Alexander Beitsch, 29, Geowissenschaften: "Ich überlege, wie man das Polareis besser messen kann" 

ZEIT CAMPUS: Wie heißt Ihre Doktorarbeit?

Beitsch: "Mikrowellen-Satelliten-Fernerkundung von Meereis – Verbesserungsmöglichkeiten der Messalgorithmen".

ZEIT CAMPUS: Was machen Sie da?

Beitsch: Satelliten messen, wie viel der Ozeanoberfläche mit schwimmendem Eis bedeckt ist. Für meine Dissertation untersuche ich Störfaktoren und überlege, wie wir diese Messungen präziser machen können.

ZEIT CAMPUS: Warum ist das wichtig?

Beitsch: Das "ewige Eis", das an den Polen auf den Meeren schwimmt, hält gar nicht so ewiglich, wie der Name besagt: 2012 wurde ein neues Rekordminimum gemessen. Bis 2040 könnte das Polareis in den Sommermonaten sogar ganz verschwunden sein. Anders als beim Festlandeis wird das Abschmelzen nicht dazu führen, dass der Meeresspiegel steigt. Trotzdem gibt es ernste Folgen: Das maritime Ökosystem wird gestört und langfristig auch das Klima verändert, weil das Abschmelzen des Eises wichtige Strömungen der Weltozeane aus dem Gleichgewicht bringen könnte. Manche Wissenschaftler befürchten sogar kurzfristige Folgen und führen die kalten Winter 2010 und 2011 auch auf das geringere Meereis der europäischen Arktis zurück.

ZEIT CAMPUS: Wie lange arbeiten Sie daran?

Beitsch: Ich bin im zweiten Doktorjahr und würde die Arbeit gerne im Frühjahr 2014 abschließen.