Rassismus"Was habt ihr gegen mein Kopftuch?"

Auch an Universitäten gibt es Rassismus. Nur will das in Deutschland niemand wahrhaben, sagt Kübra Gümüsay

»Weißt du, Kübra, für mich bist du keine Deutsche.« Das sagt mir Manuel an einem Sommertag im Café, als wir mit Freunden gerade über Deutschland diskutieren. Eigentlich mögen wir uns, Manuel und ich. Wir haben zwei Jahre lang gemeinsam Politikwissenschaft studiert und sitzen in unserer Freizeit immer wieder in diesem Café. »Warum?«, frage ich. »Weil du ein Kopftuch trägst.«

Ich lache und erkläre ihm, dass das absurd sei. Wegen meines Kopftuchs bin ich keine Deutsche? »Gilt das auch für Bio-Deutsche, die zum Islam konvertieren?«, frage ich. »Bio-Deutsche«, so bezeichnete Cem Özdemir, der Parteivorsitzende der Grünen, im Spaß einmal Menschen, die sich in einem winzigen Detail von ihm selbst unterscheiden: »Bio-Deutsche« sind Deutsche, deren Vorfahren in Schwäbisch Gmünd oder Bad Salzuflen lebten und nicht in Izmir oder Ankara. »Das ist etwas ganz anderes!«, sagt Manuel. Andere in unserer Runde nicken, um ihm zuzustimmen. Plötzlich fühle ich mich, als hätte Manuel eine Wahrheit ausgesprochen, die sich zuvor niemand zu sagen getraut hat: In ihren Augen habe ich nie zu Deutschland gehört. Ich lächele weiter und schweige. In mir aber stürmt es.

Anzeige

Immer wieder erlebe ich, dass mir Kommilitonen in einer Seminardiskussion widersprechen, um gleich im nächsten Satz zu wiederholen, was ich zuvor gesagt habe. Als müsste man bei mir erst mal dagegenhalten und meinen Intellekt grundsätzlich infrage stellen.

Rassismus ist ein Problem der gesamten Gesellschaft

Ich bin nicht allein: Während manche die Universität als eine Oase der Freiheit und Vorurteilslosigkeit empfinden, berichten mir zahllose andere – Schwarze, Kopftuchtragende, Studenten mit Migrationshintergrund und Angehörige religiöser Minderheiten aus ganz Deutschland – von rassistischen Erfahrungen. Sie erzählen von Dozenten, die sie konsequent übersehen und nicht zu Wort kommen lassen. Sie berichten, wie sie an der Uni über die rassistischen Thesen von Thilo Sarrazin streiten und der Professor die Diskussion mit den Worten abschließt, Sarrazin habe zwar einige schwierige Sätze geschrieben, aber, tja, insgesamt habe er doch recht. Auch Gaststudenten aus dem Ausland erzählen mir, dass man sie nicht ernst nehme, weil sie ein Kopftuch trügen und kein akzentfreies Deutsch sprächen.

Kübra Gümüsay

23, schreibt das Blog Ein Fremdwoerterbuch

Ich hätte mich mit dieser Situation womöglich einfach abgefunden, hätte ich in meinen zwei Auslandssemestern in London nicht erlebt, dass es auch anders geht. Mein Professor stellte uns dort gleich in der ersten Politikvorlesung die Theorien von Edward Said vor, einem frühen Kritiker des akademischen Rassismus. Souverän stand dieser Professor vor uns Studenten und erklärte, dass es Rassismus auch an Universitäten gibt, denn Universitäten werden von Menschen bevölkert – meist von weißen, männlichen Menschen aus der Mittel- und Oberschicht –, und Menschen machen Fehler. Ich fand das mutig. Dabei ist das, was er sagte, eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Viel zu oft denken wir, Rassismus und andere Ausgrenzungsmechanismen seien Probleme der Unterschicht. Dabei sind sie ein Problem der gesamten Gesellschaft. Akademiker sind nur viel besser darin, ihre Gesinnung hinter komplizierten Definitionen und Thesen zu verstecken. Es ist der subtile Rassismus, der besonders wehtut. Der unausgesprochene, die Blicke, die uneindeutigen Aussagen. Das Ungreifbare.

ZEIT Campus 4/2012

Mich erstaunt, wie empfindlich viele Akademiker reagieren, wenn man sie darauf hinweist, dass sie sich rassistisch oder sexistisch verhalten. Diese Kritik kratzt offenbar an ihrem Ego. Und am Bild des abwägenden Wissenschaftlers, der völlig frei von Vorurteilen ist. Dabei ist kein Mensch frei von Vorurteilen und Fehlern – und gerade Studenten, Akademiker und Wissenschaftler sollten ihre Worte und Taten kritisch hinterfragen können. Wo, wenn nicht in der Universität, ist Raum für Selbstkritik und Vielfalt?

An meiner Uni in London funktionierte das: Dort war der Vorsitzende der Vereinigung für lesbische, schwule und transsexuelle Studenten ein Muslim. Die Leiterin der Palästinagruppe war Israeli. Einige der Sekretärinnen trugen indische Gewänder, manche Dozentinnen Kopftücher, ein Referent buddhistische Mönchskleidung. Zurück in Deutschland, erlebte ich dagegen gleich im ersten Monat Folgendes: Eine befreundete Medizinstudentin, kopftuchtragend, betrat in der Kölner Uni das Auditorium. Der Professor schaute sie mit gerunzelter Stirn an und sagte dann: »Die Putzkammer befindet sich am Ende des Flurs.«

Meine Freundin antwortete: »Ach, und ich dachte für einen Moment, Sie wären der Hausmeister.«

 
Leserkommentare
  1. ist kein Rassismus per se, sondern eine Absage dem Glauben des Islams [...]

    Angehörige einer Religion sind keine eigene "Rasse". Wer sowas denkt hat keine Ahnung.

    Ich hoffe auf eine Zeit in der 2 Dinge passiert sind:

    1. Dass die Menschen aufhören sich als Angehörige bzw. nicht-Angehörige bestimmter Länder/Nationen/"Rassen" zu sehen, zu definieren und abzugrenzen. "Ich bin ein Mensch" ist die einzig notwendige Aussage

    2. Religionen keinerlei, aber auch wirklich keinerlei Bedeutung mehr haben im gesellschaftlichen Miteinander.

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Herabwürdigungen. Danke. Die Redaktion/ag

    110 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    "Ablehnung des Kopftuchesist kein Rassismus per se, sondern eine Absage dem Glauben des Islams [...]"
    Und ist es eine Ablehnung der Rückwärtsentwicklung, das Kopftuch steht nicht gerade für einen modernen Islam.

    Gekürzt, da Textstelle im Ausgangskommentar entfernt. Die Redaktion/ag

    warum sollten sich Menschen nicht zugehörig zu Nationen oder Ländern fühlen?

    Hier gehts ja nicht nur um einen selbst sondern um alles was damit zusammenhängt.
    Gesetze, Sozialleistungen, Rechte und Pflichten.

    Wem das Land in dem er lebt nicht gefällt, kann sich sein Wunschland ja aussuchen.
    Waffenliebhaber können von mir aus in Amerika aufblühen... dafür gehts den Arbeitslosen in Deutschland besser.

    Wer würde die Politik vorgeben wenn es keine Nationen mehr gibt?
    Tanzen dann alle nach der einen Pfeife aus Amerika? Oder Russland? Oder darf Indonesien vorgeben wie man Leute in Kanada und Saudi-Arabien zur Rechenschaft zieht?

    • Lukan
    • 16.07.2012 um 11:25 Uhr

    Skeptik ggü. Kopftuch -> Rassismus, ist schon ziemlich schwach, weshalb ich lange überlegt habe, ob ich den Kommentar überhaupt lesen soll. Aber zumindest die kleine Anekdote am Ende war es dann doch wert, auch wenn selbige sehr nach urban myth klingt.

    "Ich hoffe auf eine Zeit in der 2 Dinge passiert sind:

    1. Dass die Menschen aufhören sich als Angehörige bzw. nicht-Angehörige bestimmter Länder/Nationen/"Rassen" zu sehen, zu definieren und abzugrenzen. "Ich bin ein Mensch" ist die einzig notwendige Aussage

    2. Religionen keinerlei, aber auch wirklich keinerlei Bedeutung mehr haben im gesellschaftlichen Miteinander."

    Das klingt nach einer wunderbar offenen und freien Gesellschaft, die Sie da beschreiben. Es könnte so einfach sein mit der Menschheit, wenn doch nur alle nach Ihrer Pfeife tanzen würden. Schön, dass Sie wissen, was "die einzig notwendige Aussage" ist, die jemand über sich selbst zu treffen hat. Schön, dass Sie wissen, wie toll doch alles ohne Religionen wäre auf der Welt. An Ihrem Wesen kann wirklich die Welt genesen.

    Und der ZEITonline-Pöbel klatscht fleißig durch Empfehlungen Beifall. Sowas wär ja auch toll, so eine hübsch homogene Gesellschaft. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

    Hat man die Menschen nach ihrem Stand unterteilt.
    Oder nach katholiken und evangelen.
    Nach dies und das.

    Das alles macht man heutzutage kaum noch. Viele dieser alteingessenen und jetzt nicht mehr relevanten Unterscheidungspunkte hatte man lange für bedeutsam gehalten.

    Juckt es heutzutage noch wen ob er evangelisch oder katholisch ist? In Deutschland nicht, nein.

    Warum nicht also hoffen (!), dass in "naher" Zukunft auch die Unterscheidung nach Herkunft und Nationen wegfallen wird. Wir sind nunmal schließlich alle Menschen. Daran lässt sich nichts rütteln.
    Für unser Ursprungsland können wir nichts, das war reiner Zufall. Auf so etwas Wert zu geben erschließt sich mir einfach nicht, es macht wenig Sinn.

    Dass ein Leben beinahe ohne Religionen toll ist sehen wir alltäglich in Deutschland, denn hier spielen Religionen fast keine Rolle mehr.

    Schauen wir über den Ozean und sehen dass religiöse Fanatiker dort Präsident werden wollen/können und ihr Handeln dadurch begründen dass es in der Bibel stehe, dass GOtt es so wolle, dann kann ich feststellen, dass eine Welt ohne Religionen (oder zumindest sehr wenig) eine bessere wäre.

    Dies muss ja nicht heissen dass wir Religionen VERBIETEN. Davon war keine Rede!

    Aber wir leben jetzt auch größtenteils ohne Rassentrennung (theoretisch) und das hat auch kaum jemand für möglich gehalten.

    Bei Kommentaren und Anmerkungen zur Moderation wenden Sie sich bitte an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/mo.

    Einerseits lehnen Sie, soweit ich das verstehe, das Kopftuch als Zeichen des Islamischen Glaubens ab.

    Andererseits wünschen Sie sich eine Zeit, in der Religion keine Bedeutung für das menschliche Miteinander mehr haben.
    Ja, dann fangen Sie doch bitte bei sich selbst und ihrer Lebenseinstellung an.

    Die Ablehnung oder Andersbehandlung eines Menschen aufgrund seiner Religion ist sehr wohl Rassismus. Rassismus ist ein recht weit gefasster Oberbegriff und bezieht sich nicht ausschließlich auf "Rasse". So ist Sexismus auch Rassismus - nämlich ein durch das Geschlecht des anderen Menschen motivierter.

    Und selbst wenn Sie bei Ihrer Definition bleiben, dann ändert es nichts an der Tatsache, dass hier offenbar jemand ob seiner Glaubensrichtung diskriminiert wird.

    Ob man Kopftücher nun mag oder nicht - meine Großmutter und so ziemlich alle Frauen im Dorf (Brandenburg) trugen Kopftuch und gestört hat es niemanden (ich erinnere mich an den Zeitraum ab 1985).

    Ich habe auch mal Kopftücher als Zeichen des Islam abgelehnt, aber was soll's. Leben und leben lassen. Man gewöhnt sich an den Anblick. Ich sehe es als modisches Accessoire und damit ist's gut. Es gibt Dinge, die tun meinen Augen viel mehr weh. Schwarz gefärbte Haare mit pinken Strähnchen bspw. Oder lederne Solariumhaut. Oder Arschgeweihe.

    Argh.

    Wenn ich sage, dass (reines Beispiel) HSV-Fans doof sind, dann ist das KEIN Rassismus.
    Wenn ich sage, dass die Fans der Simpsons keinen Geschmack haben, dann ist das KEIN Rassismus.
    WEnn ich sage, dass die Anhänger einer Ideologie doof sind, dann ist das KEIN Rassismus.

    Wenn ich aber sage, dass alle weißhäutigen mitteleuropäer doof sind, dann ja, dann ist das Rassismus.

    Sich einem Glauben, oder irgendetwas anderem verschrieben zu haben ist eine persönliche Entscheidung (mehr oder weniger freiwillig), kann aber jederzeit widerrufen werden. Woher man kommt, "was man ist", ist unveränderbar.
    Das ist der große Unterschied.

    Jeder Muslim, jeder Christ und jeder Pastafari kann sich jederzeit (!) dazu entscheiden seiner Religion den Rücken zu kehren, machen ja zum Glück auch Tausende jeden Tag.

    Deswegen ist das Kritisieren des Tragens eines Kopftuches KEIN Rassismus, da es eine freiwillige Entscheidung ist.

    Ich hoffe auf eine Zeit, in der wir tolerant sind gegenüber Menschen mit anderem kulturellem Hintergrund; oder gegenüber Menschen einer anderen Religion - oder irgendeiner Religion, oder keiner Religion. Einfach so, von uns aus, weil es natürlich ist. Aber wenn ich Ihren Kommentar lese, weiß ich, dass das nicht passieren wird. Intoleranz und Kleingeistigkeit sind die einzigen Konstanten der Menschheitsgeschichte und allzu oft sind jene, die sich die größten Freiheitsverfechter nennen, die größten Unterdrücker.

    Sie erfreuen sich daran, dass Ihnen aufgefallen ist, dass die Ablehnung Kopftuch tragender Frauen kein Rassismus ist. Bravo. Leider ist Ihnen entgangen, dass die Diskriminierung deswegen nicht weniger real und verletzend ist. Einen Menschen aufgrund seiner religiösen Überzeugungen zu diskrimnieren oder diesen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe zu diskrimineren - was macht das für einen Unterschied?

    "Ablehnung des Kopftuches ist kein Rassismus per se, sondern eine Absage dem Glauben des Islams"

    Na, dann ist es vielleicht kein Rassismus, sondern religiöse Diskriminierung, macht es das vielleicht besser?

    Rassismus ist vor allem deswegen so schrecklich, da die Opfer rein gar nichts für ihre Herkunft/Aussehen/etc. können.

    Jeder ist aber in der Lage den Zwängen und Irren der Religionen zu entfliehen.

    Natürlich ist jegliche Form von Diskriminierung zu vermeiden und so etwas sollte in seiner WIrkung nicht relativiert werden.

    DENNOCH ist Rassismus eine ganz andere Sache in der Härte und wie stark man es ablehnen sollte.

    "Ablehnung des Kopftuchesist kein Rassismus per se, sondern eine Absage dem Glauben des Islams [...]"
    Und ist es eine Ablehnung der Rückwärtsentwicklung, das Kopftuch steht nicht gerade für einen modernen Islam.

    Gekürzt, da Textstelle im Ausgangskommentar entfernt. Die Redaktion/ag

    warum sollten sich Menschen nicht zugehörig zu Nationen oder Ländern fühlen?

    Hier gehts ja nicht nur um einen selbst sondern um alles was damit zusammenhängt.
    Gesetze, Sozialleistungen, Rechte und Pflichten.

    Wem das Land in dem er lebt nicht gefällt, kann sich sein Wunschland ja aussuchen.
    Waffenliebhaber können von mir aus in Amerika aufblühen... dafür gehts den Arbeitslosen in Deutschland besser.

    Wer würde die Politik vorgeben wenn es keine Nationen mehr gibt?
    Tanzen dann alle nach der einen Pfeife aus Amerika? Oder Russland? Oder darf Indonesien vorgeben wie man Leute in Kanada und Saudi-Arabien zur Rechenschaft zieht?

    • Lukan
    • 16.07.2012 um 11:25 Uhr

    Skeptik ggü. Kopftuch -> Rassismus, ist schon ziemlich schwach, weshalb ich lange überlegt habe, ob ich den Kommentar überhaupt lesen soll. Aber zumindest die kleine Anekdote am Ende war es dann doch wert, auch wenn selbige sehr nach urban myth klingt.

    "Ich hoffe auf eine Zeit in der 2 Dinge passiert sind:

    1. Dass die Menschen aufhören sich als Angehörige bzw. nicht-Angehörige bestimmter Länder/Nationen/"Rassen" zu sehen, zu definieren und abzugrenzen. "Ich bin ein Mensch" ist die einzig notwendige Aussage

    2. Religionen keinerlei, aber auch wirklich keinerlei Bedeutung mehr haben im gesellschaftlichen Miteinander."

    Das klingt nach einer wunderbar offenen und freien Gesellschaft, die Sie da beschreiben. Es könnte so einfach sein mit der Menschheit, wenn doch nur alle nach Ihrer Pfeife tanzen würden. Schön, dass Sie wissen, was "die einzig notwendige Aussage" ist, die jemand über sich selbst zu treffen hat. Schön, dass Sie wissen, wie toll doch alles ohne Religionen wäre auf der Welt. An Ihrem Wesen kann wirklich die Welt genesen.

    Und der ZEITonline-Pöbel klatscht fleißig durch Empfehlungen Beifall. Sowas wär ja auch toll, so eine hübsch homogene Gesellschaft. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

    Hat man die Menschen nach ihrem Stand unterteilt.
    Oder nach katholiken und evangelen.
    Nach dies und das.

    Das alles macht man heutzutage kaum noch. Viele dieser alteingessenen und jetzt nicht mehr relevanten Unterscheidungspunkte hatte man lange für bedeutsam gehalten.

    Juckt es heutzutage noch wen ob er evangelisch oder katholisch ist? In Deutschland nicht, nein.

    Warum nicht also hoffen (!), dass in "naher" Zukunft auch die Unterscheidung nach Herkunft und Nationen wegfallen wird. Wir sind nunmal schließlich alle Menschen. Daran lässt sich nichts rütteln.
    Für unser Ursprungsland können wir nichts, das war reiner Zufall. Auf so etwas Wert zu geben erschließt sich mir einfach nicht, es macht wenig Sinn.

    Dass ein Leben beinahe ohne Religionen toll ist sehen wir alltäglich in Deutschland, denn hier spielen Religionen fast keine Rolle mehr.

    Schauen wir über den Ozean und sehen dass religiöse Fanatiker dort Präsident werden wollen/können und ihr Handeln dadurch begründen dass es in der Bibel stehe, dass GOtt es so wolle, dann kann ich feststellen, dass eine Welt ohne Religionen (oder zumindest sehr wenig) eine bessere wäre.

    Dies muss ja nicht heissen dass wir Religionen VERBIETEN. Davon war keine Rede!

    Aber wir leben jetzt auch größtenteils ohne Rassentrennung (theoretisch) und das hat auch kaum jemand für möglich gehalten.

    Bei Kommentaren und Anmerkungen zur Moderation wenden Sie sich bitte an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/mo.

    Einerseits lehnen Sie, soweit ich das verstehe, das Kopftuch als Zeichen des Islamischen Glaubens ab.

    Andererseits wünschen Sie sich eine Zeit, in der Religion keine Bedeutung für das menschliche Miteinander mehr haben.
    Ja, dann fangen Sie doch bitte bei sich selbst und ihrer Lebenseinstellung an.

    Die Ablehnung oder Andersbehandlung eines Menschen aufgrund seiner Religion ist sehr wohl Rassismus. Rassismus ist ein recht weit gefasster Oberbegriff und bezieht sich nicht ausschließlich auf "Rasse". So ist Sexismus auch Rassismus - nämlich ein durch das Geschlecht des anderen Menschen motivierter.

    Und selbst wenn Sie bei Ihrer Definition bleiben, dann ändert es nichts an der Tatsache, dass hier offenbar jemand ob seiner Glaubensrichtung diskriminiert wird.

    Ob man Kopftücher nun mag oder nicht - meine Großmutter und so ziemlich alle Frauen im Dorf (Brandenburg) trugen Kopftuch und gestört hat es niemanden (ich erinnere mich an den Zeitraum ab 1985).

    Ich habe auch mal Kopftücher als Zeichen des Islam abgelehnt, aber was soll's. Leben und leben lassen. Man gewöhnt sich an den Anblick. Ich sehe es als modisches Accessoire und damit ist's gut. Es gibt Dinge, die tun meinen Augen viel mehr weh. Schwarz gefärbte Haare mit pinken Strähnchen bspw. Oder lederne Solariumhaut. Oder Arschgeweihe.

    Argh.

    Wenn ich sage, dass (reines Beispiel) HSV-Fans doof sind, dann ist das KEIN Rassismus.
    Wenn ich sage, dass die Fans der Simpsons keinen Geschmack haben, dann ist das KEIN Rassismus.
    WEnn ich sage, dass die Anhänger einer Ideologie doof sind, dann ist das KEIN Rassismus.

    Wenn ich aber sage, dass alle weißhäutigen mitteleuropäer doof sind, dann ja, dann ist das Rassismus.

    Sich einem Glauben, oder irgendetwas anderem verschrieben zu haben ist eine persönliche Entscheidung (mehr oder weniger freiwillig), kann aber jederzeit widerrufen werden. Woher man kommt, "was man ist", ist unveränderbar.
    Das ist der große Unterschied.

    Jeder Muslim, jeder Christ und jeder Pastafari kann sich jederzeit (!) dazu entscheiden seiner Religion den Rücken zu kehren, machen ja zum Glück auch Tausende jeden Tag.

    Deswegen ist das Kritisieren des Tragens eines Kopftuches KEIN Rassismus, da es eine freiwillige Entscheidung ist.

    Ich hoffe auf eine Zeit, in der wir tolerant sind gegenüber Menschen mit anderem kulturellem Hintergrund; oder gegenüber Menschen einer anderen Religion - oder irgendeiner Religion, oder keiner Religion. Einfach so, von uns aus, weil es natürlich ist. Aber wenn ich Ihren Kommentar lese, weiß ich, dass das nicht passieren wird. Intoleranz und Kleingeistigkeit sind die einzigen Konstanten der Menschheitsgeschichte und allzu oft sind jene, die sich die größten Freiheitsverfechter nennen, die größten Unterdrücker.

    Sie erfreuen sich daran, dass Ihnen aufgefallen ist, dass die Ablehnung Kopftuch tragender Frauen kein Rassismus ist. Bravo. Leider ist Ihnen entgangen, dass die Diskriminierung deswegen nicht weniger real und verletzend ist. Einen Menschen aufgrund seiner religiösen Überzeugungen zu diskrimnieren oder diesen Menschen aufgrund seiner Hautfarbe zu diskrimineren - was macht das für einen Unterschied?

    "Ablehnung des Kopftuches ist kein Rassismus per se, sondern eine Absage dem Glauben des Islams"

    Na, dann ist es vielleicht kein Rassismus, sondern religiöse Diskriminierung, macht es das vielleicht besser?

    Rassismus ist vor allem deswegen so schrecklich, da die Opfer rein gar nichts für ihre Herkunft/Aussehen/etc. können.

    Jeder ist aber in der Lage den Zwängen und Irren der Religionen zu entfliehen.

    Natürlich ist jegliche Form von Diskriminierung zu vermeiden und so etwas sollte in seiner WIrkung nicht relativiert werden.

    DENNOCH ist Rassismus eine ganz andere Sache in der Härte und wie stark man es ablehnen sollte.

  2. 2. Achso

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/ag

    18 Leserempfehlungen
  3. Entfernt, da unsachlich. Die Redaktion/ag

    27 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Bashu
    • 16.07.2012 um 11:59 Uhr

    " sondern für das Gegenteil, einer Verschränkung von Gesellschaft und Religion"

    Das habe ich aus ihren Beträgen nicht lesen können.

    Und der Salafismus ist überdokumentiert. Ein marginaler Bruchteil der Muslime gehört den Salafisten an. Wir dürfen nicht vergessen, dass es auch christliche Sekten gibt (die auch nur einen Bruchteil der Christen ansprechen), mit ebenfalls gefährlichen Praktiken und Ansichten. Und wahrscheinlich auch jüdische Sekten, sowie esoterische und okkulte Vereine.

    Ich bin Atheist und gegen jegliche Religion und Ideologie, aber man sollte doch mit gleichem Maß messen.

    Dennoch hoffe ich, dass sich die muslimischen Frauen irgendwann vom Kopftuch befreien werden. Man hat ja manchmal den Eindruck, die Art der Bekleidung (die von Menschen erdacht wurde) wäre wichtiger als der Glaube an Gott. Gut, dass es Musliminnen gibt, die nach Spiritualität und einem inneren Dialog mit Gott suchen, statt sich in oberflächlichen Ritualen zu verlieren ... das gilt übrigens auch für die anderen Weltreligionen...

    • Bashu
    • 16.07.2012 um 11:59 Uhr

    " sondern für das Gegenteil, einer Verschränkung von Gesellschaft und Religion"

    Das habe ich aus ihren Beträgen nicht lesen können.

    Und der Salafismus ist überdokumentiert. Ein marginaler Bruchteil der Muslime gehört den Salafisten an. Wir dürfen nicht vergessen, dass es auch christliche Sekten gibt (die auch nur einen Bruchteil der Christen ansprechen), mit ebenfalls gefährlichen Praktiken und Ansichten. Und wahrscheinlich auch jüdische Sekten, sowie esoterische und okkulte Vereine.

    Ich bin Atheist und gegen jegliche Religion und Ideologie, aber man sollte doch mit gleichem Maß messen.

    Dennoch hoffe ich, dass sich die muslimischen Frauen irgendwann vom Kopftuch befreien werden. Man hat ja manchmal den Eindruck, die Art der Bekleidung (die von Menschen erdacht wurde) wäre wichtiger als der Glaube an Gott. Gut, dass es Musliminnen gibt, die nach Spiritualität und einem inneren Dialog mit Gott suchen, statt sich in oberflächlichen Ritualen zu verlieren ... das gilt übrigens auch für die anderen Weltreligionen...

    • jagu
    • 16.07.2012 um 11:05 Uhr

    Wer die Religionsfreiheit und unser Grundgesetz wirklich ernst nimmt kann nicht gegen ein Kopftuch sein.

    Man kann auch keine gesamte Religion daran messen, dass sie kleine radikale Gruppieren enthält. Dann dürfte die Kirche aufgrund christlicher, sektenähnlicher Gruppierungen längst verboten sein.

    Und: Man erinnere sich mal bitte an des Straßenbild der 60er in Deutschland, da ist keine ältere Frau ohnen Kopfbedeckung auf die Straße gegangen und jungen Mädchen von ihren Eltern verboten worden, mit offenen Haaren auf die Straße zu gehen.

    Und diese Reaktionisten, die solche Zeiten heute am liebsten wieder hätten, die sind gegen ein Kopftuch bei Frauen heute?

    Das ist in einer freien Gesellschaft weder nachvollziehbar noch erklärbar - oder es wird gar keine freie Gesellschaftsordnung wirklich angestrebt, sondern nur wie z.B. in der DDR vorgegaukelt.

    29 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Thetis
    • 16.07.2012 um 11:40 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke, die Redaktion/mo.

    'Was habt ihr gegen mein Kopftuch?' wurde doch schon tausend Mal beantwortet. Es ist ein Symbol.
    Es ist das Symbol für den politischen Islam, der Frauen und Männer trennt, der Gläubige und Ungläubige trennt, der auch Frauen und Frauen trennt. Ein Symbol für Trennung von Menschen.

    Und das stört mich ganz persönlich und viele andere auch.
    So einfach ist das.

    Also gehören junge Mädchen / Frauen mit Kopftüchern also zum Deutschland 2012? Sie "bereichern" das Leben.

    All jene, die damit nicht übereinstimmen sind in Konsequenz intolerante, kleingeistige Rassisten.

    Ich finde die Heuchelei von vielen Foristen hier nicht der Realität entsprechend. Die überwältigende Mehrheit von euch möchte nicht eine arabische Großfamilie als Nachbarn, und ihr würdet euer Kind wahrscheinlich auch nicht in einen Kindergarten lassen, der 80% "Migrationsanteil" hat.

    Das Problem bei uns sind aber nicht Fremde, die bei uns ihren Weg beibehalten möchten.
    Unsere (heimische) Gesellschaft krankt eher an Kinderarmut, fehlenden Werten/Orientierung und dem Konsum als neuem Gott.

    Niemand würde heutzutage eine Kirche vor dem Abriss verteidigen, aber wehe wenn das neue iPad 3 gerade nicht lieferbar ist

    Naja, also ich weiß nicht, wo Sie in den 1960er Jahren gelebt haben, aber was ich aus der Zeit noch weiß und was ich in alten Fotoalben gesehen habe, da waren "behütete" oder "betuchte" Frauen eher die Ausnahme. Höchstens mal bei Gelegenheiten, wo frau sich herausputzen wollte ...

    Das Deutschland, in dem ich aufgewachsen bin, ist ein Deutschland, in dem Frauen ihre Haare nicht versteckt gehalten haben. Die ganzen Friseur-Salons, wo Frauen sich die Haare mit Dauerwelle oder Ondulierwellen verschönern ließen, hätten ja gar keine Existenzgrundlage gehabt, wenn die Frauen in Deutschland ihre Haare unter Kopftüchern verdeckt hätten. Oder nicht?

    • Thetis
    • 16.07.2012 um 11:40 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf unsachliche Vergleiche. Danke, die Redaktion/mo.

    'Was habt ihr gegen mein Kopftuch?' wurde doch schon tausend Mal beantwortet. Es ist ein Symbol.
    Es ist das Symbol für den politischen Islam, der Frauen und Männer trennt, der Gläubige und Ungläubige trennt, der auch Frauen und Frauen trennt. Ein Symbol für Trennung von Menschen.

    Und das stört mich ganz persönlich und viele andere auch.
    So einfach ist das.

    Also gehören junge Mädchen / Frauen mit Kopftüchern also zum Deutschland 2012? Sie "bereichern" das Leben.

    All jene, die damit nicht übereinstimmen sind in Konsequenz intolerante, kleingeistige Rassisten.

    Ich finde die Heuchelei von vielen Foristen hier nicht der Realität entsprechend. Die überwältigende Mehrheit von euch möchte nicht eine arabische Großfamilie als Nachbarn, und ihr würdet euer Kind wahrscheinlich auch nicht in einen Kindergarten lassen, der 80% "Migrationsanteil" hat.

    Das Problem bei uns sind aber nicht Fremde, die bei uns ihren Weg beibehalten möchten.
    Unsere (heimische) Gesellschaft krankt eher an Kinderarmut, fehlenden Werten/Orientierung und dem Konsum als neuem Gott.

    Niemand würde heutzutage eine Kirche vor dem Abriss verteidigen, aber wehe wenn das neue iPad 3 gerade nicht lieferbar ist

    Naja, also ich weiß nicht, wo Sie in den 1960er Jahren gelebt haben, aber was ich aus der Zeit noch weiß und was ich in alten Fotoalben gesehen habe, da waren "behütete" oder "betuchte" Frauen eher die Ausnahme. Höchstens mal bei Gelegenheiten, wo frau sich herausputzen wollte ...

    Das Deutschland, in dem ich aufgewachsen bin, ist ein Deutschland, in dem Frauen ihre Haare nicht versteckt gehalten haben. Die ganzen Friseur-Salons, wo Frauen sich die Haare mit Dauerwelle oder Ondulierwellen verschönern ließen, hätten ja gar keine Existenzgrundlage gehabt, wenn die Frauen in Deutschland ihre Haare unter Kopftüchern verdeckt hätten. Oder nicht?

  4. ..., insbesondere aus dem muslimischen Kosmos, unterschätzen den Einfluss des 30jährigen Krieges auf die deutsche Seelenlage. Religion ist für uns, geschichtskundig oder unterbewusst, in vielen Schattierungen ein Synonym für Gewalt und Krieg. Auch war die Kirche in der Regel auf der Seite des, repressiven, Staates.

    Es ist also nicht persönlich gemeint, es ist nur so dass wir hier Religion gegenüber skeptisch sind. Das Kopftuch wird in diesem Land in erster Linie als ein Sympol der Gewalt und Unterdrückung gesehen.

    [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich. Danke. Die Redaktion/ag

    59 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    die angst der zentraleuropäer vor dem islam zu. also das im kollektivem vererbte gedächnis. das der 30 jährige krieg grossen einfluss auf die religionskritische haltung in den katholischen regionen in deutschland hatte, ist kaum messbar.
    kopftuecher waren bis zum 2.weltkrieg, und bei den alten darueber hinaus, in deutschland und weiten teilen osteuropas, gebräuchlich. daher darf man sich fragen ob die generelle diskussion um das kopftuch auf unwissenheit oder als substitut fuer generellen fremdenhass missbraucht wird.

    wie sieht denn der gebuehrende deutsche ueberhaupt aus?
    in usa oder england hatte ich kaum schwierigkeiten mit meinem anderssein.

    Ressentiments gegen das kopftuch mit einer grundsätzlich relegionskritischen Deutschen Grundhaltung gleichsetzen zu wollen. Da muss man sich doch nur mal das gezeter anschauen, welche die "religionskritischen" Deutschen vom Stapel ließen, als Gerichte ihnen verbieten wollten Kreuze in den Schulen aufzuhängen. Und die ersetzung des faches Religion (was in der Regel natürlich "christliche" Religion meint) gegen LER wird von diesen "religionskritischen Menschen als untergang des Abendlandes dargestellt.

    Ebenso würden diese Menschen zetern, wenn man Kreuze als Halsschmuck ebenso wie den Davidsstern an öffentlichen Einrichtungen verbieten würde.

    Das hat nichts mit einer grundsätzlich religionskritischen Grundhaltung zu tun, sondern leider mit einem latenten Rassismus, der nur zu gerne auf die Sarazin Thesen aufspringt.

    Kann man tun, dann sollte man aber auch so ehrlich sein und dazu stehen.

    Leider hat die Autorin den Nagel vollstens auf den Kopf getroffen. Rassistische Akademiker sind leider noch ein viel schlimmeres Übel, weil diese glauben das mit abstrusen Welterklärungstherien begründen zu müssen, und nicht zu der menschlichen Schwäche stehen können, dass sie Vorurteilen auf den Leim gehen, wenn sie so pauschalisieren.

    die angst der zentraleuropäer vor dem islam zu. also das im kollektivem vererbte gedächnis. das der 30 jährige krieg grossen einfluss auf die religionskritische haltung in den katholischen regionen in deutschland hatte, ist kaum messbar.
    kopftuecher waren bis zum 2.weltkrieg, und bei den alten darueber hinaus, in deutschland und weiten teilen osteuropas, gebräuchlich. daher darf man sich fragen ob die generelle diskussion um das kopftuch auf unwissenheit oder als substitut fuer generellen fremdenhass missbraucht wird.

    wie sieht denn der gebuehrende deutsche ueberhaupt aus?
    in usa oder england hatte ich kaum schwierigkeiten mit meinem anderssein.

    Ressentiments gegen das kopftuch mit einer grundsätzlich relegionskritischen Deutschen Grundhaltung gleichsetzen zu wollen. Da muss man sich doch nur mal das gezeter anschauen, welche die "religionskritischen" Deutschen vom Stapel ließen, als Gerichte ihnen verbieten wollten Kreuze in den Schulen aufzuhängen. Und die ersetzung des faches Religion (was in der Regel natürlich "christliche" Religion meint) gegen LER wird von diesen "religionskritischen Menschen als untergang des Abendlandes dargestellt.

    Ebenso würden diese Menschen zetern, wenn man Kreuze als Halsschmuck ebenso wie den Davidsstern an öffentlichen Einrichtungen verbieten würde.

    Das hat nichts mit einer grundsätzlich religionskritischen Grundhaltung zu tun, sondern leider mit einem latenten Rassismus, der nur zu gerne auf die Sarazin Thesen aufspringt.

    Kann man tun, dann sollte man aber auch so ehrlich sein und dazu stehen.

    Leider hat die Autorin den Nagel vollstens auf den Kopf getroffen. Rassistische Akademiker sind leider noch ein viel schlimmeres Übel, weil diese glauben das mit abstrusen Welterklärungstherien begründen zu müssen, und nicht zu der menschlichen Schwäche stehen können, dass sie Vorurteilen auf den Leim gehen, wenn sie so pauschalisieren.

  5. "Ablehnung des Kopftuchesist kein Rassismus per se, sondern eine Absage dem Glauben des Islams [...]"
    Und ist es eine Ablehnung der Rückwärtsentwicklung, das Kopftuch steht nicht gerade für einen modernen Islam.

    Gekürzt, da Textstelle im Ausgangskommentar entfernt. Die Redaktion/ag

    46 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Userin
    • 17.07.2012 um 13:42 Uhr

    1. Religion ist keine Rasse
    2. Ich verurteile niemanden wegen seiner Hautfarbe.
    3. Das Kopftuch ist für mich ein Symbol für die Unterdrückung der Frau.
    4. Unsere Mütter und Großmütter haben nicht viele Jahrzehnte für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen gekämpft, damit nun ein gewisser Bevölkerungsanteil uns sozial wieder ins Mittelalter schicken will.

    Darum lehne ich das Kopftuch entschieden ab. Auch und vor allem, wenn es von einer "Bio-Deutschen" getragen würde. Gerade die sollte es besser wissen.

    Ich bin auch mit Muslimen befreundet. Aber nur mit gemäßigten (das bedeutet u.a. ohne Kopftuch oder langen Bart). Ich würde auch nicht mit Fundamentalchristen befreundet sein wollen.

    • Userin
    • 17.07.2012 um 13:42 Uhr

    1. Religion ist keine Rasse
    2. Ich verurteile niemanden wegen seiner Hautfarbe.
    3. Das Kopftuch ist für mich ein Symbol für die Unterdrückung der Frau.
    4. Unsere Mütter und Großmütter haben nicht viele Jahrzehnte für die Gleichberechtigung von Männern und Frauen gekämpft, damit nun ein gewisser Bevölkerungsanteil uns sozial wieder ins Mittelalter schicken will.

    Darum lehne ich das Kopftuch entschieden ab. Auch und vor allem, wenn es von einer "Bio-Deutschen" getragen würde. Gerade die sollte es besser wissen.

    Ich bin auch mit Muslimen befreundet. Aber nur mit gemäßigten (das bedeutet u.a. ohne Kopftuch oder langen Bart). Ich würde auch nicht mit Fundamentalchristen befreundet sein wollen.

    • em-y
    • 16.07.2012 um 11:08 Uhr

    Liebe Kübra,
    ich weiss, es ist schwierig, und dass es weh tun kann, wenn es von Menschen kommt, die man zu kennen glaubte, aber mach Dir nichts draus, es sind einfach Menschen mit beschränktem Horizont und ohne jegliches Einfühlungsvermögen.

    Und lass Dich auch nicht von den Kommentaren verunsichern, die hier zweifelsfrei kommen werden.

    Es gibt bestimmt genug Menschen, denen Deine Kopfbedeckung Wurscht ist und die den Menschen darunter sehen. Kopf hoch!

    36 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Zio
    • 16.07.2012 um 13:29 Uhr

    und möchte der Autorin noch sagen, dass ich ihren Mut bewundere so einen Artikel zu schreiben. Die negative Reaktionen in Form von Kommentaren war absehbar, aber dem zu Trotzen finde ich wichtig und gut.

    Ich bin zwar kein großer Freund von Religionen, aber ich finde es wichtig jeden Menschen zunächst mal völlig unbefangen entgegenzutreten. Dass das nicht immer selbstverständlich ist, muss man sich immer wieder klar machen.

    Wie gerne man hierzulande und auch in vielen anderen Ländern gegenüber Minderheiten vorgeht, spiegelt sich in den Kommentaren wider. Ich frage mich immer noch warum so selten oder nie in den Medien darauf eingegangen wird, weshalb das Thema Islam den Menschen so wichtig ist. Ich bin 30 Jahre alt und hatte in meinem Leben noch nie ein Problem mit einem Muslimen geschweige einer Frau mit Kopftuch. Keiner kann mir weis machen, dass ich eine Ausnahme sei. Also warum wird so selbstverständlich das Thema heißer diskutiert als jedes andere? Die Antwort kann nun mal nur Rassismus lauten. Also den Drang einer sich der Mehrheit angehörigen fühlenden Gruppe, sich von einer möglichst andersartigen Minderheit abzugrenzen. Früher waren es die Juden in Europa, heute sind es eben Muslime...

    Wenn die Kopftuchbedeckung so "wurscht " ist, warum trägt sie sie dann?
    Ich bin es leid, dauernd diese Opfergeschichten zu hören. Sie trägt ein Symbol des Islam, unsere Gesellschaft ist inzwischen sehr empfindlich durch sog. Islamistische " Nachrichten,die nichts Gutes bringen.
    Sie verlangt Einfühlungsvermögen, ist jedoch nicht bereit ihre äußerliche Abgrenzung zu anderen Frauen, die kein Kopftuch tragen zu realisieren und sich in die Gesellschaft auch einmal einzufühlen.
    Sie bringt etwas herein, was uns Frauen und Männern als Unterdrückung vorkommt. Dauernd ein Tuch auf dem Kopf auch in Räumen, das hat keine freiheitliche Ausstrahlung. Wenn zudem noch kleine Mädchen in Schulen Kopftücher tragen "müssen" und in islam. Ländern Pflicht ist, dann bekommt dieses Tuch einen unfreien Beigeschmack. Die Studentin sollte auch ihren Anteil an den Reaktionen mal reflektieren.

    Ich denke nicht, dass Kübra eine Frau ist, der man mitleidig die Schulter tätscheln muss. Sie scheint mir eine starke selbstbewusste Frau zu sein, die hier ein sehr schwieriges Thema aufwirft. Und dazu muss man sagen, dass sie ihre Erlebnisse als EIN Beispiel für viele andere nimmt. Klar gibt es Rassismus auch an Universitäten und das macht mich traurig. Ich selbst habe es in meinem nun schon 4 Jahre dauernden Studentendasein noch nicht erlebt, aber ich weiß, dass Unis nicht frei von Rassismus sind.
    Abgesehen davon ist jeder Mensch, egal welchen Glaubens, ein deutscher Mensch, wenn er sich in unsere Gesellschaft, so wie sie nun mal ist, integriert und unsere Sprache beherrscht und von sich selbst sagt: "Ich lebe hier und bin Deutscher!" oder vielleicht auch "Ich lebe gern hier und bin Deutscher!" und da spielt die Hautfarbe oder die Kopfbedeckung oder die Herkunft der Eltern keine Rolle.

    Seit wann muss man sich der Masse unterordnen? Ich wüsste nicht, dass eine einzige Frau einen Minirock tragen muss,
    weil 99 Frauen einen tragen!

    Also Kübra Gümüsay und andere kopftuchtragende Frauen sehen für mich nicht so aus als würden sie unterdrückt werden! Denn wenn dem so wäre, dürfte sie ja nach eurem Maßstab der Unterdrückung nicht einmal studieren geschweige dem einen Artikel für eine Zeitung verfassen! Das zu der These muslimische Frauen würden unterdrückt werden!

    In einem geschlossenen Raum kann ja von freiheitlich keine Rede sein, dass schließt das Wort "geschlossener Raum" an sich schon aus! Im Übrigen dürfte man, dann auch keine Baseball-Mütze tragen!

    Was der Bauer nicht kennt, dass isst er nicht! Analog anzuwenden auf diese Thematik. Was man nicht kennt, lässt man auch nicht an sich heran, aber leider ist auch keine Bereitschaft dazu da KENNENZULERNEN!

    • Zio
    • 16.07.2012 um 13:29 Uhr

    und möchte der Autorin noch sagen, dass ich ihren Mut bewundere so einen Artikel zu schreiben. Die negative Reaktionen in Form von Kommentaren war absehbar, aber dem zu Trotzen finde ich wichtig und gut.

    Ich bin zwar kein großer Freund von Religionen, aber ich finde es wichtig jeden Menschen zunächst mal völlig unbefangen entgegenzutreten. Dass das nicht immer selbstverständlich ist, muss man sich immer wieder klar machen.

    Wie gerne man hierzulande und auch in vielen anderen Ländern gegenüber Minderheiten vorgeht, spiegelt sich in den Kommentaren wider. Ich frage mich immer noch warum so selten oder nie in den Medien darauf eingegangen wird, weshalb das Thema Islam den Menschen so wichtig ist. Ich bin 30 Jahre alt und hatte in meinem Leben noch nie ein Problem mit einem Muslimen geschweige einer Frau mit Kopftuch. Keiner kann mir weis machen, dass ich eine Ausnahme sei. Also warum wird so selbstverständlich das Thema heißer diskutiert als jedes andere? Die Antwort kann nun mal nur Rassismus lauten. Also den Drang einer sich der Mehrheit angehörigen fühlenden Gruppe, sich von einer möglichst andersartigen Minderheit abzugrenzen. Früher waren es die Juden in Europa, heute sind es eben Muslime...

    Wenn die Kopftuchbedeckung so "wurscht " ist, warum trägt sie sie dann?
    Ich bin es leid, dauernd diese Opfergeschichten zu hören. Sie trägt ein Symbol des Islam, unsere Gesellschaft ist inzwischen sehr empfindlich durch sog. Islamistische " Nachrichten,die nichts Gutes bringen.
    Sie verlangt Einfühlungsvermögen, ist jedoch nicht bereit ihre äußerliche Abgrenzung zu anderen Frauen, die kein Kopftuch tragen zu realisieren und sich in die Gesellschaft auch einmal einzufühlen.
    Sie bringt etwas herein, was uns Frauen und Männern als Unterdrückung vorkommt. Dauernd ein Tuch auf dem Kopf auch in Räumen, das hat keine freiheitliche Ausstrahlung. Wenn zudem noch kleine Mädchen in Schulen Kopftücher tragen "müssen" und in islam. Ländern Pflicht ist, dann bekommt dieses Tuch einen unfreien Beigeschmack. Die Studentin sollte auch ihren Anteil an den Reaktionen mal reflektieren.

    Ich denke nicht, dass Kübra eine Frau ist, der man mitleidig die Schulter tätscheln muss. Sie scheint mir eine starke selbstbewusste Frau zu sein, die hier ein sehr schwieriges Thema aufwirft. Und dazu muss man sagen, dass sie ihre Erlebnisse als EIN Beispiel für viele andere nimmt. Klar gibt es Rassismus auch an Universitäten und das macht mich traurig. Ich selbst habe es in meinem nun schon 4 Jahre dauernden Studentendasein noch nicht erlebt, aber ich weiß, dass Unis nicht frei von Rassismus sind.
    Abgesehen davon ist jeder Mensch, egal welchen Glaubens, ein deutscher Mensch, wenn er sich in unsere Gesellschaft, so wie sie nun mal ist, integriert und unsere Sprache beherrscht und von sich selbst sagt: "Ich lebe hier und bin Deutscher!" oder vielleicht auch "Ich lebe gern hier und bin Deutscher!" und da spielt die Hautfarbe oder die Kopfbedeckung oder die Herkunft der Eltern keine Rolle.

    Seit wann muss man sich der Masse unterordnen? Ich wüsste nicht, dass eine einzige Frau einen Minirock tragen muss,
    weil 99 Frauen einen tragen!

    Also Kübra Gümüsay und andere kopftuchtragende Frauen sehen für mich nicht so aus als würden sie unterdrückt werden! Denn wenn dem so wäre, dürfte sie ja nach eurem Maßstab der Unterdrückung nicht einmal studieren geschweige dem einen Artikel für eine Zeitung verfassen! Das zu der These muslimische Frauen würden unterdrückt werden!

    In einem geschlossenen Raum kann ja von freiheitlich keine Rede sein, dass schließt das Wort "geschlossener Raum" an sich schon aus! Im Übrigen dürfte man, dann auch keine Baseball-Mütze tragen!

    Was der Bauer nicht kennt, dass isst er nicht! Analog anzuwenden auf diese Thematik. Was man nicht kennt, lässt man auch nicht an sich heran, aber leider ist auch keine Bereitschaft dazu da KENNENZULERNEN!

  6. Welche kulturell historische Bedeutung hat das Kopftuch im Islam und in seinen archaischen Vorgängerkulturen. Es dient, wie andere Methoden der Körperverdeckung bei Frauen, dem Anzeigen der Zugehörigkeit zu einem Mann. Es ist ein Mittel zur Konfliktvermeidung. Bei unverheirateten Mädchen ist es der Vater oder Bruder, bei Verheirateten ist es der Mann. Es entstammt einer Kultur, die es noch nicht gelernt hat sexuelles Begehren so zu kanalisieren, dass damit keine Konflikte entstehen. Letztlich dient das Kopftuch der Frau dazu, dass das Begehren des "geilen Mannes" so begrenzt werden kann, dass es keine Konflikte in dr Männergesellschaft gibt. Im Kern ist das Kopftuch bei Frauen deshalb eine Aussage über den psychischen Zustand des Mannes, und seine Fähigkeit seine Triebhaftigkeit unter Kontrolle zu halten.
    Über Jahrhunderte ist es diese Kernaussage über die Triebhaftigkeit des Mannes, welche hinter all den Kleidervorschriften steht.
    Drastisch ausgedrückt, sagt eine Frau, die ein Kopftuch trägt im Subtext zu mir: "Du geiler Bock! Mich kriegst du nicht"
    Das klingt drastisch, ist aber so. [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf pauschale Unterstellungen. Danke. Die Redaktion/ag

    71 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ...und verlangt gleichzeitig Rücksichtnahme auf ihre religiös-kulturellen Belange. Das ist eine m.E. leider häufig auftretende Doppelmoral rund um Religion.

    Mir ist es generell egal, wer unter einem Kopftuch steckt, welche Religion oder sonstwas er angehört.

    Für mich ist das Kopftuch einfach ein Zeichen antiquierter und dankbarerweise überholter Verhaltens-und Denkmuster und haben in unserer aufgeklärten, säkularen Gesellschaft keinen Platz mehr. Insbesondere nicht, wenn sie als politisches Statement benutzt werden.

    Sich selbst als anders zu sehen und darzustellen ist nicht der Anspruch - sondern sich selbst als Teil von etwas zu sehen, das ist die Herausforderung. Das Kopftuch symbolisiert mir:
    Es ist mir egal wo ich bin, was ihr tut, was für Ansichten ihr habt, oder ob euch das misfällt - ich grenze mich von euch ab. Ich will nicht Teil von euch sein. Ich sehe mich als anders an.
    Na, wer unterscheidet denn hier und wer ist denn dann der Rassist?

    • KaHe
    • 16.07.2012 um 11:35 Uhr

    Sexualität zu kanalisieren?!

    Sie meinen, indem (Zwangs-)Prostitutions-Zentren der organisierten Kriminalität entstehen, so in etwa?!

    Achja, laut ihrem Gesellschaftsbild findet alles nach freiem Willen statt!
    Wers glaubt....

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich das konkrete Artikelthema und verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/mk

    • bayert
    • 16.07.2012 um 11:54 Uhr

    die sich mit einem Kopftuch vor lüsternen Männerblicken wehren müssen, möchte ich als Mann nichts zu tun haben.

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was Kommentator coincidence da schreibt.

    "Drastisch ausgedrückt, sagt eine Frau, die ein Kopftuch trägt im Subtext zu mir: 'Du geiler Bock! Mich kriegst du nicht'"

    Da fühlen Sie sich persönlich beleidigt und in Ihrer sexuellen Integrität angegriffen dadurch, dass eine Frau ein Stück Stoff auf dem Kopf trägt? Das spricht erstens Bände über ihr Selbstbewusstsein und zweitens noch mehr Bände über Ihre Einstellung Frauen gegenüber.

    "Sorry, deshalb krieg ich auch einen Hals wenn ich Frauen mit Kopftuch sehe. Es ist dies eine tiefe Beleidigung für mich!"

    Wissen Sie, die Welt dreht sich nicht nur um Sie; und auch wenn sie das kränken mag, so legen die Frauen das Kopftuch mit ziemlicher Sicherheit nicht wegen Ihnen an.

    "Ich fürchte, die Autorin ist nicht mal im entferntesten in der Lage diese Zusammenhänge zu erkennen."

    Ich fürchte, die Autorin hat einiges mehr auf dem Kasten als Sie.

    Entfernt. Bitte äußern Sie Kritik respektvoll. Danke, die Redaktion/mk

    Das Kopftuch dient, im religiös-kulturellen Kontext nicht dazu, eine Zugehörigkeit zu einer männlichen Person zu zeigen, wie in Deutschland beispielsweise der Ehering.
    Noch viel weniger soll es dafür sorgen, die Frau, als sexuelles Wesen vor "lüsternen Blicken" der Männer zu schützen.
    Die Soziologin Necla Kelek hat in einem ihrer Bücher über den wirklichen Sinn des Kopftuches aufgeklärt. Sie zitiert und deutet Koranstellen, in denen es heißt, dass der Mann vor der sexuellen Zügellosigkeit der Frau geschützt werden muss, um nicht Sünde zu begehen. Es heißt eben nicht "Du geiler Bock, mich kriegst du nicht!" sondern vielmehr "Ich bin zügelos und muss deshalb vor den Augen der Männer verdeckt werden, ich muss im wahrsten Sinne verschwinden." Das passt auch dazu, dass in der islamischen Kultur grundsätzlich Anstoß daran genommen wird, wenn die Frau sexuelle Lust verspürt.
    Die westlich geprägten Kommentatoren missverstehen diesen Sachverhalt häufig, weil wir immer das Bild des Machomannes im Kopf haben, der immer will und vor dem man die Frauen zu schützen hat. Der Islam dreht dieses Bild um und macht die Frau zur biblischen Schlange, die verführt und den Mann in die Falle lockt - Bei Vergewaltigungen wird in islamisch geprägten Ländern die Frau häufig mit- oder sogar schlimmer verurteilt als ihr Vergewaltiger. (Sie hat ihn ja schließlich dazu getrieben)

    • Louhi
    • 16.07.2012 um 15:53 Uhr

    Genau wegen Leuten wie Ihnen, kann Integration, Akzeptanz und Toleranz niemals funktionieren. Ihr lächerliches Argument kann man auch genauso gut auf Minirock und Hose übertragen (merken Sie was?!), Ihr Frauen- und Weltbild ist verstörend!

    Ja, dem Islam fehlt die Epoche der Aufklärung. Ja, es gibt "einen Unterschied" (welcher Art auch immer) zwischen Mann und Frau (den es im Christentum aber auch gibt! Oder warum werden in der katholischen Kirche der Frau so wenig Rechte eingeräumt? Interessiert seltsamerweise niemanden!). Trotzdem haben Sie nicht das Recht der Autorin und vielen weiteren Musliminnen mit Kopftuch zu unterstellen sie würden jeden Mann als "notgeile" Kreatur ansehen vor der frau sich einzig und allein mit einem Kopftuch (?!) schützen kann.

    Ihre fast schon psychotische Interpretation des Kopftuchs sollten Sie ruhig einmal überdenken! Vielleicht auch mal im persönlichen Gespräch mit jemandem der ein Kopftuch trägt und ihr Wissen nicht nur Sekundärquellen a la Sarrazin oder Alice Schwarzer ziehen ;-)! Soll ja bekanntlich Vorurteile abbauen.

    Letztendlich läuft ja das ganze wieder nur auf die Integrationsfrage hinaus. Ich würde mich freuen, wenn man mal von solchen Kleinigkeiten wie Kleiderstil absehen könnte, die Diskussionen sein lässt und einfach nur sagen kann: "Ich mag dich, weil ich dich MENSCHLICH (!!)/charakterlich gut finde!" Nur dann ist Integration geschafft. Und zwar von beiden Seiten!

    Louhi

    ...und verlangt gleichzeitig Rücksichtnahme auf ihre religiös-kulturellen Belange. Das ist eine m.E. leider häufig auftretende Doppelmoral rund um Religion.

    Mir ist es generell egal, wer unter einem Kopftuch steckt, welche Religion oder sonstwas er angehört.

    Für mich ist das Kopftuch einfach ein Zeichen antiquierter und dankbarerweise überholter Verhaltens-und Denkmuster und haben in unserer aufgeklärten, säkularen Gesellschaft keinen Platz mehr. Insbesondere nicht, wenn sie als politisches Statement benutzt werden.

    Sich selbst als anders zu sehen und darzustellen ist nicht der Anspruch - sondern sich selbst als Teil von etwas zu sehen, das ist die Herausforderung. Das Kopftuch symbolisiert mir:
    Es ist mir egal wo ich bin, was ihr tut, was für Ansichten ihr habt, oder ob euch das misfällt - ich grenze mich von euch ab. Ich will nicht Teil von euch sein. Ich sehe mich als anders an.
    Na, wer unterscheidet denn hier und wer ist denn dann der Rassist?

    • KaHe
    • 16.07.2012 um 11:35 Uhr

    Sexualität zu kanalisieren?!

    Sie meinen, indem (Zwangs-)Prostitutions-Zentren der organisierten Kriminalität entstehen, so in etwa?!

    Achja, laut ihrem Gesellschaftsbild findet alles nach freiem Willen statt!
    Wers glaubt....

    Entfernt. Bitte diskutieren Sie sachlich das konkrete Artikelthema und verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/mk

    • bayert
    • 16.07.2012 um 11:54 Uhr

    die sich mit einem Kopftuch vor lüsternen Männerblicken wehren müssen, möchte ich als Mann nichts zu tun haben.

    Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was Kommentator coincidence da schreibt.

    "Drastisch ausgedrückt, sagt eine Frau, die ein Kopftuch trägt im Subtext zu mir: 'Du geiler Bock! Mich kriegst du nicht'"

    Da fühlen Sie sich persönlich beleidigt und in Ihrer sexuellen Integrität angegriffen dadurch, dass eine Frau ein Stück Stoff auf dem Kopf trägt? Das spricht erstens Bände über ihr Selbstbewusstsein und zweitens noch mehr Bände über Ihre Einstellung Frauen gegenüber.

    "Sorry, deshalb krieg ich auch einen Hals wenn ich Frauen mit Kopftuch sehe. Es ist dies eine tiefe Beleidigung für mich!"

    Wissen Sie, die Welt dreht sich nicht nur um Sie; und auch wenn sie das kränken mag, so legen die Frauen das Kopftuch mit ziemlicher Sicherheit nicht wegen Ihnen an.

    "Ich fürchte, die Autorin ist nicht mal im entferntesten in der Lage diese Zusammenhänge zu erkennen."

    Ich fürchte, die Autorin hat einiges mehr auf dem Kasten als Sie.

    Entfernt. Bitte äußern Sie Kritik respektvoll. Danke, die Redaktion/mk

    Das Kopftuch dient, im religiös-kulturellen Kontext nicht dazu, eine Zugehörigkeit zu einer männlichen Person zu zeigen, wie in Deutschland beispielsweise der Ehering.
    Noch viel weniger soll es dafür sorgen, die Frau, als sexuelles Wesen vor "lüsternen Blicken" der Männer zu schützen.
    Die Soziologin Necla Kelek hat in einem ihrer Bücher über den wirklichen Sinn des Kopftuches aufgeklärt. Sie zitiert und deutet Koranstellen, in denen es heißt, dass der Mann vor der sexuellen Zügellosigkeit der Frau geschützt werden muss, um nicht Sünde zu begehen. Es heißt eben nicht "Du geiler Bock, mich kriegst du nicht!" sondern vielmehr "Ich bin zügelos und muss deshalb vor den Augen der Männer verdeckt werden, ich muss im wahrsten Sinne verschwinden." Das passt auch dazu, dass in der islamischen Kultur grundsätzlich Anstoß daran genommen wird, wenn die Frau sexuelle Lust verspürt.
    Die westlich geprägten Kommentatoren missverstehen diesen Sachverhalt häufig, weil wir immer das Bild des Machomannes im Kopf haben, der immer will und vor dem man die Frauen zu schützen hat. Der Islam dreht dieses Bild um und macht die Frau zur biblischen Schlange, die verführt und den Mann in die Falle lockt - Bei Vergewaltigungen wird in islamisch geprägten Ländern die Frau häufig mit- oder sogar schlimmer verurteilt als ihr Vergewaltiger. (Sie hat ihn ja schließlich dazu getrieben)

    • Louhi
    • 16.07.2012 um 15:53 Uhr

    Genau wegen Leuten wie Ihnen, kann Integration, Akzeptanz und Toleranz niemals funktionieren. Ihr lächerliches Argument kann man auch genauso gut auf Minirock und Hose übertragen (merken Sie was?!), Ihr Frauen- und Weltbild ist verstörend!

    Ja, dem Islam fehlt die Epoche der Aufklärung. Ja, es gibt "einen Unterschied" (welcher Art auch immer) zwischen Mann und Frau (den es im Christentum aber auch gibt! Oder warum werden in der katholischen Kirche der Frau so wenig Rechte eingeräumt? Interessiert seltsamerweise niemanden!). Trotzdem haben Sie nicht das Recht der Autorin und vielen weiteren Musliminnen mit Kopftuch zu unterstellen sie würden jeden Mann als "notgeile" Kreatur ansehen vor der frau sich einzig und allein mit einem Kopftuch (?!) schützen kann.

    Ihre fast schon psychotische Interpretation des Kopftuchs sollten Sie ruhig einmal überdenken! Vielleicht auch mal im persönlichen Gespräch mit jemandem der ein Kopftuch trägt und ihr Wissen nicht nur Sekundärquellen a la Sarrazin oder Alice Schwarzer ziehen ;-)! Soll ja bekanntlich Vorurteile abbauen.

    Letztendlich läuft ja das ganze wieder nur auf die Integrationsfrage hinaus. Ich würde mich freuen, wenn man mal von solchen Kleinigkeiten wie Kleiderstil absehen könnte, die Diskussionen sein lässt und einfach nur sagen kann: "Ich mag dich, weil ich dich MENSCHLICH (!!)/charakterlich gut finde!" Nur dann ist Integration geschafft. Und zwar von beiden Seiten!

    Louhi

Service