1. Warum will ich das machen?

»Wenn man Spaß am wissenschaftlichen Arbeiten hat und sich brennend für das Thema interessiert, ist eine Promotion eine gute Idee «, sagt Alexandra Wiebke, Referentin für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der Uni Bielefeld. Trotzdem sollte man vorher seine Motivation noch einmal genau hinterfragen, um sich seine Ziele klarzumachen: Will man mit dem Titel später mehr Geld verdienen? Ist er für den Beruf in der gewünschten Branche sinnvoll? Oder strebt man eine wissenschaftliche Karriere an? Wer nur promovieren will, damit später mal der Doktor vor dem Namen an der Klingel steht, sollte sich genau überlegen, ob sich dafür der Aufwand lohnt. Eine Notlösung sollte die Doktorarbeit auf keinen Fall sein: Wer keine Alternative weiß oder nur an der Uni bleibt, weil er das Umfeld schon kennt oder Angst vor der Praxis hat, wird schnell die Motivation verlieren.

2. Traue ich mir das zu?

»Was die Herausforderung Promotion be-deutet, kann man schon vorher ausprobieren«, sagt Ursel Sickendiek. Als Beraterin betreut sie in ihrer Sprechstunde an der Uni Bielefeld angehende Doktoranden. Beim Schreiben der Abschlussarbeit bekomme man bereits ein Gefühl dafür, ob man mehrere Jahre auf diese Weise arbeiten wolle oder nicht. Bei Zweifeln und Ängsten vor der Promotion helfe es, mit Freunden, Studienkollegen und Dozenten darüber zu sprechen. Manchmal schätze man sich selbst falsch ein, da könne ein Blick von außen ein gutes Korrektiv sein. Außerdem rät Sickendiek dazu, den Gegencheck zu machen: Was für Alternativen gibt es, wenn es mit der Promotion nicht klappt? Denn um wirklich sicherzugehen, dass man das Richtige tut, muss man alle Möglichkeiten gegeneinander abwägen.

3. Halte ich mein Thema über Jahre aus?

Für die Planung der Arbeit gilt grundsätzlich, dass das Thema nicht zu komplex sein sollte. Hier hilft es, Promotionskollegen zu fragen, wie sie ihr Thema abgesteckt haben. »Vorsicht auch vor belastenden Themen, die einen runterziehen oder von denen man selbst betroffen ist«, sagt Ursel Sickendiek. Schreibt man zum Beispiel über eine Krankheit oder ein Problem, mit dem ein Familienmitglied kämpft, sollte man sich fragen, ob man dieses Thema mit der nötigen Distanz bearbeiten kann.