Schummel-StudieIch habe abgeschrieben

Fast jeder macht es, und fast keiner wird dabei erwischt: Eine neue Studie zeigt, wie an der Uni geschummelt, gespickt und kopiert wird – und warum es so schwer ist, das zu ändern. von  und

Die letzte Hausarbeit, die Lisa*, 29, in ihrem Politikstudium abgab, hatte sie nicht mal gelesen – geschweige denn selbst geschrieben. Statt tagelang Literatur zu wälzen und an ihren Thesen zu feilen, hat Lisa ihren Laptop aufgeklappt, eine Internetseite aufgerufen und dort eine fertige Hausarbeit heruntergeladen. In der ging es zwar nicht, wie vorher mit ihrer Dozentin besprochen, um die deutsch-irischen, sondern stattdessen um die deutsch-britischen Beziehungen, aber egal: dicht genug.

»Ich war spät dran«, sagt Lisa, »und es war klar, dass meine Dozentin die Arbeit nicht lesen würde. Jeder, der etwas bei ihr abgab, bekam am nächsten Tag eine 1,0. Ich dachte: easy!« In der Straßenbahn blätterte Lisa im Ausdruck. Und entdeckte, dass die Arbeit schon vor der Einführung des Euro geschrieben und damit hoffnungslos veraltet war. Abgegeben hat Lisa sie trotzdem. »Aber ich habe mich nicht getraut, am nächsten Tag nach dem Ergebnis zu fragen«, sagt sie. »Es wäre zu peinlich gewesen, wenn ich erwischt worden wäre.«

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Heute studiert Lisa ein anderes Fach. Gerade wurde sie in einer Klausur beim Abschreiben erwischt, weil der Seminarordner auf ihrem Schoß etwas zu laut raschelte. »Ich wurde verwarnt und stehe jetzt auf einer schwarzen Liste«, sagt Lisa. Bei der nächsten Klausur muss sie in der ersten Reihe sitzen, das ist ihre Strafe.

Zahlen zum Schummeln

Die Fairuse-Studie ist die erste umfassende Umfrage zum Schummeln an deutschen Unis. Zwischen 2.000 und 6.000 Studenten wurden in mehreren Erhebungswellen anonym befragt, dazu 1.400 Dozenten. Drei Jahre lang dauerte die Befragung. Los ging es 2009 – lange vor dem Guttenberg-Skandal.

Hier einige der Ergebnisse:

  • 79 Prozent aller Studenten haben innerhalb eines Semesters mindestens einmal abgeschrieben, gespickt oder anders geschummelt
  • Zwei Drittel aller Mediziner schreiben in Klausuren ab, das ist Rekord. Im Durchschnitt aller Fächer sind es nur 37 Prozent. Dafür lassen Mediziner sich kaum krankschreiben, um Prüfungstermine zu verschieben.
  • 35 Prozent der Naturwissenschaftler fälschen oder verändern im Studium ihre Messergebnisse.
Zahlen zum Plagiat
  • Etwa jeder fünfte Student hat im vergangenen Semester mindestens einmal plagiiert. Darunter fast jeder dritte Ingenieur, aber nur jeder sechste Sprach- und Kulturwissenschaftler.
  • 94 Prozent aller Plagiatsfälle bleiben unentdeckt.
  • Die Hälfte aller Studenten hält es für moralisch verwerflich, zu plagiieren. Jeder siebte findet es okay.
  • Nur 17 Prozent der Dozenten, die eine Software zur Plagiatserkennung nutzen könnten, machen das auch. Knapp jeder vierte gibt stichprobenartig Sätze in Suchmaschinen ein.
Was sonst noch herauskam
  • Nur jeder Dritte schätzt seine methodischen Fähigkeiten als gut ein.
  • Einer von fünf Studenten hat sehr viel Prüfungsangst, nur einer von hundert fühlt sich angstfrei.
  • 75 Prozent der Angstgeplagten sind Frauen. Sie fühlen sich auch deutlich häufiger gestresst.
  • Frauen spicken häufiger als Männer und schauen in Klausuren eher ab. Dafür plagiieren Männer etwas mehr.
  • Später im Studium nimmt das Schummeln insgesamt ab – nur die Verwendung falscher Atteste wächst.

Gehört das Schummeln zum Studium dazu? Diese Frage lässt sich jetzt zum ersten Mal beantworten. Drei Jahre lang haben Bielefelder Soziologen im Auftrag des Bundesbildungsministeriums erforscht, wie ehrlich an Unis in Deutschland studiert wird. Für die Fairuse-Studie haben sie mehrere Tausend Studenten anonym befragt: Haben Sie im letzten halben Jahr bewusst fremde Gedanken oder Textstellen als die eigenen ausgegeben? Wurden Sie erwischt? Die Wissenschaftler fragten nicht nur nach Plagiaten, sondern auch nach spicken, abschreiben und danach, wie oft bei Experimenten die Messergebnisse gefälscht wurden.

ZEIT CAMPUS hat die wichtigsten Zahlen vorab bekommen. Sie zeigen: Das Schummeln gehört an der Uni zum Alltag. Wer ganz brav studiert, ist in der Minderheit. Vier von fünf Befragten haben sich im Laufe eines Semesters zumindest eine Kleinigkeit zuschulden kommen lassen. Nicht gleich wie Lisa eine ganze Hausarbeit übernommen, aber doch gegen die Prüfungsordnung verstoßen. Die Hausarbeit aus dem Internet ist jedoch auch kein Einzelfall: Fast jeder fünfte der Befragten hat innerhalb eines Semesters mindestens einmal bewusst eine Arbeit abgegeben, die teilweise oder vollständig von anderen geschrieben worden war. Entdeckt wird fast niemand: Die Bielefelder Studie zeigt, dass 94 Prozent derjenigen, die ein Plagiat abgeben, nicht erwischt werden. Und rechtliche Konsequenzen gibt es ohnehin fast nie.

Etwas zu erschaffen, das noch nie da war, ist nahezu unmöglich. Deshalb ist es in meinem Studium ganz normal, dass man Vorbilder sucht und sich an einem bestimmten Stil orientiert. Ich schaue bei jeder neuen Aufgabe, was es zu dem Thema schon gab und was ich aufgreifen kann. Bestehendes nachzuarbeiten ist Teil des Lernprozesses.

Annika*, 24, Grafikdesign

Darf man das? Ist ein bisschen Schummeln in Ordnung? Oder ist jeder Spickzettel knallharter Betrug? Darüber wird angesichts dieser Studie wohl wieder gestritten werden. Aber anders als während der Guttenberg-Debatte und der Aufregung um weitere Promiplagiate gibt es diesmal detaillierte Zahlen darüber, wie es wirklich an den Unis aussieht. Zahlen, die Anlass geben, nach den Ursachen für das Schummeln zu fragen – Zahlen, mit denen sich einige gängige Behauptungen überprüfen lassen: Copy and Paste ist der neue Zeitgeist! In Karrierefächern wird am meisten geschummelt! Ein Plagiat kann jedem passieren! – Stimmt das wirklich?

Leserkommentare
  1. 1. ......

    "Oder darauf, dass ein Generalverdacht dem Wissenschaftsklima und der Stimmung im Seminar schadet. Und tut deshalb nichts."

    Das mag sein. Diese ganzen plagiierten, fremdgeschriebenen Hausarbeiten schaden jedoch auch.

  2. "Und die Entlarvung der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg war eine Gemeinschaftsleistung, die ohne das Internet kaum vorstellbar ist."

    Nein. Der Anfangsverdacht wurde von einer einzelnen Person und eben schlichtes googeln erhoben. Das hätte jeder Prof. mit PC ebenso hinbekommen können.

    • porph
    • 18. Oktober 2012 15:11 Uhr

    Ich schätze mal, viele Studenten schummeln, weil sie einfach überfordert sind. Meine Vermutung wäre, dies ist der Hauptgrund. Diese Überforderung kann z.B. daraus resultieren, dass grundsätzlich die persönliche Eignung für ein Studium nicht gegeben ist, oder dass nicht genug Zeit für das Lernen aufgebracht wird (aus welchen Gründen auch immer).

    Das Problem wird durch die Inflation der Studierendenzahlen in den letzten Jahren wohl eher verstärkt. Viele junge Menschen meinen heute, studieren zu müssen, um einen guten Job zu bekommen. Jetzt kann man natürlich die Anforderungen eines Studiums immer weiter senken, bis tatsächlich fast jeder studieren könnte. Damit verwässert man dann aber auch die Qualitätsstandards gezwungenermaßen, und der Studienabschluss erfüllt in diesem Bezug dann immer weniger die Funktion, die er eigentlich haben sollte (Auszeichnung über eine erbrachte wissenschaftliche Leistung). Hier liegt die Schuld auch zu einem großen Teil beim potentiellen Arbeitgeber - wer studierte Menschen "per se" bevorzugt, egal ob sie tatsächlich höher für die gewünschte Funktion qualifiziert sind, macht es sich zwar selbst einfacher, trägt aber ganz gewiss zum Problem bei.

    Ursprünglich war eine Universität mal ein Ort für Wissenschaft... dass dies allerdings immer weniger zutrifft, ist vermutlich für die meisten direkt oder indirekt beteiligten ersichtlich.

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    "Diese Überforderung kann z.B. daraus resultieren, dass grundsätzlich die persönliche Eignung für ein Studium nicht gegeben ist, oder dass nicht genug Zeit für das Lernen aufgebracht wird "
    Das müssen nicht die einzigen Gründe sein! Bei mir im Studium gab es einen Dozenten der unglaublich schwere Klausuren stellte, die ohne Schummeln nachezu unmöglich waren. Unser Jahrgang hat geschummelt, (fast) alle sind durchgekommen. Irgendwie ist es dann aufgeflogen. Die Folge war, dass der Jahrgang nach uns eine neue andere Klausuren bekam und stärker überwacht wurde. Es wären an die 90% durchgefallen! Da hat dann aber der Studiengangsleiter nicht mitgemacht.

    Hätte ich genauso geschrieben!

    • Bashu
    • 18. Oktober 2012 15:20 Uhr

    An der Mathe Fakultät TU Berlin oftmals Standard.
    Man rasselt ohne Wissen durch, und das nachlässige Arbeiten und abschreiben rächt sich. So muss es sein.

    Leider sind solche Einzelprüfungen sehr aufwändig. Aber besonders für die wichtigsten Fächer und solche mit kleiner studierendenzahl sollte das obligatorisch sein, denn Betrug ist ausgeschlossen!

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    und leider auch extrem subjektiv und vom Geschick des Prüfers abhängig. Manche Profs machen es sehr gut, andere sehen vor der Prüfung nach den Klausurnoten (wozu dann überhaupt noch prüfen?), wieder andere fragen durch alle Themen durch auf der Suche nach Lücken (Gegentaktik: bei sicher beherrschten Themen nicht zu schnell antworten, damit er das Thema nicht zu schnell wechselt, einfach lächerlich!)
    Unglaublich einfache oder schwere Klausuren kann ein Prof natürlich auch stellen, aber die ist dann wenigstens für alle gleich und man kann die Ergebnisse entsprechend evaluieren. (Wenn die 4,0-Grenze von 50% auf 20% der Punkte gesenkt wurde, damit dann wenigstens 1/4 besteht, stimmt wohl etwas nicht... übrigens alles reale Beispiele)
    Grundsätzlich halte ich mündl. Prüfungen im Sinne des Lernens für sehr gut (die Prüfungsvorbereitung orientiert sich stärker am Verständnis als bei schriftlichen), aber für objektive Bewertungen sind sie völlig ungeeignet.

  3. 1. Ich hatte im vergangenen Semester ein Modul mit nur vier Teilnehmern zu betreuen. Von den Vieren gaben am Ende drei (!) Seminararbeiten ab, die aus dem Internet zusammenkopiert waren. Statt die Arbeiten inhaltlich durchzusehen, habe ich stundenlang gegoogelt, was keinen Spaß gemacht hat.
    Das Seltsame ist, dass ich den Eindruck hatte, dass die Studenten - Masterstudenten immerhin schon - nicht wussten, dass sie etwas falsch gemacht hatten. Möglicherweise hat man ihnen nie erklärt, wie man korrekt zitiert; vielleicht ist aber auch diese Art, eine Arbeit zu erstellen, schon so normal für sie, dass sie sich gar nichts Böses dabei denken.

    2. Ich habe dann aber keinen der Drei durchfallen lassen. Und zwar weniger aus den im Artikel genannten Gründen (Vertrauen aufbauen), als aus dem Gefühl, dass es mir nicht zusteht, jemandem wegen eines Fehlers das Studium und damit womöglich den Lebenslauf zu vermasseln. Außerdem, wie gesagt, hatte ich den Eindruck, dass sie es nicht besser wussten. Also habe ich ihnen eine zweite Chance gegeben.

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    ...das sehe ich als einen großen Fehler und symptomatisch noch dazu. Wie sollen sie es denn lernen - und vor allem: wozu? - wenn es auch so reicht und man immer durchkommt?

    Dieses typische "man will ja keinen bestrafen" sehe ich ebenso als großes Problem.

    Mit Verlaub, aber wenn Sie damit nicht klar kommen, jemanden durchfallen zu lassen, sind Sie wohl als "Prüfer" (!) ungeeignet.

    So sagen es die Ausführungsbestimmungen der jeweiligen Universitäten. Da gibt es kein wenn und aber...

    Zweite Chance scheint ganz nett zu sein. Aber Student weiß nun, dass man bei Ihnen damit durchkommt. Wirft kein gutes Licht auf Sie als Prüfer.

    Andere Frage: Will ich wirklich so einen Durchtrickser als Chef? Eher nicht. Also bitte schon vorher als nicht geeignet aussortieren.

    Ein StudentIn der/die sich ziemlich ver***t vorkommt, da er/sie sich die frühen Morgenstunden mit Recherche, Schreiben und Co um die Ohren schlägt...

    So far E.

    • R_IP
    • 18. Oktober 2012 15:51 Uhr

    Sehe ich ähnlich wie hampelmann. Ich kann ihre allzu menschliche Vorsicht vor einer womöglich für die Betroffenen einschneidenden Abmahnung (Exmatrikulation) durchaus nachvollziehen. Aber die Beweislast dürfte gegen Ihre Studenten sprechen, und plagieren ist in der Wissenschaft nunmal DAS Allerletzte! Wenn Sie schon auf solch eine Maßnahme verzichten wollte, würde ich an Ihrer Stelle die 3 in mein Büro zitieren, und denen aber mal hallo eine Standpauke verpassen, so dass sich die Falschheit des Betruges für immer in deren Gehirne einbrennt. Anbei bedarf es natürlich der Aufklärung, das kann man hinterher noch machen ;)

    Wobei ich mir kaum vorstellen kann, dass die Studenten heutzutage tatsächlich so naiv sind, nicht zu wissen, wie man im Master (!) richtig zitiert und dass man nicht aus dem Internet Textstellen in die eigene Hausarbeit kopiert. Lassen Sie sich da bloß keinen Bären aufbinden, das wissen die ganz genau. Im Zweifel argumentiert man eben mit Schlampigkeit und Unbedarfheit, weils ja bei solch netten und verständnisvollen Prüfern wie Ihnen zu klappen scheint.

    also ich habe den studenten, die ich beim kopieren erwischt habe, die quelle zu ihrem text dazu geschrieben, sie in mein büro zitiert, ihnen klar gemacht, dass das so ganz sicher nicht geht und ihnen eine frist von drei tagen gegeben, eine neue arbeit abzuliefern. die waren ziemlich eingeschüchtert und die neuen arbeiten pünktlich da ;)

    das traurige daran ist, dass ich nicht mal nach abschreibern gesucht habe, sondern dass mir einfach das englisch viel zu gut vorkam. ein halber satz in google hat mich klüger gemacht. ehrlich gesagt hätte ich nicht genug zeit gehabt, um wirklich alle arbeiten gründlich danach zu prüfen.

    was das spicken angeht, das ist mir persönlich relativ egal, solange nicht zu dreist (kleiner zettel vs. seitenweises abschreiben). wenn professoren/assistenten es nicht schaffen, prüfungen so zu gestalten, dass man sie nur durch selbst denken/erarbeiten lösen kann, sind sie selber schuld. ich weiss es von mir selbst, die halbwertszeit von auswendig gelerntem wissen ist sehr, sehr gering.

    Aus Ihrem Bericht ergeben sich für mich zwei Fragen:
    1. Warum haben Sie sich nicht die Zeit genommen, die Standards für gutes wiss. Arbeiten vorab mit den Studenten zu besprechen - das wäre ja schneller gegangen als das "stundenlange Googeln" - und werden Sie das wenigstens in Zukunft tun?
    2. Haben Sie die drei "Übeltäter" überhaupt zur Rede gestellt, um herauszubekommen ,was sie angetrieben hat, oder vermuten Sie nur ("ich hatte den Eindruck" klingt nach Vermutung)?

  4. 3. Sehr skeptisch bin ich bzgl. der Vermutung, dass Studenten weniger plagiieren würden, wenn sie zufriedener wären. Wie lieb sollen wir denn noch zu ihnen sein? Eine Uni ist doch keine Kuschelgruppe. Da stimme ich porph uneingeschränkt zu: Das Niveau scheint stark gesunken zu sein, und Jammern gehört mittlerweile wohl zum Standardrepertoire. In den meisten Studiengängen haben Studenten in der Woche zwischen zwölf und zwanzig Präsenzstunden, 45min-Stunden, wohlgemerkt. Das ist also zwischen einem Drittel und der Hälfte ihrer Arbeitszeit. Ich habe nicht den Eindruck, dass die restliche Zeit typischerweise zum konzentrierten Lernen benutzt wird.

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    Natürlich wird man in Massenunis evtl. nicht ordentlich vorbereitet. Aber das ist noch lange keine Entschuldigung. Wie man zitiert kann jeder Student auch in einem Buch nachschlagen, und ja, auch das gehört zum Student sein dazu.

    • DDave
    • 18. Oktober 2012 15:41 Uhr

    Ausserdem sagen Präsenzstunden herzlich wenig aus. Es gibt Module mit im Semester 25 Präsenzstunden, aber genau DIESES Modul wiederrum hat einen Workload, bzw. Selbststudium von nochmal 50 Stunden. Die Präsenzstunden werden reduziert, damit die Länder Geld sparen, stattdessen darf der Student sich immer mehr zu Hause selbstbeibringen.

    frißt in der Regel ein Nebenjob, da das Bafög und Co leider in typischen Universitätsstädten gerade mal die Miete Versicherungen und Co und vielleicht die Semesterbeiträge abdeckt. Aber Essen muss Student ja auch...

    Best E.

    tja, mag sein, aber ich glaub weniger das wissenspensum, sonder das können der studenten. aber mmn liegt das zu einem grossen teil ein der immer mehr wachsenden regelmentierung/verschulung des studiums. alles muss immer schneller und genau nach plan gehen. als ich studiert habe, kam genau jene umstellung von "man kann sich auch mal etwas mehr zeit für ein prüfung lassen" zu "schneller, schenller, ansonsten kommst du nicht in den nächsten kurs". da darf man sich nicht wundern, wenn die studenten zeitoptimiert lernen.

    dass studenten in den restlichen stunden des tages nichts tun, kommt meist von leuten die nicht studiert haben. es gibt phasen im semester, da ist auch nichts grossartig zu tun; und dann gibts phasen, da sind 60 wochenstd. + 20 std am wochenende angesagt. klar, wenn man nur dann die "faulen" studenten sieht, wenn mal nichts zu tun ist, kann man sich so äussern wie du.

  5. ...das sehe ich als einen großen Fehler und symptomatisch noch dazu. Wie sollen sie es denn lernen - und vor allem: wozu? - wenn es auch so reicht und man immer durchkommt?

    Dieses typische "man will ja keinen bestrafen" sehe ich ebenso als großes Problem.

    Mit Verlaub, aber wenn Sie damit nicht klar kommen, jemanden durchfallen zu lassen, sind Sie wohl als "Prüfer" (!) ungeeignet.

    Antwort auf "Unrechtsbewusstsein?"
    • DDave
    • 18. Oktober 2012 15:37 Uhr

    Wie der Artikel es zeigt, es ist immer das Problem die Grenze zu ziehen. Gerade in den Ingenieurwissenschaften muss man auf Erkenntnisse von früher Bezug nehmen. Als dualer Student durfte ich einen Projektbericht auf Basis der Tätigkeiten in meiner Praxisphase erstellen. Implementierung eines Telnet-Servers in einen Microcontroller. Der ganze Netzwerkaufbau ist aber komplett vorgegeben und im Endeffekt habe ich alle Erläuterungen zum Netzwerkaufbau von mehreren Seiten und Büchern zusammengeschrieben(ohne Zitate). Ist das dann schon ein Plagiat? Definitiv frage ich mich auch, warum man sich die ganze Arbeit nochmal machen muss, wenn es schon irgendwo gut erläutert wurde und das Thema zu 70% aus allgemeinen Spezifikationen(Wissen der Allgemeinheit) besteht und gerade mal 30% eigene Erneuerungen, Code, projektabhängige Spezialisierungen etc sind.

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    "Ist das dann schon ein Plagiat?"

    ja.

    "Definitiv frage ich mich auch, warum man sich die ganze Arbeit nochmal machen muss,..."

    Müssen Sie nicht. Sie müssen es nur kenntlich machen.

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