteigen kann, die nicht nach Alkohol schmecken. Sie merken nur (richtig) an, dass man aus dem gleichen Grund alkoholfreies Bier trinken könnte, wenn man nunmal auf den Geschmack von Bier steht.
Grundsätzlich kann man sagen, dass das Argument "Geschmack" heute einfach nicht mehr greift. Es gibt Getränke (zB Cocktails), in denen man den Alkohol nicht schmeckt, und umgekehrt Getränke wie zB Bier, die es als alkoholfreie Variante gibt, die aber genau so schmecken wie das alkoholhaltige Pendant.
Dann trinken Sie zu viel davon.
Alkohol kann man in geringsten Mengen sehr wohl schmecken, vor allem wenn man ihn sonst nie konsumiert.
Was zum Beispiel Alkohol in hochwertigen Marzipan zu suchen hat erschliesst sich mir nicht - und dieser ist mir eben aufgrund des Geschmack aufgefallen.
Trueffelpralinen sind auch so ein Thema - mehr als 3 kann ich nicht essen...
Wer sonst nie Alkohol konsumiert, der wird diesen auch in geringsten Mengen schemcken/spueren.
...lässt sich nur mit Alkohol verarbeiten, sei es als Torte oder Figur , etc., etc !!!
Alkohol schmeckt definitiv nach : Nichts !!! Es hat keinen eigenen Geschmack ! Er wird künstlich oder durch Lagerung, Komposition oder Fermentation mit Geschmack versorgt.
Erinnert sich einer noch an den Skandal,als die Kindermilchschnitte oder die Bärenschnitte durch hohe Beigaben an Alkohol erst geniessbar geworden ist ?
Genauso könnte man sagen, der Geschmack von Nudeln würde einem nicht zusagen !!
Dummes Zeug !
...lässt sich nur mit Alkohol verarbeiten, sei es als Torte oder Figur , etc., etc !!!
Alkohol schmeckt definitiv nach : Nichts !!! Es hat keinen eigenen Geschmack ! Er wird künstlich oder durch Lagerung, Komposition oder Fermentation mit Geschmack versorgt.
Erinnert sich einer noch an den Skandal,als die Kindermilchschnitte oder die Bärenschnitte durch hohe Beigaben an Alkohol erst geniessbar geworden ist ?
Genauso könnte man sagen, der Geschmack von Nudeln würde einem nicht zusagen !!
Dummes Zeug !
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