Rike Campen:, 30, Biologin: "Ich untersuche Schlangenblut und Krokodilherzen"

ZEIT CAMPUS: Wie heißt Ihre Doktorarbeit?

Campen: "Adaption des Herzkreislaufsystems von Reptilien an unterschiedliche physiologische Bedingungen".

ZEIT CAMPUS: Was machen Sie da?

Campen: Ich arbeite mit einer Software an einer mathematischen Modellierung des Herz-Kreislauf-Systems von Reptilien.

ZEIT CAMPUS: Warum ist das wichtig?

Campen: Anders als Menschen können Schlangen, Krokodile oder Schildkröten ihren Blutfluss steuern. Damit nehmen sie Einfluss auf die Sauerstoffversorgung einzelner Organe. Seit den 1970er Jahren fragen sich Biologen, warum das so ist. Darauf möchte ich jetzt endlich eine Antwort finden. Mit diesem Thema betreibe ich Grundlagenforschung. Im Gegensatz zur angewandten Forschung verfolgt sie keinen direkten Zweck, führt aber trotzdem zu wichtigen Erkenntnissen. Und manchmal gibt es ungeahnte Folgen: So half die Entdeckung eines Frosches im Regenwald, der seine Kaulquappen im Magen ausbrütet, bei der Entwicklung eines neuen Medikaments gegen Magensäurebeschwerden.

ZEIT CAMPUS: Wie lange arbeiten Sie daran?

Campen: Ich bin seit 2009 dran und werde im April 2013 fertig. Danach würde ich gerne in der Forschung bleiben, ob an der Universität oder außerhalb, weiß ich aber noch nicht.