Kollektivarbeit: Gemeinsam durchstarten
Wie man im Team arbeitet und trotzdem unabhängig bleibt, erklärt der Fotograf Florian Manz. Mit Freunden hat er ein Kollektiv gegründet.
ZEIT CAMPUS: Herr Manz, was genau ist das Kollektiv 25?
Florian Manz: Wir sind vier Reportagefotografen und arbeiten in der ganzen Welt verstreut. Aber anders als die meisten unserer Kollegen sind wir keine Einzelkämpfer. Wir besprechen unsere Aufträge im Team, wir geben uns Feedback und treffen uns regelmäßig für gemeinsame Projekte.
ZEIT CAMPUS: Ist diese Idee denn neu?
Manz: Wir sind natürlich nicht die Ersten, die sich zusammengetan haben. In den siebziger Jahren gab es in Deutschland etliche Fotografenkollektive, aber irgendwann sind sie aus der Mode gekommen. Wir wollen die alte Idee wiederbeleben.
ZEIT CAMPUS: Was ist der Vorteil eines Kollektivs?
Manz: Profifotografen gibt es wie Sand am Meer. Als Gruppe ist es leichter, aus der Masse herauszustechen. Als wir uns vor zwei Jahren gegründet haben und die gemeinsame Homepage online ging, haben sogar Fotomagazine darüber berichtet.
Florian Manz, 29, hat Fotografie studiert und 2009 das Kollektiv 25 mitgegründet. Er arbeitet als Reportagefotograf in Hannover
ZEIT CAMPUS: Ist es gemeinsam leichter, an Jobs zu kommen?
Manz: Auf jeden Fall. Wir haben am Anfang an die 20 Redaktionen abgeklappert und uns persönlich vorgestellt, wir haben unsere besten Fotos auf Postkarten gedruckt und mit ein paar netten Grüßen an Bildredakteure in ganz Deutschland geschickt. Dass wir zu viert waren, hat uns die Angst genommen, wildfremden Menschen eine Mappe in die Hand zu drücken und zu sagen: Hallo, da sind wir, habt ihr einen Job für uns? Ich hätte nie gedacht, dass so etwas funktioniert.
ZEIT CAMPUS: Haben Sie ein gemeinsames Büro?
Manz: Nein, wir haben zwar alle an der Fachhochschule Hannover studiert, aber wir leben mittlerweile nicht mehr in derselben Stadt. Unsere Büros sind in New York, Hannover, Amsterdam und Vientiane, der Hauptstadt von Laos.
ZEIT CAMPUS: Wie funktioniert ein Team über diese Distanz?
Manz: Trotz Zeitverschiebung erstaunlich gut. Wir treffen uns einmal pro Woche, um Fotos zu besprechen und Projekte zu planen – virtuell natürlich, über Skype. Wir sitzen nicht in einem Haus, aber wir haben einen Raum geschaffen, in dem wir voneinander lernen, uns gegenseitig motivieren und zusammen rumspinnen können.






