Studenten-WerbungPropaganda in der WG

Wie sich Studentenpartys in Sponsoringveranstaltungen verwandeln

Partys in der Wohnung von Daniel erinnern neuerdings mehr an Produktmessen als an private Feiern. Im Wohnzimmer seiner Studentenbude stehen zwei Hostessen und verteilen Schnupftabak. An den Wänden hängen Poster mit vollbusigen Frauen im Dirndl, die mit Tabakdosen posieren. »Greift zu!«, sagt Daniel  und deutet auf die Snacks. »Ist ja alles gesponsert.«

Das ging ganz einfach: Der Student meldete sich bei der Agentur Kathami, die Sponsoren für Studentenpartys vermittelt. Kathami ist die einzige Agentur dieser Art, aber Firmen wie die Brauerei Veltins oder der Süßwarenhersteller Haribo sponsern Privatpartys nach Anfrage auch direkt.

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Daniel musste nur angeben, wo die Feier stattfinden sollte, wie viele Gäste kommen würden und was der Anlass sei. Kathami schickte zwei Hostessen, 20 Kästen Bier, drei Kästen mit Softdrinks und kistenweise Snacks – alles gratis. »Wir mussten fast nichts einkaufen«, sagt Daniel. Einzige Voraussetzung für das Partysponsoring: dass mindestens 75 Gäste eingeladen sind. Wer am Ende kommt, wird nicht überprüft. Klingt nach einem perfekten Deal.

ZEIT Campus 1/2012

Super Sache, so eine günstige Feier? Oder doch eine Schweinerei, so viel Produktpropaganda in den eigenen vier Wänden zuzulassen? Die Meinungen gehen da auseinander. »Mit einer gemütlichen WG-Party hat das nichts mehr zu tun«, sagt einer von Daniels Gästen. Ähnlich sehen das die traditionell kommerzkritischen Studenten in Berlin. Dort läuft das Geschäft mit dem Sponsoring nach Angaben von Kathami nicht so gut. Die Hochburg der gesponserten Studentenpartys sei in diesem Semester das Rheinland.

Der Text wurde im Nachhinein an einigen Stellen geändert. Die Redaktion.

 
Leserkommentare
  1. War ja klar.

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    Nur weil der vermeintliche Nutzer (es könnte sich ja auch um einfache Werbung handeln) BWLer zu sein scheint, veranlasst dies natürlich menschlich (und sicher auch in der Wahl des eigenen Studiums) höherstehende, mit Weisheit gesegnete, Personen zur Kritik, nein gar zur Rundumschelte: War ja klar, so etwas Dummes können nur BWLer machen!

    Oh Mann, wie engstirnig muss man sein....

    Nur weil der vermeintliche Nutzer (es könnte sich ja auch um einfache Werbung handeln) BWLer zu sein scheint, veranlasst dies natürlich menschlich (und sicher auch in der Wahl des eigenen Studiums) höherstehende, mit Weisheit gesegnete, Personen zur Kritik, nein gar zur Rundumschelte: War ja klar, so etwas Dummes können nur BWLer machen!

    Oh Mann, wie engstirnig muss man sein....

  2. Ja es gibt zu zuhauf, die jungen Stylo-Magazine: Entweder als Universalberater "Was soll ich wo studieren?", schliesslich "muss" man ja heute an vermeintliche Eliteuniversitäten um, wie die Großen, im Wahnsinn um Privatschulen und Unis mitmachen zu können (Individuation?).
    Oder es sind die lifestyle-orientierten Studentenmagazine (wie auch NEON), die neben aufbereiteten Alltagswissen total trendige junge Leute, ähnlich wie ein Style-Blog, auf der Straße fragen "Was ist für Dich Frieden" und gern Liebesthemen behandeln (da toben sich dann die schlechtbezahlten Jungredakteure, oder nur Praktikanten, richtig aus...)
    Schnell zu lesen, ein wenig zwischen Bravo und BILD für Akademiker...
    Zeit-Campus ist da schon das beste Exemplar der jungen Veröffentlichungen, wird dort manches kritischer gesehen.

    Nun hier ein Füller für das Heft und die Online-Seite, als könnte man sich als mündiger Student nicht gegen Partysponsoring wehren oder als studentischer Gast gar absagen und nicht kommen.
    Es scheint dann so, als kenne der Autor den Inhaber der Kathami-Agentur oder die Redaktion möchte auch mal eine richtige Sause.. Schleich-Werbung haben Sie ja nun gemacht. Aber was soll man auch erwarten bei Gratis-Online-Inhalten der Zeitungen...

    Und ob Berliner Studis nun "kommerzkritisch" sind? Die kommen ja meist nicht aus Berlin, tragen teure Alternativ-Labels, nutzen MacBooks, und schlürfen teure Kaffees. Wollen occupyen und haben sonst kaum polit. oder hist. Wissen. (Satire)

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    Amen! ;-)

    Amen! ;-)

  3. 3. Simpel

    Nur weil der vermeintliche Nutzer (es könnte sich ja auch um einfache Werbung handeln) BWLer zu sein scheint, veranlasst dies natürlich menschlich (und sicher auch in der Wahl des eigenen Studiums) höherstehende, mit Weisheit gesegnete, Personen zur Kritik, nein gar zur Rundumschelte: War ja klar, so etwas Dummes können nur BWLer machen!

    Oh Mann, wie engstirnig muss man sein....

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    Antwort auf "BWL-Student?"
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    Der, der das Cliché erfüllt, oder der der darauf hinweist?

    ...nur so einen schlechten Ruf? Die Frage müssen sich BWLler nun einmal stellen lassen...

    Der, der das Cliché erfüllt, oder der der darauf hinweist?

    ...nur so einen schlechten Ruf? Die Frage müssen sich BWLler nun einmal stellen lassen...

  4. ...arme Demokratie, ganz arme Demokratie.

    3 Leserempfehlungen
  5. ...nach dem Besuch der Internetseite, vermarkten die hauptsächlich Zigarretten und Alkohol.

    Hat ZeitCampus keine Moral? Schämt Euch!

    Da werden Millionen Volksgelder für Anti-Rauch-Kampangen ausgegeben sowie Milliarden Sozialkassengelder wegen Rauchschäden und ZeitCampus propagiert Qualmvermartkte als trendige Leute.

    Was kommt als nächstes? Hörsaal-Porn-Tube?

    2 Leserempfehlungen
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    Rauchern werden, weil Ihnen ein paar Zigaretten umsonst
    angeboten werden?

    Ich erinnere mich mal, so vor 10-15 Jahren, da gab es weder ultrakorrekte Moralmagazine, noch Wutbürger die einem Magazin, das sie weder gekauft haben noch lesen müssen (und auf einer Gratis-Plattform wie Zeit.de texten können) eine fehlende Moral vorwerfen.

    Und? Richtig da haben wir ein Studikenipen oder schon als Abiturienten richtig einen draufgemacht! Mit gesponserten Zigaretten die einem wunderschöne Studentinnen im Promotion-Job überreicht haben und danach haben wir mit dem armen Kerl in seinem Jägermeister-Hirschkostüm die von der Truppe mitgebrachten Jägermeister geleert.
    Das hat einen Heidenspaß gemacht, ich und meine halbwegs gebildeten Freunde (ein Abi hatten wir ja schon und wählen durften wir auch, ist ja auch eine große Verantwortung) wussten: Rauchen ist ungesund und Saufen auch, aber wir waren ganz froh in unserer Welt, in der wir uns halbwegs individuieren konnten.

    Ich bin mittlerweile auch ein Freund des Rauchverbots in Gaststätten (finde es aber z.B: auf der Wiesen unsinnig) aber ich finde es bedenklich wenn Menschen alles auf seinen Moralgehalt überprüfen, kommen da die Falschen an den Hebel... z.B. religiöse Eiferer oder sonstige Rechthaber, die einem alles vorschreiben wollen (meist selbst aber auch Wein trinken), dann bekommt das nicht gerade schöne Züge.
    Man muss nicht immer korrekt leben, sondern so wie es einem gefällt! Die Kritiker sollen das erstmal vormachen!

    http://www.spiegel.de/kul...

    Rauchern werden, weil Ihnen ein paar Zigaretten umsonst
    angeboten werden?

    Ich erinnere mich mal, so vor 10-15 Jahren, da gab es weder ultrakorrekte Moralmagazine, noch Wutbürger die einem Magazin, das sie weder gekauft haben noch lesen müssen (und auf einer Gratis-Plattform wie Zeit.de texten können) eine fehlende Moral vorwerfen.

    Und? Richtig da haben wir ein Studikenipen oder schon als Abiturienten richtig einen draufgemacht! Mit gesponserten Zigaretten die einem wunderschöne Studentinnen im Promotion-Job überreicht haben und danach haben wir mit dem armen Kerl in seinem Jägermeister-Hirschkostüm die von der Truppe mitgebrachten Jägermeister geleert.
    Das hat einen Heidenspaß gemacht, ich und meine halbwegs gebildeten Freunde (ein Abi hatten wir ja schon und wählen durften wir auch, ist ja auch eine große Verantwortung) wussten: Rauchen ist ungesund und Saufen auch, aber wir waren ganz froh in unserer Welt, in der wir uns halbwegs individuieren konnten.

    Ich bin mittlerweile auch ein Freund des Rauchverbots in Gaststätten (finde es aber z.B: auf der Wiesen unsinnig) aber ich finde es bedenklich wenn Menschen alles auf seinen Moralgehalt überprüfen, kommen da die Falschen an den Hebel... z.B. religiöse Eiferer oder sonstige Rechthaber, die einem alles vorschreiben wollen (meist selbst aber auch Wein trinken), dann bekommt das nicht gerade schöne Züge.
    Man muss nicht immer korrekt leben, sondern so wie es einem gefällt! Die Kritiker sollen das erstmal vormachen!

    http://www.spiegel.de/kul...

  6. Jeder, der moechte akzeptiert - niemand wird gezwungen.
    Zu meiner Zeit gabs das nicht, aber ich haette es genommen!
    Ob ich anschliessend die Waren gekauft haette, bestimmt der
    Geschmack und das Preis-Leistungsverhaeltnis. Soviel muessten die Studenten ja wohl fuer sich entscheiden koennen.

    3 Leserempfehlungen
  7. Der, der das Cliché erfüllt, oder der der darauf hinweist?

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    Antwort auf "Simpel"
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    Eigentlich ist der blöd, der sich an diesem Reigen im anonymen Debatten in Kommentarfunktionen über "simple" (ich bleibe dabei!) Verallgemeinerer aufregt und einen freundlichen Hinweis erteilt oder seine Meinung kundtut. So gesehen haben Sie gewonnen...

    Ich kann im Übrigen für jede studentische Gruppe (die ja in der Realität nicht so uniform ist, wie Sie es anscheinend gerne hätten..) ein "Beispiel" finden. Ich finde Informatiker ohne Freundin, Ingenieure mit Karohemden, höhere Töchter im Kunstseminar mit Heiratstendenz, juristische Verbindungsstudenten, Mediziner mit Porscheeltern usw.
    Und? Heißt das jetzt, dass so die Welt aussieht? Nur weil einer das Klischee erfüllt?

    Ich finde so eine Sichtweise recht simpel, sie wird dem Einzelnen nicht gerecht. Da kann man Klischee noch so intellektuell schreiben...

    Letztlich fühlen sich die Kommentatoren, also die mit der allwissenden Retrospektive ausgestatteten Personen, immer überlegen. Vielleicht ist der BWLer ja ein netter Kerl...

    Eigentlich ist der blöd, der sich an diesem Reigen im anonymen Debatten in Kommentarfunktionen über "simple" (ich bleibe dabei!) Verallgemeinerer aufregt und einen freundlichen Hinweis erteilt oder seine Meinung kundtut. So gesehen haben Sie gewonnen...

    Ich kann im Übrigen für jede studentische Gruppe (die ja in der Realität nicht so uniform ist, wie Sie es anscheinend gerne hätten..) ein "Beispiel" finden. Ich finde Informatiker ohne Freundin, Ingenieure mit Karohemden, höhere Töchter im Kunstseminar mit Heiratstendenz, juristische Verbindungsstudenten, Mediziner mit Porscheeltern usw.
    Und? Heißt das jetzt, dass so die Welt aussieht? Nur weil einer das Klischee erfüllt?

    Ich finde so eine Sichtweise recht simpel, sie wird dem Einzelnen nicht gerecht. Da kann man Klischee noch so intellektuell schreiben...

    Letztlich fühlen sich die Kommentatoren, also die mit der allwissenden Retrospektive ausgestatteten Personen, immer überlegen. Vielleicht ist der BWLer ja ein netter Kerl...

  8. Rauchern werden, weil Ihnen ein paar Zigaretten umsonst
    angeboten werden?

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Korrektur..."
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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Beiträge und Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/jz

    das Gruppenverhalten.. ist auf Parties.. vorhanden. Die Hemmungen fallen da schneller.

    Seien Sie nicht so naiv,..die Werbeindustrie, bzw. deren Auftraggeber wollen Kunden und das ganze mit Gewinn !!

    Wenn die Produkte anständig sind,..habe ich da kein Problem mit. Wenn es aber nur darum geht, Menschen "anzufixen"..ist
    das Mist.

    ...halten Sie Studenten, die in einer fremden Stadt Freunde finden müssen, die sich nach viel geistigem Stress entspannen müssen, die in kleinen Löchern wohnen und kaum Geld für Essen haeb und die sich beim Feiern die eierförmige Birne zukippen für so intelligent, dass die trotz Gruppenzwang im Alkoholrausch KEINE gratis, kostenlosen Zigarretten annehmen?

    Das müssen ja wahre Superstudenten sein.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Beiträge und Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/jz

    das Gruppenverhalten.. ist auf Parties.. vorhanden. Die Hemmungen fallen da schneller.

    Seien Sie nicht so naiv,..die Werbeindustrie, bzw. deren Auftraggeber wollen Kunden und das ganze mit Gewinn !!

    Wenn die Produkte anständig sind,..habe ich da kein Problem mit. Wenn es aber nur darum geht, Menschen "anzufixen"..ist
    das Mist.

    ...halten Sie Studenten, die in einer fremden Stadt Freunde finden müssen, die sich nach viel geistigem Stress entspannen müssen, die in kleinen Löchern wohnen und kaum Geld für Essen haeb und die sich beim Feiern die eierförmige Birne zukippen für so intelligent, dass die trotz Gruppenzwang im Alkoholrausch KEINE gratis, kostenlosen Zigarretten annehmen?

    Das müssen ja wahre Superstudenten sein.

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