Wenn universitäre Aufgaben an Unternehmen ausgelagert werden, klingt das erst mal dubios. An der Bucerius Law School in Hamburg wurden jetzt die Klausurkorrekturen outgesourct – und alle sind begeistert.

Juristen bekommen auf ihre Ausarbeitungen ausführliche schriftliche Rückmeldungen. Deshalb kann die Korrektur einer einzelnen Klausur bis zu 45 Minuten in Anspruch nehmen. Um diesen Arbeitsaufwand zu bewältigen, beschäftigen viele Juralehrstühle junge Absolventen und Doktoranden, die sich durch Korrekturen etwas dazuverdienen. Viel ist das nicht: Für die Aushilfen an der Bucerius Law School waren es bisher bloß vier Euro pro Klausur.

Zu wenig, fand der Law-School-Student York Frese. Zusammen mit zwei Kommilitonen gründete er die Firma Examiner. Dort sind die Korrektoren nun als Freiberufler organisiert. Weil sie deshalb nicht mehr am Lehrstuhl angestellt sind, spart die Uni Sozialabgaben, die sie an die Korrektoren weitergeben kann. Die müssen sich nun zwar selbst versichern, seien das meist aber ohnehin schon über ihren Hauptberuf, sagt Frese.

Außerdem hafte seine Firma für die angefertigten Bewertungen. »Wir bezahlen dafür gerne etwas mehr, denn die Organisation und Qualität der Korrekturen ist hervorragend«, sagt Hochschulsprecher Klaus Weber. Auch die Studentenvertreter zeigen sich auf Anfrage mit der neuen Lösung zufrieden. Und die Korrektoren verdienen jetzt mehr als das Doppelte: 8,50 Euro pro Klausur. Nun will York Frese mit seiner Firma expandieren und auch an anderen Hochschulen das Korrektursystem korrigieren.