KreativitätBrainstorming ist Bullshit

Gute Ideen braucht jeder. Vier Methoden, mit denen es leichter fällt, kreativ zu sein. Und eine, die zwar alle anwenden – die aber leider völlig nutzlos ist. von Marisa Schulz

1. Ziele setzen

Zunächst hilft es, ein klares Ziel zu formulieren. Dieses sollte die Kriterien der SMART-Formel erfüllen. S steht dabei für »situationsspezifisch« – jede Situation erfordert ein anderes Ziel. M steht für »messbar«, A für »attraktiv«, R für »realistisch«: Positiv formulierte Ziele motivieren, unrealistische deprimieren und blockieren den Lösungsweg, der zum messbaren Ergebnis führt. T steht schließlich für »Terminierung«, also das Festlegen eines Datums, bis zu dem Sie mit ihrer Arbeit fertig sein sollten.

Ein Beispiel (S): Sie brauchen bis Ende der Woche (T) fünf mögliche Themen (M) für die nächste Hausarbeit. Ziemlich R! Die Themen sollten Sie interessieren (A). Besprechen Sie auch den Abgabetermin, dann haben Sie genug Druck, um fertig zu werden.

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2. Die Mind-Map

Auch wenn diese Technik in der Schulzeit genervt hat – die Mind-Map ist besser als ihr Ruf. Listen und Tabellen können Sie später noch anlegen, aber Ideen werden nicht in linearen Denkprozessen geboren. Eine Mind-Map ermöglicht es, zwischen Gedankengängen und Ideen zu einem Thema hin und her zu springen, ohne den Faden zu verlieren.

ZEIT Campus 6/2012
ZEIT Campus 6/2012

Malen Sie als Erstes ein Bild in die Mitte eines weißen Blattes. Das empfiehlt Tony Buzan, der 80 Jahre alte Erfinder der Mind-Map, weil Bilder stärkere Assoziationen auslösen als Worte. Das Bild sollte zum Thema oder zur Fragestellung passen, zu der Sie sich Gedanken machen. Wenn Sie zum Beispiel ein Thema für eine Politologiehausarbeit suchen: Malen Sie den Reichstag. Oder einen Euro-Rettungsschirm. Oder eine Wahlurne. (Muss nicht hübsch aussehen.) Daneben notieren Sie Einfälle und Schlagwörter, die Sie in geschwungenen Linien mit dem Bild verbinden. Auch das empfiehlt Tony Buzan. Er glaubt: Gerade Linien langweilen das Gehirn. Verwenden Sie außerdem immer nur ein Wort pro Verästelung. So hat das Hirn eine größere Chance, Assoziationen zu entwickeln. Sie können die Begriffe mehrfach miteinander verknüpfen, um neue Assoziationen hervorzurufen.

Leserkommentare
  1. Schön, dass die hohe Schule des Trollens mittlerweile auch bei der ZEIT (ich weiß, ZEIT CAMPUS) bekannt ist. Anders kann ich mir manche Artikel einfach nicht erklären.
    Aufmerksamkeit generieren durch möglichst steile Thesen, und sich dann über den Shitstorm und die Klicks freuen.

    BTT: Die Vorstellung von "Brainstorming", wie sie im Artikel beschrieben wird (ausschließlich verbal und in großer Runde), ist doch nur eine von vielen Varianten. Im Studium habe ich einige Methoden des Brainwritings kennengelernt, die in Gruppen von 3-5 Leuten hervorragende Ergebnisse liefern können.

    Auf die Zusammensetzung der Runde kommt es natürlich sehr stark an, flache Hierarchien begünstigen meiner Meinung nach gutes Brainstorming.

  2. Für Blender und Trainer ein idealer Begriff, um den Anschein moderner Managementmethoden zu erzeugen.
    Das ist wie beim Sex. Wer am häufigsten und intensivsten darüber redet, ist in der Praxis zumeist ein Versager.

  3. Auch wenn der "Artikel" nur für ZEIT Campus gedacht war: beim nächsten mal bitte zumindest das "S" der beschissenen (angepasste Wortwahl) SMART-Regel anwenden bevor man drauf los schreibt:

    1. Specific: Was will uns der Artikel überhaupt sagen? Wird mir ohne Einleitung nicht klar. Für wen geht es darum kreativ zu sein? Einzelne, Gruppen, Organisationen? Keine Ahnung. Weiß vermutlich auch der Verfasser der Geschreibsels nicht.

    Ein wenig Recherche schadet auch nicht. Das "A" bei SMART steht üblicherweise für "attainable" oder "achievable", bedeutet also ob das Ziel auch erreichbar ist und ob es attraktiv ist. Eine Hausarbeit zu schreiben ist z.B. nur selten attraktiv, sollte aber innerhalb des Plans erreichbar sein..

    • Bdaian
    • 07. November 2012 20:50 Uhr

    Die Behauptungen im Artikel bezüglich Brainstorming sind arrogant und falsch.

    Man kann im Team sehr wohl kreativ sein, mann muss dieses jedoch lernen. Beim Studium der Architektur mussten wir seinerzeit gemeinsam in Gruppen Projekte entwickeln. Die Dozenten legten ausdrücklichen Wert darauf, dass dieses im Team erfolgte. es kostet Zeit sich darauf einzustellen aber nachdem man es gelernt hatte, funktionierte es sehr gut.

    Viele Architekten, Designer und Ingenieure arbeiten im Team, mit dieser oder anderen Methoden und sind dabei erfolgreich. Natürlich bilden sich dabei unterschiedliche Konstellationen. Es gibt solche die relativ homogen sind und andere mit hierarchisierten Strukturen. Wenn es dabe gelingt, die unterschiedlichen Qualitäten der Teilnehmer zur Geltung zu bringen, ist das Ergebnis oft besser als das was die einzelnen Teilnehmer erzielen können. Voraussetzung ist es jedoch (und das ist das schwierige dabei) dass man sein Ego zurücksteckt und an das gemeinsame Ziel denkt.

    • zipit
    • 08. November 2012 0:22 Uhr

    der begriff brainstorming und alle folgenden begriffe sind nur eine umbennenung der alten methode der konstruktiven kritik, bzw einer besprechung. wie bereits Bdaian anmerkte, sind diese methoden in gestalterischen berufen seit langem fest verankert.

    wichtig ist hierbei jedoch, dass die teilnehmer bereits möglichst viele ideen haben und jene auch angemessen präsentieren können. erst in der auseinandersetzung mit vorhandenen ideen kann das eigentliche konzept in der diskussion entstehen (oder zumindest anregungen dafür).

    leider wird brainstorming oft als deckmantel für ideenlosigkeit und schlechte vorbereitung verwendet. wer nichts zu besprechen hat, ändert dies auch nicht durch zufälliges aneinanderreihen von worthülsen, egal welchen namen die vorgebliche methodik auch trägt.

    (ot) bezüglich der bullshitdebatte : ich möchte auf zeit.de nicht scheissdreck und besonders nicht bullshit lesen müssen. ob der autor nun zeit camppus oder zeit wochenendausflüge ist, ist dabei unerheblich, der gequälte versuch jung und provokativ zu sein misslingt. letztendlich gilt - adel verpflichtet, dies gilt auch für zeit campus.

  4. Eine negative Einstellung gegenüber einem Thema behindert der kreativen Umgang damit - oder anders ausgedrückt: Vorurteile belasten die Birne ... ;-)

    Brainstorming mag häufig suboptimal sein, aber Mindmapping und was sonst noch hier so aufgezählt wird passt auch nicht immer. Meiner Erfahrung nach ist Brainstorming vor allem für zwei Dinge wirklich gut:

    a) in einer kleinen Gruppe (höchstens 3 Leute) sehr rasch zu einer brauchbaren Lösung zu kommen (Betonung auf Schnelligkeit und Pragmatismus - es muss nicht immer die beste aller Lösungen sein, aber auf jeden Fall findet man praktisch immer rasch eine brauchbare Lösung)
    b) in einer großen Gruppe den Eindruck zu vermitteln, man hätte gemeinsam eine (in Wirklichkeit bereits bei einem oder mehreren Teilnehmern längst vorhandene) Lösung erarbeitet.

    Fall a) findet nicht nur in offizellen Problemlösungsmeetings, sondern recht oft auch im lockeren informellen Rahmen (Kaffeeküche, Flurgespräch etc.) statt, auch ohne dass die Leute das dann Brainstorming nennen

    Fall b) wird vor allem in größeren Unternehmen eingesetzt, um einer hierarchisch strukturierten heterogenen Gruppe ein Wir-Gefühl in Bezug auf eine Lösung zu vermitteln. Das hat zwar nur wenig mit Kreativität zu tun, wird aber oft benötigt, um eine Lösung im Unternehmen zu verankern. ;-)

  5. ... dass David Ogilvy mit der Brainstorming-Methode
    so erfolgreich war – oder Michelangelo – oder Richard Sapper.

  6. Diese Kreativitätsmethoden wirken verzweifelt auf mich. Erzwungen. Erzwungene Kreativität und Innovation? Ich frage mich gerade, ob Einstein durch Brainstorming auf seine Relativitätstheorie gekommen ist. Oder Bill Gates durch eine Mindmap auf Windows. Wie hat DaVinci seiner Mona Lisa dieses gewisse Etwas gegeben? Oder die Google Gründer ihre Suchmaschine zur Nr. 1 gemacht? Ich bezweifle stark, dass die WIRKLICHEN, Paradigmen durchbrechenden Innovationen, nach irgendeiner Kreativitätssitzung entstanden sind.

    Kreativität wird immer noch zu häufig verbunden mit irgendwelchen Medienschaffenden, Künstlern, oder Marketingexperten. Ich gründe ein Start Up, bin aber auf meine Geschäftsidee im Grunde nicht durch bewusstes nachdenken gekommen, sondern durch "erkennen" eines Potenzials.

    Echte Kreativität, nicht diese künstlich erzwungene, setzt meiner Meinung nach Wissbegierigkeit, Begeisterungsfähigkeit, kindliche Neugier und breites Allgemeinwissen gepaart mit irgendeiner Form von Spezialwissen voraus. Dieser Mix machts!

    Wer nicht mit offenen Augen durchs Leben geht, wird auch nie erkennen, wo sich Potenziale auftun, etwas nachhaltig zu verändern. So ist meine Geschäftsidee entstanden. Einfach aus Interesse, mehrere für mich fachfremde Artikel gelesen, Problembeschreibung verstanden, irgndwann intuitiv an Methoden aus meinem Fachbereich gedacht, Verknüpfung hergestellt, Potenzial erkannt, Geistesblitz, Idee weiterentwickelt! Die meisten Menschen stellen einfach die falschen Fragen

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