Reden und PräsentierenÜberzeugungskräfte

Im Studium muss man ständig reden und andere für sich einnehmen. So meistert man diese Situationen souverän

Wortmeldung

So nicht: »Ähm, Entschuldigung. Ich wollte nur ganz kurz sagen, dass ich mich meinem Vorredner voll und ganz anschließen kann.«

Besser: »Meiner Meinung nach gab es in den letzten 25 Jahren eine deutliche Veränderung der Parteienlandschaft. Eine Kategorisierung nach den klassischen Modellen ist bei den heutigen Allerweltsparteien kaum mehr möglich. Dies ist ein typisches Phänomen von starkem politischem Wettbewerb.«

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Warum? Floskeln, umständliche Einleitungs- und Brückensätze und unnötige Wiederholungen stören den Diskussionsfluss und werden von anderen schnell als nervig empfunden. Eine Wortmeldung sollte prägnant und verständlich sein, Aussage, Meinung und neue Argumente beinhalten.

Sprechstunde

So nicht: »Herr Professor, ich wollte ganz kurz fragen, ob ich die Klausur einsehen darf, aber nur, wenn es wirklich geht.«

Besser: »Wie ich schon per Mail geschrieben habe, wollte ich Sie bitten, kurz die Klausur mit mir durchzugehen. Bei Frage drei war ich mir unsicher, und ich würde mich auf die Abschlussprüfung gern optimal vorbereiten.«

Warum? Übertriebenes Herunterspielen des eigenen Anliegens zeugt nicht von besonderer Höflichkeit, sondern sorgt oft dafür, dass man am Ende den Raum verlässt, ohne wirklich eine Antwort auf seine Frage bekommen zu haben. Natürlich soll man nicht arrogant oder frech auftreten. Aber der eigene Wunsch sollte deutlich formuliert werden – das spart Zeit, der Professor wird es einem danken.

Leserkommentare
  1. 1. Naja.

    Ich schätze, das soll eine "Anleitung" sein. Auch als diese hat mich dieser "Artikel" überhaupt nicht überzeugt.

    Trotzdem tue ich das Ganze nicht ab, weil Sie mir in Erinnerung gerufen haben, an was ich zu feilen habe. Dafür recht herzlichen Dank, aber die nächste "Anleitung" darf schon etwas mehr Substanz haben. Sonst kommt es bei der Leserschaft an als wenn man eine Seite aus Randnotitzen zusammengetippt hat.

    Bis dahin lese ich lieber woanders weiter.

    4 Leserempfehlungen
  2. wie man hier auf Zeit-Online jemanden von irgendwas überzeugt.

    2 Leserempfehlungen
  3. Die hier aufgeführten Negativbeispiele sind Negativbeispiele, darüber braucht man nicht zu diskutieren. Die Positivbeispiele sind da sicherlich eine Verbesserung, aber optimal sind auch die nicht. Sie sind nämlich so formuliert, wie man schreiben würde (tatsächlich sind sie ja auch geschrieben). So spricht niemand, es sei denn, er/sie liest ab oder betet auswendig etwas herunter. Wie ermüdend und konzentrationstötend ein mündlicher Vortrag sein kann, der nach den Ansprüchen der Schriftsprache gehalten wird, kann jeder bezeugen, der mal in einer Vorlesung gesessen hat, die ihrem Namen tatsächlich alle Ehre machte.

    7 Leserempfehlungen
  4. Die Positivbeispiele sind leider nicht so gut, wie sie verkauft werden sollen.
    Insbesondere, das Erste nicht!

    Formulierungen wie diese machen eine vernünftige Diskussion unmöglich. Warum?

    Wortklauberei fördert nicht den Fluss, sondern hemmt diesen. Die Beteiligten versuchen sich in der Fremdwortquantität zu übertreffen. Möglichst schwieriger, weniger verständlich und ausgefallener um die eigene Überlegenheit zu demonstrieren.

    Die Gegenseite kann die Nichtverständlichkeit natürlich nicht eingestehen und nimmt teil an einem Gespräch, dass eben nicht miteinander, sondern nebeneinander geführt wird.

    Die besten Belege dafür:
    Fernsehtalkshows der ÖR, Pressemitteilungen von Konzernen und der Bundesregierung, Minister, welche ihre Gesetze darstellen, Interviewpartner, die sich kritischen Fragen ausgesetzt sehen.....

    Ein Gespräch ist verständlich für alle Beteiligten zu halten, platt muss es deswegen noch lange nicht sein!

    5 Leserempfehlungen
  5. Sorry aber...das ist so selbstverständlich, dass ich mich frage, was lächerlicher ist: dass sie meinen, sowas schreiben zu müssen, oder, dass sie vermutlich sogar recht haben...

    2 Leserempfehlungen
    • hurt
    • 01.02.2012 um 19:09 Uhr

    Seltsamer Artikel, stößt leider in das selbe Horn wie viele dieser Psycho-Ratgeber und Soft-Skills-Kurse die ja jetzt so modern sind.

    Abgesehen davon sehen (wie andere hier bereits angemerkt haben) nicht nach gesprochenem Wort aus.

    Besonders eindrucksvoll:

    "Anhand der Entwicklung des Römischen Reiches lassen sich viele soziologische, sozialwissenschaftliche und staatswissenschaftliche Phänomene erklären."

    Da würde ich als Prüfer nur denken: "Na toll, ein Auswendiglerner. Stellen wir mal eine Transferfrage."

    Auch toll: "Auch das Bewerbungsgespräch ist eine Art Verkaufsgespräch"

    Nun sind wir also alle damit beschäftigt, nur noch besonders tolle Selbstdarsteller und Westentaschenpsychologen zu werden.

    Und darüber hinaus suggeriert der Artikel, dass der jeweilige Gesprächspartner eine Maschine sei, die nur mit entsprechend psychologisch ausgefeilten Phrasen zu füllen ist, um das gewünschte Ergebnis zu erzielen. Für mich ist ein Gespräch zwischen zwei Menschen etwas völlig anderes und wenn ich merke dass mein gegenüber sich unnatürlich verhält und "Trickst", dann habe ich ehrlich gesagt auch kein Problem damit, dies meinem gegenüber klar zu machen...

    5 Leserempfehlungen
  6. höflichkeit ist out. ich bin nicht höflich und professoren, so es keine wissenchaftlichen hilfskräft sind, nehme ich seit guttenberg und co sowieso nicht mehr ernst. mal ehrlich: die professoren die schieben, die wirtschaftsverquickungen von unis, bertelsmann pisa deutschland. zum glück gibt es seltene ausnahmen.
    wenn ich in ne sprechstunde kam, dann hab ich mich auf den boden gesetzt: "setzen sie sich gefälligst ordentlich hin!" - darufhin ich: "ich kann besser denken, wenn ich faul rumliege". daraufhin er: "in ordnung, sie wissen wenigstens was sie wollen".

    die leute die ihre sachen innerlich nicht bejahen können und das reden des redens willen üben, werden eh nie erfolgreich sein. [...]

    Gekürzt. Bitte beteiligen Sie sich sachlich und konstruktiv an der Diskussion. Danke, die Redaktion/ls

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    dON QUICHOTERIE

    dON QUICHOTERIE

  7. ... einem Professor fuer internationale Politikwissenschaft, dem ich anbieten konnte, eine international erfahrene Akademikerin aus USA, die mit politischer Praxis als Debatten-coach, political campaign manager usw. fuer einen Debattier-Workshop (zum Nulltarif!!!) zu gewinnen, da sie sowieso an seiner Uni vor Ort waere, kam mir folgende Antwort: "Nein, denn wir arbeiten aber nur mit FACHpolitologen."

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