"Die Streber verrecken, sie scheitern alle, früher oder später"
ZEIT CAMPUS: Was war denn so schlimm an Ihren Kommilitonen?
Zaimoglu: Der Klamauk dieser Bürgersöhne. Ihr Witz war nicht mein Witz. Ich dachte: Was soll das? Die Stirn in Furchen legen, sich in pseudo- philosophischen Paraphrasen versuchen und glauben, damit weiterkommen zu können. Das war eine fremde Welt für mich. Auf den Partys waren nur Angebertypen mit simulierter Leichtigkeit und Klamotten von adidas. Und diese Mädchen mit quietschender Muttistimme: Hach, wir sind alle so frei!
ZEIT CAMPUS: Da waren Sie aber auf seltsamen Partys.
Zaimoglu: Ich war bei vielen Kommilitonen zu Hause. Es macht einen Menschen nicht zur Persönlichkeit, dass er sich bunte Vasen von Ikea ins Zimmer stellt. Alle kamen sich so wahnsinnig individuell vor. Dabei war es überall immer dasselbe.
ZEIT CAMPUS: Sie waren mit Ihrem SS-Mantel natürlich sehr individuell.
Zaimoglu: Moment, ich sage nicht, dass ich nicht der größte Idiot von allen war! Das war ich nämlich definitiv. Härter als zu anderen bin ich zu mir selbst. Meckern und motzen wie ich kann jeder.
ZEIT CAMPUS: Wurden Sie zum Bürgerschreck, weil die Bürgersöhne Sie nicht geliebt haben?
Zaimoglu: Ich wurde nicht abgewiesen, das ist ein Missverständnis! Es war einfach von Anfang an klar: Ich mag das nicht. Ich habe dann Studenten aus dem Arbeitermilieu getroffen. Wir sprachen dieselbe Sprache. Klare Kante.
ZEIT CAMPUS: Migrantenkinder wie Sie?
Zaimoglu: Um Gottes willen, nein! Das waren doch die schlimmsten Spießer, die Türken. Gescheitelte Angeber mit dickem Auto, einer blöder als der andere.
ZEIT CAMPUS: Sie lassen an keinem ein gutes Haar!
Zaimoglu: Die ganze Uni war einfach nichts für mich.
ZEIT CAMPUS: Sie haben die Arztausbildung dann trotz zwei bestandener Examen abgebrochen.
Zaimoglu: Ja, mir fehlt nur das praktische Jahr, dann würde ich die Approbation bekommen.
ZEIT CAMPUS: Haben Sie die Examen eigentlich auch mit einer Eins abgeschlossen?
Zaimoglu: Lassen Sie uns nicht darüber reden. Schlimm genug, dass ich so viel Zeit damit verschwendet habe. Die Streber verrecken, sie scheitern alle, früher oder später. Was nützt das Streberhafte, wenn man sonst keinen blassen Dunst hat? Ich wusste gar nicht, was ich wollte!
ZEIT CAMPUS: Haben Sie noch Ihr Anatomie-Wissen? Welcher Muskel ist das hier am Hals?
Zaimoglu: Klar, das ist der Sternocleidomastoideus.
ZEIT CAMPUS: Was kam nach dem Medizinstudium?
Zaimoglu: Ich habe angefangen, Heroin zu spritzen.
ZEIT CAMPUS: Im Ernst?
Zaimoglu: (lacht) Nein! Aber würde doch passen. Ich habe dann Malerei studiert.
ZEIT CAMPUS: Und?
Zaimoglu: Ich bin so etwas wie eine negative Legende, weil ich es geschafft habe, zweimal von der Kunstakademie zu fliegen.
ZEIT CAMPUS: Was haben Sie denn gemacht, haben Sie etwas angezündet?
Zaimoglu: Nein. Ich habe die Bilder der Professoren beleidigt. Ich habe gesagt, das sei bloß blöde Angestelltenkunst.
ZEIT CAMPUS: Deshalb wurden Sie rausgeworfen?
Zaimoglu: Ich habe auch das eine oder andere Bild von der Wand gerissen. Ich war ein Brüllaffe. Ein neuer Rektor gab mir später eine zweite Chance. Da ist das Gleiche wieder passiert.
ZEIT CAMPUS: Waren Sie nicht auch im Asta?
Zaimoglu: Jaja, die haben mich gewählt, die Knaller. Ich war Referent für die Bildungsproteste und konnte recht überzeugend sein. Wir haben zwei Busladungen voller Studenten zu einer Demo nach Berlin gekarrt.







Ist trotzdem sinnlos.
Es gibt kein Richtig.
Herr Zaimoglu scheint sich ja für einen richtig harten Burschen zu halten, der auch noch fürcherlich wichtig ist. Dabei merkt er nicht, daß er auch nicht mehr als eitles Posing anzubieten hat, das er bei anderen so wortreich kritisiert. Bescheidenheit ist seine Zier jedenfalls nicht.
Ich kann die verschiedenen Ansichten hier, dass Hr. Zaimoglu in diesem Interview selbstgefällig wirkt, wirklich nicht nachvollziehen. Es gibt doch furchtbar selbstherrliche Professoren an den Unis, die so selbstverliebt und fernab der Nöte normaler Menschen leben und keine Sympathie und Empathie ihren Studenten gegenüber empfinden. Sie empfinden sich als Götter in einem Olymp der Wissenschaft und Wahrheit! Aber es gibt auch noch andere Menschen auf der Welt... die auch wahr und wahrhaftig sind.
Ich verstehe die Kritik in den Kommentaren wirklich nicht. Ich habe dieses Zaimoglu Interview wirklich gerne gelesen. Und wie immer bei Zaimoglu Interviews viel gelacht und sehr geschmunzelt :) Der Mann hat Humor.:)) Mit freundlichen Grüssen
Ich kann die verschiedenen Ansichten hier, dass Hr. Zaimoglu in diesem Interview selbstgefällig wirkt, wirklich nicht nachvollziehen. Es gibt doch furchtbar selbstherrliche Professoren an den Unis, die so selbstverliebt und fernab der Nöte normaler Menschen leben und keine Sympathie und Empathie ihren Studenten gegenüber empfinden. Sie empfinden sich als Götter in einem Olymp der Wissenschaft und Wahrheit! Aber es gibt auch noch andere Menschen auf der Welt... die auch wahr und wahrhaftig sind.
Ich verstehe die Kritik in den Kommentaren wirklich nicht. Ich habe dieses Zaimoglu Interview wirklich gerne gelesen. Und wie immer bei Zaimoglu Interviews viel gelacht und sehr geschmunzelt :) Der Mann hat Humor.:)) Mit freundlichen Grüssen
Ich hab das Buch Kanak sprak gelesen und auch wenn es vielleicht originell ist so zu schreiben, sagt das Buch dann doch irgendwie nichts aus - außer vielleicht, dass sich jemand sehr unverstanden fühlt. Nämlich der Autor.
Kligt aber im Interview wie jemand, der sich selbst sehr sehr gut findet.... er mag nicht verallgemeinern wie die "ganzen dummen Professoren", aber dass man Kreativität an Universitäten "generell" nicht fände, das ist keine Verallgemeinerung? ;)
als ich noch an der CAU war. fürchterlich langweilig. ermüdend unkreativ. nach 13 jahren schule ein weiterer weg in die bewegungslosigkeit. sitzen und zuhören, den profs in ihrem vorstellungssalat das händchen halten, in diskursen zwanghaft beeindrucken zu wollen, anstatt wirklich miteinander zu reden. ernsthaft: das war auch mir kein ort für jugendliche schaffenskraft, sondern eher disziplinierung und einschränkung. deshalb, digga: du sprichst mir aus der seele!
Ich weiß nicht, wie Uni einmal war oder sein könnte. Doch mein Studium selbst erlebe ich als Kriecherei in die Ärsche unserer Dozenten. Auch wenn mir der selbstgefällige Ton Zaimoglus nicht gefällt, seine Aussagen zum Studieren kann ich teilen.
gerade weil es ermüdend unkreativ und fürchterlich langweilig ist.
Diskutieren ist da nur mit den wenigsten Dozenten drin, aber - so hab ich mir sagen lassen - das ist nicht nur in Kiel so.
Leider wollen die meisten angehimmelt werden und mögen niemanden,der nicht ihrer Meinung ist oder sie .. hm.. wie drücke ich mich da am Besten aus ... mit ihren eigenen Waffen schlägt ;)
So geschehen vor 2 Jahren, als mich mein Philo-Prof aus dem Seminar warf, nachdem ich anfing mit seiner Erklärung Gott "sterben" zu lassen.
Ich weiß ja, dass das sinnlose rumgekloppe auf irgendeinem abstrakten Gebilde wie dem Studium immer sehr beliebt ist, vor allem wenn man so tun möchte als sein man anders, besser oder einfach nur "individuell". Ich frage mich aber wirklich, wie hier 90% der Kommentatoren zu diesem Schluss kommen. Wenn sie nicht gerade alle zufällig eine Lehre gemacht haben oder noch Schüler sind haben sie ja wahrscheinlich selbst studiert. Und wenn sie selbst in Seminaren gesessen haben, sind sie auch selber schuld wenn ihnen Langweilig war. Die Leute die sich hier beschweren sind doch die gleichen die noch unterm Tisch mit ihrem Handy rumspielen wie in der 10. Klasse Gymnasium. Natürlich kommen ihnen dann die Wortmeldungen, die sie nicht verstehen wollen unverständlich vor.
So ein Schwachsinn. Hauptsache die anderen sind Schuld.
nein, mein freund, da muss ich dir widersprechen. ich saß nicht mit einem handy spielend in vorlesungen und seminaren. damals gab es noch keine handys, die sich studierende hätten leisten können.
kritik muss sein, sonst entwickelt sich nichts, oder zu langsam. deshalb danke ich dir für deine kritik und hoffe auf weitere. haveaniceday!
Ich weiß nicht, wie Uni einmal war oder sein könnte. Doch mein Studium selbst erlebe ich als Kriecherei in die Ärsche unserer Dozenten. Auch wenn mir der selbstgefällige Ton Zaimoglus nicht gefällt, seine Aussagen zum Studieren kann ich teilen.
gerade weil es ermüdend unkreativ und fürchterlich langweilig ist.
Diskutieren ist da nur mit den wenigsten Dozenten drin, aber - so hab ich mir sagen lassen - das ist nicht nur in Kiel so.
Leider wollen die meisten angehimmelt werden und mögen niemanden,der nicht ihrer Meinung ist oder sie .. hm.. wie drücke ich mich da am Besten aus ... mit ihren eigenen Waffen schlägt ;)
So geschehen vor 2 Jahren, als mich mein Philo-Prof aus dem Seminar warf, nachdem ich anfing mit seiner Erklärung Gott "sterben" zu lassen.
Ich weiß ja, dass das sinnlose rumgekloppe auf irgendeinem abstrakten Gebilde wie dem Studium immer sehr beliebt ist, vor allem wenn man so tun möchte als sein man anders, besser oder einfach nur "individuell". Ich frage mich aber wirklich, wie hier 90% der Kommentatoren zu diesem Schluss kommen. Wenn sie nicht gerade alle zufällig eine Lehre gemacht haben oder noch Schüler sind haben sie ja wahrscheinlich selbst studiert. Und wenn sie selbst in Seminaren gesessen haben, sind sie auch selber schuld wenn ihnen Langweilig war. Die Leute die sich hier beschweren sind doch die gleichen die noch unterm Tisch mit ihrem Handy rumspielen wie in der 10. Klasse Gymnasium. Natürlich kommen ihnen dann die Wortmeldungen, die sie nicht verstehen wollen unverständlich vor.
So ein Schwachsinn. Hauptsache die anderen sind Schuld.
nein, mein freund, da muss ich dir widersprechen. ich saß nicht mit einem handy spielend in vorlesungen und seminaren. damals gab es noch keine handys, die sich studierende hätten leisten können.
kritik muss sein, sonst entwickelt sich nichts, oder zu langsam. deshalb danke ich dir für deine kritik und hoffe auf weitere. haveaniceday!
Ich weiß nicht, wie Uni einmal war oder sein könnte. Doch mein Studium selbst erlebe ich als Kriecherei in die Ärsche unserer Dozenten. Auch wenn mir der selbstgefällige Ton Zaimoglus nicht gefällt, seine Aussagen zum Studieren kann ich teilen.
Sie teilen die Aussagen zum Studium? Das ist traurig, aber bitte sowas nicht verallgemeinern, das kann auch ganz anders sein.
Sowas kommt doch vor allem auf die Fachrichtung und die Uni an. Ich habe zB das große Glück an einem Institut zu studieren, wo alles recht locker zugeht, und auch ein Professor mal vorne steht und sagen kann, dass er etwas nicht weiß, oder sich geirrt hat und eher auf Augenhöhe diskutiert wird, als dass der Prof. diktiert und die Studenten nachschreiben.
Und auch das Geschleime hält sich in Grenzen, wenn nur wenige Studenten am Institut sind und die Professoren ohnehin jeden mit Namen kennen und wissen, was sie leisten - oder eben auch nicht. ;)
Sie teilen die Aussagen zum Studium? Das ist traurig, aber bitte sowas nicht verallgemeinern, das kann auch ganz anders sein.
Sowas kommt doch vor allem auf die Fachrichtung und die Uni an. Ich habe zB das große Glück an einem Institut zu studieren, wo alles recht locker zugeht, und auch ein Professor mal vorne steht und sagen kann, dass er etwas nicht weiß, oder sich geirrt hat und eher auf Augenhöhe diskutiert wird, als dass der Prof. diktiert und die Studenten nachschreiben.
Und auch das Geschleime hält sich in Grenzen, wenn nur wenige Studenten am Institut sind und die Professoren ohnehin jeden mit Namen kennen und wissen, was sie leisten - oder eben auch nicht. ;)
...ist Wut nicht die schlechteste Reaktion. Und es ist ja was aus ihm geworden. Das ist ne Menge.
Wenn das Studieren so schlimm war....
warum hat es 5 Jahre gedauert, bis er abgebrochen hat? Zumal er ja nicht einmal abgebrochen hat, da er ja beide Staatsexamen hat. Wenn mich etwas so nerven würde, würde ich versuchen etwas anderes zu machen, anstatt ein so anspruchsvolles und zeitintensives Studium auch noch zu beenden?
Denn zum Beenden von Medizin muss man ja schon dahinter stehen und viel Arbeit reinstecken würde ich mal vermuten.
seit wann ist medizin anspruchsvoll?
F.Z. ist halt so ein Künstler. Die dürfen sowas. Auch Plakate abreißen und so. Vielleicht hätte er besser Mathematik studieren sollen. Dann hätte er auch so ein Rumpelstielz sein können.
.
Wenn er gut ist.
seit wann ist medizin anspruchsvoll?
F.Z. ist halt so ein Künstler. Die dürfen sowas. Auch Plakate abreißen und so. Vielleicht hätte er besser Mathematik studieren sollen. Dann hätte er auch so ein Rumpelstielz sein können.
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Wenn er gut ist.
Selbst wenn ich seine sehr exzentrische Art nicht teilen kann, so muss ich sagen, dass er in seinen Aussagen vor allem zur Universität einfach nur Recht hat!
Leider geht man als ahnungsloser frischer Jugendlicher noch mit einer zu optimistischen Sicht an die ganzen Dinge ohne sich die realen Gegebenheiten anzugucken.
Am Ende fällt mir nur ein: Frei ist nur wer die Freiheit auch wirklich akzeptiert!
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