Eine Zeit lang hielt man das Großraumbüro für eine Lösung, die den Angestellten zu Teamarbeit, Kommunikation und Fleiß anhält. Wer unter Kollegenbeobachtung steht, wird nicht so leicht Löcher in die Luft starren. Er wird auch, wenn er einen Bleistift braucht, nicht erst einen zeitraubenden Ausflug in die Materialbeschaffungsstelle unternehmen, sondern rasch auf den Schreibtisch nebenan greifen.

Indes war das Großraumbüro unbeliebt, und die Unbeliebtheit – der Lärm, die Anonymität, das architekturgewordene Misstrauen des Arbeitgebers – schlug auf die Motivation.

Heute geht die Mode wieder in die entgegengesetzte Richtung, nicht nur das Kleinstzimmer ist zurück, mit höchstens zwei oder drei Schreibtischen, die Architektur versucht sogar extra, individuelle Akzente zu setzen.

Die weiße Wand des Normbüros gilt als demotivierender Stimmungskiller. Der Angestellte soll es heimelig haben, wenn er nicht sogar mit dem PC die Arbeit von zu Hause aus erledigt, also in maximal individueller Atmosphäre.

Was heißt das? Nicht viel – oder höchstens, dass der Computer nun Möglichkeiten zur Fleiß- und Disziplinüberwachung bereitstellt, die eine Kontrolle durch das Großraumbüro überflüssig machen.