Konten für Studenten : Nichts Verschenken

Susanne Meunier von der Stiftung Warentest über Tagesgeld, Girokonten und die Frage, wann man seine Bank verlassen sollte

ZEIT CAMPUS: Frau Meunier, Banken werben intensiv um Studenten, es gibt sogar oft ein Startgeld. Taugen solche Angebote etwas?

Susanne Meunier: Bevor man sich von 50 Euro Startgeld blenden lässt, sollte man lieber darauf achten, ob das Girokonto auch nach dem Studium gratis bleibt. Die Banken wissen schließlich, womit sie die Leute locken können. Sie bauen darauf, dass viele Kunden der Bank auf ewig treu bleiben werden, weil sie einfach viel zu bequem zum Wechseln sind.

ZEIT CAMPUS: Wann sollte man die Bank wechseln?

Susanne Meunier: Wenn man umzieht und Wert darauf legt, einen persönlichen Ansprechpartner in der Filiale vor Ort zu haben. Oder eben für das Gratis-Girokonto nach Studienende. Oder wenn die Konditionen anderswo besser sind, es zum Beispiel mehr Zinsen gibt.

ZEIT CAMPUS: Soll man wirklich den Kommastellen hinterherziehen? Ein Wechsel ist doch bestimmt kompliziert!

Susanne Meunier: Nein, gar nicht. Man eröffnet einfach ein neues Konto und stellt alle Daueraufträge und Zahlungseingänge so, dass sie auf dieses neue Konto gehen. Dann kann man das alte kündigen. Kündigungsgebühren dürfen Banken und Sparkassen nicht erheben. Man sollte zusehen, dass man seine paar Euro nicht zu einem schlechten Zins von zum Beispiel 0,9 Prozent anlegt. Kleinvieh macht auf Dauer schließlich auch Mist. Bei unseren Rankings schneiden bei den Tagesgeldkonten übrigens oft ausländische Banken am besten ab, zum Beispiel die Bank of Scotland.

ZEIT CAMPUS: Gibt es keinen Haken, wenn man bei einer ausländischen Bank Kunde ist?

Susanne Meunier: Es gibt keine Beratung vor Ort, aber Hotlines und E-Mail-Adressen, über die sich auf Deutsch alles Wichtige regeln lässt.

ZEIT CAMPUS: Was ist denn ein attraktiver Zins?

Susanne Meunier: Wir befinden uns gerade in einer Niedrigzinsphase. Bei den Fest- und Tagesgeldkonten sind 2,3 oder 2,4 Prozent schon ganz gut.

ZEIT CAMPUS: Was ist der Unterschied zwischen Festgeldkonto und Tagesgeldkonto?

Susanne Meunier: Legt man Geld auf einem Festgeldkonto an, kann es sein, dass man für ein paar Jahre nicht rankommt. Das Tagesgeldkonto hat keinen ganz so hohen Zins, ist aber flexibel. Hat man eine größere Summe auf dem Girokonto, kann man davon etwas fürs Tagesgeldkonto abzwacken. Geht in der WG dann die Waschmaschine kaputt und man braucht sein Geld, überweist man es einfach zurück aufs Girokonto. Das ist am nächsten Tag da.

ZEIT CAMPUS: Also am besten gleich jeden Cent aufs Tagesgeldkonto schaffen, oder?

Susanne Meunier: Das Tagesgeldkonto ist nicht für alltägliche Geldumläufe gedacht, also zum Beispiel für die Mietüberweisung. Dafür gibt es das Girokonto. Von diesem sollte man wirklich nur dann Geld abzweigen, wenn man es übrig hat. Denn sobald man bei einem Girokonto ins Minus geht, bezahlt man kräftig Überziehungszinsen.

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Kommentare

19 Kommentare Seite 1 von 3 Kommentieren

Sammeleinkauf ja - Fachhändler .... naja

"ein überlegter Sammeleinkauf mit Einkaufszettel" ist wirklich sehr sinnvoll! Wenn man aber ohne Auto ist kann das schon mal etwas schwieriger werden ... weil dann ist die Limitation die eigene Kraft - und wenn dann noch Getränke mit müssen wird das richtig schwer.

Bzgl. Fachhändler
Gerade weil Sie die "vermeintlichen Schnäppchen eines Marktriesen" ansprechen... gerade im Elektronikbereich kann kein Fachhändler (und auch nicht der Martkriese) mit Onlinehändler mithalten. Und dort hab ich sogar noch bessere Rechte (Widerrufsrecht) als bei lokal gekauften Waren...
Und die Beratung bekomm ich wenn nötig gut&qualifiziert in Foren (z.B. bei Elektronik Computerbase).

Und um auf den Artikel zurückzukommen. Das meiner Meinung nach, beste Girokonto in dem Bereich bietet die DKB - kostenlos auch ohne Gehaltseingang, mit Kreditkarte und integriertem Tagesgeldkonto mit attraktiven Kondition, super Service ... und die Überziehungszinsen sind auch im Rahmen...

"Eine Alternative dazu sind Investmentfonds."

Bloß nicht!

Die dortigen Abschluss- und Verwaltungsgebühren sind eben so hoch wie die der berüchtigten Riester-Versicherungen, von mangelhaften Kündigungs-Fristen ganz zu schweigen.

Ich war froh, dass ich meine niedrig verzinsten Investmendfonds endlich verkaufen konnte. Einfach zinsgünstige Tages- oder Festgeldkonten suchen und gut ist...

Festgeldkonten ? Tagesgeldkonten ? Wow !!!!!

Irgendwie scheint sich die finanzielle Situation unserer Studenten erheblich verbessert zu haben !
Für Kids, die angeblich 60 - 70 Stunden die Woche büffeln und in der "vorlesungsfreien Zeit" unbezahlte Praktikas und Hausarbeiten erledigen müssen, scheinen goldene Zeiten angebrochen zu sein. Als ich noch studiert habe, war die Anzahl meiner, zur Verfügung stehenden Pesos, noch viel übersichtlicher ! Und Riester ? Wenn ich noch mind. 40 Jahre (eher mehr !) Arbeitsleben vor mir hätte, würde ich einen Teufel tun, es in ein so windiges Geschäft zu stecken !

ganz einfach erben

Die heutige Einzelkind (aka Prinzling) Generation erbt halt. Ich kenne nicht wenige, die Mitten im Studium ploetzlich mal eben 40.000 anzulegen hatten.

Das wird uns noch ordentlich Probleme bereiten: Eine komplette Generation gehobener Mittelschichtskinder, Elterns einziger Schatz - neben dem angehaeuften Vermoegen - und durchgepampert bis zum geht nicht mehr. Und genau dann rechtzeitig wenns darum geht, sich etwas selbst aufzubauen kommt der Geldregen...

Einfach erben ?

40.000 Eus = 78.233 DM, das war mal ne Menge Geld...die Betonung liegt auf "war" !
In einer Zeit, in der ein Golf 30.000 € kostet und ein Handy, entschuldigung "Smartphone", 980 €, ist das Geld so schnell verdampft, daß einem der Kopf brummt ! Noch ein oder zweimal in den Urlaub, plus zweimal Weihnachten, dann wars das auch mit der Kohle. Leider gilt bei Industrie und Handel nicht die gleiche Zurückhaltung bei den Preisen, als bei den Gehältern.
Aber was solls ? Ist ja nicht mein Geld !

Geldwert

Ich weiß ja nicht, in welchem Geld-Dimensionen Sie denken. Aber für mich als Studentin wären 40.000 Euro - auch wenn sich der reale Geldwert seit Einführung des Euro natürlich geändert hat - eine schier unvorstellbar hohe Summe und an mehrfachen Urlaub würde ich gar nicht erst denken.
Nicht jeder Student erbt eine hohe Summe und bekommt mal eben 2.000+ € monatlich überwiesen.