WG-GeständnisseJetzt kommt's raus!

Vier Mitbewohner gestehen, was sie ihrer WG bisher verschwiegen haben von  und Nora Gantenbrink

"Ich hab mich total in Dich verliebt!"

Anna Maier*, 24, Regensburg , an ihren Mitbewohner

"Es war 2008, du bist neu in unsere Vierer-WG gekommen. Alle waren supernett und gut befreundet. Wir haben zusammen gekocht und gegessen, waren feiern und haben abends auf dem Sofa gesessen. Aber plötzlich hatte das alles eine ganz andere Bedeutung. Ich habe mich total in dich verliebt. Sechs Monate lang habe ich dich angehimmelt. Es war furchtbar! Wie ein Paar haben wir zusammengewohnt, aber wenn wir zu zweit vor dem Fernseher saßen, durfte ich mich nicht an dich rankuscheln. Wenn du über andere Frauen geredet hast, musste ich Gute-Freundin-Tipps geben, dabei war ich rasend eifersüchtig! Auf Partys haben wir zwar miteinander getanzt und sind zusammen nach Hause gegangen – geschlafen hat aber jeder in seinem Bett. »Gute Nacht, Anna«, hast du gesagt und die Tür hinter dir zugemacht, und ich habe in mein Kissen gebissen. Du wolltest einfach nie mehr sein als mein Mitbewohner. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass du wusstest, wieso ich dich immer so angesehen habe. Mittlerweile haben beide jemand anderen gefunden. Vielleicht war das besser so. Ein Pärchen in der WG will ja auch keiner haben."

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"Wenn es bei mir unordentlich ist, vögele ich in deinem Bett!"

Hannah Schreiber, 27, Berlin , an ihre Mitbewohnerin

"Ich bin von Natur aus ziemlich unordentlich. Also nicht nur etwas, sondern richtig, mit Essensresten und Wäschebergen. Seitdem ich mich im letzten Jahr von meinem Freund getrennt habe, wurde es noch schlimmer. Ich habe mir Ikea-Regalkästen für meinen Schrank gekauft und Aktenordner für die Papierstapel – genützt hat es nichts. Bevor ich aus dem Haus gehe, ziehe ich mich mehrmals um. Röcke, Hosen, Leggins, Unterhosen landen dann auf Fußboden, Bett oder Schreibtischstuhl. Dazwischen liegen Nagellack, Deo-Dosen, Uni-Ordner und Zeitschriften. Am schlimmsten ist die Verwüstung also, bevor ich auf Partys gehe. Egal, denke ich mir dann immer, ich räume halt morgen auf.

Dir würde das nicht passieren, du bist ordentlich. Du mischst nie Dreckwäsche mit der sauberen. Du isst nie Spaghetti Carbonara in deinem Bett. Du hast einen Freund, ein organisiertes Leben und trägst Termine in deinen Handykalender ein. Du kaufst meistens das Klopapier, ich weiß das, ich weiß das. Und weil du alles sauber hältst, vögele ich, wenn es bei mir unordentlich ist, in deinem Bett.

ZEIT Campus 1/2012
ZEIT Campus 1/2012

Es ist mittlerweile dreimal passiert. Ich kam nachts nach Hause mit einem Typen, erst saßen wir noch in der Küche und tranken Bier, fingen an zu fummeln. Das übliche Spiel: erst Beck’s, dann Sex. Nicht eingeplante Bekanntschaften aus dem Club. Aber auch beschwipst waren mir die Wäscheberge peinlich und das Geschirr auf meinem Fußboden. Peinlicher als meine unrasierten Beine. Wir sind dann in dein Zimmer. Du schläfst ja meistens bei deinem Freund. Außerdem quietscht dein Bett nicht so erbärmlich wie meins. Das Laken habe ich dir immer neu bezogen am nächsten Tag, wenn der Typ weg und mein Kopf wieder klar war. Ich bin mir nicht sicher, ob du es weißt oder nicht. Vielleicht hast du es geahnt, aber nie etwas gesagt. Weil du mich magst. Ich mag dich auch. Ich mach es wieder gut und werde demnächst auch Klopapier kaufen. Dreilagig und reißfest. Wie unsere Freundschaft."

Leserkommentare
  1. Wieso sind denn bei mir immer alle direkt dabei wenn ich etwas peinliches anstelle?!

    • Krizzz
    • 09. Januar 2012 14:42 Uhr

    nachdem ich dich als stets nach Schweis stinkenden, den ganzen Tag im Bett liegenden, die ganze Nacht laut bei offener Türe Fernseh sehenden, sexuell abseitigen und extrem unordentlichen Mitbewohner kennen- und hassen gelernt habe, hielst du es offenbar nicht mehr für nötig auch noch die Toilettenspülung zu bedienen.
    Dein Anruf kurz nach meinem Auszug, ob ich denn gleich wiederkehren würde um den Antennstecker und das Modem in meinem abgechlossenem Zimmer einzustecken, damit du Fernsehen und W***sen kannst, habe ich zwar zunächst bejaht, aber nicht wirklich ernst gemeint. Ich hatte zuverlässig dafür gesorgt, dass du leider kein Internet und Fernsehen mehr hattest.
    Sorry ;)

    9 Leserempfehlungen
  2. Jetzt kann ich mich wieder meinem eigenen Leben widmen.

    Liebe ZEIT, solche Artikel sind nicht die beste Werbung für ZEIT Campus. Für mich jedenfalls nicht.

    2 Leserempfehlungen
  3. ...sind wir auf dem Niveau von "Frau im Rückspiegel" angekommen. Und das in der ZEIT...

    Eine Leserempfehlung
  4. Daher wohne ich auch alleine, dass ich so einen Kram nicht ertragen muss.

    Ich als Student kann woanders feiern gehen. Aber mein Zuhause teile ich mit niemanden!

    3 Leserempfehlungen
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    niemandem anstelle von niemanden. Blöder Dativ!

  5. niemandem anstelle von niemanden. Blöder Dativ!

    Antwort auf "WGs sind blöd"
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    ...auch am Dativ!

  6. solche sachen passieren bei uns zuhause an nur einem abend, in nur einem raum...MW Meidlinger Werkstatt

  7. ...auch am Dativ!

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Korrektur Grammatik"

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