Miriam Meckel "Informationen sind der Kitt unserer Gesellschaft"
In der Sprechstunde besuchen wir regelmäßig eine Koryphäe ihres Fachs. Diesmal: Die Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel

Miriam Meckel, 44, ist Direktorin des Instituts für Medien- und Kommunikationsmanagement der Uni St. Gallen
Früher hat Miriam Meckel angeblich Journalisten im Kapuzenpulli in ihrem Büro empfangen. Jetzt öffnet sie im Hosenanzug die Tür zu einem kahlen Besprechungsraum. Miriam Meckel ist mehr als eine Wissenschaftlerin: Vor zwölf Jahren hat sie sich als jüngste Professorin Deutschlands einen Namen gemacht, danach war sie Staatsministerin in Nordrhein-Westfalen. Jetzt leitet sie das Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement der Universität St. Gallen. Sie sieht sich selbst als »public intellectual«. Meckel lächelt freundlich. Sie wirkt genauso kontrolliert wie ihr Facebook-Auftritt.
ZEIT Campus: Frau Meckel, Sie erforschen unseren Umgang mit neuen Medien. Werden Sie die neue Facebook-Timeline nutzen?
Miriam Meckel: Ich nutze das Netzwerk regelmäßig, um mich zu informieren. Zu meinen Facebook-Freunden zählen viele Forscher und Experten, die sehr interessante Dinge posten, die ich auch für meine Vorlesungen verwende. Aber mein ganzes Leben von der Geburt an, wie das die Timeline vorsieht, werde ich sicher nicht ins Netz stellen!
ZEIT Campus: Warum nicht?
Meckel: Abgesehen davon, dass Facebook keinen guten Ruf hat, was den Schutz der Privatsphäre angeht, finde ich Mark Zuckerbergs Vorstellung von Identität problematisch. »Having more than one identity is a lack of integrity«, sagt er. Da kann ich nur sagen, hallo, was soll das denn? Integrität heißt für mich nicht, lediglich eine Identität zu haben, sondern mit den verschiedenen Identitäten, die man als Mensch hat, umgehen zu können.
ZEIT Campus: Sie würden sagen, wir haben eine digitale und eine reale Identität?
Meckel: Ich würde sogar weiter gehen und behaupten, dass wir noch viel mehr Identitäten haben. Wenn ich hier an der Uni eine Vorlesung halte, lebe ich einen anderen Teil meiner Identität, als wenn ich den Sonntagabend mit Freunden und viel Rotwein verbringe. Als wirtschaftliche Beraterin aktiviere ich wiederum andere Teile. Am integrativsten bin ich, als wenn ich als Autorin ein Buch schreibe.
ZEIT Campus: Diese Identitäten können sich aber auch vermischen. Gerade auf Facebook hat man ja sogenannte Freunde aus den unterschiedlichsten Bereichen.
Meckel: Natürlich. Aber darüber möchte ich die Kontrolle behalten. Ich möchte nicht, dass Menschen, mit denen ich beruflich zu tun habe, alles über meine private Identität wissen. Und da es mir zu mühsam ist, Listen zu verwalten, bin ich auf Facebook eine mehr oder minder professionelle Oberfläche.
ZEIT Campus: Das stört Ihre echten Freunde nicht?
Meckel: Nein. Diejenigen, die online mit mir interagieren, wissen, dass sie auf meiner Seite spannende Informationen finden können, aber mehr eben auch nicht.
ZEIT Campus: Sie haben gerade ein Buch veröffentlicht, »Next«, in dem Algorithmen die Weltherrschaft übernehmen. Algorithmen sind die Rechenformeln, durch die uns etwa bei Amazon ein neues Buch empfohlen wird, das zu den bisherigen Einkäufen passt. Was ist daran böse?
Meckel: Wenn Algorithmen ein Buch empfehlen, ist das nicht weiter schlimm. Problematisch wird es, wenn sie Informationen filtern und uns dadurch ein Weltbild vorsetzen, das nur auf unseren bisher geäußerten Interessen beruht. Das wird dann sehr schnell sehr einseitig. Hier setze ich mit meinem Buch an und spinne fort, was passieren würde, wenn wir fortan all unsere Entscheidungen Algorithmen überließen.
ZEIT Campus: Was würde denn passieren?
Meckel: Es gäbe keinen kritischen Diskurs mehr, und damit würde unser System auseinanderfallen. Informationen sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. In meinem Buch treibe ich diese Idee auf die Spitze: Die Menschheit schafft sich durch die Perfektionierung der Algorithmen selbst ab.
ZEIT Campus: Aber wir sind doch auch ohne Algorithmen schon Meister darin, zu selektieren.
Meckel: Das stimmt. Menschen sind bequem und versuchen, den Aufwand zu reduzieren, den ständige Entscheidungen verlangen. Das ist ja auch legitim.
ZEIT Campus: Macht es einen so großen Unterschied, ob ein Algorithmus unsere Nachrichten auswählt oder ob wir nur die Zeitung lesen, die unserer eigenen politischen Richtung entspricht?
Meckel: Schon eine klassische Zeitung reduziert natürlich Komplexität, indem sie einen Tagesüberblick auf einer festgelegten Anzahl von Seiten gibt. Dennoch kann es dort passieren, dass Sie durch Zufall an einem Artikel hängen bleiben, der Sie zunächst gar nicht interessiert hat. Bei manchen durch Algorithmen betriebenen Werbeangeboten hingegen bekämen Sie diesen Artikel gar nicht erst zu sehen.
ZEIT Campus: Wenn man sich dessen bewusst ist – ist das dann so schlimm?
Meckel: Es ist erschreckend, wie wenige Menschen sich über die unsichtbaren Mechanismen des Internets im Klaren sind. Wir forschen hier am Institut gerade dazu. Dabei stellen wir fest, dass es bei uns in Deutschland stark an Aufklärung mangelt. Sowohl was Personalisierung als auch was den Schutz der Privatsphäre angeht. Wenn Sie fragen: »Ist Privacy ein wichtiges Thema?«, sagt ein Großteil der Befragten: »Ja, natürlich.« Wenn Sie dann aber fragen: »Was machen Sie denn so, um Ihre Privatsphäre im Internet zu schützen?«, kommt plötzlich nicht mehr viel. Zwischen dem abstrakten Bewusstsein und dem konkreten Verhalten klafft eine große Lücke.
ZEIT Campus: Woher kommt die?
Meckel: Unser Land ist tendenziell eher technikfeindlich eingestellt. Wer Technik benutzt, will sich oft nicht damit auseinandersetzen, wie sie eigentlich funktioniert. Daher ist der Diskurs hierzulande auch sehr ideologisch: Sie können nur für oder gegen das Internet sein. Dazwischen gibt es nichts. Das ist in den USA ganz anders.
ZEIT Campus: Sie haben gerade ein Forschungssemester in Harvard verbracht. Warum ist die Debatte dort viel stärker?
Meckel: In den USA gibt es eine viel breitere Internetcommunity. Sie begreift das Netz nicht nur als Kommunikationsmedium, sondern als neuen Lebensraum, der gestaltet werden soll.
ZEIT Campus: Für den wir auch härtere Gesetze brauchen?
Meckel: Ich fürchte, mit Gesetzen kann man den digitalen Entwicklungen in einer globalisierten Welt nicht beikommen. Ich bin auch eher einem liberalen Menschenbild verbunden. Daher würde ich sagen, wir brauchen vor allem mehr Aufklärung.
ZEIT Campus: »Next« ist fast ein Science-Fiction-Roman. Warum haben Sie nicht einfach ein Thesenpapier verfasst?
Meckel: Wir haben in Deutschland sehr starre Kriterien, die einen wissenschaftlichen Text bestimmen. In meiner Forschung halte ich mich auch daran. Mir macht aber der erzählerische Umgang mit Sprache großen Spaß. Deswegen habe ich hier einfach mal ausprobiert, wie es ist, aus der Sicht eines Algorithmus zu schreiben.
ZEIT Campus: Und?
Meckel: Ganz schön anstrengend! Man muss sich ständig überlegen, welche Wörter er versteht und welche nicht.
ZEIT Campus: Sie nennen auch mehr philosophische und literarische als kommunikationswissenschaftliche Quellen.
Meckel: Das liegt daran, dass es in der kommunikationswissenschaftlichen Forschung einfach noch wenig zum personalisierten Internet gibt. Dabei erleben wir gerade eine so spannende Phase! Eigentlich müsste sich die Kommunikationswissenschaft diese Debatte sofort mit Begeisterung zu eigen machen. Aber das gelingt so leider nicht.
ZEIT Campus: Weil sich ihr Sujet so rasant verändert?
Meckel: Ja, das ist ein Dilemma. Einerseits ist die mediale Entwicklung sehr schnell. Ich verbringe einen großen Teil meiner Zeit nur damit, auf dem Stand der Dinge zu bleiben. Andererseits dauert es einfach seine Zeit, wissenschaftlich in die Tiefe zu gehen. Trotzdem würde ich mir wünschen, dass es gegenüber Entwicklungen im Internet eine größere Aufgeschlossenheit gäbe.
ZEIT Campus: Mit Ihrem Forschungsgegenstand hadern Sie auch persönlich: Vor zwei Jahren hatten Sie ein Burn-out, unter anderem, weil Sie zu viel kommuniziert haben.
Meckel: Dabei hatte ich mich bereits wissenschaftlich mit der digitalen Überfrachtung auseinandergesetzt! Leider habe ich es nicht verstanden, das auch konsequent für mich praktisch umzusetzen. Das war dann eine sehr harte und schmerzhafte Erfahrung.
ZEIT Campus: Wie gehen Sie jetzt mit der Kommunikationsflut um?
Meckel: Ich war im Sommerurlaub drei Wochen lang weg, da habe ich keine E-Mails gelesen. Zurück im Büro, bekam ich die Zusammenfassung: »Sie haben in den letzten Wochen 3846 E-Mails bekommen.« Ich hab die einfach ignoriert. In drei Fällen kam eine Nachfrage. Alles andere – keine Ahnung, was damit war.
- Datum 26.12.2011 - 08:23 Uhr
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Kommunikationswissenschaftler haben keinen Aufgabenbereich und analysieren offenbar am liebsten Dinge, die sie nicht verstehen.
Wer nicht programmieren kann, versteht das Internet so gut wie ein Analphabet die Literatur.
Menschen, die über Facebook kommunizieren sind nur die Mitläufer einer Internetkultur, die sehr wohl in Deutschland existiert und auch global von ihnen mitgestaltet wird.
Und in der Tat ist die Aversion gegen technische Hintergrundinformationen in den USA am größten.
Die meisten Innvovationen im Internet stammen momentan aus Skandinavien, Europa und Russland.
Aber das geht sicherlich an einem Vorbei, wenn man nur Sekundärquellen benutzt anstatt sich mit der Materie zu befassen.
Wer programmieren kann, versteht von da an nichts mehr von Menschen, die das nicht können. Das ist das eigentliche Problem des Internet und der Anwenderprogramme in den Firmen. Die Welt spaltet sich dadurch auf. Trotzdem kann jemand, der nicht programmieren kann, verstehen, was er im Internet macht, auch wenn es natürlich Leute gibt, die das nicht können. Ob das die Mehrzahl ist, weiß ich nicht. Aber die ARD etc. könnten dem entgegenwirken, bevorzugen jedoch seichte Unterhaltung für das dumme Volk, das gerne dumm zu bleiben hat.
Das Falsche an dem Artikel: "Internet", "Werbung" und persönliches Leben sind durcheinander gebracht. Interessanter wäre es, zu untersuchen, inwieweit die Werbung im Internet oder ganze Betriebssysteme ebenso mit unterschwelligen Botschaften verseucht ist wie Fernsehen Radio (und Kirchenmusik). Und ich möchte wissen, ob Computer irgendwohin Informationen transferieren, z.B. zu Geheimdiensten etc.
Das was fehlt im Artikel: inwieweit Suchergebnisse "irgendwie" beeinflusst werden. Dass die Werbebanner angepaßt werden ist doch Banane. Aber Suchergebnisse hätte ich gerne in der Form, dass mir deren Zustandekommen klar ist. Gegenwärtig vertraue ich Google, weil ich dort Mitarbeiter kenne. Bei anderen bin ich mir nicht sicher.
Ich finde es immer höchst amüsant, wenn Leser sich aufschwingen, Wissenschaftlern, die ihr halbes Leben mit einer Materie verbringen, die Fähigkeit absprechen, etwas von dem zu verstehen, was sie vrogeben zu wissen und dann mit ein paar müden Thesen daherkommen, die sie nicht mal ansatzweise mit Beispielen untermauern können.
Nicht, dass ich total wissenschaftsgläubig bin und alles kritiklos schlucke, was ein Wissenschaftler von sich gibt, aber ich kann in dem Interview nicht erkennen, dass die Dame unrecht oder gar eine einseitige Betrachtungsweise hat. Und ich würde gerne wissen, wo denn die meisten Innovationen aus Russland, Skandinavien und Europa (ist Skandinavien nicht Europa? Klären Sie mich auf) sind, von denen Sie sprechen. Nokia zumindest befindet sich momentan im Sinkflug und wenn Nokia Glück hat, hat es die Talsohle erreicht, dank eines Zusammenschlusses mit Microsoft (USA).
> Wer nicht programmieren kann...
Ich denke, da hat jemand unwissentlich den durch die virtuelle Welt hervorgerufenen Wahnsinn des unternettigen Weltverschwörertums sehr schön erklärt: "Programmieren" heißt, sich von der Welt abzuwenden, weshalb diese Kids allesamt eben zu Ballerspielern und Weltverschwörern werden, die folgerichtig glauben, alle anderen, alle Nichtprogrammierer seien irre. Das ist doch eine irre geile Aussage, oder? Nicht diejenigen, die die Welt in eine dialektische Ereignisfolge oder in Algorithmen einteilen - die Ideologen, die "Programmierer" also - sind die Irren, sondern die anderen.
Der Spruch des Jahres? :-)
"Wer nicht programmieren kann, versteht das Internet so gut wie ein Analphabet die Literatur"
ist ja wohl der dümmste Spruch, den ich seit langem gelesen habe.
Es gibt in meiner Verwandschaft jemanden, der dem Beruf eines "Technical Writers" nachgeht. Konkret arbeitet er in einem weltweit agierenden Software-Entwicklungsunternehmen und hat dort die Aufgabe, den Output der Programmierer auf Verständlichkeit und praktische Nutzbarkeit für Otto Normalanwender unter die kritische Lupe zu nehmen. Dies macht ihn zwar betriebsintern zum unbeliebtesten aller Kollegen, aber er kann dafür manche schier unglaubliche Geschichte zum Besten geben, die ein bezeichnendes Licht auf die Realitätsnähe dieser Spezies wirft.
Sie sollten ihre Überheblichkeit zurückfahren. Sie sollten sich auf ihren Realweltausschnitt beschränken, wo Sie etwas sinnvolles beitragen können. Und Sie vergessen auch, dass es sich hier um einen Zeitungsartikel handelt. Zeitungen konstruieren eine Medienwirklichkeit.
Die USA hat in den letzten Jahren wenig Innovationen umgesetzt und blieb unter ihren technischen Kompetenzen. Das hat aber mehr etwas mit den Wagniskapitalgebern zu tun.
Kommunikationswissenschaft ist ein weites Feld, das als Hub verschiedener Sozial- und Geisteswissenschaften fungiert.
Auch Informatik ist in seinen Ausprägungen als Binde-Strich Informatik ( Wirtschaftsinformatik, Geoinformatik, Medieninformatik etc.) ein Hub verschiedener Forschungsansätze, wo teilweise veraltete Paradigmen gelehrt und angewandt werden.
Das Internet wird neben den Kommunikationswissenschaftlern auch von Sozialwissenschaftlern, Psychologen, Ethnologen und statistischen Physikern erforscht. Jede Disziplin trägt mit ihren spezifischen Denkweisen und Methoden dazu bei, das Internet zu verstehen.
Physiker interessieren sich z.B. für Wachstumsdynamiken von Netzwerken und nutzen dafür statistische Modelle. Typischerweise können Physiker programmieren - viele sogar weit besser als Informatiker. Das bedeutet aber nicht, dass sie qualifiziert sind eine Diskurs-Analyse durchzuführen.
Allein die Fähigkeit programmieren zu können, hilft nicht dabei zu verstehen, wie Menschen die Technik nutzen.
Früher wurden sicher auch Leute, die telefonieren oder Briefe schreiben als Mitläufer bezeichnet. Kommt etwas neues und man öffnet sich dem, ist man direkt einer wie alle anderen. Vielleicht sollten Sie sich mal dem Fortschritt und dem Lauf der Dinge öffnen!
Ich für meinen Teil bin sehr dankbar, dass es das Internet und Angebote wie Facebook gibt. Seitdem ist meine Telefonrechnung viel, viel geringer! Spart enorm Zeit und Geld.
Wer programmieren kann, versteht von da an nichts mehr von Menschen, die das nicht können. Das ist das eigentliche Problem des Internet und der Anwenderprogramme in den Firmen. Die Welt spaltet sich dadurch auf. Trotzdem kann jemand, der nicht programmieren kann, verstehen, was er im Internet macht, auch wenn es natürlich Leute gibt, die das nicht können. Ob das die Mehrzahl ist, weiß ich nicht. Aber die ARD etc. könnten dem entgegenwirken, bevorzugen jedoch seichte Unterhaltung für das dumme Volk, das gerne dumm zu bleiben hat.
Das Falsche an dem Artikel: "Internet", "Werbung" und persönliches Leben sind durcheinander gebracht. Interessanter wäre es, zu untersuchen, inwieweit die Werbung im Internet oder ganze Betriebssysteme ebenso mit unterschwelligen Botschaften verseucht ist wie Fernsehen Radio (und Kirchenmusik). Und ich möchte wissen, ob Computer irgendwohin Informationen transferieren, z.B. zu Geheimdiensten etc.
Das was fehlt im Artikel: inwieweit Suchergebnisse "irgendwie" beeinflusst werden. Dass die Werbebanner angepaßt werden ist doch Banane. Aber Suchergebnisse hätte ich gerne in der Form, dass mir deren Zustandekommen klar ist. Gegenwärtig vertraue ich Google, weil ich dort Mitarbeiter kenne. Bei anderen bin ich mir nicht sicher.
Ich finde es immer höchst amüsant, wenn Leser sich aufschwingen, Wissenschaftlern, die ihr halbes Leben mit einer Materie verbringen, die Fähigkeit absprechen, etwas von dem zu verstehen, was sie vrogeben zu wissen und dann mit ein paar müden Thesen daherkommen, die sie nicht mal ansatzweise mit Beispielen untermauern können.
Nicht, dass ich total wissenschaftsgläubig bin und alles kritiklos schlucke, was ein Wissenschaftler von sich gibt, aber ich kann in dem Interview nicht erkennen, dass die Dame unrecht oder gar eine einseitige Betrachtungsweise hat. Und ich würde gerne wissen, wo denn die meisten Innovationen aus Russland, Skandinavien und Europa (ist Skandinavien nicht Europa? Klären Sie mich auf) sind, von denen Sie sprechen. Nokia zumindest befindet sich momentan im Sinkflug und wenn Nokia Glück hat, hat es die Talsohle erreicht, dank eines Zusammenschlusses mit Microsoft (USA).
> Wer nicht programmieren kann...
Ich denke, da hat jemand unwissentlich den durch die virtuelle Welt hervorgerufenen Wahnsinn des unternettigen Weltverschwörertums sehr schön erklärt: "Programmieren" heißt, sich von der Welt abzuwenden, weshalb diese Kids allesamt eben zu Ballerspielern und Weltverschwörern werden, die folgerichtig glauben, alle anderen, alle Nichtprogrammierer seien irre. Das ist doch eine irre geile Aussage, oder? Nicht diejenigen, die die Welt in eine dialektische Ereignisfolge oder in Algorithmen einteilen - die Ideologen, die "Programmierer" also - sind die Irren, sondern die anderen.
Der Spruch des Jahres? :-)
"Wer nicht programmieren kann, versteht das Internet so gut wie ein Analphabet die Literatur"
ist ja wohl der dümmste Spruch, den ich seit langem gelesen habe.
Es gibt in meiner Verwandschaft jemanden, der dem Beruf eines "Technical Writers" nachgeht. Konkret arbeitet er in einem weltweit agierenden Software-Entwicklungsunternehmen und hat dort die Aufgabe, den Output der Programmierer auf Verständlichkeit und praktische Nutzbarkeit für Otto Normalanwender unter die kritische Lupe zu nehmen. Dies macht ihn zwar betriebsintern zum unbeliebtesten aller Kollegen, aber er kann dafür manche schier unglaubliche Geschichte zum Besten geben, die ein bezeichnendes Licht auf die Realitätsnähe dieser Spezies wirft.
Sie sollten ihre Überheblichkeit zurückfahren. Sie sollten sich auf ihren Realweltausschnitt beschränken, wo Sie etwas sinnvolles beitragen können. Und Sie vergessen auch, dass es sich hier um einen Zeitungsartikel handelt. Zeitungen konstruieren eine Medienwirklichkeit.
Die USA hat in den letzten Jahren wenig Innovationen umgesetzt und blieb unter ihren technischen Kompetenzen. Das hat aber mehr etwas mit den Wagniskapitalgebern zu tun.
Kommunikationswissenschaft ist ein weites Feld, das als Hub verschiedener Sozial- und Geisteswissenschaften fungiert.
Auch Informatik ist in seinen Ausprägungen als Binde-Strich Informatik ( Wirtschaftsinformatik, Geoinformatik, Medieninformatik etc.) ein Hub verschiedener Forschungsansätze, wo teilweise veraltete Paradigmen gelehrt und angewandt werden.
Das Internet wird neben den Kommunikationswissenschaftlern auch von Sozialwissenschaftlern, Psychologen, Ethnologen und statistischen Physikern erforscht. Jede Disziplin trägt mit ihren spezifischen Denkweisen und Methoden dazu bei, das Internet zu verstehen.
Physiker interessieren sich z.B. für Wachstumsdynamiken von Netzwerken und nutzen dafür statistische Modelle. Typischerweise können Physiker programmieren - viele sogar weit besser als Informatiker. Das bedeutet aber nicht, dass sie qualifiziert sind eine Diskurs-Analyse durchzuführen.
Allein die Fähigkeit programmieren zu können, hilft nicht dabei zu verstehen, wie Menschen die Technik nutzen.
Früher wurden sicher auch Leute, die telefonieren oder Briefe schreiben als Mitläufer bezeichnet. Kommt etwas neues und man öffnet sich dem, ist man direkt einer wie alle anderen. Vielleicht sollten Sie sich mal dem Fortschritt und dem Lauf der Dinge öffnen!
Ich für meinen Teil bin sehr dankbar, dass es das Internet und Angebote wie Facebook gibt. Seitdem ist meine Telefonrechnung viel, viel geringer! Spart enorm Zeit und Geld.
Ich studiere Informatik und beherrsche Java, C, C++ und Assembler. Jedenfalls möchte ich damit klarstellen, dass der Vorredner unrecht hat. Zum einen sind wir (Facebook-User) keine Mitläufer, zumal der "Zeit Ungsleser" seine Thesen nicht mit Beispielen untermauert.
Desweiteren ist die Aussage, dass "die meisten Innovationen im Internet [...] aus Skandinavien, Europa und Russland" stammen einfach lächerlich. Schaut man nur darauf, welche IT-Unternehmen global vertreten sind, dann finden sich von 10 Firmen vielleicht zwei bis drei Europäische, eins bis zwei Asiatische und der Rest sind Amerikanische Unternehmen.
Die Wahrheit ausblenden und so tun als ob, dass können die meisten sonderlich gut und mit ihrer Abneigung gegenüber "unbequeme Wahrheiten" machen diese Leute die vorhandene Situation nicht verständlicher.
Ich finde den Artikel jedenfalls sehr informativ und interessant. Überlegt man sich einfach nur kurz, was die Aussage des Artikels sein soll, stößt man unweigerlich in ein philosophisch mühsames Thema. Das scheint jedoch für viele Leser zu anspruchsvoll und daher wollen "solche Leser" einfach eine fertige Meinung vorgelegt bekommen, um diese dann einfach zu schlucken und um sich darüber keine eigenen Gedanken machen zu müssen. Ich empfehle hierzu die Bildzeitung. ;)
Sicherlich kann man sich einreden, man sei Teil einer Kultur, weil man deren kommerzielle Nutzung unterstützt.
Das Internet hatte und hat immernoch nur eine Motivation, den freien Austausch von Daten.
Diese Motivation ist der rote Faden in der Entwicklung des Internts und damit auch dessen autonomer Kultur.
Die USA waren zweifellos der Ursprung des Internets, aber dank der von ihnen erwähnten IT-Konzerne bricht diese Kultur des Datenaustauschs dort gerade zusammen (SOPA) und verkriecht sich in Filesharingnetze und Darknets, welche übrigends auch das Kinderzimmer für Anonymus waren, welche gerade in einem anderen Artikel erwähnt werden.
Wenn man so etwas wie Matroska nicht kennt, aber BBS wie Facebook für innovativ hält, wird man das immernoch sehr amerikanische WWW auch weiterhin als originell empfinden, aber die Kultur findet mittlerweile woanders statt.
Sicherlich kann man sich einreden, man sei Teil einer Kultur, weil man deren kommerzielle Nutzung unterstützt.
Das Internet hatte und hat immernoch nur eine Motivation, den freien Austausch von Daten.
Diese Motivation ist der rote Faden in der Entwicklung des Internts und damit auch dessen autonomer Kultur.
Die USA waren zweifellos der Ursprung des Internets, aber dank der von ihnen erwähnten IT-Konzerne bricht diese Kultur des Datenaustauschs dort gerade zusammen (SOPA) und verkriecht sich in Filesharingnetze und Darknets, welche übrigends auch das Kinderzimmer für Anonymus waren, welche gerade in einem anderen Artikel erwähnt werden.
Wenn man so etwas wie Matroska nicht kennt, aber BBS wie Facebook für innovativ hält, wird man das immernoch sehr amerikanische WWW auch weiterhin als originell empfinden, aber die Kultur findet mittlerweile woanders statt.
wird bei der Dame ihr Burnout nicht erwähnt und warum das so war. War mal ein längerer Artikel im Spiegel.
Wer nicht programmieren kann versteht das Internet nicht? Sorry, die Zeit der Exklusivität ist vorbei.
Naja und Facebook ist ein guter Ansatz, aber man darf nicht vergessen, das die Geld verdienen wollen und das tun sie indem sie die Informationen über die Menschen darin verkaufen/vermarkten.
Hier setze ich mit meinem Buch an und spinne fort, was passieren würde, wenn wir fortan all unsere Entscheidungen Algorithmen überließen.
ein. Ich werde mir wohl das Buch kaufen müssen. In dem Bereich besteht tatsächlich ein enormes Gefahrenpotential. Ja, ich kann programmieren und kann dem Kommentar nr 1 keinesfalls zustimmen.
Wer programmieren kann, versteht von da an nichts mehr von Menschen, die das nicht können. Das ist das eigentliche Problem des Internet und der Anwenderprogramme in den Firmen. Die Welt spaltet sich dadurch auf. Trotzdem kann jemand, der nicht programmieren kann, verstehen, was er im Internet macht, auch wenn es natürlich Leute gibt, die das nicht können. Ob das die Mehrzahl ist, weiß ich nicht. Aber die ARD etc. könnten dem entgegenwirken, bevorzugen jedoch seichte Unterhaltung für das dumme Volk, das gerne dumm zu bleiben hat.
Das Falsche an dem Artikel: "Internet", "Werbung" und persönliches Leben sind durcheinander gebracht. Interessanter wäre es, zu untersuchen, inwieweit die Werbung im Internet oder ganze Betriebssysteme ebenso mit unterschwelligen Botschaften verseucht ist wie Fernsehen Radio (und Kirchenmusik). Und ich möchte wissen, ob Computer irgendwohin Informationen transferieren, z.B. zu Geheimdiensten etc.
Das was fehlt im Artikel: inwieweit Suchergebnisse "irgendwie" beeinflusst werden. Dass die Werbebanner angepaßt werden ist doch Banane. Aber Suchergebnisse hätte ich gerne in der Form, dass mir deren Zustandekommen klar ist. Gegenwärtig vertraue ich Google, weil ich dort Mitarbeiter kenne. Bei anderen bin ich mir nicht sicher.
"Das was fehlt im Artikel: inwieweit Suchergebnisse "irgendwie" beeinflusst werden. Dass die Werbebanner angepaßt werden ist doch Banane. Aber Suchergebnisse hätte ich gerne in der Form, dass mir deren Zustandekommen klar ist. Gegenwärtig vertraue ich Google, weil ich dort Mitarbeiter kenne. Bei anderen bin ich mir nicht sicher."
Gerade bei Google ist das Zustandekommen der Suchergebnisse höchst intransparent. Lassen Sie einmal zwei verschiedene Personen auf zwei verschiedenen Rechnern nach denselben Begriffen suchen. Sie werden völlig unterschiedliche Ergebnisse erhalten.
"Das was fehlt im Artikel: inwieweit Suchergebnisse "irgendwie" beeinflusst werden. Dass die Werbebanner angepaßt werden ist doch Banane. Aber Suchergebnisse hätte ich gerne in der Form, dass mir deren Zustandekommen klar ist. Gegenwärtig vertraue ich Google, weil ich dort Mitarbeiter kenne. Bei anderen bin ich mir nicht sicher."
Gerade bei Google ist das Zustandekommen der Suchergebnisse höchst intransparent. Lassen Sie einmal zwei verschiedene Personen auf zwei verschiedenen Rechnern nach denselben Begriffen suchen. Sie werden völlig unterschiedliche Ergebnisse erhalten.
Sicherlich kann man sich einreden, man sei Teil einer Kultur, weil man deren kommerzielle Nutzung unterstützt.
Das Internet hatte und hat immernoch nur eine Motivation, den freien Austausch von Daten.
Diese Motivation ist der rote Faden in der Entwicklung des Internts und damit auch dessen autonomer Kultur.
Die USA waren zweifellos der Ursprung des Internets, aber dank der von ihnen erwähnten IT-Konzerne bricht diese Kultur des Datenaustauschs dort gerade zusammen (SOPA) und verkriecht sich in Filesharingnetze und Darknets, welche übrigends auch das Kinderzimmer für Anonymus waren, welche gerade in einem anderen Artikel erwähnt werden.
Wenn man so etwas wie Matroska nicht kennt, aber BBS wie Facebook für innovativ hält, wird man das immernoch sehr amerikanische WWW auch weiterhin als originell empfinden, aber die Kultur findet mittlerweile woanders statt.
Ich finde es immer höchst amüsant, wenn Leser sich aufschwingen, Wissenschaftlern, die ihr halbes Leben mit einer Materie verbringen, die Fähigkeit absprechen, etwas von dem zu verstehen, was sie vrogeben zu wissen und dann mit ein paar müden Thesen daherkommen, die sie nicht mal ansatzweise mit Beispielen untermauern können.
Nicht, dass ich total wissenschaftsgläubig bin und alles kritiklos schlucke, was ein Wissenschaftler von sich gibt, aber ich kann in dem Interview nicht erkennen, dass die Dame unrecht oder gar eine einseitige Betrachtungsweise hat. Und ich würde gerne wissen, wo denn die meisten Innovationen aus Russland, Skandinavien und Europa (ist Skandinavien nicht Europa? Klären Sie mich auf) sind, von denen Sie sprechen. Nokia zumindest befindet sich momentan im Sinkflug und wenn Nokia Glück hat, hat es die Talsohle erreicht, dank eines Zusammenschlusses mit Microsoft (USA).
IT ist nicht gleich Apple, Samsung oder Nokia. Denn die Software und ihre Systemintegration ist das Feld, auf dem heute Kämpfe ausgetragen werden.
Skype ist skandinavisch, Kaspesky russisch, auch im OS-Bereich (Linux) wird außerhalb der USA einiges weiter entwickelt. Im prof. VR- und CAE-Bereich ist die französiche Fa. Dassault (Catia, ...) inzwischen eine der Besten, usw. Gerade im CAE-Bereich gibt es aufstrebende deutsche, griechische und italienische Anbieter, die inzwischen weltweit mitmischen.
(Stichwort: Preprocessing und parametrische Konzeptoptimierung)
IT ist nicht gleich Apple, Samsung oder Nokia. Denn die Software und ihre Systemintegration ist das Feld, auf dem heute Kämpfe ausgetragen werden.
Skype ist skandinavisch, Kaspesky russisch, auch im OS-Bereich (Linux) wird außerhalb der USA einiges weiter entwickelt. Im prof. VR- und CAE-Bereich ist die französiche Fa. Dassault (Catia, ...) inzwischen eine der Besten, usw. Gerade im CAE-Bereich gibt es aufstrebende deutsche, griechische und italienische Anbieter, die inzwischen weltweit mitmischen.
(Stichwort: Preprocessing und parametrische Konzeptoptimierung)
Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke. Die Redaktion/sh
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