PromotionWas machen Sie da, Frau Doktor?

Junge Wissenschaftler opfern die besten Jahre ihres Lebens der Promotion. Wir haben nachgefragt, woran sie forschen – und warum das wichtig ist.

Jessica Bahr, 24, Medizin: »Ich untersuche, was an Sex-Mythen dran ist«

ZEIT CAMPUS: Wie heißt Ihre Doktorarbeit?

Bahr: »Fakt und Fiktion über Sexualität. Was wir über Sex denken und die empirische Realität dazu«.

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ZEIT CAMPUS: Was machen Sie da?

Bahr: Eine Literaturrecherche – also keine Feldforschung in Schlafzimmern. Ich lese Studien, die Mediziner und Psychologen zum Sexualverhalten durchgeführt haben. Deren Ergebnisse bündele und vergleiche ich.

ZEIT CAMPUS: Warum ist das wichtig?

ZEIT Campus 6/2012

Bahr: »Dumm fickt gut«, »Männer kommen immer zu früh« und »Frauen haben nach der Schwangerschaft keine Lust mehr«: Das sind Beispiele für Sexmythen, die ich untersuche. Stimmen sie wirklich? Oft gibt es nicht nur die eine, klare Antwort. Denn im Sex gibt es viele Variationen – und die sind alle gut und normal. Es kommt darauf an, Verschiedenes auszuprobieren und herauszufinden, was einem Spaß macht. Das ist eine der Erkenntnisse meiner Doktorarbeit. Ihr Mehrwert ist also eher gesellschaftlich als wissenschaftlich.

ZEIT CAMPUS: Wie lange arbeiten Sie daran?

Bahr: Insgesamt waren das jetzt zwei Jahre, parallel zum Studium, wie es bei Medizinern üblich ist. Demnächst gebe ich die Arbeit ab. Ich überlege, sie danach noch zu einem populärwissenschaftlichen Sachbuch umzuschreiben. Oft scheitert ein erfülltes Sexleben an unbegründeten Ängsten – das muss nicht sein! 

Leserkommentare
  1. Ich möchte generell anmerken, dass es sich bei der zuerst beschriebenen Doktorarbeit um eine Arbeit handelt, die nur für Mediziner ausreicht und in Umfang und Tiefe deutlich hinter Doktorarbeiten anderer Diszipinen zurücksteht.

    "Zwei Jahre, parallel zum Studium" an einer Doktorarbeit zu arbeiten reicht natürlich nicht für eine vollwertige Promotion aus (und sind daher auch kein "Opfer der besten Jahre", wie der Artikel suggeriert). Die Arbeiten entsprechen in der Regel sicherlich eher Bachelor- oder kurzen Master-Arbeiten.

    Ob ein Mediziner promoviert ist oder nicht, macht daher vor allem fürs Namensschild an der Praxistür einen Unterschied.

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  2. Frage: "Wie heißt Ihre Doktorarbeit?"

    Antwort: "Ist der Inhalt von Damenhandtaschen geeignet, nuklearwaffenfähiges Material zu gewinnen?"

    Frage: "Was machen Sie da?"

    Antwort: "Ich untersuche durch vergleichende Studien, was sich alles in einer Damenhandtasche befindet. Dabei untersuche ich auch das Phänomen, dass das Volumen einer Damenhandtasche tatsächlich größer ist, als es der äußere Anschein erwarten lässt."

    Frage: "Warum ist das wichtig?"

    Antwort: "Seit der Erfindung der Damenhandtasche sind Männer verwundert und gleichzeitig beängstigt über die Existenz von Damenhandtaschen. Das drückt sich z.B. darin aus, dass sie ihren Frauen immer die gesamte Handtasche bringen, wenn die Frau doch legidglich z.B. ihren Schlüsselbund aus der Handtasche möchte. Solche psychischen Störungen wären eventuell erklärbar und das könnte bei der Entwicklung von Therapien dienen."

    Frage: "Wie lange arbeiten Sie daran?"

    Antwort: "Seit über zehn Jahren schon. Vermutlich werde ich auch niemals fertig. Allerdings interessieren sich zwischenzeitlich diverse Schurkenstaaten an meinen Forschungen und sie würden mir auch einen Doktortitel auch für die Bereitstellung meine Forschungserkenntnisse schenken."

    26 Leserempfehlungen
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    Vereinfachen könnte man die Arbeit jedoch, indem man nachweist, dass es sich bei Handtaschen um Massenvernichtungswaffen handelt. Schließlich ist jene Bevölkerungsgruppe, die sie besitzt und die weltweit eine große Anzahl von Menschen einschließt, durchschnittlich über 76 Tage hinweg dem Kramen in ihnen ausgesetzt, was sie nachweislich kaputt macht.

    PS: Machen Sie getrost weiter, wenn es darum geht, das Feld praxisorientierter Humorologie zu erschließen und zu erweitern!

    Vereinfachen könnte man die Arbeit jedoch, indem man nachweist, dass es sich bei Handtaschen um Massenvernichtungswaffen handelt. Schließlich ist jene Bevölkerungsgruppe, die sie besitzt und die weltweit eine große Anzahl von Menschen einschließt, durchschnittlich über 76 Tage hinweg dem Kramen in ihnen ausgesetzt, was sie nachweislich kaputt macht.

    PS: Machen Sie getrost weiter, wenn es darum geht, das Feld praxisorientierter Humorologie zu erschließen und zu erweitern!

  3. "»Dumm fickt gut«, »Männer kommen immer zu früh« und »Frauen haben nach der Schwangerschaft keine Lust mehr«: Das sind Beispiele für Sexmythen, die ich untersuche."

    Wie lächerlich ist das denn? Was gibt es denn da zu "untersuchen"? Und am Ende kommt dann raus, dass es sich um Stereotype handelt (was wir ja sowieso schon alle wissen)? Entschuldigung, aber platter geht es nun wirklich gar nicht mehr. Obwohl - bei mir an der Uni kann man auch zu 50ct und Lady Gaga promovieren. Auch sehr sinnvoll, ist dem Thema hier sicher ebenbürtig in seiner Banalität und Überflüssigkeit. Frau Doktor, dass ich nicht lache!

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    "Was wir über Sex denken und die empirische Realität dazu".

    Da fragen wir uns doch sogleich: wer bitte sind denn wir? Wir InderInnen, wir Ex-DDR-Deutsche, Wir UnionswählerInnen, wir EngländrInnen, wir weiblichen Deutschen unter 12 Jahren?
    Wenn das die neue Intelligenz der Akademikerinnen von Morgen sein soll, naja, dann wäre es richtig, Studiengebühren einzuführen, damit nicht jeder/jede auf die Idee kommt zu sagen: promovieren - haha, das kann ich auch!

    • topjob
    • 12.11.2012 um 9:37 Uhr

    Da Ihnen offensichtlich nicht ganz klar ist, was genau ein empirischer Ansatz in der Forschung ist, würde ich Ihnen eher davon abraten, eine Promotion zu beginnen.

    "Was wir über Sex denken und die empirische Realität dazu".

    Da fragen wir uns doch sogleich: wer bitte sind denn wir? Wir InderInnen, wir Ex-DDR-Deutsche, Wir UnionswählerInnen, wir EngländrInnen, wir weiblichen Deutschen unter 12 Jahren?
    Wenn das die neue Intelligenz der Akademikerinnen von Morgen sein soll, naja, dann wäre es richtig, Studiengebühren einzuführen, damit nicht jeder/jede auf die Idee kommt zu sagen: promovieren - haha, das kann ich auch!

    • topjob
    • 12.11.2012 um 9:37 Uhr

    Da Ihnen offensichtlich nicht ganz klar ist, was genau ein empirischer Ansatz in der Forschung ist, würde ich Ihnen eher davon abraten, eine Promotion zu beginnen.

  4. Ich verstehe bei der erstgenannten Doktorarbeit (die mit den Sex-Mythen) nicht den eigenen Beitrag der Doktorandin. Ich meine, welchen Erkenntnisgewinn gibt es durch diese Promotion, den es ohne die Arbeit der Doktorandin nicht gegeben hätte? Soweit ich das verstehe, vergleicht sie Forschungsergebnisse anderer Mediziner. Reicht das für eine Doktorarbeit? Ich finde nicht.

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  5. 5. Zitat:

    .
    "... Ist es nicht lohnenswert, sich vor der Promotion über die "Nützlichkeit" des gewählten Themas Gedanken zu machen...und es zu kritisieren, wenn die Auswahl gar zu seltsame Blüten treibt ..."

    Ganz klar: Nein.

    Ist es nicht.

    Die "Nützlichkeit" eines Themas im Sinne von wirtschaftlicher Verwertung gar ist vielleicht was für Fahhochschüler, Bätschlöre und vielleicht noch Master, wenn's MBA werden wollen.

    Die Promotion hingegen ist pure Wissenschaft.

    Das ist derselbe Unterschied wie der zwischen "Bildung" und dieser armseligen "Ausbildung", zu der unsere ehemalige Bildung wegen eben dieser dummen Ökonomismen immer mehr verkommt..

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    Derartige Schöngeistigkeiten dann aber bitte nicht von Steuergeldern finanziert erforschen. In ein Peer-reviewed Journal schafft man es auch nicht, ohne Nützlichkeit. Diese ist natürlich weit gefasst, aber der Erkenntnisgewinn muss für die Gesellschaft einen Nutzen haben. Ausbildungen als armselig zu bezeichnen, ist allerdings auch ein schönes Zeichen eines Elfenbeinturmforschers, wenn überhaupt.

    Derartige Schöngeistigkeiten dann aber bitte nicht von Steuergeldern finanziert erforschen. In ein Peer-reviewed Journal schafft man es auch nicht, ohne Nützlichkeit. Diese ist natürlich weit gefasst, aber der Erkenntnisgewinn muss für die Gesellschaft einen Nutzen haben. Ausbildungen als armselig zu bezeichnen, ist allerdings auch ein schönes Zeichen eines Elfenbeinturmforschers, wenn überhaupt.

  6. Vereinfachen könnte man die Arbeit jedoch, indem man nachweist, dass es sich bei Handtaschen um Massenvernichtungswaffen handelt. Schließlich ist jene Bevölkerungsgruppe, die sie besitzt und die weltweit eine große Anzahl von Menschen einschließt, durchschnittlich über 76 Tage hinweg dem Kramen in ihnen ausgesetzt, was sie nachweislich kaputt macht.

    PS: Machen Sie getrost weiter, wenn es darum geht, das Feld praxisorientierter Humorologie zu erschließen und zu erweitern!

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    Hier ist der bessere Link (statt wer-weiss-was)

    http://www.klaus-lohmar.d...

    Hier ist der bessere Link (statt wer-weiss-was)

    http://www.klaus-lohmar.d...

  7. M. Weber gelingt es in nur sechs Zeilen mal wieder die ganze Ignoranz der Klimaskeptiker zum Thema anthropogene Erwärmung unterzubringen. Naturwissenschaft geht in der Tat anders.

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  8. "Was wir über Sex denken und die empirische Realität dazu".

    Da fragen wir uns doch sogleich: wer bitte sind denn wir? Wir InderInnen, wir Ex-DDR-Deutsche, Wir UnionswählerInnen, wir EngländrInnen, wir weiblichen Deutschen unter 12 Jahren?
    Wenn das die neue Intelligenz der Akademikerinnen von Morgen sein soll, naja, dann wäre es richtig, Studiengebühren einzuführen, damit nicht jeder/jede auf die Idee kommt zu sagen: promovieren - haha, das kann ich auch!

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    Antwort auf "Lächerlich"

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