Profs erinnern sich: Die Promi-Profs
Gestern noch in der Vorlesung, heute schon im Fernsehen. Sechs Professoren erinnern sich an ihre berühmten Studenten
© Sean Gallup/Getty Images

Die Moderatorin Barbara Schöneberger 2011 auf einer Gala zum Deutschen Filmpreis in Berlin
»Sie hatte ihre Dreadlocks büschelweise gefärbt«
Professor Rudolf Geiger über Juli Zeh: Die Schriftstellerin studierte von 1995 bis 1998 in Leipzig Jura mit Schwerpunkt Völkerrecht
»Unter meinen Studenten war Juli Zeh unmöglich zu übersehen. Sie färbte ihre Dreadlocks büschelweise, die Farben wechselte sie ständig. Außerdem hatte sie immer ihren Hund dabei. In den Seminaren lag er zu ihren Füßen unter dem Tisch. Er war aber ganz ruhig, ich habe ihn am Anfang überhaupt nicht bemerkt.
Juli Zeh wollte ein Praktikum bei den Vereinten Nationen machen und brauchte dafür ein Empfehlungsschreiben. Ich bat sie, mir ihr besonderes Interesse an dem Praktikum zu erklären. Normalerweise erhalte ich dann eine trockene, halbseitige Begründung, Juli Zeh gab einen mehrseitigen Erlebnisbericht ab. Sie beschrieb einen WG-Abend, an dem sie mit Kommilitonen bis frühmorgens Fragen des internationalen Rechts diskutierte. Es war, als ob ich mit am Küchentisch gesessen hätte. Natürlich bekam sie das Empfehlungsschreiben und später auch ihr Praktikum.«
»Dann hat er sich den Rettich geschnappt«
Professor Lars Frank über Rainald Grebe: Er studierte von 1993 bis 1997 Puppenspiel an der Hochschule Ernst Busch in Berlin
»Bei seiner Aufnahmeprüfung hat Rainald Grebe alles Mögliche gemacht: Lieder gesungen, Schauspieleinlagen geboten. Das war klasse, und wir Prüfer waren echt beeindruckt. Nur mit Puppen wollte Rainald nicht vorspielen, das war ihm zu affig – doof, wenn man Puppenspiel studieren möchte. Dann hat er sich irgendein Gemüse geschnappt, einen Rettich oder so, und ziemlich schrägen Quatsch gemacht. Er kicherte die ganze Zeit, weil er das so albern fand. Mir hat’s gefallen und den anderen wohl auch, denn schließlich wurde Rainald ja genommen.
Einige Semester später sollten die Studenten ein eigenes Projekt konzipieren. Rainald plante eine Science-Fiction-Persiflage. Eines Tages kam er zu mir, mit einer Leichenbittermiene, dass ich dachte: Oh Gott, was ist denn jetzt passiert? Rainald war unglücklich mit seinem Thema: Dieser ganze Science-Fiction-Kram gehe ihm tierisch auf die Nerven. Kurz darauf spielte er mir ein Lied vor; es heißt Planeten sind so uninteressant. Er singt es noch heute auf seinen Konzerten. Das war schon ziemlich cool, was er da aus seiner kleinen Sinnkrise entwickelt hat.«
»Sie war nie die große Entertainerin«
Professor Peter Waldmann über Barbara Schöneberger: Sie studierte von 1994 bis 1999 Soziologie in Augsburg
»Heute kennt man Barbara Schöneberger ja vor allem als ›die mit der großen Oberweite und dem tiefen Ausschnitt‹. Ich habe sie anders in Erinnerung. Natürlich war Frau Schöneberger auch als Studentin auffallend hübsch. Aber sie ist ganz anders aufgetreten. An der Uni war sie nie die große Entertainerin, eher zurückhaltend, fast schüchtern. Ihr loses Mundwerk hat sie erst später entwickelt – oder zumindest hat sie es damals gut vor mir versteckt. Trotzdem ist sie mir schon früh aufgefallen, ihre wissenschaftliche Neugierde hat mich sehr beeindruckt. Sie hat das Wissen nicht nur für die Prüfungen in sich hineingefressen, sondern war wirklich an den Themen interessiert. Leider hat sie nach zehn Semestern ihr Studium abgebrochen.
Zuvor hat Barbara Schöneberger aber noch ihre Zwischenprüfung bei mir gemacht, und sie war ausgezeichnet, eine glatte Eins. Ich habe ihr dann eine Hiwi-Stelle angeboten. Diese Chance bekommt wirklich nicht jeder. Aber sie wollte nicht. ›Ich fürchte, das wird meinen Finanzbedarf nicht decken‹, hat sie gesagt. Die 500 Mark pro Monat waren ihr anscheinend nicht genug. Auch wenn das vielleicht etwas schnippisch klang, sie hat es ganz freundschaftlich gemeint.«








"Prominente", die keiner kennt.
Professoren, die sich an einzelne Studenten und Studentinnen erinnern wollen.
Karrieren, die in keinem Zusammenhang zu den Studien der Vorgestellten stehen.
Liebenswürdige, bunte, unwissenschaftliche Welt.
Soso, ein aktuelles Kabinettsmitglied, ein Fußball-Europameister, eine renommierte Schriftstellerin, ein erfolgreicher Musiker und eine Moderatorin mit starker Medienpräsenz sind also Prominente, die "keiner" kennt. Oder meinten Sie mit "keiner" am Ende nur sich selbst? Falls ja: Schön, dass Sie uns an Ihrer Ignoranz und Ihrem begrenzten Horizont ("was ich nicht kenne, kann keiner kennen") teilhaben lassen.
P.S.: An welcher Uni Sie studiert haben, würde mich auch mal interessieren. Trotz Massenstudiengang und Bachelorsystem fallen mir rund zehn Dozenten ein, die meinen Namen kennen und sich an mich erinnern würden. Wer sich in einem wenig besuchten Seminar oft zu Wort meldet, auf Exkursionen mitfährt, häufiger Veranstaltungen deselben Dozenten besucht, auf persönliche Betreuung bei wichtigen schriftlichen Arbeiten besteht oder gar als HiWi angestellt ist, bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis.
dass Sie diese "Prominenten" nicht kennen. Mindestens im Fall Juli Zeh haben Sie etwas verpasst. Dass Sie allerdings Oliver Bierhoff nicht kennen,(nur Schütze der zwei Finaltore, unter ihnen des Siegtors zum letzten deutschen internationalen Titel), Barbara Schöneberger (eine der wenigen erträglichen Persönlichkeiten im deutschen Fernsehen) und Frau Schröder (deren Name ja doch auch mal in den Nachrichten auftaucht, sogar durchaus regelmäßig), sagt mehr über Sie aus, als über diese Menschen.
Bei "Karrieren, die in keinem Zusammenhang zu den Studien der Vorgestellten stehen." muss ich aber doch stark widersprechen. Wenn Frau Schröder Politik studiert und dann Karriere macht als .. Politikerin, dann kann man da schon einen Zusammenhang sehen. Juli Zeh Bücher beschäftigen sich sehr wohl mit dem Inhalt ihres Studiums, dazu muss man sie noch nicht einmal lesen, sondern kann auch auf der Wikipedia Seite nachschlagen: "... Der Biographie der Autorin entsprechend hat der Roman einen juristischen Gehalt: Er thematisiert das Völkerrecht ... rechtsphilosophische Frage nach der objektiven Existenz von Recht und Unrecht ... " und nicht zufällig heißt ihr letzter Roman "Corpus Delicti".
Um nicht weiter Ihre Zeit zu verschwenden, Herr Doktor, mindestens zwei Ihrer Aussagen sind subjektiv und hinsichtlich ihres Wahrheitsgehalts zweifelhaft.
"Liebenswürdige, bunte, unwissenschaftliche Welt."
Soso, ein aktuelles Kabinettsmitglied, ein Fußball-Europameister, eine renommierte Schriftstellerin, ein erfolgreicher Musiker und eine Moderatorin mit starker Medienpräsenz sind also Prominente, die "keiner" kennt. Oder meinten Sie mit "keiner" am Ende nur sich selbst? Falls ja: Schön, dass Sie uns an Ihrer Ignoranz und Ihrem begrenzten Horizont ("was ich nicht kenne, kann keiner kennen") teilhaben lassen.
P.S.: An welcher Uni Sie studiert haben, würde mich auch mal interessieren. Trotz Massenstudiengang und Bachelorsystem fallen mir rund zehn Dozenten ein, die meinen Namen kennen und sich an mich erinnern würden. Wer sich in einem wenig besuchten Seminar oft zu Wort meldet, auf Exkursionen mitfährt, häufiger Veranstaltungen deselben Dozenten besucht, auf persönliche Betreuung bei wichtigen schriftlichen Arbeiten besteht oder gar als HiWi angestellt ist, bleibt auf jeden Fall im Gedächtnis.
dass Sie diese "Prominenten" nicht kennen. Mindestens im Fall Juli Zeh haben Sie etwas verpasst. Dass Sie allerdings Oliver Bierhoff nicht kennen,(nur Schütze der zwei Finaltore, unter ihnen des Siegtors zum letzten deutschen internationalen Titel), Barbara Schöneberger (eine der wenigen erträglichen Persönlichkeiten im deutschen Fernsehen) und Frau Schröder (deren Name ja doch auch mal in den Nachrichten auftaucht, sogar durchaus regelmäßig), sagt mehr über Sie aus, als über diese Menschen.
Bei "Karrieren, die in keinem Zusammenhang zu den Studien der Vorgestellten stehen." muss ich aber doch stark widersprechen. Wenn Frau Schröder Politik studiert und dann Karriere macht als .. Politikerin, dann kann man da schon einen Zusammenhang sehen. Juli Zeh Bücher beschäftigen sich sehr wohl mit dem Inhalt ihres Studiums, dazu muss man sie noch nicht einmal lesen, sondern kann auch auf der Wikipedia Seite nachschlagen: "... Der Biographie der Autorin entsprechend hat der Roman einen juristischen Gehalt: Er thematisiert das Völkerrecht ... rechtsphilosophische Frage nach der objektiven Existenz von Recht und Unrecht ... " und nicht zufällig heißt ihr letzter Roman "Corpus Delicti".
Um nicht weiter Ihre Zeit zu verschwenden, Herr Doktor, mindestens zwei Ihrer Aussagen sind subjektiv und hinsichtlich ihres Wahrheitsgehalts zweifelhaft.
"Liebenswürdige, bunte, unwissenschaftliche Welt."
Auf SpOn erscheint zu diesem Thema wenigstens alljährlich die gleiche Fotostrecke. Ein bisschen Mühe könnten Sie sich wenigstens geben!
oder was so sollen wir aus diesem Artikel lernen? Die meisten der genannten Personen verdanken ihre Popularität doch kaum ihrem Studium, sondern ganz anderen Qualifikationen.
der einzige von den genannten, der halbwegs etwas brauchbares studiert hat, ist wohl der oli - wenn man mal von der jura-studentin (die wer genau ist?)
btw.: muss man die anderen kennen? ausser unserer liebenswürdigen ministerin für familie + rest(den kann man sich hier denken!) scheinen mir das ja nicht unbedingt "prominente" zu sein... man kennt ja aus gesellschaftlichen zwang einige c, d,... bis Z promis - nur die namen sind mir noch nie untergekommen!
"btw.: muss man die anderen kennen?"
Sie *müssen* theoretisch niemanden kennen. Es soll Leute geben, die noch nie von Beethoven, van Gogh, Einstein oder Adenauer gehört haben und trotzdem ein gutes Leben führen. Insofern befinden Sie sich in guter Gesellschaft.
Und bevor wieder reflexartige Aufschreie kommen: Ich möchte natürlich keineswegs Barbara Schöneberger mit Einstein vergleichen und tue dies ja auch nicht.
Dass es sich durch die Bank um jüngere, und daher vielleicht auch weniger bekannte Prominente handelt, dürfte mehrere Gründe haben. Den ersten können Sie sich vielleicht selbst denken. Der zweite liegt in der Zielgruppe der ZEIT Campus begründet. Zeh, Grebe und auch Schöneberger werden, so zumindest meine Beobachtung, von vielen Studenten wahrgenommen.
wenn man mal von der jura-studentin (die wer genau ist?)
Eine junge Schriftstellerin die sich in ihren Büchern auch immer wieder mit der Situation auf dem Balkan, der organisierten Kriminalität in diesen Ländern und zumindest am Rande auch mit Völkerrecht und verwandten Themen befasst.
Lesenswert!
was ist denn brauchbar? juristen kosten die gesellschaft als das sie einen nutzen davon hat. Bei Pädagogen ist das genau anders herum. Meine Aussage gegen ihre. Und nun?!
"btw.: muss man die anderen kennen?"
Sie *müssen* theoretisch niemanden kennen. Es soll Leute geben, die noch nie von Beethoven, van Gogh, Einstein oder Adenauer gehört haben und trotzdem ein gutes Leben führen. Insofern befinden Sie sich in guter Gesellschaft.
Und bevor wieder reflexartige Aufschreie kommen: Ich möchte natürlich keineswegs Barbara Schöneberger mit Einstein vergleichen und tue dies ja auch nicht.
Dass es sich durch die Bank um jüngere, und daher vielleicht auch weniger bekannte Prominente handelt, dürfte mehrere Gründe haben. Den ersten können Sie sich vielleicht selbst denken. Der zweite liegt in der Zielgruppe der ZEIT Campus begründet. Zeh, Grebe und auch Schöneberger werden, so zumindest meine Beobachtung, von vielen Studenten wahrgenommen.
wenn man mal von der jura-studentin (die wer genau ist?)
Eine junge Schriftstellerin die sich in ihren Büchern auch immer wieder mit der Situation auf dem Balkan, der organisierten Kriminalität in diesen Ländern und zumindest am Rande auch mit Völkerrecht und verwandten Themen befasst.
Lesenswert!
was ist denn brauchbar? juristen kosten die gesellschaft als das sie einen nutzen davon hat. Bei Pädagogen ist das genau anders herum. Meine Aussage gegen ihre. Und nun?!
...scheint für fast alle die Uni eher Zeitvertreib oder Hobby als wichtig für die Karriere zu sein.
Bildung schadet ja nie, aber als Vorbilder hätte ich mir eher Menschen ausgesucht die mit ihrem Studium auch was machen.
Ps. Sehr mutig von Herrn Prof.Falter zuzugeben das wir die Ministerin Schröder zum Teil auch ihm zu verdanken haben :-)
Bis auf Herrn Bierhoff scheint keiner der Promis schon während des Studiums einer gewesen zu sein, zumindest nicht in der Art, dass die Profs die Prominenz bemerkt hätten.
Allerdings stellt sich dann zumindest bei Herrn Bierhoff die Frage: lässt ein Professor einen Prominenten, gar einen Nationalmannschaftsspieler durch die Prüfung fallen? Oder werden diese Studenten durch die Prüfung gewunken?
Ähnlich ist es mit Studenten, die im Bundestag sitzen... will man sich nicht lieber den Ärger mit Unileitung und (Landes-)politik ersparen?
aber auf deutsch heißt es "gewinkt" anstatt "gewunken".
Immerhin hat Juli Zeh notenmäßig den besten Jura-Abschluss erreicht, der bisher in Sachsen erzielt worden ist...
aber auf deutsch heißt es "gewinkt" anstatt "gewunken".
Immerhin hat Juli Zeh notenmäßig den besten Jura-Abschluss erreicht, der bisher in Sachsen erzielt worden ist...
Der unverbesserliche Atomkraftlobbyist, der auch nach Fukushima nichts kapiert hat.
Gut, er war ein Student (wenn auch nur als BWLer im Fernstudium), aber was soll uns das jetzt sagen?????
Aber mal eine Gegenfrage: Was soll uns Ihre Nörgelei sagen?
Aber mal eine Gegenfrage: Was soll uns Ihre Nörgelei sagen?
aber auf deutsch heißt es "gewinkt" anstatt "gewunken".
dann bitte vorher denken bzw. sich informieren: sowohl "gewinkt" als auch "gewunken" ist möglich.
http://www.duden.de/recht...
http://www.duden.de/recht...
da war ich wohl erbsentechnisch nicht mehr ganz auf der Höhe. Muss also erst kürzlich über die Umgangssprache in den Duden eingesickert sein. Der Wortstamm an sich gibt das nämlich nicht her. Vielen Dank.
gewunken scheint eine ungebräuchliche Vergangenheitsform zu sein. Unsere Sprache wandelt sich halt.
dann bitte vorher denken bzw. sich informieren: sowohl "gewinkt" als auch "gewunken" ist möglich.
http://www.duden.de/recht...
http://www.duden.de/recht...
da war ich wohl erbsentechnisch nicht mehr ganz auf der Höhe. Muss also erst kürzlich über die Umgangssprache in den Duden eingesickert sein. Der Wortstamm an sich gibt das nämlich nicht her. Vielen Dank.
gewunken scheint eine ungebräuchliche Vergangenheitsform zu sein. Unsere Sprache wandelt sich halt.
Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren