Konten für Studenten Nichts Verschenken

Susanne Meunier von der Stiftung Warentest über Tagesgeld, Girokonten und die Frage, wann man seine Bank verlassen sollte von Viola Diem

ZEIT CAMPUS: Frau Meunier, Banken werben intensiv um Studenten, es gibt sogar oft ein Startgeld. Taugen solche Angebote etwas?

Susanne Meunier: Bevor man sich von 50 Euro Startgeld blenden lässt, sollte man lieber darauf achten, ob das Girokonto auch nach dem Studium gratis bleibt. Die Banken wissen schließlich, womit sie die Leute locken können. Sie bauen darauf, dass viele Kunden der Bank auf ewig treu bleiben werden, weil sie einfach viel zu bequem zum Wechseln sind.

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ZEIT CAMPUS: Wann sollte man die Bank wechseln?

Susanne Meunier: Wenn man umzieht und Wert darauf legt, einen persönlichen Ansprechpartner in der Filiale vor Ort zu haben. Oder eben für das Gratis-Girokonto nach Studienende. Oder wenn die Konditionen anderswo besser sind, es zum Beispiel mehr Zinsen gibt.

ZEIT Campus 5/2012
ZEIT Campus 5/2012

ZEIT CAMPUS: Soll man wirklich den Kommastellen hinterherziehen? Ein Wechsel ist doch bestimmt kompliziert!

Susanne Meunier: Nein, gar nicht. Man eröffnet einfach ein neues Konto und stellt alle Daueraufträge und Zahlungseingänge so, dass sie auf dieses neue Konto gehen. Dann kann man das alte kündigen. Kündigungsgebühren dürfen Banken und Sparkassen nicht erheben. Man sollte zusehen, dass man seine paar Euro nicht zu einem schlechten Zins von zum Beispiel 0,9 Prozent anlegt. Kleinvieh macht auf Dauer schließlich auch Mist. Bei unseren Rankings schneiden bei den Tagesgeldkonten übrigens oft ausländische Banken am besten ab, zum Beispiel die Bank of Scotland.

ZEIT CAMPUS: Gibt es keinen Haken, wenn man bei einer ausländischen Bank Kunde ist?

Susanne Meunier: Es gibt keine Beratung vor Ort, aber Hotlines und E-Mail-Adressen, über die sich auf Deutsch alles Wichtige regeln lässt.

ZEIT CAMPUS: Was ist denn ein attraktiver Zins?

Susanne Meunier: Wir befinden uns gerade in einer Niedrigzinsphase. Bei den Fest- und Tagesgeldkonten sind 2,3 oder 2,4 Prozent schon ganz gut.

ZEIT CAMPUS: Was ist der Unterschied zwischen Festgeldkonto und Tagesgeldkonto?

Susanne Meunier: Legt man Geld auf einem Festgeldkonto an, kann es sein, dass man für ein paar Jahre nicht rankommt. Das Tagesgeldkonto hat keinen ganz so hohen Zins, ist aber flexibel. Hat man eine größere Summe auf dem Girokonto, kann man davon etwas fürs Tagesgeldkonto abzwacken. Geht in der WG dann die Waschmaschine kaputt und man braucht sein Geld, überweist man es einfach zurück aufs Girokonto. Das ist am nächsten Tag da.

ZEIT CAMPUS: Also am besten gleich jeden Cent aufs Tagesgeldkonto schaffen, oder?

Susanne Meunier: Das Tagesgeldkonto ist nicht für alltägliche Geldumläufe gedacht, also zum Beispiel für die Mietüberweisung. Dafür gibt es das Girokonto. Von diesem sollte man wirklich nur dann Geld abzweigen, wenn man es übrig hat. Denn sobald man bei einem Girokonto ins Minus geht, bezahlt man kräftig Überziehungszinsen.

Leserkommentare
  1. Bloß nicht!

    Die dortigen Abschluss- und Verwaltungsgebühren sind eben so hoch wie die der berüchtigten Riester-Versicherungen, von mangelhaften Kündigungs-Fristen ganz zu schweigen.

    Ich war froh, dass ich meine niedrig verzinsten Investmendfonds endlich verkaufen konnte. Einfach zinsgünstige Tages- oder Festgeldkonten suchen und gut ist...

    4 Leserempfehlungen
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    Klar sind die hoch, wenn man sich von der Sparkasse ums Eck einen der teuren DEKA Fonds oder von andere Mainstream Gesellschaft andrehen lässt. Wer aber ein bisschen im Internet recherchiert und sich seinen Fonds dann direkt an der Börse kauft, der kommt mit sehr geringen Gebühren aus.

    Aufgrund der niedrigen Zinsen ist die devise wohl: Eher weg von Zinsprodukten!

  2. 3. klar!

    kann man die Prämien abgreifen. Darüber habe ich mir ein paar schöne Essen mit Freunden fianziert. Die Banken nehmen doch auch alles mit was geht vom Kunden.

  3. Irgendwie scheint sich die finanzielle Situation unserer Studenten erheblich verbessert zu haben !
    Für Kids, die angeblich 60 - 70 Stunden die Woche büffeln und in der "vorlesungsfreien Zeit" unbezahlte Praktikas und Hausarbeiten erledigen müssen, scheinen goldene Zeiten angebrochen zu sein. Als ich noch studiert habe, war die Anzahl meiner, zur Verfügung stehenden Pesos, noch viel übersichtlicher ! Und Riester ? Wenn ich noch mind. 40 Jahre (eher mehr !) Arbeitsleben vor mir hätte, würde ich einen Teufel tun, es in ein so windiges Geschäft zu stecken !

    Eine Leserempfehlung
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    Die heutige Einzelkind (aka Prinzling) Generation erbt halt. Ich kenne nicht wenige, die Mitten im Studium ploetzlich mal eben 40.000 anzulegen hatten.

    Das wird uns noch ordentlich Probleme bereiten: Eine komplette Generation gehobener Mittelschichtskinder, Elterns einziger Schatz - neben dem angehaeuften Vermoegen - und durchgepampert bis zum geht nicht mehr. Und genau dann rechtzeitig wenns darum geht, sich etwas selbst aufzubauen kommt der Geldregen...

  4. Die heutige Einzelkind (aka Prinzling) Generation erbt halt. Ich kenne nicht wenige, die Mitten im Studium ploetzlich mal eben 40.000 anzulegen hatten.

    Das wird uns noch ordentlich Probleme bereiten: Eine komplette Generation gehobener Mittelschichtskinder, Elterns einziger Schatz - neben dem angehaeuften Vermoegen - und durchgepampert bis zum geht nicht mehr. Und genau dann rechtzeitig wenns darum geht, sich etwas selbst aufzubauen kommt der Geldregen...

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    40.000 Eus = 78.233 DM, das war mal ne Menge Geld...die Betonung liegt auf "war" !
    In einer Zeit, in der ein Golf 30.000 € kostet und ein Handy, entschuldigung "Smartphone", 980 €, ist das Geld so schnell verdampft, daß einem der Kopf brummt ! Noch ein oder zweimal in den Urlaub, plus zweimal Weihnachten, dann wars das auch mit der Kohle. Leider gilt bei Industrie und Handel nicht die gleiche Zurückhaltung bei den Preisen, als bei den Gehältern.
    Aber was solls ? Ist ja nicht mein Geld !

  5. Kann man nicht die Bank wechseln, wenn sich die Lebensumstände oder der Lebensort ändern?
    Seltsame Argumentation, wenn die Frau selbst zwei Fragen weiter vom Bankwechsel spricht.
    Interessant aber ist die hier (schon wieder) gepflegte Auffassung, dass Studenten in relevanter Anzahl ein echtes Thema mit Anlagezinsen und Anlageformen hätten.
    Irgendwie scheint das in einer anderen Welt zu spielen.
    Einer der Studentengeneration, den ich kenne, studiert durch "Eltern-Bafög" und Studentenjobs an der Uni mit einem Budget ca. 1000 € im Monat. Damit hält er sich schon für materiell überdurchschnittlich gestellt (ich ihn auch), hat aber keinen erkennbaren Anlagedruck.
    Aber vielleicht irren wir uns ja total.

  6. Klar sind die hoch, wenn man sich von der Sparkasse ums Eck einen der teuren DEKA Fonds oder von andere Mainstream Gesellschaft andrehen lässt. Wer aber ein bisschen im Internet recherchiert und sich seinen Fonds dann direkt an der Börse kauft, der kommt mit sehr geringen Gebühren aus.

    Aufgrund der niedrigen Zinsen ist die devise wohl: Eher weg von Zinsprodukten!

    2 Leserempfehlungen
  7. Teaser
    "Nicht von 50€ Startgeld blenden lassen"
    und Werbung
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