Auslandsstudium "Nehmen Sie sich Zeit"
Warum es sich lohnt, sein Fernweh zu stillen, und wie das trotz straffer Studienpläne klappt, erklärt die Auslandsexpertin Almuth Rhode
ZEIT CAMPUS: Frau Rhode, Sie haben viele Jahre lang Studenten beraten, die ins Ausland wollen. Lässt das Bachelorstudium noch genug Platz für ein Auslandssemester?
Almuth Rhode: Grundsätzlich ja, es kommt aber darauf an, wie der Studiengang gestrickt ist. Oft ist das vierte oder fünfte Semester dafür vorgesehen, die Wahlfächer abzuhandeln, und deshalb etwas entspannter. Diese Zeit bietet sich für einen Auslandsaufenthalt an. Wenn das ganze Bachelorstudium bis oben hin vollgepackt ist, kann es schwierig werden.
ZEIT CAMPUS: Wie kann man es trotzdem schaffen?
52, leitet an der Universität Frankfurt/Main die Sparte Internationale Programme und hat davor Studenten bei der Planung ihres Auslandsaufenthaltes beraten
Rhode: Nehmen Sie sich die Zeit. Ich denke, dass es Wichtigeres gibt, als unter allen Umständen die Regelstudienzeit einzuhalten. Man nimmt schließlich jede Menge Erfahrungen aus einer Zeit im Ausland mit. Es kann sich sogar für den Berufseinstieg lohnen, aus sechs Bachelorsemestern sieben zu machen. Viele Unternehmen legen Wert auf Mitarbeiter, die etwas von der Welt gesehen haben. Für manche Bewerbungen ist das entscheidender, als beeindruckend schnell, dafür aber mit Scheuklappen studiert zu haben.
ZEIT CAMPUS: Welche Möglichkeiten für einen längeren Auslandsaufenthalt gibt es?
Rhode: Manche Studiengänge haben einen Auslandsaufenthalt fest eingeplant, außerdem gibt es binationale Studiengänge mit doppeltem Abschluss oder die Möglichkeit, komplett im Ausland zu studieren. Wer bereits ein Studium in Deutschland begonnen hat, macht in der Regel entweder ein Auslandspraktikum oder ein Auslandssemester. Da gibt es kein Besser oder Schlechter, das sind zwei völlig unterschiedliche Erfahrungen. Wer sich für ein Praktikum entscheidet, lernt die Arbeitswelt im Gastland kennen und knüpft vielleicht berufliche Kontakte. Wer an eine ausländische Uni geht, bekommt das Studentenleben mit. Es kann auch eine gute Idee sein, beides zu kombinieren. Also erst ein Semester zu studieren und vor Ort nach einem spannenden Praktikum zu suchen.
ZEIT CAMPUS: Wie lang sollte ein Auslandsaufenthalt sein, damit er sich wirklich lohnt?
Rhode: Zum Studieren empfehle ich mindestens ein Semester; noch besser ist ein ganzes Jahr. In der Regel profitiert man von längeren Aufenthalten deutlich mehr: Es dauert einfach, bis man richtig im Land angekommen ist, die Sprachbarriere überwunden und Menschen kennengelernt hat. Ein Auslandspraktikum lässt sich auch mal in den Semesterferien einschieben. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass selbst ein kurzes Praktikum ziemlich viel Mühe in der Vorbereitung macht.
ZEIT CAMPUS: Wann sollte man anfangen, sich um die Vorbereitung zu kümmern?
Rhode:Je früher man sich Gedanken macht, desto besser. Gerade im Bachelorstudium wird es sonst schnell stressig. Normalerweise liegen zwischen Idee und Abreise anderthalb Jahre, aber das ist nur ein Richtwert. Die meisten Studenten gehen im vierten oder fünften Semester ins Ausland. Also ruhig schon mal bei Studienbeginn die Möglichkeiten ausloten.
ZEIT CAMPUS: Was ist der erste Schritt?
Rhode: Man sollte sich ein paar Fragen stellen: Will ich ein Auslandssemester machen oder ein Praktikum? Wann und wie lange möchte ich weg? Und natürlich: Wohin soll es gehen? Dafür muss man wissen, was man aus dem Auslandssemester mitnehmen möchte. Wer fachlich vorankommen will, legt vermutlich Wert auf den Ruf der Gastuni. Wer sich eine Auszeit vom Alltag in Deutschland erhofft, dem dürften Land und Leute wichtiger sein als irgendwelche Hochschulrankings.
- Datum 02.06.2012 - 13:05 Uhr
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"Was das Fachliche angeht: Da muss ich leider drauf bestehen!"
Wen interessiert, worauf Sie 'bestehen'?
"Wein aus einer Ziegenlederflasche zu trinken, ohne sich bekleckern, ist schon ein Leistung, aber kaum akademisch zu nennen."
Vorurteilspflege auf niedrigstem Niveau.
"Und bevor ich mit einem amerikanischen Ingenieur zusammen arbeite, probiere ich es lieber mit einem deutschen Schlossergesellen! Sorry!"
Alles in allem: Genau die Art von Borniertheit, der ein Auslandsstudium abhelfen soll.
Ja genau, nur Deutschland kann was. Jegliche Ingenieurskunst weltweit stammt aus Deutschland, ohne die Deutschen hätte der Rest der Welt nicht mal das Rad erfunden.
Und die von Ihnen angeführten Amerikaner haben ja noch nie was auf die Reihe gekriegt haben. All die Brücken, Wolkenkratzer, Raumfähren - alles deutsch
Meine Nichte hat 1 Jahr in China Maschinenbau studiert. Nach Abschluss ihres Studiums hat sie sich bei mehreren Firmen beworben, und alle wollten sie haben aufgrund ihrer fachsprachlichen Kompetenz in Mandarin. Ihre Arbeiten und Klausuren in China musste sie zur Hälfte in Englisch, zur anderen Hälfte in Mandarin schreiben
Also nicht ganz so überheblich sein. Außer deutschen Ingenieuren gibt es auch gute Ausbildungen in anderen Ländern.
Mein Sohn ist nach seinem Bachelor in Physik ein Jahr für den Master nach Schweden gegangen, hat dort ganz viele Kontakte nach Canada, Amerika, Agypten und Frankreich etc. geknüpft. Er möchte am liebsten wieder nach Schweden zurück.
Ich selber war ein Semester in Frankreich (kein naturwissenschaftliches Studium) und möchte diese Zeit nicht missen in meiner Biographie.
Ich kann allen Studenten nur raten, diese Möglichkeiten des Auslandsaufenthaltes wahrzunehmen.
PS.: Das MIT in den USA ist schon aufgrund seiner Organisation der kollektiven Wissensweitergabe unter den Studenten eine herausragende Institution mit vielen Erfolgen in der Recherche und Entwicklung.
Meine Nichte hat 1 Jahr in China Maschinenbau studiert. Nach Abschluss ihres Studiums hat sie sich bei mehreren Firmen beworben, und alle wollten sie haben aufgrund ihrer fachsprachlichen Kompetenz in Mandarin. Ihre Arbeiten und Klausuren in China musste sie zur Hälfte in Englisch, zur anderen Hälfte in Mandarin schreiben
Also nicht ganz so überheblich sein. Außer deutschen Ingenieuren gibt es auch gute Ausbildungen in anderen Ländern.
Mein Sohn ist nach seinem Bachelor in Physik ein Jahr für den Master nach Schweden gegangen, hat dort ganz viele Kontakte nach Canada, Amerika, Agypten und Frankreich etc. geknüpft. Er möchte am liebsten wieder nach Schweden zurück.
Ich selber war ein Semester in Frankreich (kein naturwissenschaftliches Studium) und möchte diese Zeit nicht missen in meiner Biographie.
Ich kann allen Studenten nur raten, diese Möglichkeiten des Auslandsaufenthaltes wahrzunehmen.
PS.: Das MIT in den USA ist schon aufgrund seiner Organisation der kollektiven Wissensweitergabe unter den Studenten eine herausragende Institution mit vielen Erfolgen in der Recherche und Entwicklung.
Ich kann nicht beurteilen wo Sie rumgekommen sind. Aber hier sollte doch mal gesagt werden, dass die Arroganz mancher Deutscher bezogen auf unsere Ingenieure unangebracht ist. Auch in Deutschland ist nicht jedes Ingenieursstudium das Gelbe vom Ei. Auch in anderen Ländern kann man gute Ingeneure finden. Wenn Sie von Amerikanischen Ingenieuren reden dann sollten Sie wissen, dass die Ausbildung in den USA sehr stark von der Universität abhängig ist, das geht vom staatlichen College bis zum MIT.
Frankreich das ich auch erwähnt hatte, hat z.B. sehr gute Ingenieure, die den Deutschen im Bereich der mathematischen Grundlagen häufig überlegen sind.
Und beim Fachlichen möchte ich doch auch mal gesagt haben, dass man auch während des Studiums in Deutschland die eine oder andere Vorlesung hören muss die einen Fachlich nicht viel weiter bringt. Außerdem hatte ich auch nicht gesagt, dass man ganz auf das Fachliche verzichten sollte, sondern dass es andere Erfahrungen gibt die genauso wichtig sind.
Außerdem sind die Niederlande nicht gleich Deutschland, wer einmal in den Niederlanden gearbeitet hat weiß das.
Auslandserfahrungen verändern, wie ich schon gesagt habe, den Blickwinkel. Bestimmt kommt man auch ohne diese Erfahrungen zurecht, aber sie können in jedem Fall eine wichtige Erfahrung für sein eigenes Selbstbild und den Umgang mit anderen Kulturen sein, was meiner Meinung nach in der globalisierten Welt von heute nicht unterschätzt werden sollte.
Meine Nichte hat 1 Jahr in China Maschinenbau studiert. Nach Abschluss ihres Studiums hat sie sich bei mehreren Firmen beworben, und alle wollten sie haben aufgrund ihrer fachsprachlichen Kompetenz in Mandarin. Ihre Arbeiten und Klausuren in China musste sie zur Hälfte in Englisch, zur anderen Hälfte in Mandarin schreiben
Also nicht ganz so überheblich sein. Außer deutschen Ingenieuren gibt es auch gute Ausbildungen in anderen Ländern.
Mein Sohn ist nach seinem Bachelor in Physik ein Jahr für den Master nach Schweden gegangen, hat dort ganz viele Kontakte nach Canada, Amerika, Agypten und Frankreich etc. geknüpft. Er möchte am liebsten wieder nach Schweden zurück.
Ich selber war ein Semester in Frankreich (kein naturwissenschaftliches Studium) und möchte diese Zeit nicht missen in meiner Biographie.
Ich kann allen Studenten nur raten, diese Möglichkeiten des Auslandsaufenthaltes wahrzunehmen.
PS.: Das MIT in den USA ist schon aufgrund seiner Organisation der kollektiven Wissensweitergabe unter den Studenten eine herausragende Institution mit vielen Erfolgen in der Recherche und Entwicklung.
dass sich viele der Kommentare in Zeit-Studium/Karriere Bereich durch Absolventen einer Naturwissenschaft/Ingenieursstudiums durch eine extreme Arroganz auszeichnen? Ich bitte Sie! Deutschland ist nicht das Maß aller Dinge, ebensowenig wie es ein Ingenieur ist. Ich warte jetzt noch auf das typische Geisteswissenschaften-Bashing...
Wie wäre es mit:
"Der Deutsche Steuerzahler soll durch Auslands-Bafög am besten noch den Selbstverwirklichungs-Auslandstrip von Geisteswissenschaftlern finanzieren.. (die haben in ihrem Lari-Fari Studium doch eh genug Zeit, nicht wie wir fleißigen Ingenieure!) Danach können sie ja als Taxifahrer arbeiten, wovon der Deutsche Staat ja steuertechnisch viel hat!"
Ich warte darauf. Na, wer postet als erster etwas in die Richtung?
(Liebe redaktion, entschuldigen sie meine ironie. aber diese überheblichkeit ist unerträglich...)
Also bitte mal. Hier kommt ein arroganter Ingenieur daher, der von allen anderen Lesern korrigiert wird, und dann kommen Sie und gehen so ab? Und auch noch mit etwas, was völlig am Thema vorbei geht?
Also bitte mal. Hier kommt ein arroganter Ingenieur daher, der von allen anderen Lesern korrigiert wird, und dann kommen Sie und gehen so ab? Und auch noch mit etwas, was völlig am Thema vorbei geht?
Also bitte mal. Hier kommt ein arroganter Ingenieur daher, der von allen anderen Lesern korrigiert wird, und dann kommen Sie und gehen so ab? Und auch noch mit etwas, was völlig am Thema vorbei geht?
Mittelost- und Osteuropa, die arabische Welt, Schwarzafrika und Hinterindien.
Die Opportunisten gehen alle nach USA, GB und Frankreich (schöne, interessante Länder natürlich) und glauben an die große Karriere, wenn sie mal in London oder Los Angeles gewesen sind.
Ich empfehle: werden sie Spazialist für Regionen, für die Spezialisten gesucht werden, weil es zu wenige dafür gibt.
Hollywood kann jeder...
Sie können mich gerne Opportunist nennen, aber ich fühl mich im UK und in Frankreich wohl.^^
Aber ich gebe Ihnen in sofern Recht, als dass es leider ziemlich viele gibt, die sich gleich einbilden ein Geschenk der Götter zu sein, wenn sie mal im Ausland waren.
Sie können mich gerne Opportunist nennen, aber ich fühl mich im UK und in Frankreich wohl.^^
Aber ich gebe Ihnen in sofern Recht, als dass es leider ziemlich viele gibt, die sich gleich einbilden ein Geschenk der Götter zu sein, wenn sie mal im Ausland waren.
Und warum nicht gleich den Bachelor im Ausland machen und den Master dann auch? Da greift man dann gleich zwei Länder ab mit 3-4 und 1-2 Jahren. DAS ist dann Auslandserfahrung.Ich kenne jemanden, der hat bis zum Masterabschluss in den Niederlanden, Spanien und dann Frankreich studiert. Der sprach dann Holländisch, Spanisch, Englisch und ein wenig Französisch (neben seinem Deutsch). DAS ist dann wirklich ein guter Fang für die Personaler.
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