Noch 18 Monate: Wie ist das Studium organisiert?

Wer sich für ein Auslandssemester entschieden hat, sollte als Nächstes klären, wie das Studium an der Wunschuni aufgebaut ist. Nicht überall beginnen die Semester zum gleichen Zeitpunkt wie in Deutschland, teilweise gibt es Trimester oder ganze Studienjahre. Auch die Prüfungszeiträume unterscheiden sich – nicht nur über Landesgrenzen hinweg, sondern von Hochschule zu Hochschule. Wer etwa im Sommersemester an eine englische Uni geht, kann dort kaum Kurse besuchen, weil die Studenten dann nur für ihre Prüfungen lernen. Die Studienstruktur erfährt man auf der Webseite der Gastuni. Bei Partnerhochschulen weiß darüber auch das Akademische Auslandsamt Bescheid.

Noch 16 Monate: Wie bekomme ich einen Studienplatz?

Das hängt von der Hochschule ab, die Zugangsvoraussetzungen kann man am besten auf deren Webseite nachlesen. In der Regel ist der Nachweis von Sprachkenntnissen nötig. Manchmal reicht dafür das Abiturzeugnis, einige Hochschulen verlangen Sprachtests, in englischsprachigen Ländern etwa den Toefl. Vorbereitungskurse gibt es an vielen Unis, sonst auch bei privaten Anbietern. Günstiger ist ein Sprachtandem mit einem ausländischen Gaststudenten. Ebenfalls wichtig: Welche bestandenen Prüfungen werden im Gastland akzeptiert, und wie müssen diese nachgewiesen werden? Häufig sind für die Bewerbung auch Gutachten von Professoren nötig – dafür genug Zeit einplanen.

Noch 14 Monate: Werden meine Kurse anerkannt?

Die Vergabe von Credit Points läuft noch nicht überall einheitlich. Um sicherzugehen, dass die im Ausland besuchten Seminare auch in Deutschland angerechnet werden, wird vor der Abreise meist ein sogenanntes Learning Agreement geschlossen. In diesem Vertrag wird festgehalten, welche Kurse im Ausland besucht werden sollen. Damit garantiert die Gasthochschule, dass alle gewählten Veranstaltungen belegt und abgeschlossen werden dürfen, und die Heimatuni bestätigt die spätere Anerkennung. Das Formular für das Learning Agreement erhält man beim Fachbereich oder Prüfungsamt. Dort sollte man zusätzlich nachfragen, in welcher Form Studienleistungen nachgewiesen werden müssen.

Noch 6 Monate: Was muss ich bei der Anreise beachten?

Um Geld zu sparen, bucht man die Anreise am besten so früh wie möglich. Oft ist es am günstigsten, Tickets direkt bei den Fluggesellschaften des Gastlandes zu kaufen. Außerhalb der EU sind möglicherweise ein Visum und spezielle Impfungen nötig. In einigen Ländern wird toleriert, als Tourist einzureisen, nach drei Monaten kurz das Land zu verlassen und wieder zurückzukommen. Das spart rund 150 Euro für den Visumsantrag. Man sollte sich vorher genau nach Rechtslage und Erfahrungen von anderen erkundigen.

Noch 3 Monate: Bin ich im Ausland versichert?

Die Krankenkasse weiß, ob für das Zielland eine Auslandskrankenversicherung nötig ist. Auch eine Auslandshaftpflichtversicherung ist empfehlenswert. Teure Elektronik kann man gegen Diebstahl versichern lassen, und wer auf Nummer sicher gehen will, bucht noch eine Reiserücktrittsversicherung dazu.

Noch 2 Monate: Wie finde ich eine Wohnung?

Viele Unis helfen ausländischen Studenten bei der Wohnungssuche vor Ort; bei Partnerhochschulen kann man oft auch in Wohnheimen unterkommen. Die Mietpreise schwanken stark: Wer Glück hat, ergattert in Paris eine Zehn-Quadratmeter-Kammer für 500 Euro – in Osteuropa zahlt man höchstens die Hälfte. Die besten Tipps für bezahlbares Wohnen kommen von Rückkehrern, Kontakt zu ihnen vermittelt das Akademische Auslandsamt. Wer für die Zeit in der Fremde sein Zimmer untervermietet, sollte auch für Bekannte einen Zwischenmietvertrag aufsetzen – am Geld sind schon die besten Freundschaften zu Bruch gegangen. Vorher im Mietvertrag nachschauen, ob Untervermietung erlaubt ist.

Und schließlich: Habe ich an alles gedacht?

Wer länger weggeht, sollte einige Verträge kündigen oder aussetzen, zum Beispiel: Festnetz-, Mobilfunk-, Internetvertrag, Bahncard, Fitnessstudio. Oft kostet Geldabheben im Ausland zusätzliche Gebühren, also bei der Bank nachfragen und eventuell woanders ein neues Konto eröffnen oder eine internationale Kreditkarte beantragen. Zu guter Letzt die Kleinigkeiten nicht vergessen: Ist der Reisepass noch gültig? Kümmert sich jemand um die Post? Mit einem Internationalen Studentenausweis (ISIC) bekommt man Studentenrabatte, wer Auto fährt, braucht außerhalb der EU einen Auslandsführerschein.