AuslandsstudiumUnd wer zahlt das alles?

Geldsorgen sind das größte Hindernis auf dem Weg ins Ausland. Dabei sind reiche Eltern keine Bedingung: diese Förderprogramme helfen. von Simon Hurtz

Erasmus

Das bekannteste Förderprogramm für Auslandsstudenten feiert dieses Jahr seinen 25. Geburtstag. Mittlerweile nehmen die 27 Staaten der Europäischen Union sowie Norwegen, Island, Liechtenstein, die Schweiz, die Türkei und Kroatien teil. Bewerben können sich alle Studenten, die das erste Studienjahr bereits abgeschlossen haben und einen Auslandsaufenthalt zwischen drei und zwölf Monaten in einem der 33 Teilnehmerländer planen. Ob man im Ausland studiert oder ein Praktikum macht, spielt keine Rolle.

Die Erasmus-Bewerbung besteht aus Motivationsschreiben und tabellarischem Lebenslauf, außerdem müssen Studienleistungen und meist Sprachkenntnisse nachgewiesen werden. Neben den Noten beeinflussen auch die angegebenen Wunschländer die Chancen: Nach Osteuropa wollen nur wenige, England, Frankreich und Spanien sind besonders begehrt. Die Bewerbung ist in der Regel bis November oder Dezember möglich. Anlaufstelle für alle Fragen ist das Akademische Auslandsamt oder der Fachbereich.

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Die Höhe des sogenannten Mobilitätszuschusses schwankt je nach Universität zwischen 150 und 300 Euro, im Schnitt erhalten deutsche Studenten rund 200 Euro pro Monat. Außerdem entfallen die Studiengebühren an der Gast-Hochschule – im Ausland sind das nicht selten mehrere Tausend Euro, und in manchen Fällen gibt es einen Zuschuss für Sprachkurse. Diese Mittel werden nicht mit dem Auslands-Bafög verrechnet – also ruhig beides beantragen.

Stipendiaten profitieren aber nicht nur finanziell: Bei der Vorbereitung hilft ein Erasmus-Beauftragter, vor Ort gibt es Unterstützung bei der Zimmersuche, und die Kooperationsverträge der teilnehmenden Hochschulen ersparen einiges an Bürokratie. So entfallen etwa Aufnahmeprüfungen, und für die Anerkennung der Studienleistungen gibt es feste Standards.

Promos

Das Promos-Programm umfasst Kurzzeitstipendien für maximal sechs Monate. Bis 2011 wurden sie zentral vom Deutschen Akademischen Auslandsamt (DAAD) vergeben, jetzt erhalten teilnehmende Unis ein festes Budget und können selbst entscheiden, welche Projekte sie damit fördern möchten. Dabei gibt es nur wenige Vorgaben, fast jede Art von Auslandsaufenthalt (Studium, Praktikum, Sprachkurs, Fachkurs, Studienreise) kann unterstützt werden. An der Gastuni darf es aber keine Erasmus-Kooperation mit dem Fachbereich geben – Promos ist also kein Ersatz für erfolglose Erasmus-Bewerber. Die Höhe der Förderung variiert: Für Sprachkurse gibt es eine Pauschale von 500 Euro, für Studienaufenthalte und Praktika monatlich 300 Euro. Je nach Gastland wird eine Reisekostenpauschale gezahlt, und auch eine Befreiung von Studiengebühren ist möglich. Weil jede Hochschule selbstständig über die Vergabe der Promos-Stipendien entscheidet, wendet man sich am besten ans Akademische Auslandsamt.

Leserkommentare
    • niebla
    • 10. Juni 2012 12:12 Uhr

    Für Studierende aus Baden-Württemberg lohnt sich auch das gleichnamige Stipendium der Baden-Württemberg Stiftung. Die sind relativ spendabel und auch fair was die Auswahl der Stipendiaten angeht.

    • niebla
    • 10. Juni 2012 12:12 Uhr

    Für Studierende aus Baden-Württemberg lohnt sich auch das gleichnamige Stipendium der Baden-Württemberg Stiftung. Die sind relativ spendabel und auch fair was die Auswahl der Stipendiaten angeht.

  1. Leider ist es so, dass alle diese Stipendien meist nicht einmal ausreichen um Wohnen und Essen zu finanzieren. Dann bleiben immer noch Fluege, Buecher und sonstige Lebenserhaltungskosten (aus Erfahrung meist hoeher als in der Heimat). Vor allem skandinavische Laender und Nordamerika sind finanziell kein Spass, trotz Stipendienmoeglichkeiten, v.a. fuer Studierende, die sich in der Heimat mit Teilzeitjobs ueber Wasser halten.

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