Sie leuchten mit Taschenlampen in Mülleimer, schieben Einkaufswagen voller Leergut durch die Straßen und warten bis zum Morgengrauen vor den Klubs: Pfandflaschensammler sieht man überall in deutschen Städten. Zwei Studenten wollen ihnen jetzt beim Sammeln helfen. »Wenn Leute im Müll wühlen müssen, stimmt etwas nicht«, sagt der Designstudent Paul Ketz aus Köln. Er hat den Pfandring erfunden, eine Stahlkonstruktion, die er an öffentlichen Mülleimern anbringen will.

Die Idee: In dem Ring kann man leere Flaschen bequem abstellen, genauso einfach kann man sie wieder einsammeln. Seine Erfindung sei »ökonomisch, ökologisch und sozial sinnvoll«, sagt Ketz. Den Vorwurf, dass er damit am Elend der Flaschensammler grundsätzlich nichts ändert, weist er zurück. »Es ist doch utopisch, anzunehmen, dass in absehbarer Zeit keiner mehr auf das Pfandsammeln angewiesen ist«, sagt er.

Der Berliner Kommunikationsdesigner Jonas Kakoschke sieht das ähnlich. »Besser, man macht was Kleines als gar nichts«, sagt er. Als sich in seiner WG mal wieder das Altglas türmte, startete er die Internetseite pfandgeben.de, auf der Flaschensammler Handynummer und Sammelgegend veröffentlichen.

Wer daheim in Pfandflaschen erstickt, kann den Flaschenabholer in der Nachbarschaft anrufen. Die Seite ist erfolgreich: Fast 800 Sammler haben sich bisher registriert. Auch Paul Ketz aus Köln ist zuversichtlich, dass die bürokratischen Hürden für seine Erfindung bald genommen sind – und der Pfandring noch dieses Jahr in Serie geht.