"Dass deine Fische gestorben sind, war kein Zufall"
"Dass deine Fische gestorben sind, war kein Zufall"
Marius Lauen, 27, Köln, an seinen Mitbewohner
"Ich will mir gar nicht vorstellen, wie du an dem Morgen vor deinem Aquarium gestanden hast. Alle 15 Fische sind kieloben geschwommen. Darunter deine beiden Lieblingsfische – ein blauer Kampffisch namens Wotan III und ein L200 namens Panzer. Alle tot. Was du nicht weißt: Schuld war ich. Ich habe sie umgebracht. Ich wollte verreisen und habe deswegen für die Zeit meine Fische in dein Aquarium geschüttet. Kannst Du auf sie aufpassen?, habe ich auf einen Zettel geschrieben und ihn an das Becken geklebt. Damit sich meine Fische wohlfühlen, habe ich noch einen schönen Kalkstein dazugelegt, mit so einem Loch zum Durchschwimmen. Ihnen war es in der letzten Zeit nicht so gut gegangen. Sie hatten Verfärbungen, lagen manchmal stundenlang auf dem Beckenboden. Sie waren krank. Ich habe einfach nicht darüber nachgedacht, dass sie deine Fische anstecken könnten. Haben sie aber. Sehr schnell. Nach drei Wochen habe ich dich angerufen, um zu hören, wie es zu Hause läuft. Da hast du mir erzählt, dass deine Fische tot sind. Du warst ziemlich traurig. Ich habe nichts gesagt. Sorry, ich wollte das wirklich nicht!"
"Beim Knutschen haben wir das Regal aus der Wand gerissen"
Pia Röder, 26, Uhldingen-Mühlhofen, an ihre ehemalige Vermieterin
"Keine Ahnung, wie spät es war, vielleicht drei Uhr morgens. Du hast an diesem Abend deinen Abschied gefeiert und wolltest auf Weltreise gehen. Ich habe dein Zimmer für ein halbes Jahr übernommen, da ich in Hamburg ein Praktikum machen wollte, und war eben eingezogen. Die Wohnung war voller Menschen. Irgendwann bin ich mit einem der Partygäste, einem Polizisten, in das Zimmer gegangen. Wir waren besoffen, haben herumgealbert und dann angefangen, uns zu küssen. So heftig, dass wir beide umgefallen wären – hätten wir uns nicht zeitgleich an deinem Wandregal festgehalten. Ich habe noch gemerkt, wie es nachgab, doch es war zu spät.
Wumms, lag das Regal auf dem Boden. Die Dübel sind aus der Wand gerissen und haben tiefe Löcher hinterlassen. Sand ist auf den Boden gerieselt. Wir konnten sogar die Stromkabel sehen. Na ja, wir haben trotzdem einfach weitergeknutscht – mit sicherem Abstand zu allem, was an den Wänden hing. Allerdings haben wir die Rotweinflasche übersehen, die auf dem kleinen Tisch neben uns stand. Wir sind dagegengestoßen, die Flasche ist umgefallen, und der Wein hat rote Flecken auf dem weißen Sofa und den weißen Möbeln hinterlassen.
Die Party hat sich zum Glück in die Küche verlagert, niemand hat uns vermisst. Du hast in dieser Nacht in einem anderen Zimmer geschlafen und bist frühmorgens zu deiner Reise aufgebrochen. Eine Woche lang musste ich die besprenkelten Möbel und das Loch in der Wand mit Bettlaken kaschieren; das herausgerissene Regalbrett habe ich unterm Bett versteckt. Weil ich von morgens bis abends im Büro war, habe ich es nicht geschafft, zu einem Baumarkt zu fahren. In Altona habe ich schließlich einen gefunden und Blitzzement, Dübel und Wandfarbe gekauft. Die Rotweinflecken habe ich erfolgreich mit Chemikalien bearbeitet.
Ich glaube, ihr wohnt inzwischen auch nicht mehr in der Wohnung, spätestens beim Auszug muss euch meine Reparatur also aufgefallen sein. Bis heute habe ich dir nichts davon erzählt, es war mir einfach peinlich."
- Datum 09.01.2012 - 12:24 Uhr
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Wieso sind denn bei mir immer alle direkt dabei wenn ich etwas peinliches anstelle?!
nachdem ich dich als stets nach Schweis stinkenden, den ganzen Tag im Bett liegenden, die ganze Nacht laut bei offener Türe Fernseh sehenden, sexuell abseitigen und extrem unordentlichen Mitbewohner kennen- und hassen gelernt habe, hielst du es offenbar nicht mehr für nötig auch noch die Toilettenspülung zu bedienen.
Dein Anruf kurz nach meinem Auszug, ob ich denn gleich wiederkehren würde um den Antennstecker und das Modem in meinem abgechlossenem Zimmer einzustecken, damit du Fernsehen und W***sen kannst, habe ich zwar zunächst bejaht, aber nicht wirklich ernst gemeint. Ich hatte zuverlässig dafür gesorgt, dass du leider kein Internet und Fernsehen mehr hattest.
Sorry ;)
Jetzt kann ich mich wieder meinem eigenen Leben widmen.
Liebe ZEIT, solche Artikel sind nicht die beste Werbung für ZEIT Campus. Für mich jedenfalls nicht.
...sind wir auf dem Niveau von "Frau im Rückspiegel" angekommen. Und das in der ZEIT...
Daher wohne ich auch alleine, dass ich so einen Kram nicht ertragen muss.
Ich als Student kann woanders feiern gehen. Aber mein Zuhause teile ich mit niemanden!
niemandem anstelle von niemanden. Blöder Dativ!
niemandem anstelle von niemanden. Blöder Dativ!
niemandem anstelle von niemanden. Blöder Dativ!
...auch am Dativ!
...auch am Dativ!
solche sachen passieren bei uns zuhause an nur einem abend, in nur einem raum...MW Meidlinger Werkstatt
...auch am Dativ!
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