IngenieureDie Wende machen

Für die Energiewende werden Ingenieure gesucht. Wo man sonst noch etwas bewegen kann – und wo man besonders viel verdient. von 

ZEIT Campus 3/12
ZEIT Campus 3/12

1. Wie entwickelt sich der Arbeitsmarkt?

Zurzeit können laut Verein Deutscher Ingenieure (VDI) 80.000 Stellen für Ingenieure nicht besetzt werden. Normalerweise finden Uni-Absolventen innerhalb weniger Wochen einen Job, nur in Einzelfällen dauert es mehrere Monate. Viele Unternehmen bewerben sich inzwischen selbst bei den potenziellen Bewerbern, noch bevor diese mit der Uni fertig sind, etwa mit hoch bezahlten Praktika und Angeboten für ein duales Studium – besonders größere Firmen lassen sich die Suche nach dem Nachwuchs einiges kosten.

2. Wo kann ich besonders viel bewegen?

Wer die Probleme von morgen lösen will, kann etwa auf regenerative Energien setzen, hier bestimmen Ingenieure maßgeblich die weitere Entwicklung. Seit im vergangenen Jahr der Atomausstieg beschlossen wurde, sind Spezialisten wie Maschinenbauer und Elektroingenieure in dieser Branche gefragter denn je. Ohne Ingenieure käme die Energiewende ins Stocken, sie werden gebraucht, wenn Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik und Geothermie bald für einen Großteil des Stroms sorgen sollen. Weitere Wachstumsfelder sind unter anderem Medizintechnik, Elektromobilität und Nanotechnologie.

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3. ...und wo besonders viel verdienen?

»Die beiden Branchen, in denen derzeit am meisten gezahlt wird, sind die Automobil- und die Pharmaindustrie mit oft mehr als 50.000 Euro Einstiegsgehalt«, sagt Marco Dadomo vom VDI. In der Pharmabranche arbeiten vor allem Chemieingenieure und Verfahrenstechniker. Aber auch in den anderen Branchen wie Energie, Elektrotechnik und Bauwesen müssen sich Ingenieure keine Sorgen ums Geld machen: Mit mehr als 40.000 Euro pro Jahr lag das durchschnittliche Einstiegsgehalt 2011 laut VDI sogar noch einmal vier Prozent höher als im Vorjahr.

Leserkommentare
    • _bla_
    • 28. Juli 2012 10:01 Uhr

    Warum werden in diesem Artikel völlig unkritisch die VDI Zahlen übernommen? Berichte darüber, dass diese Zahlen doch eher zweifelhaft sind, da völlig überzogen hoch gerechnet, gab es inzwischen schließlich einige. Darauf könnte man wenigstens mal Hinweisen. Ingenieursstudium gerne, aber doch bitte nur wenn wirklich viel Interesse für das Fach da ist, wer es nur wegen der angeblich super tollen beruflichen Perspektiven macht wird damit eher nicht glücklich. Die vorhandenen Jobs gehen auch eher an die Leute, die schon immer Ingenieur werden wollten und nicht an die Karriere-Ingenieure.

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    Ich glaube mal das die Gehälter stimmen. Mein Mitbewohner, der jetzt im fünften Semester ein Praktikum macht, bekommt 1600€ monatlich gezahlt.
    Von Masterstudenten die bei Mercedes-Benz anfangen hab ich gehört, dass 60.000€ gezahlt werden.

  1. ... die kann man getrost in der Pfeife rauchen. Die Zahl der offenen Stellen, als auch die Zahl der Einstiegsgehälter halte ich für zu hoch angesetzt.

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    Die Zahl der offenen Stellen halte ich auch für unrealistisch. Die Einstiegsgehälter kann ich laut eigener und der Erfahrung von Mitstudenten (Elektro & Maschinenbau) durchaus bestätigen. Hier ist insbesondere auch der Standort der Firma relevant. Bsp. in den Stuttgarter Automobil-firmen & zulieferern kommen leicht auch 50+ k€ Jahresgehälter zustande für Master/Dipl.Ing. direkt nach dem Studium.

    den der VDI multipliziert die tatsächlich offen gemeldeten Stellen in D meist bei Zeitarbeitsfirmen mit dem Faktor 7, weil sie vom Hören Sagen annehmen das nur jede 7 Stelle ausgeschrieben wird.
    http://www.welt.de/print/...

    @Thema
    Und zur Mähr der vielen Arbeitsplätze und guten Verdienstmöglichkeiten,
    http://www.youtube.com/wa...

    http://www.youtube.com/wa...

    zum Thema Energiewende Ingenieursmangel.

  2. Die Zahl der offenen Stellen halte ich auch für unrealistisch. Die Einstiegsgehälter kann ich laut eigener und der Erfahrung von Mitstudenten (Elektro & Maschinenbau) durchaus bestätigen. Hier ist insbesondere auch der Standort der Firma relevant. Bsp. in den Stuttgarter Automobil-firmen & zulieferern kommen leicht auch 50+ k€ Jahresgehälter zustande für Master/Dipl.Ing. direkt nach dem Studium.

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    kenne mich nur im Raum Thüringen aus, da sehen die Gehälter etwas anders aus.

  3. hoch gejubelt...auf breiter front

  4. wurde von den Politikern an die Wand gefahren. Nichts desto trotz sollte man den jungen Leuten raten, eine fundierte Ausbildung konsequent durch zustehen. Ein Ingenieurstudium ist sicher sehr gut. Aber auf sehr breit angelegtem Fundament, das auch Betriebswirtschaft beinhaltet (Kostenrechnung, Menschenführung, Marketing). Ebenso sichere Grundlagen in Mathe, Physik, Chemie, Konstruktionselemente....). Die Leistung ist nicht wichtig sondern das Verständis und die Fähigkeit, den Stoff in anderen Zusammenhängen wieder abrufen zu können.
    Wer das kann, wird immer seine Arbeit finden und über die erbrachte Leistung zufrieden nach hause gehen. Der Ingenieur wird auch dann mal in fast allen anderen Bereichen der Wirtschaft arbeiten können.
    In diesem Sinne NUR MUT, packt es an!

  5. kenne mich nur im Raum Thüringen aus, da sehen die Gehälter etwas anders aus.

    Antwort auf "VDI Gehälter passen"
  6. Ich glaube mal das die Gehälter stimmen. Mein Mitbewohner, der jetzt im fünften Semester ein Praktikum macht, bekommt 1600€ monatlich gezahlt.
    Von Masterstudenten die bei Mercedes-Benz anfangen hab ich gehört, dass 60.000€ gezahlt werden.

    Antwort auf "VDI Zahlen"
  7. Ist bei einem Beruf wirklich so wichtig, wie und wo man besonders viel verdient? Der Ingenieur-Beruf bietet auf jeden Fall ein gutes Einkommen. Ist nicht viel wichtiger, dass man einen Beruf findet, der einem Spass macht und Erfüllung bringt? Das finde ich sicher nicht, wenn ich hauptsächlich auf das Einkommen schaue.

    Vor allem im Bereich der Energiewende kann ich sehr viel bewegen und dazu gehört eher ein nachhaltiger Idealismus als Geldgier.

    Und zum Thema Frauen:
    "Auf jeden Fall sind sie in der Minderheit: Nur zehn Prozent der Ingenieure sind weiblich. Und sie verdienen im Schnitt 17 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen."

    Ist ja schön, wie Sie die Zahlen sauber abschreiben. Nur sagen diese leider nichts über die Realität aus. In der Praxis sehe ich täglich, dass die Frauen - die paar, die bei Ingenieuren vorhanden sind - überdurchschnittlich gut -gegenüber Männern - gefördert werden. Das Problem ist, dass viel zu wenig Frauen sich für diesen Beruf entscheiden. Macht es nicht eher Sinn, mal für einen Kulturwandel zu schreiben als so zu tun, als ob Frauen in solchen Berufen benachteiligt werden? Für die Aussage, dass Frauen im Schnitt hier 17% weniger verdienen, würde ich gern mal die Berechnungsgrundlage sehen. Ansonsten sagt diese Zahl gar nichts aus. In der Praxis erlebe ich hier eine klare Gleichbezahlung für gleiche Arbeit.

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    • DDave
    • 28. Juli 2012 15:10 Uhr

    1. Was für eine Frage: Der Grad der Schwierigkeit als Ingenieur zu arbeiten hängt nicht vom Geschlecht ab, sondern von den Fähigkeiten und dem Ausbildungsstand.
    2. Wo ist eine Antwort auf diese Frage im Text zufinden? Nirgends... Ausser einer Angabe des weiblichen Anteils im Ingenieurwesen, der Information, dass das Gehalt 17% niedriger ist(, wobei das wieder von den Gehaltsstufen abhängt, denn Führungskräfte verdienen nun mal mehr und wenn mehr Männer Führungskräfte sind, dann steigt natürlich das durchschnittliche Gehalt der Männer), kommt wenig rüber. Das Netzwerken wichtig ist, versteht und erklärt sich von selbst und genügend Frauen, wie Männern, bleibt der Aufstieg verwehrt, durch mangelhaftes Netzwerken. Da ist jeder für sich selbst verantwortlich.
    Im Endeffekt sollte man mit seinem Job glücklich werden und wenn es Frauen eher in die sozialen Berufe zieht, dann kann man sie nicht ins Ingenieurwesen zwingen. Btw bis jetzt wurden bei mir im Studium nur männliche Personen ausgesiebt. Wenn Frau will, dann kommt sie auch sehr gut durch das Studium...(denn deren Abbrecherquoten sind schon viel niedriger, weil auch nur der weibliche Anteil so niedrig ist.)

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