FotoprojektAm Morgen danach

ZEIT CAMPUS zeigt in jeder Ausgabe Arbeiten von jungen Künstlern. Für ihre Serie "Vom Bleiben" haben zwei Fotografen Clubs nach der Party fotografiert von Kathrin Spirk

ZEIT CAMPUS: Herr Giesemann, Herr Schulz, Sie haben leere Clubs fotografiert. Gehen Sie selbst oft feiern?

André Giesemann und Daniel Schulz: Bisher schon. Aber nach der Fotoserie haben wir aufgehört, so viel auszugehen.

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ZEIT CAMPUS: Woran liegt das?

Giesemann und Schulz: Wir haben uns mit der Kamera dem ernüchternden Moment nach der Party gestellt. Den verlassenen Club am Morgen danach will man ja eigentlich lieber nicht sehen.

André Giesemann, 31, und Daniel Schulz, 29

studieren an der HAW und der HfbK Hamburg Kommunikationsdesign und Industriedesign. Sie planen ein gemeinsames Fotobuch

ZEIT CAMPUS: Warum hat Sie der Morgen interessiert?

Giesemann und Schulz: Uns ging es um diese Ernüchterung. Das Licht geht an, und man sieht nur noch den Raum in seiner Funktionalität.

ZEIT CAMPUS: Und was kann man da noch erkennen?

Giesemann und Schulz: Uns interessiert die Abwesenheit von Menschen. Die Bilder zeigen die gesellschaftliche Funktion von Clubs, auch ohne dass man Leute beim Tanzen sieht.

ZEIT CAMPUS: Inwiefern?

Giesemann und Schulz: Im Club kann man überschüssige Energie ablassen, das ist im Alltag ja eher unerwünscht. Nach zwei Tagen Feiern sehen die Räume ziemlich zerstört aus. Aber auch wenn sie leer sind, spürt man, dass da etwas passiert ist.

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