Soziale Netzwerke"Müssen alle auf Facebook sein?"
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Facebook ist unverzichtbar

Facebook ist unverzichtbar, um mit Freunden in Kontakt zu bleiben. Seit meinem Zivildienst beim Goethe-Institut habe ich Bekannte in Argentinien, Thailand und Südafrika. Letzten Sommer habe ich ein zweimonatiges Praktikum in Sri Lanka gemacht. Jetzt studiere ich in Kanada. Zu meinen Freunden in Deutschland beträgt der Zeitunterschied neun, zu denen in Neuseeland sogar 21 Stunden – einen Termin zum Skypen oder Telefonieren zu finden ist fast unmöglich. Dank Facebook können wir einfacher in Verbindung bleiben. Bald fahre ich nach San Francisco und besuche Leute, die ich dreieinhalb Jahre nicht gesehen habe. Ohne ihre Status-Updates wüsste ich nicht, dass sie jetzt dort leben – viele Bekanntschaften wären längst eingeschlafen. Die Zeit mit Facebook ist die Zeit, in der ich alte Freundschaften pflege.

ZEIT Campus 3/12

Auch an der Uni und im Alltag regle ich vieles über Facebook. In meinem Newsfeed erfahre ich von Partys, Jobs und Mitfahrgelegenheiten, genauso wie von lesenswerten Artikeln. Und wenn ich vergessen habe, wann die Deadline für eine Hausarbeit war, poste ich die Frage in der Facebookgruppe meines Seminars und kriege sofort eine Antwort. Nach der Vorlesung gucke ich aufs Smartphone und sehe, wenn sich zum Beispiel das Referatsgruppentreffen verschoben hat. Außerdem praktisch: Handys gehen verloren, Telefonnummern ändern sich, doch Facebook bleibt.

Welche Daten man dort abgibt, muss jeder selbst entscheiden. Aber die Vorteile überwiegen. Das zeigt sich auch daran, dass ich kaum noch Leute kenne, die nicht auf Facebook sind: Einer meiner Mitbewohner hat es tatsächlich geschafft, zwei Jahre ohne Facebook zu leben, dann tauchte er neulich doch dort auf. Es gibt auch viele, die ihren Account mit großer Geste deaktivieren – und nach drei Wochen wieder zurück sind. Ist ja auch klar: Facebook ist längst ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur geworden.

Nico Hoffmann, 23, studiert Kommunikations- und Kulturmanagement. Er hat 753 Facebook-Freunde

 
Leserkommentare
  1. Den Leuten Facebook auszureden ist in etwa so erfoglreich wie den jungen Leuten den Alkoholismus auszureden... - sprich gar nicht.

    Aber wenn der erste im Krankenhaus landet/keine Arbeit aufgrund von Facebook bekommt ueberlegen es sich jene Menschen vielleicht. Vielleicht aber auch nicht...
    Mehr als warnen kann man diese Leute ja nicht - und dies wird oft genug getan.

    Das Argument mit dem Zeitunterschied fuer "pro Facebook" anzufueren ist auch aeusserst Daemlich - die Menschheit hat dafuer seit Jahrhunderten eine Loesung, naemlich den Brief. Wer es moderner will nimmt da natuerlich die E-Mail - die zumindest in Sachen Schreibkunst einem Brief in nichts nachstehen muss. Aber wer macht sich heute noch die Muehe seitenlange E-Mails zu schreiben.... einem Thema so lange die eigenen Aufmerksamkeit zu widmen ist fuer die meisten jungen Leute heute unmoeglich.

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    das Sie schon mal verstanden haben das es so was wie Email gibt. Dann verstehen Sie in ein paar Jahren vielleicht auch Facebook.

    Ich arbeite in einem internationalen Team (Indien, USA, Deutschland). Da ist es von Vorteil über Facebook zu kommunizieren, über das Projektplanungstool Basecamp zu die Arbeitsabläufe zu organisieren, per Skype miteinander zu sprechen, oder per Teamviewer dem anderen zu helfen etc.

    Aber klar: wir könnten auch Briefe schreiben oder morsen ;)

    das Sie schon mal verstanden haben das es so was wie Email gibt. Dann verstehen Sie in ein paar Jahren vielleicht auch Facebook.

    Ich arbeite in einem internationalen Team (Indien, USA, Deutschland). Da ist es von Vorteil über Facebook zu kommunizieren, über das Projektplanungstool Basecamp zu die Arbeitsabläufe zu organisieren, per Skype miteinander zu sprechen, oder per Teamviewer dem anderen zu helfen etc.

    Aber klar: wir könnten auch Briefe schreiben oder morsen ;)

  2. those who critisize young people forget who raised them...

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    • PigDog
    • 04.05.2012 um 13:34 Uhr

    heute wäre alles besser, ist genauso blöd...

    wer das Fratzenbuch braucht (oder glaubt, es zu brauchen...) der soll es ruhig benutzen.

    möge mich aber bitte nicht nerven mit der Behauptung, ich bräuchte es auch...

    • juwoki
    • 04.05.2012 um 13:41 Uhr

    young people... are 20 and 23 years old!!!
    Wo bleibt denn da das Argument?
    Der Pro Facebook Autor hat eins der wichtigsten Argumente gegen F-book selbst genannt, es geht eben nicht, es bleibt, und zwar für immer!

    • PigDog
    • 04.05.2012 um 13:34 Uhr

    heute wäre alles besser, ist genauso blöd...

    wer das Fratzenbuch braucht (oder glaubt, es zu brauchen...) der soll es ruhig benutzen.

    möge mich aber bitte nicht nerven mit der Behauptung, ich bräuchte es auch...

    • juwoki
    • 04.05.2012 um 13:41 Uhr

    young people... are 20 and 23 years old!!!
    Wo bleibt denn da das Argument?
    Der Pro Facebook Autor hat eins der wichtigsten Argumente gegen F-book selbst genannt, es geht eben nicht, es bleibt, und zwar für immer!

    • bugme
    • 04.05.2012 um 13:23 Uhr

    "Nico Hoffmann, 23, 753 Facebook-Freunde" lustig und traurig zugleich.

    Mehr ist dazu nicht zu sagen.

    8 Leserempfehlungen
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    • 15thMD
    • 04.05.2012 um 17:15 Uhr

    Was ist daran traurig?

    • 15thMD
    • 04.05.2012 um 17:28 Uhr

    Wieviele der hier wilde Behauptungen aufstellenden war denn schonmal bei Facebook angemeldet und vor allem über einen längeren Zeitraum aktiv?

    Es ist immer viel leichter grundlos zu meckern als einfach die Vorteile aus sowas wie Facebook zu ziehen.

    Und was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen Facebook und der deutlich langsameren Email außer der Ausführung? Abgehört werden kann beides, der Inhalt wird auch bei beiden vom Anbieter "mitgelesen". Bei Facebook kann man nur denjenigen, mit dem man kommunizieren möchte, einfacher finden. Man sucht die Person einfach. Bei der email braucht man schon die Adresse...

    Ich persönlich wollte schon häufiger mal Bekannte, die ich z.B. im Urlaub kennengelernt habe, anschreiben. Außer Facebook wäre mir da nur die Flaschenpost geblieben.

    Eigentlich ist das Thema aber eine Nebensache. Man kann über Facebook in Echtzeit mit anderen MEnschen kommunizieren. Das ist es, was Fb reizvoll macht.

    • 15thMD
    • 04.05.2012 um 17:15 Uhr

    Was ist daran traurig?

    • 15thMD
    • 04.05.2012 um 17:28 Uhr

    Wieviele der hier wilde Behauptungen aufstellenden war denn schonmal bei Facebook angemeldet und vor allem über einen längeren Zeitraum aktiv?

    Es ist immer viel leichter grundlos zu meckern als einfach die Vorteile aus sowas wie Facebook zu ziehen.

    Und was ist eigentlich genau der Unterschied zwischen Facebook und der deutlich langsameren Email außer der Ausführung? Abgehört werden kann beides, der Inhalt wird auch bei beiden vom Anbieter "mitgelesen". Bei Facebook kann man nur denjenigen, mit dem man kommunizieren möchte, einfacher finden. Man sucht die Person einfach. Bei der email braucht man schon die Adresse...

    Ich persönlich wollte schon häufiger mal Bekannte, die ich z.B. im Urlaub kennengelernt habe, anschreiben. Außer Facebook wäre mir da nur die Flaschenpost geblieben.

    Eigentlich ist das Thema aber eine Nebensache. Man kann über Facebook in Echtzeit mit anderen MEnschen kommunizieren. Das ist es, was Fb reizvoll macht.

  3. Habe mich (junger Mensch) auch von Facebook abgemeldet und ich finde es super. Ich schenke Zuckerberg jetzt kein Geld mehr dadurch, dass ich meinem Bedürfnis nach sozialem Kontakt nachgehe. Und ich gehe jetzt wieder zu Freunden nach hause oder die kommen zu mir. Durch das chatten auf Facebook unterbleibt sowas viel häufiger.

    Ich habe ausserdem schon immer Emails/Briefe schreiben geliebt. Wobei ich handgeschrieben besser finde als mit der Tastatur (es ist langsamer und erfordert mehr Konzentration; eine Löschung von bereits Geschriebenem fällt auf, sodass man noch mehr auf seine Wortwahl achtet; das BKA, der BND oder das BfV ließt meine Briefe mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit mit; nur der Freund speichert den handgeschriebenen Brief, den es nur ein einziges Mal gibt; die Handschrift wird geübt, die durch Tastaturschreiben verrottet, obwohl "Schön-Schreiben" auch etwas künstlerisches hat usw.).

    Und wer seine Meinungen und Ansichten verbeiten will, der kann einen Blog machen. Der gehört einem zwar auch selten 100%, aber bei Veränderungen von Datenschutzbestimmungen oder Design kann man viel leichter umziehen.

    Und oh Gott bin ich froh, nicht mehr ständig Spiele-Anfragen und Einladungen zu 1000 Veranstaltungen im Monat zu bekommen, deren Nichtbeantwortung meinerseits dank meiner Abmeldung auch nicht mehr in einen Rechtfertigungszwang umschlägt.

    Bin sehr für Web2.0, aber Facebook ist da inzwischen einfach zu 1,5. Könnte ich auch zu Springerbook gehen, wäre das selbe.

    4 Leserempfehlungen
    • eklipz
    • 04.05.2012 um 13:31 Uhr
    5. Wieso

    wissen andere eigentlich immer am besten, wie ich mein Leben leben soll, schaffen es dann aber nie, ihr eigenes auf die Reihe zu bekommen?

    6 Leserempfehlungen
  4. 6. Schön

    das Sie schon mal verstanden haben das es so was wie Email gibt. Dann verstehen Sie in ein paar Jahren vielleicht auch Facebook.

    Ich arbeite in einem internationalen Team (Indien, USA, Deutschland). Da ist es von Vorteil über Facebook zu kommunizieren, über das Projektplanungstool Basecamp zu die Arbeitsabläufe zu organisieren, per Skype miteinander zu sprechen, oder per Teamviewer dem anderen zu helfen etc.

    Aber klar: wir könnten auch Briefe schreiben oder morsen ;)

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sinnlose Diskussion"
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    auch privat nicht mehr sein können.

    Mit der gleichen Argumentation hätte Ihr Vater zuhause wohl ein Faxgerät für seine "friends" installieren müssen.

    auch privat nicht mehr sein können.

    Mit der gleichen Argumentation hätte Ihr Vater zuhause wohl ein Faxgerät für seine "friends" installieren müssen.

    • TimmyS
    • 04.05.2012 um 13:34 Uhr

    Ein wirkliche Diskussion ist dieser Beitrag nun wirklich nicht. Im Endeffekt ist jedem selbst überlassen, was er tut und wie er es tut. Ich war selber einige Zeit bei Facebook und letzten September ausgestiegen. Wobei das klingt sehr merkwürdig, dass man davon spricht "ausgestiegen" zu sein, als wäre Facebook eine Art Sekte oder parallel Gesellschaft. Die Gründe des Befürworters kann ich gut verstehen, möchte aber zu bedenken geben, dass wir bereits vor Facebook reichlich andere Lösungen für bestimmte Kommunikationshindernisse hatten. Facebook ist dabei nur ein Symptom dafür, dass wir nicht fähig waren, diese sinnvoll zu nutzen. Interessant ist aber, welches Bedürfnis Facebook als Symptom bzw. welchen Mangel ausdrückt. Ich sehe die Bedeutung von Facebook auch eher darin, dass Facebook uns so viele schlecht ausgeprägte Kompetenzen vermittelt und damit ein neues Bewusstsein schafft, welches Facebook in seiner aktuellen Struktur bald zum Kannibalen macht. Es ist wie mit dem Reisen, man muss in einem Land gewesen sein, um sich sein eigenes Bild davon zu machen, um einzuschätzen wie es einem gefällt oder ob man mehr sehen will. Man darf aber nie denken, dass man plötzlich der Spezialist ist, denn man ist es nur für den eigenen Blick auf die Dinge.
    Ich habe für mich fest gestellt, dass Facebook für mich keine Wertqualität hat. Denn Qualität und Wert brauchen Zeit und Hingabe, dies hatte ich stets bei Facebook vermisst.

    6 Leserempfehlungen
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    Manche mögen in Facebook wirklich fast wie in einer Sekte leben. Die Grenzen zwischen der mehr oder weniger korrekten Abbildung des echten Lebens und einer Art Parallelgesellschaft dürften fließend sein. Wie schon angedeutet ist Facebook ein Zeitfresser, und der Aufenthalt auf Facebook dürfte so manche echte Begegnung in der echten Welt ersetzen. Was Facebook für viele so attraktiv machen dürfte ist, dass man alles in einem Laden kriegt. Man muss sich nicht mehr separat beim E-Mail-Konto, Diskussionsforen, Chat-Providern usw. anmelden und Blogs abklappern, sondern kriegt alles aus einer Hand. Dabei bewegt man sich allerdings in einer Kunstwelt, die von der echten weiter entfernt ist, als man auf den ersten Blick sieht. Mir gefällt es dort nicht sehr. Ich bin zwar auf Facebook, benutze es aber seit einigen Monaten praktisch gar nicht mehr. Und ich habe nicht das Gefühl, dass mir dadurch viel entgeht.

    Manche mögen in Facebook wirklich fast wie in einer Sekte leben. Die Grenzen zwischen der mehr oder weniger korrekten Abbildung des echten Lebens und einer Art Parallelgesellschaft dürften fließend sein. Wie schon angedeutet ist Facebook ein Zeitfresser, und der Aufenthalt auf Facebook dürfte so manche echte Begegnung in der echten Welt ersetzen. Was Facebook für viele so attraktiv machen dürfte ist, dass man alles in einem Laden kriegt. Man muss sich nicht mehr separat beim E-Mail-Konto, Diskussionsforen, Chat-Providern usw. anmelden und Blogs abklappern, sondern kriegt alles aus einer Hand. Dabei bewegt man sich allerdings in einer Kunstwelt, die von der echten weiter entfernt ist, als man auf den ersten Blick sieht. Mir gefällt es dort nicht sehr. Ich bin zwar auf Facebook, benutze es aber seit einigen Monaten praktisch gar nicht mehr. Und ich habe nicht das Gefühl, dass mir dadurch viel entgeht.

    • PigDog
    • 04.05.2012 um 13:34 Uhr

    heute wäre alles besser, ist genauso blöd...

    wer das Fratzenbuch braucht (oder glaubt, es zu brauchen...) der soll es ruhig benutzen.

    möge mich aber bitte nicht nerven mit der Behauptung, ich bräuchte es auch...

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