Doktorarbeit : Wie man Rückschläge bei der Promotion einsteckt

Auch bei einer bestens geplanten Arbeit kann es Schwierigkeiten geben. Wie man ihnen begegnet, erklären fünf Doktorväter und Coachs.

Schreibblockade

»Eine Blockade kann man durch free writing lösen. Also: einfach frei aufschreiben, was man mit dem Thema assoziiert, und erst später an dem Text feilen. Hilfreich ist auch, in einem Promotionstagebuch zu notieren, was man geschafft hat. So bleibt man im Schreibfluss und sieht den Fortschritt.«

Maike Wiethoff ist Schreibtrainerin an der Universität Bochum. Sie kennt Blockaden aus eigener Erfahrung

Durchhänger

»In einem Motivationstief sollte man sich einen Überblick verschaffen: Wo steht man, was hat man geschafft, was liegt vor einem? Das hilft, die Situation nüchterner zu betrachten. Bei kleinen Krisen kann es die Stimmung heben, wenn man sich positive Auszeiten gönnt und sich für Leistung belohnt.«

Julia Weber ist Selbstmanagement-Trainerin in Zürich und promoviert in Motivationspsychologie

Vom Thema überfordert

»Zu schämen braucht sich bei Fehlern keiner, die sind ganz normal. Egal, welche inhaltlichen Probleme man hat – es ist immer hilfreich, sie mit dem Doktorvater und der Arbeitsgruppe zu besprechen, anstatt sich alleine damit herumschlagen zu wollen. Das gilt, wenn sich anfängliche Annahmen als falsch herausstellen, aber auch, wenn man sich inhaltlich überfordert fühlt.«

Harald Schwalbe hat über 50 Promotionen in Chemie und Biochemie an der Universität Frankfurt/Main betreut

Streit mit dem Betreuer

»Fachliche Unstimmigkeiten lassen sich meist in einem sachlichen Gespräch ausdiskutieren. Hilft das nicht, kann ein erfahrenes Mitglied der Arbeitsgruppe vermitteln. Den Betreuer sollte man nur dann wechseln, wenn die inhaltlichen Vorstellungen in allzu unterschiedliche Richtungen gehen oder wenn die Vertrauensbasis zerstört ist.«

Reinhard Hoffmann ist Ombudsmann der Universität Marburg und vermittelt bei Problemen mit dem Professor

Zu hohe Belastung

»Wer überlastet ist, sollte drei Fragen klären. Erstens: Wie kann man stressige Aufgaben reduzieren? Zweitens: Mit welcher Einstellung erledigt man sie? Drittens: Schafft man sich genügend Ausgleich? Stress entsteht oft durch zu wenig Planung, durch Perfektionismus oder durch fehlende Pausen. Wer keinen Ausweg sieht, muss prüfen, ob Beziehung oder Gesundheit gefährdet sind – und zur Not das Handtuch werfen. Sonst macht der Stress Körper und Seele kaputt.«

Bernd Nixdorff ist Psychologe an der Universität Hamburg und berät Doktoranden

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