Robert Pfaller"Genuss ist politisch"

Der Philosoph Robert Pfaller verteidigt die Unvernunft. Das Leben sei nur dann lebenswert, sagt er, wenn wir miteinander feiern, trinken und schlafen. von Ariane Verena Breyer und

ZEIT Campus: Herr Pfaller, wann haben Sie das letzte Mal eine kindische Dummheit begangen?

Robert Pfaller: Oh, erst vor Kurzem. Aber ich werde Ihnen nicht verraten, welche.

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ZEIT Campus: Nicht? Dabei schreiben Sie, man müsse sich kindische Dummheiten gönnen, sonst sei das Leben nicht lebenswert.

Pfaller: Bezeichnenderweise kann man anderen Leuten heute aber nichts mehr vorbildhaft vorleben – auch nicht als Philosoph. Früher war das anders: Jean-Paul Sartre und Simone de Beauvoir zum Beispiel führten in den 1950er Jahren eine offene Beziehung. Das passte zu ihrer Philosophie, wich von den Moralvorstellungen ab – und hatte eine Vorbildfunktion, die etwas in der Gesellschaft veränderte. Heute ist das nicht mehr möglich. Wer heute abweicht, wird nur als Freak wahrgenommen. Die anderen nehmen sich kein Beispiel, sondern zeigen bloß mit dem Finger auf ihn.

ZEIT Campus: Heute ist aber auch viel mehr erlaubt als in den 1950ern!

Pfaller: Da sollten wir uns nicht täuschen. Wir dürfen heute nicht viel mehr. Der Unterschied ist, dass wir uns mit immer besseren Argumenten selbst verbieten, was uns früher von anderen Menschen verboten worden wäre.

Robert Pfaller

Der Philosophieprofessor Robert Pfaller, 50, gilt als klügster Gegner des Rauchverbots – dabei greift er selbst kaum zur Zigarette. Sein Essay »Wofür es sich zu leben lohnt« erschien gerade als Taschenbuch (Fischer, 2012)

ZEIT Campus: Das müssen Sie bitte erklären.

Pfaller: Frauen und Männer sind heute mindestens genauso sexfeindlich und scheu wie in den 1950ern. Nur die Gründe sind andere. Damals fürchtete man den Verlust des öffentlichen Ansehens und die gesellschaftlichen Tabus. Heute sind die Motive Emanzipiertheit und Respekt vor der Emanzipation. Was früher als höflicher und charmanter Umgang galt, lehnen wir ab, weil wir solche sozialen und kulturellen Gebote als »normierend« empfinden. Wir fürchten um die Selbstbestimmung und unsere angeblich so verletzliche Identität.

ZEIT Campus: Ist doch gut: Jeder kann sein, wie er will.

Pfaller: Auffällig ist nur, dass die wenigsten dabei glücklich sind. Psychoanalytisch ist das erklärbar: In jedem Begehren, das wir haben, steckt auch das Begehren der anderen. Jede Mode, die uns gefällt, gefällt uns, weil sie anderen gefällt – und weil wir hoffen, anderen darin zu gefallen. Wenn wir das für Fremdbestimmung halten und ablehnen, dann rebellieren wir aber nicht gegen einschränkende Normen, sondern gegen unsere Geselligkeit. Gegen gesellschaftliche Ideale, die uns helfen, keine miesen Spaßverderber zu sein. Gesellschaftliche Ideale, die für unser Glück notwendig sind.

ZEIT Campus: Haben Sie dafür ein Beispiel?

ZEIT Campus 6/2012
ZEIT Campus 6/2012

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Pfaller: Wenn wir Fußball spielen, mag es frustrierend sein, sich mit einem Zinedine Zidane zu vergleichen, aber es spornt auch an und führt zu Glücksmomenten, wenn uns etwas Kleines gelingt. Wenn mir aber gesagt wird: »Hier ist ein Ball, spielen Sie doch so, wie Sie wollen«, dann weiß ich nicht, was ich tun soll. Ich glaube, dass das Unglück vieler Menschen auch daher kommt, dass uns die Idealvorstellungen fehlen.

ZEIT Campus: Und warum sind Ihnen neben den Vorbildern die kindischen Dummheiten so wichtig?

Pfaller: Während uns die sozialen Ideale abhandengekommen sind, beherrscht uns heute das viel perfidere, im »Ich« verankerte Ideal der Vernunft. Wir erleben nicht mehr den äußeren Druck, uns auf irgendeine Weise akzeptabel zu verhalten, sondern den inneren Druck, immer vernünftig zu sein. Das heißt: möglichst effizient zu handeln, uns permanent selbst zu optimieren und alles zu vermeiden, was zwar lustvoll, aber scheinbar schlecht für uns ist. Deshalb trinken wir Bier ohne Alkohol, essen Margarine ohne Fett und haben im Internet Sex ohne Körperkontakt.

ZEIT Campus: Was spricht dagegen?

Pfaller: Immer nur vernünftig zu sein ist kein Kennzeichen davon, dass man tatsächlich vernünftig ist. Man verhält sich dann nicht erwachsen, sondern schrecklich altklug. Altkluge Kinder sagen: »Ich werde nie Alkohol trinken! Ich werde nie meine Zeit mit Mädchen verschwenden!« Sie verstehen nicht, warum Erwachsene scherzen, sich berauschen oder sich verlieben, also unvernünftige Dinge tun.

ZEIT Campus: Und warum tun Erwachsene das?

Pfaller: Wer nur vernünftig ist, funktioniert wie eine Maschine. Das ist nicht lebenswert. Wir arbeiten dann ständig dafür, unser Leben zu finanzieren und zu verlängern. Aber wir fragen uns nicht, wofür wir überhaupt am Leben sind. Erst wenn wir unvernünftige Dinge tun, tanzen, trinken oder uns verlieben, haben wir das Gefühl, dass es sich zu leben lohnt.

ZEIT Campus: Woran liegt das?

Pfaller: Nur wenn wir ein bisschen verschwenderisch mit dem Leben umgehen, verhalten wir uns wirklich souverän und frei, weil das Leben dann nicht mehr Mittel zum Zweck ist. Alles, was uns Genuss verschafft, hat deshalb ein zwiespältiges und unvernünftiges Element. Alkohol ist ungesund, Sex ist unappetitlich, und Musikhören ist Zeitverschwendung.

ZEIT Campus: Wir genießen nur das, was uns schadet?

Pfaller: Ja, und deshalb können wir Alkohol, Sex und selbst den Müßiggang des Musikhörens nur in bestimmten Momenten, gemeinsam mit anderen, genießen. Allein ein Glas Sekt zu trinken macht keinen Spaß. Dafür schmeckt es umso besser, wenn jemand sagt: »Wir lassen jetzt die Arbeit ruhen und stoßen an, denn die Kollegin hat Geburtstag!« Es ist die besondere Kraft der Kultur, dass sie uns aus unserem vernünftigen, aber unsouveränen Alltagsverhalten herausreißen kann. Sie erlaubt uns, ab und zu unvernünftig zu sein und mit anderen Menschen das Leben zu genießen.

ZEIT Campus: Mal ehrlich: Beschäftigen Sie sich nicht mit philosophischen Luxusproblemen?

Pfaller: Im Gegenteil: Es ist ein Ausdruck unserer Luxusgesellschaft, dass wir glauben, uns mit diesen Fragen nicht mehr beschäftigten zu müssen. Wenn sich unterdrückte Menschen zu Revolutionen erheben, geht es ihnen niemals nur um den Kampf gegen Hunger oder Armut, sondern immer auch um Glück und Würde. Diese Revolutionäre fordern ein Leben, für das es sich zu leben lohnt. Diese Forderung ist in den reichsten Gesellschaften der Welt abhandengekommen.

ZEIT Campus: Die EU bricht auseinander, der Klimawandel ist kaum noch zu stoppen, und Sie sagen: »Leute, genießt euer Glas Sekt«?

Pfaller: Die Genussfrage ist aus meiner Sicht eine politische Frage. Früher gab es einen öffentlichen Raum, der von gemeinsamen Idealen geprägt war. Man trug in der Öffentlichkeit feinere Kleider und benahm sich höflicher als zu Hause. Wenn andere rauchen wollten, dann ließ man das zu, denn das galt als elegant. Weil es diese geteilten Vorstellungen von Eleganz nicht mehr gibt und jeder die Qualität von Öffentlichkeit mit seinen privaten Maßstäben misst, sind wir heute schnell dabei, alles zu verbieten, was uns stört: Auf manchen öffentlichen Plätzen darf kein Alkohol mehr getrunken werden, in Bars und Restaurants gilt das Rauchverbot.

ZEIT Campus: Aber es ist doch auch unhöflich, anderen Rauch ins Gesicht zu blasen.

Pfaller: Während uns das Rauchverbot als Fortschritt verkauft wird, finden enorme politische Beraubungen statt. Sie haben heute vielerorts keinen Anspruch mehr auf öffentlich finanzierte Hochschulbildung, auf soziale Sicherheit oder auf eine verlässliche Altersvorsorge – geschweige denn auf Würde, Eleganz und Genuss. Das müssen Sie alles privat für sich regeln. Die Öffentlichkeit wird zu einer Sphäre von Verboten und von Verzicht.

ZEIT Campus: Man könnte auch sagen, dass es ein Zeichen von Souveränität und Freiheit ist, Alkohol und Zigaretten abzulehnen.

Pfaller: Dann stellt sich die Frage, wo wir Freiheit verorten. Bin ich da frei, wo ich auf meine kleine, einsame Privatexistenz reduziert bin und mir nicht zugetraut wird, über meine Befindlichkeiten hinauszuwachsen? Oder ist Freiheit das, was meine gesellschaftliche, politische und öffentliche Existenz ausmacht? Ich denke, Freiheit liegt in der Öffentlichkeit, in der Existenz als politischer Bürger gemeinsam mit anderen. Wenn jeder nur seine Eigeninteressen verfolgt, ist das keine Befreiung, sondern Entpolitisierung und Entsolidarisierung.

ZEIT Campus: Erst dadurch, dass wir genießen, werden wir zu politischen Bürgern?

Pfaller: Umgekehrt: Wir müssen politische Bürger werden, um genießen zu können. Wir müssen uns öffentliche Räume zurückerobern, um glücksfähig zu werden. Dabei müssen wir uns gegen eine Regierung wehren, die die Bankenaufsicht vernachlässigt und stattdessen das Rauchen verbietet – und auch dagegen, dass uns Ideen als befreiend oder solidarisch vorkommen, die es gar nicht sind.

ZEIT Campus: Was meinen Sie damit konkret?

Pfaller: Etwa die Idee der Vielfalt, oder diversity, die in Wahrheit immer eine Vielfalt von einfältigen Identitäten und homogenen Communitys ist. Statt von Community, also Gemeinschaft, sollten wir von Gesellschaft sprechen.

ZEIT Campus: Was ist falsch an der Community?

Pfaller: Niemand ist nur Frau, nur Muslim oder nur Bondage-Fan. Alle können auch etwas anderes, Öffentliches sein. Wir brauchen öffentliche Räume, in denen man uns zutraut, von unseren privaten Eigenschaften abzusehen und mit Menschen solidarisch zu sein, mit denen wir keine privaten Interessen teilen. Das allein macht schon ziemlich glücklich.

ZEIT Campus: Genießen Sie mehr oder weniger, seit Sie beruflich über dieses Thema nachdenken?

Pfaller: Das Nachdenken über Glück und Genuss kann ein wichtiger Teil des Glücks sein. Und das genieße ich sehr.

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Leserkommentare
  1. gäbe es zwei Konsequenzen:

    Unendlich viele Kündigungen!

    Noch mehr zufriedene Menschen!

    Von daher nicht dumm, wie überall im Leben gilt auch : Die Menge machts!

    7 Leserempfehlungen
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    • pm.74
    • 21. Januar 2013 13:28 Uhr

    > Gibt es noch ein Vergnügen an Gesellschaft und an
    > Künsten, so ist es ein Vergnügen, wie es müde gearbeitete
    > Sklaven sich zurecht machen. Oh über diese Genügsamkeit
    > der »Freude« bei unsern Gebildeten und Ungebildeten! Oh
    > über diese zunehmende Verdächtigung aller Freude! Die
    > Arbeit bekommt immer mehr alles gute Gewissen auf ihre
    > Seite: der Hang zur Freude nennt sich bereits »Bedürfnis
    > der Erholung« und fängt an sich vor sich selber zu
    > schämen. »Man ist es seiner Gesundheit schuldig« - so
    > redet man, wenn man auf einer Landpartie ertappt wird. Ja
    > es könnte bald so weit kommen, dass man einem Hange zur
    > vita contemplativa (das heißt zum spazieren gehen mit
    > Gedanken und Freunden) nicht ohne Selbstverachtung und
    > schlechtes Gewissen nachgäbe.

    (F. Nietzsche - Die fröhliche Wissenschaft)

  2. vielen Jahren eine Zigaretten-Werbung:
    Genuss im Stil der neuen Zeit.
    Die ist zeitlos.

    2 Leserempfehlungen
  3. Communities

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    • AlexWoi
    • 19. November 2012 12:26 Uhr

    "Communities" hieße es, wenn der Artikel in englischer Sprache verfasst wäre. Da er das aber nicht ist, sondern in deutsch, werden natürlich auch die deutschen Grammatikregeln angewandt. Und die besagen eben hier das einfache Anhängen eines "s". Vgl. auch: "Babys", "Hobbys", usw. usf.

  4. ... ist die Selbstzerstörung. Dennoch ist es etwas, wofür es sich zu leben lohnt. Ständig nur zu funktionieren, d.h. Aufstehen, Frühstück, Arbeit, Sport, gesunde Ernährung - alles Faktoren, die uns als Arbeiter funktionierender machen. Die Politik versucht diese Tendenzen teilweise gesetzlich zu verstärken oder durch abnorm hohe Steuern ungesunde Konsumgüter für Niedrigverdiener unzugänglich zu machen. Das große Problem hierbei ist das Fehlen der Freiheit. Der erwachsene Mensch ist mündig genug über sich selbst zu richten - und sei es auch mit einem Feierabendbier, einem Zigaretten- oder Drogenkonsum. Wenn man sich damit wohler fühlt und es als Entspannung sieht - wieso nicht? Müssen wir uns immer nach der Wirtschaft richten? Ich hoffe wirklich, dass es in Deutschland nie zu einem Nanny-Staat kommen wird, welcher die Lebensweise die wir leben uns vorzuschreiben versucht. Natürlich gibt es auch damit Probleme, aber als erwachsener Mensch kann man sie abwägen, akzeptieren oder ablehnen. Das sollte jedem frei überlassen sein.

    15 Leserempfehlungen
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    • Gerry10
    • 19. November 2012 12:07 Uhr

    "Der erwachsene Mensch ist mündig genug über sich selbst zu richten."
    Also ich habe da extreme Zweifel.
    Die Menschheit musste bis jetzt noch immer zu ihrem Glück gezwungen werden.
    Jeder Fortschritt wurde von einer wesentlich größeren Gruppe bekämpft, bis sich der Sinn des Fortschrittes letzten Endes doch als zu groß und zu vorteilhaft erwiesen hatte. (Natürlich lässt sich gern und lange darüber streiten was denn letzten Endes wirklich Fortschritt ist, aber das ist ein anderes Thema)
    Den meisten Menschen stehen garnicht alle Informationen zur Verfügung um "informierte" Entscheidungen zu treffen.
    Warum haben/brauchen wir denn sonst Experten?
    Zum Beispiel, wir wissen! das übermäßiger Fleischkonsum schlecht für den Menschen, die Umwelt und natürlich auch für die Tiere ist. Was machen die meisten Menschen obwohl sie es wissen, wegschauen, ignorieren oder gar leugnen.
    Dabei wäre es so einfach, wirklich einfach viele Gesundheitsprobleme, Unweltprobleme, usw. zu lösen wenn man nur weniger - muss nicht überhaupt kein, sondern nur! weniger - Fleisch ißt. Aber der Fleischkonsum nimmt zu...
    Als Freiheitsliebender Mensch will ich natürlich nicht das mir und damit auch nicht irgendjemanden anderen vorgeschrieben wird wie sie ihr Leben zu gestalten haben.
    Aber der Mensch ist kein rationales Lebewesen und will zwar die Freiheit aber nicht unbedingt die Verantwortung die damit kommt.
    My 2 cents... ;-)

    • Hugo D.
    • 20. Februar 2013 16:24 Uhr

    Denken sie nicht, dass Freiheit echt ist wenn sie frei von vernunft und verantwortung ausgelebt wird. Den Menschen wird durch Verbote, gesellschaftliche Zwänge und Normen eine falsche freiheit vorgekaut. Mit Freiheit im eigentlichen Sinne hat das aber wenig zu tun.

    • MadMen
    • 19. November 2012 11:35 Uhr

    Zeit-Zitat "Aber es ist doch auch unhöflich, anderen Rauch ins Gesicht zu blasen.". Unhöflich ist wohl gelinde formuliert, Körperverletzung trifft es wohl eher. Mag sein das ich den Herrn Philosoph nicht verstanden hab, aber das Rauchen hier so positiv darzustellen ist schon etwas fahrlässig. Patienten mit COPD (chronic obstructive pulmonary disease) sind überwiegend Raucher (s. z.B. Roland Kaiser inkl. transplantierter Lunge) und ebenso einige Passivraucher. COPD ist zudem die 4-häufigste Todesursache der Welt tendenz steigend. Rauchen sollte in dem Artikel nicht so verharmlosend dargestellt werden. Ist das von Marlboro gesponsert ;-)

    9 Leserempfehlungen
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    • Gephard
    • 19. November 2012 13:07 Uhr

    Ich habe noch nie geraucht und werde es auch nicht tun. Dennoch sehe ich das nicht so absolut wie Sie. Rauchen ist in meinen Augen nicht per se Körperverletzung, denn auch da ist es die Dosis, auf die es ankommt.

    Das lebensnotwendige Wasser ist sogar in mehrfacher Hinsicht tödlich. Man kann darin ertrinken, es kann einen in reißenden Fluten gegen einen Stein schleudern oder man trinkt zu viel zu schnell und geht daran zu Grunde. Doch keiner verteufelt Wasser? Und warum? Weil da wohl jeder gut differenzieren kann. Beim Rauchen scheint es schwerer zu sein. Besonders Ex-Raucher tun sich da schwer. Werfen die sich das etwa vor, dass sie mal geraucht haben?

    • 15thMD
    • 14. Dezember 2012 21:39 Uhr

    ...100 Jahre alt zu werden. Solche Krankheiten können auch Leute treffen, die Nichtraucher sind und nie viel mit Rauchern zu tun haben.
    Die Menschheit raucht seit vielen 100 Jahren (verschiedenste Substanzen von Cannabis bis Opium (okay, da wird Dampf inhaliert, aber das spielt hier keine Rolle) und natürlich Tabak) und seit 10 Jahren bringt es uns alle um?

    Ich finde Ihre Haltung einfach zu kleinkariert.

    Am Ende wird noch der Kaffee im Büro verboten, weil es den Kollegen so aufgedreht macht und er allen auf die Nerven geht.

    Und wenn ich schon höre, dass Mentholzigaretten verboten werden und bald alles mit widerlichen Bildern vollgeklebt wird, dann frage ich mich wirklich, in was für einer Gesellschaft wir hier leben.

    Ich möchte in Zukunft weiter meine RitterSport essen, ohne dass ich Rainer Calmund nackt auf der Packung kleben habe. Und wenn ich Lust auf ein Steak habe, dann will ich keine PETA-Filme gezeigt bekommen, bevor ich es auf den Grill schmeiße. (https://www.youtube.com/playlist?list=PL4EBAF089CA8541A0) Verstehen Sie mich nicht falsch: Ich wäre froh, wenn die Menschen weniger FLeisch essen würden und die Tiere besser behandelt würden.

    Diese ewigen Vorschriften gehen mir einfach auf die nerven und machen die Pflegeversicherung teurer.

    Und nicht zu vergessen das Leben. Das ist nämlich die häufigste Todesursache von allen (100%).
    Warum nur müssen manche Menschen anderen vorschreiben wie lange sie zu leben haben...

    ..ich habe etwas schreckliches herausgefunden, was ich Ihnen unbedingt mitteilen muss: Das Leben endet meist tödlich.

    Kopfhoch, seien Sie einfach immer auf der Hut. So weit ich das aus meiner Perspektive beurteilen kann, machen Sie das schon ganz gut. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie da irgendwie drum rum kommen. Sie armer Kerl.. ..so etwas kann einem echt leid tun..

    ..Schnief..

    mich Ihnen an. Rauchen ist selbstverständlich schädlich und zwar eben auch für die Leute die unbeteiligt daneben stehen. Bedenklich das so eine sagen wir mal exotische Aussage als ein kluger Beitrag kolportiert wird. Und zu der Zeit als Rauchen noch elegant galt, hatte man ja noch keine Ahnung was der verräucherte Tabak so mit der Lunge anstellt..... Naja

    MfG

    Ich würde hier nicht sagen dass Rauchen verharmlost wird. Es ist eine Sache die jeder wie er will für sich entscheiden soll, genauso wie Alkohol trinken und anderes.
    Ausserdem bläst dir kein Raucher seinen Rauch ins Gesicht (und sollte es vorkommen zeugt es nach einer sehr schlechten Kinderstube).
    Des weiteren geht es hier nicht um Krankheiten und wie man sie umgeht (Antwort: werde ein Stubenhocker und traue dich nicht mehr vor die Tür), sondern um die Balance und den Unterschied zwischen Leben und leben.

    Es gibt wohl kaum einen besseren Weg, sich für sein geschenktes Leben dass man bekommen hat, zu bedanken und es zu preisen indem man es auch ab und zu lebt.
    Denn das Leben bietet dir nur die Gelegenheit zu leben, also lebe es. Denkt man immer nur an die Zukunft, existiert man nur. Irgendwann kommt der Zeitpunkt wo einem bewusst wird, dass die Zeit des Lebens bald vorbei ist, und somit auch die möglich zu leben. Dann bleibt einem nur noch seine leeren Erinnerungen an ein Leben voller Arbeit und Pflichten.
    Nutze was du hast !

    • dacapo
    • 14. März 2014 23:00 Uhr

    ........ sondern von Overstolz.

    Raucher wissen, was sie tun und was sie sich moeglicherweise antun, und das sollte ihnen auch unbenommen bleiben. Und Raucher mit zivilisierten Umgangsformen blasen auch niemandem den Rauch ins Gesicht. In Restaurants und Kneipen sollte es eben Raucherraeume geben, und im Freien ist es sowieso egal. Herr Pfaller hat recht: es geht hier um individuelle Freiheit, und die schwindet immer mehr dahin. Mir geht das staendige Vorschriftenmachen sowas von auf die Nerven!

    • Conte
    • 19. November 2012 11:49 Uhr

    Der Schlüssel liegt im Satz, der Herr Pfaller inmitten der Befragung erbracht hat und der lautet sinngemäß: die meisten verbringen ihre Tage, um ihr Leben zu verlängern, ohne zu wissen weshalb sie überhaupt leben. Vernichtend und zugleich zweifellos zutreffend. Wenn man mehr von den Mitmenschen erfährt und sich mit ihnen verwickelt, dann gibt es eine infinite Zahl an Gründen, zu leben. Der Genuss ist dann implizit. Bertrand Russell hat in diesen Zusammenhängen überaus zutreffend und weise recherchiert und argumentiert. Von ihm stammt die Schlussfolgerung: Der glückliche Mensch ist derjenige , der die Einheit seines Ichs zu wahren weiss, dessen Persönlichkeit weder in sich selbst gespalten noch gegen die ganze Aussenwelt feindlich gesinnt ist. Ein solcher Mensch fühlt sich als Bürger des Alls, der ohne Hemmung das Schauspiel, das es bietet, und die Freuden, die es schenkt, geniessen kann - unbekümmert von dem Gedanken an den Tod, weil er sich von denen, die nach ihm sein werden, nicht wirklich getrennt fühlt. In solch inniger, naturbestimmter Vereinigung mit dem Strom des Lebens vollzieht sich die tiefste Beglückung, die wir finden können (The conquest of Happiness, by George Allen & Unwin London 1930)

    16 Leserempfehlungen
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    • a.c.
    • 19. November 2012 12:57 Uhr

    ...wäre wohl die korrekte Ausdrucksweise.
    Nichts desto trotz stimme ich Ihren Ausführungen zu.

    Mit freundlichen Grüßen,

    a.c.

    • Conte
    • 19. November 2012 11:52 Uhr

    Im Anfangssatz: Der Schlüssel liegt im Satz, den Herr Pfaller usw.
    Danke.

  5. "Einst schrieb die Bibel Verzicht und Keuschheit vor," - so heißt es im Vorspann zum Artikel.
    Ganz gut zum behandelten Thema paßt, was dazu u.a. wirklich in der Bibel steht:

    "Alles ist mir erlaubt, aber nicht alles dient zum Guten. Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangennehmen" - Paulus an die Korinther (1Kor 6,12)

    mfG Laurentius1

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    "Die Menge macht das Gift !"
    Lerne zu funktionieren und trotzdem deinen Anteil am Spass zu haben ! Aber man kann gewiss sein, etwas bleibt immer auf der Strecke !

    Gott, bin ich heute weise ! ;)

    So steht es beim Prediger in Kap. 9:

    "9,7 So geh hin und (a) iß dein Brot mit Freuden, trink deinen Wein mit gutem Mut; denn dies dein Tun hat Gott schon längst gefallen. 9,8 Laß deine Kleider immer weiß sein und laß deinem Haupte Salbe nicht mangeln. 9,9 (a) Genieße das Leben mit deinem Weibe, das du liebhast, solange du das eitle Leben hast, das dir Gott unter der Sonne gegeben hat; denn das ist dein Teil am Leben und bei deiner Mühe, mit der du dich mühst unter der Sonne. 9,10 Alles, was dir vor die Hände kommt, es zu tun mit deiner Kraft, das tu; denn bei den Toten, zu denen du fährst, gibt es weder Tun noch Denken, weder Erkenntnis noch Weisheit."

    Die Bibel lehrt eben nicht Askese, sondern Mäßigung.

    Und wie wir von Martin Luther wissen, war dieser ein sehr sinnenfroher Mensch!

    Damit die Pfaffen und Bischöfe in Saus und Braus leben konnten.

    Heute sind es die Bankster, die uns Geld und Güter abpressen und uns durch ihre Politiker verkünden lassen: Ihr müsst mehr Arbeiten für weniger Geld und Sparen!

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