Laptop-PannenEin Grund zur Panik

Systemabsturz, Qualmwolken und Kaffee in der Tastatur: Studenten erzählen von ihren schlimmsten Laptop-Pannen. von Laura Cwiertnia

Wettlauf mit dem Akku

»Ein nervliches Wrack war ich schon, bevor mein Laptop vom Tisch fiel. Sieben Tage bis zum Abgabetermin der Bachelorarbeit, und mir fehlte noch seitenweise Text. Die Ursachen des Darfur-Konflikts ergründen, dafür waren vier Wochen doch etwas knapp geplant. Ausgerechnet da musste ich über mein Ladekabel stolpern und mein Notebook zu Boden reißen. Der Akku ließ sich seit dem Sturz nicht mehr laden: Ich hatte nur etwa zwanzig Minuten, um alle meine Daten zu sichern. Back-ups? Lassen wir das. Und natürlich hatte ich keine externe Festplatte griffbereit. Ein paar Sekunden nachdem ich wenigstens die wichtigsten Dokumente in mein E-Mail-Postfach hochgeladen hatte, verabschiedete sich mein Laptop endgültig. Mit einem neuen Notebook quälte ich mich dann in Tag-und-Nachtschichten durch die fehlenden Zeilen. Ich bin aber tatsächlich noch rechtzeitig fertig geworden.«

Katrin Gildemeister, 25, macht jetzt ihren Master in Friedens- und Konfliktforschung an der Otto-von-Guericke-Universität in Magdeburg

Vom Netbook ausgelacht

»Ein paar Monate hatte ich mein Netbook erst. Ich suchte im Internet nach einer Wohnung und trank dabei einen Cappuccino. Schwupp, landeten ein paar Tropfen auf der Tastatur. Ich wischte sie weg und machte mir zunächst keine großen Gedanken. Bis auf einmal ein Buchstabe nicht mehr funktionierte: das C. Kurze Zeit später machte auch das H Probleme: Wenn ich schrieb, tippte es zwischendurch hhh. Mein Netbook lachte mich also förmlich aus. Halb schmunzelnd, halb verärgert stopfte ich Klopapier unter die Taste. Eine Weile ging das gut, aber dann zickte ein anderer Buchstabe. Aus lauter Verzweiflung kaufte ich mir schließlich eine externe Tastatur. Von nun an glotzte allerdings die gesamte Uni-Bibliothek, wenn ich an meinem kleinen Netbook auf der Riesentastatur lostippte. Inzwischen habe ich mir einen neuen Laptop gekauft und das lachende Netbook in den Schrank verbannt.«

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Tasnim El-Nagar, 28, war Masterstudentin in Politikwissenschaft an der Freien Universität Berlin

In Luft aufgelöst

»Mein Laptop war alt, zerkratzt und hatte Flecken auf dem Display. Trotzdem nahm ich ihn mit, als ich aus Valencia über Weihnachten nach Hause flog. Für die Fluggesellschaft war er ein Gepäckstück zu viel. Nach langer Diskussion musste ich ihn in den Koffer stopfen und am Check-in aufgeben. Als ich 30 Euro für zwei Kilo Übergepäck gezahlt hatte, durfte ich an Bord. In Köln angekommen, war mein Notebook verschwunden. Unauffindbar und nicht versichert, erklärte die Fluggesellschaft. Mein Laptop war hässlich und keinen Cent mehr wert. Aber er beherbergte die letzten Jahre meines Lebens: Fotos, Dokumente und Musik. Seit diesem Tag fahre ich lieber mit dem Zug.«

Paulina Drabowska, 25, studiert Philosophie und Spanisch auf Lehramt an der Universität Köln

ZEIT Campus 4/2012
ZEIT Campus 4/2012

Rauchzeichen

»Zehn Tage blieben mir noch bis zur Magisterprüfung in Politik, als aus meinem Laptop plötzlich schwarzer Rauch aufstieg. Entsetzt zog ich den Stecker und schleppte das Ding zu einem Fachmann. Totalschaden. Das Notebook war im Innern geschmolzen. Schuld war ein Wackelkontakt im Akku-Anschluss. Den hatte ich zwar schon länger bemerkt, aber aus Zeitmangel gekonnt ignoriert. Ich musste nur so lange am Kabel drehen, bis die Batterie auf dem Display »laden« anzeigte. Was ich nicht wusste: In meinem Laptop flogen jedes Mal die Funken. Bis irgendwann nichts mehr ging. Zum Glück hatte ich meine Lernunterlagen schon ausgedruckt. Der Schaden hatte auch etwas Gutes: Die restlichen Tage bis zur Prüfung konnte ich nicht mehr im Internet surfen und ständig meine Mails checken, sondern mich voll auf meine Notizen konzentrieren.«

Sandra Gärtner, 31, hat Politikwissenschaft, Amerikanistik und Pädagogik auf Magister an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz studiert

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Leserkommentare
  1. Und was lernen wir daraus? Backups erstellen! Inzwischen gibt es so viele einfache Möglichkeiten: externe Festplatten kosten wirklich nicht viel (über 300GB unter 50€) - oder einfach nur einen USB-Stick für ein paar Euro kaufen, schon ist das Problem gelöst. Clouddienste wie Google Drive sind auch eine gute Möglichkeit.

    Ich werde nie verstehen, wieso man bei so wichtigen Arbeiten darauf verzichtet. Ich habe immer alles doppelt und dreifach gesichert.

    3 Leserempfehlungen
  2. Wenn ich mir anschaue, wie naiv an der Uni (insbesondere durch die Geisteswissenschaftler, siehe Artikel) mit Technik umgegangen wird, ist es einfach nur zum Haare raufen. Da wird die Bachelorarbeit einzig und allein auf einem USB-Stick hin- und hergetragen und dann ist das Gejammer groß, wenn er im PC-Pool vergessen wurde oder der Stick nicht mehr funktioniert (was ja nun wahrlich keine Seltenheit ist).

    Backups macht man natürlich wider besseren Wissens nicht - ist ja nur was für Nerds. Dabei sind die Möglichkeiten heute so vielfältig, ausfallsicher und einfach zu nutzen wie nie zuvor. Gerade in den Unis wird von den Rechenzentren mehr als genug zentraler Speicher bereitgestellt, der zudem regelmäßig gesichert wird. Auch bei allen möglichen Cloudanbietern gibt es mittlerweile kostenlos ausreichend Speicher - und wenn man für's Backup nutzt.

    Fazit: einfach mal öfter den Verstand einschalten und/oder den Informatiker seines Vertrauens konsultieren, *bevor* das Kind in den Brunnen gefallen ist.

    • DrNI
    • 12. August 2012 11:59 Uhr

    Ein Backup ist das, was du gerne gehabt hättest, als du es gebraucht hast.

    Leider braucht man manchmal nicht nur ein Backup von den Daten, sondern am besten einen Backup-Rechner. Eine Maschine, auf der es nahezu nahtlos weitergehen könnte. Was würde man machen, wenn die Daten 2 Tage vor der Abgabe das einzige sind, was man noch hat? OK, anderer Rechner, aber auf dem fehlt die passende Software (MS Word ist oft nicht alles). Und dann stellt man womöglich fest, dass man ohne genau dieses eine Backup-Programm nicht mehr an die Daten rankommt? Es gibt viele Fallen...

    Wir nutzen alle die moderne Technik, aber die wenigsten sind Profi genug, um mit den Schwächen dieser Technik adäquat umzugehen. Der Nerd wird zunächst so lange verspottet, bis man ihn braucht. Wenn er dann nichts mehr retten kann, wird er noch mehr verspottet.

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    Nichts leichter als das: Es gibt genügend kostenfreie Tools, oder, wenn man kann, Terminalbefehle, oder, wenn man das Geld hat: Programme wie Synchronize! Pro, um ein startfähiges Systembackup zu machen und locker allabendlich zu aktualisieren. Damit kann man im Notfall die Platte an einen anderen vergleichbaren Rechner anschließen und das eigene System komplett starten und dann ggfs. auch überspielen.

    Ich weiß, wovon ich spreche: Wenige Tage vor Abgabe meiner Diplom-Arbeit gab mein Atari (ist also schon eine Weileher) seinen Geist auf; glücklicherweise hatte ich alles tagesaktuell zumindest auf einer Floppy-Disk gespeichert, so dass ich auf einem Freundes-PC weitermachen konnte. Zwar musste ich alles neu formatieren, aber einen neuen Rechner konnte ich mir auf die Schnelle nicht leisten.

    Seitdem bin ich mit meinen Daten etwas übergenau: Jeden Tag läuft ein Datenbackup, jede Woche ein Systembackup, und Apples Timemachine sichert Mails & Co.

  3. Den Ordner über Dropbox oder ähnliche kostenlose Dienste synchronisieren und alle paar Monate ein Festplattenbackup machen.

    Bei sensiblen Daten an IT-Abteilung ihrer Universität oder ihres Unternehmen wenden. Auf keinen Fall Dropbox und Co. nutzen und auch USB-Sticks sind m.E. nicht geeignet.

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    Wenn man dann versehentlich den Inhalt seiner Dropbox löscht (Versehen, Virus, Fehlfunktion), dann fehlen die Daten auf allen anderen Geräten ebenfalls. EIn super-sichers Backup, welches Sie da empfehlen. Abgesehen davon gehören schützenswerte Daten in keine Public Cloud.

  4. 5. Backup

    Eine externe USB-Festplatte kostet kein Vermögen. Seit Windows Vista haben WIndows-PC ein Sicherungsfeature, welches in weniger als einer Minute eingerichtet ist und regelmäßig Daten sichert.

    Wer also seine Hausarbeit, seine Diplomarbeit oder Fotos seiner Kinder verliert, weil der PC "in Rauch aufgeht", der hat es nicht anders verdient und sollte mal überlegen, ob er nicht die Schule oder das Studium einstellt und eine Ausbildung zum Korbflechter anstreben sollte.

    3 Leserempfehlungen
  5. Wenn man dann versehentlich den Inhalt seiner Dropbox löscht (Versehen, Virus, Fehlfunktion), dann fehlen die Daten auf allen anderen Geräten ebenfalls. EIn super-sichers Backup, welches Sie da empfehlen. Abgesehen davon gehören schützenswerte Daten in keine Public Cloud.

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    1. Dropbox bietet Wiederherstellungsoptionen für gelöschte Dateien übers Webinterface an, es sei denn man macht sich die Mühe es selbst dort per "endgültig löschen"-Befehl zu entfernen. Um also seine Dropboxdaten auf allen Geräten zu verlieren, muss man schon einiges anstellen.

    2. Truecrypt-Container oder Dateisystemverschlüsselungen wie encfs (bzw. boxcryptor) sorgen dafür, dass Daten vor dem Upload in die Cloud clientseitig verschlüsselt werden und auf dem Server nur Datensalat landet (Ausreichend starkes Passwort vorausgesetzt natürlich, mit "pass1234" kann man's auch gleich sein lassen).

    "Abgesehen davon gehören schützenswerte Daten in keine Public Cloud."

    Eine Diplomarbeit kann sich i.d.R. JEDER in der Bibliothek ausleihen sobald sie abgegeben ist. D.h. so sensitiv können die Daten garnicht sein dass ich sie nicht in die Cloud packen würde. Es handelt sich dabei ja weder um private Nacktfotos noch finanziellen Krams den man 4chan lieber nicht anvertrauen würde. Aber die Diplomarbeit?

    Abgesehen davon scheint man die in der Cloud gesicherten Daten ja auch noch verschlüsseln zu können, wobei sich da sicher der eine oder andere (inkl. mir) über eine kleine Anleitung freuen würde.

    Ich habe meine Diplomarbeit immer extern gesichert und dann noch (als Word, pdf und Textdatei) an meine diversen E-Mail-Adressen geschickt damit diese auf vielen Servern auf der ganzen Welt verstreut liegen (falls bei einem der Blitz einschlägt und alles vernichtet und mein Rechner genau dann geklaut wird dann hat sie noch der andere Server...)

    Ich hatte zum Ausdrucken der Diplomarbeit das Ding auf zwei USB Sticks gespeichert und den einen davon erst Monate nach der Abgabe wieder gefunden und er hatte inzwischen schon eine Weltreise und einige Waschgänge überstanden. Die Daten waren noch alle da ;)

  6. 7. Nein.

    1. Dropbox bietet Wiederherstellungsoptionen für gelöschte Dateien übers Webinterface an, es sei denn man macht sich die Mühe es selbst dort per "endgültig löschen"-Befehl zu entfernen. Um also seine Dropboxdaten auf allen Geräten zu verlieren, muss man schon einiges anstellen.

    2. Truecrypt-Container oder Dateisystemverschlüsselungen wie encfs (bzw. boxcryptor) sorgen dafür, dass Daten vor dem Upload in die Cloud clientseitig verschlüsselt werden und auf dem Server nur Datensalat landet (Ausreichend starkes Passwort vorausgesetzt natürlich, mit "pass1234" kann man's auch gleich sein lassen).

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Toller Tipp!"
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    Man merkt einfach, dass die gegenwärtigen Schüler und Studenten weniger IT-Kompetenz haben als deren älteren Geschwister.

    Eine undefinierte Schattenkopie ist keine Datensicherung (eine tolle Funktion, die in Windows XP eingeführt und ab Windows Vista mächtig aufgebohrt wurde! Super Sache, kennt Ihr wohl nur aus der Dropbox)

    Daten, die gesichert werden sollen, gehören nicht in die Hand von völlig fremden Unternehmen. Eine Datensicherung richte ich lokal ein und ich allein bin für diese Datensicherung verantwortlich, also auch für regelmäßige Kontrolle und regelmäßige Auslagerung in Papas Safe oder den nur von mir abschließbaren Schreibtisch in meinem Büro.

    Andernfalls kann man nicht von "Sicherung" sprechen.

    • Cilamox
    • 12. August 2012 12:39 Uhr

    Zum Thema Dropbox: Wenn man etwas in der Dropbox gelöscht hat, dann kann man die Datei mit einem Mausklick wiederherstellen. Besser noch, sollte man in einem Text ganze Passagen gelöscht haben, kann man in der Dropbox selbst die Vorgängerversionen der Datei wiederherstellen.
    Ich möchte hier keine Werbung für Dropbox machen, aber für Hausarbeiten, etc, welche natürlich keine sensiblen Daten enthalten, ist die Dropbox ein ideales Speichermedium.

    Sensible Daten gehören auf den PC,Externe Festplatte/USB-Stick und/oder in einem vom Systemadmin éingerichteten geschützen Bereich (in der Firma/Uni).

    2 Leserempfehlungen

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  • Schlagworte Hochschule | Computer | Student
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