Berufseinstieg: Was erwartet mich im Berufsleben?
Je nach Studienabschluss unterscheiden sich Anforderungen und Einstieg im Beruf. Wir zeigen, was Hochschulabsolventen je nach Fachrichtung im Berufsleben erwartet.
Anfangen als Wirtschaftswissenschaftler:
Meist haben Wirtschaftswissenschaftler schon im Studium entschieden, ob sie sich auf ein Fachgebiet wie Marketing, Finanzen oder Steuern spezialisieren möchten. Wer sich nicht spezialisiert, fängt auf einer Generalistenstelle an, zum Beispiel in der Beratung oder in der Unternehmensentwicklung. Bei der Bewerbung ist es wichtig, sich auf bestimmte Branchen zu konzentrieren, in denen man womöglich durch Praktika schon Erfahrung gesammelt hat. Unternehmen wollen genau wissen: Warum unbedingt in dieser Branche? Warum ausgerechnet bei uns? Derzeit gibt es besonders viele Stellen in den Bereichen Telekommunikation, Chemie, Auto- und Maschinenbau. Auch im öffentlichen Sektor finden Absolventen einen Job. Insgesamt können Betriebswirte zuversichtlich sein: Laut den aktuellen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit gab es 2010 22 Prozent mehr gemeldete Stellen als im Vorjahr. Für zukünftige Unternehmensberater, Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater sieht es ähnlich aus: 2010 gab es in etwa so viele offene Stellen wie zwei Jahre zuvor.
Für Wirtschaftswissenschaftler ist der Einstieg mit Bachelorabschluss inzwischen durchaus üblich. Besonders größere Unternehmen sind auf Bewerbungen von Bachelorabsolventen eingestellt. Berufseinsteiger beginnen oft als Sachbearbeiter in ihren Abteilungen und arbeiten nach Anweisung oder bekommen eine eigenständige Projektaufgabe. Vor allem Stellen im Controlling oder Vertrieb werden häufig mit Bachelorabsolventen besetzt. In Personalabteilungen und in der Öffentlichkeitsarbeit sind Wirtschafts-Bachelor seltener. Auch Trainee-Programme kommen infrage; sie bieten Weiterbildung und eine berufliche Perspektive. Langfristig ist für den beruflichen Aufstieg in der Regel die Leistung im Unternehmen entscheidender als der Abschluss. Wer aber gezielt eine Führungsposition anstrebt, weiterhin Interesse an der Theorie hat oder sogar über eine wissenschaftliche Laufbahn nachdenkt, ist mit einem Master gut beraten. Wer bereits konkret weiß, in welchem Bereich er später arbeiten möchte, kann das Thema der Masterarbeit darauf abstimmen.
Wirtschaftswissenschaftler müssen sich oft auf lange Arbeitstage einstellen. Besonders bei den begehrten Unternehmensberatungen sind die Arbeitszeiten berüchtigt: Nicht selten sind es zwischen 60 und 70 Stunden pro Woche. Unternehmensberater sind häufig von montags bis donnerstags vor Ort bei einem Kunden und übernachten in Hotels. Geregeltere Zeiten gibt es meist bei Mittelständlern. Im Durchschnitt arbeiten Berufseinsteiger aus den Wirtschaftswissenschaften 45 Stunden in der Woche. Wie die Arbeitszeit erfasst wird, entscheidet das Unternehmen. Bei Vertrauensarbeitszeit müssen die anfallenden Aufgaben erledigt werden, der Mitarbeiter organisiert sich selbst. So kann man die Arbeit flexibel um das Privatleben herum planen. Es besteht aber die Gefahr, dass man bei diesem Modell insgesamt mehr arbeitet. Auf einem Arbeitszeitkonto dagegen wird festgehalten, wer wie viel arbeitet, beispielsweise mit einer Chipkarte, die man am Anfang und am Ende des Arbeitstages einliest. Ob Überstunden bezahlt werden oder ob man sie »abfeiert«, ist Verhandlungssache.
Wer als Wirtschaftswissenschaftler den Einstieg in ein großes Unternehmen schaffen möchte, muss damit rechnen, gemeinsam mit den Mitbewerbern zu einem Assessment-Center eingeladen zu werden. Eine Kommission stellt dort Aufgaben, die alleine oder im Team gelöst werden sollen. In einem Rollenspiel müssen die Bewerber zum Beispiel mit einem unzufriedenen Kunden verhandeln. Geprüft wird hier, wie man mit Konflikten umgeht und ob man unter Stress einen kühlen Kopf bewahrt. In anderen Übungen geht es etwa um Teamfähigkeit oder Führungsstärke. In Tests, zum Beispiel anhand von Fallbeispielen, wird die fachliche Eignung geprüft, in Einzelgesprächen die Motivation erfragt. Assessment-Centern wird manchmal vorgeworfen, dass sie Selbstdarsteller und Vielredner bevorzugten und nur aussagekräftig seien, wenn auf der anderen Seite gut geschulte Fachleute säßen. Wichtig ist dabei vor allem eines: Ruhe bewahren. Wer es schafft, seine Ergebnisse überzeugend und souverän zu präsentieren, ist immer schon ein ganzes Stück weiter.
Für Soziologen, Germanisten, Historiker oder Kulturwissenschaftler ist der Einstieg in den Job nicht vorgezeichnet. Typische Stellen für Geistes- und Sozialwissenschaftler gibt es in den Medien, der PR- und Öffentlichkeitsarbeit, in kulturellen und pädagogischen Einrichtungen, bei Behörden und Verbänden – also überall da, wo Sprachgefühl, interkulturelle Erfahrungen und Selbstorganisation gebraucht werden. In anderen Bereichen werden Geisteswissenschaftler selten explizit gesucht – das heißt aber nicht, dass sie keine Chancen haben, eine Stelle im Marketing oder in einer Personalabteilung zu bekommen. Auch Sozialwissenschaftler und Psychologen werden hier fündig. Die Arbeitslosigkeit von Geisteswissenschaftlern lag im Jahr 2010 um ein Viertel niedriger als im Jahr 2000. Für Psychologen gab es 2010 bei der Bundesagentur für Arbeit rund 2.000 offene Stellen, für Soziologen rund 400. Für Politologen waren insgesamt nur 120 Stellen ausgeschrieben. Doch das ist kein Grund zum Pessimismus: Ihre Arbeitslosigkeit lag 2010 um ein Viertel niedriger als noch fünf Jahre zuvor.
Für Einsteigerpositionen mit praktischen Aufgaben, etwa im Buchhandel oder in der Organisation von Kulturveranstaltungen, gilt der Bachelor inzwischen häufig als ausreichend. Dennoch fühlen sich Bachelorstudenten in den Sprach- und Kulturwissenschaften im Vergleich zu Absolventen anderer Fachgruppen besonders schlecht auf den Beruf vorbereitet. Das war aber auch schon bei den alten Magisterstudiengängen der Fall. Das Bachelorstudium schafft in der Regel einen Überblick über ein breites Themenfeld, bereitet aber nicht direkt auf einen Beruf vor. Praktika können dann Möglichkeiten eröffnen, Erfahrungen zu sammeln, überhaupt bestimmte Berufsfelder kennenzulernen und womöglich direkt in den Beruf einzusteigen. Ein Masterabschluss verbessert die Chancen vor allem dann, wenn man ihn gezielt nach dem Berufswunsch auswählt. Ein Master in Kulturmanagement oder sogar ein MBA empfiehlt sich zum Beispiel für alle, die in Richtung Management gehen wollen. Andere Master bieten eine Spezialisierung, etwa in Kulturjournalismus oder Erwachsenenbildung.
Die Aufstiegsmöglichkeiten in den für Geisteswissenschaftler typischen Berufen sind sehr verschieden: in Verwaltungen oder Stiftungen befördert zu werden funktioniert anders als in Unternehmen. Verwaltungen sind hierarchisch organisiert, viele Arbeitsschritte laufen nach strengen Regeln ab. Das gilt auch für den Aufstieg, für den es feste Kriterien gibt. Dazu gehört nicht nur die Leistung, sondern auch das Alter der Mitarbeiter. In der Medienbranche sind sowohl die Stellen in Verlagen als auch in Redaktionen in der Regel begehrt. Im Verlag aufzusteigen ist trotzdem leichter, da große Unternehmen häufig Nachwuchsprogramme für Führungskräfte haben. Journalisten arbeiten oft als freie Mitarbeiter. Aufsteigen können sie nur, wenn sie fest in einer Redaktion arbeiten. Kleine Stiftungen haben meist nur ein geringes Budget für Personalkosten und wenige Mitarbeiter. Deshalb sind die Hierarchien flach. Mitarbeiter haben also viel Eigenverantwortung und arbeiten eng mit ihrem Vorgesetzten zusammen. Entsprechend gibt es aber nur wenige Positionen, um selbst aufzusteigen.
Wenn das eigene Studium, wie bei Geistes- und Sozialwissenschaftlern häufig, nicht so recht zu konkreten Stellenanzeigen passt, heißt das noch lange nicht, dass es dafür keine Jobs gibt. Es heißt vor allem, dass sich die Auswahlverfahren von denen in den meisten anderen Bereichen unterscheiden – sie sind informeller, man kommt vor allem über Kontakte in den Beruf. Die Stellen werden nicht offiziell ausgeschrieben, sondern intern an Leute vergeben, die sich vorher, zum Beispiel in einem Praktikum, schon bewährt haben. Zugespitzt kann man sogar sagen, dass das Praktikum für Geistes- und Sozialwissenschaftler das Assessment-Center ersetzt. Das Praktikum ist eine Gelegenheit, zum Kennenlernen. Nach drei oder sechs Monaten wissen sowohl der Arbeitgeber als auch der Praktikant sehr gut, ob sie zueinanderpassen. Wichtig ist, diese Zeit ernst zu nehmen: Wenn der Chef einen zu einem Feedbackgespräch bittet, mag das zwar informell erscheinen, man sollte sich aber genauso gut darauf vorbereiten wie auf ein normales Vorstellungsgespräch.
Viele Naturwissenschaftler planen eine Promotion, bevor sie ihren ersten Job antreten. Denn oft wird bei Stellen im naturwissenschaftlichen Bereich der Doktortitel vorausgesetzt. Das gilt vor allem für Absolventen, die in einer Forschungsabteilung oder an der Universität arbeiten möchten. Im Vergleich der Studienfächer promovieren Chemiker, Mediziner und Biologen am häufigsten: Mehr als 40 Prozent der Abschlüsse, die 2009 an Chemie-Absolventen verliehen wurden, waren Doktortitel. Bei Biologen waren es fast 38 Prozent, bei Physikern immer noch gut 27 Prozent. Außerhalb der Forschung ergeben sich aber auch ohne Dissertation Chancen. Für Physiker, Mathematiker und Chemiker war der Stellenmarkt in den letzten zehn Jahren laut Bundesagentur für Arbeit recht konstant, 2010 gab es für Chemiker sogar 15 Prozent mehr offene Stellen als im Jahr zuvor. Etwas schwerer haben es Biologen, Geowissenschaftler und Geografen. 2010 wurden für sie zwei Prozent weniger Stellen gemeldet als im Vorjahr. Sie finden aber Arbeit im Bildungswesen und im Gesundheitssektor.
Unter Naturwissenschaftlern gibt es eine Spezialistenkultur. Wer in der Forschung aufsteigen will, muss in der Regel promovieren und nach einigen Jahren habilitieren. In der Wirtschaft ist eine Promotion nicht verpflichtend, wer sie vorweisen kann, steigt aber häufig auf einer höheren Position ein. Der berufliche Weg ist in der Wirtschaft besser planbar als in der Forschung. 88 Prozent der Nachwuchswissenschaftler, die an den Universitäten forschen, arbeiten in befristeten Verträgen, nur 56 Prozent sind nach einer Studie des Hochschul-Informations-Systems mit den Arbeitsbedingungen zufrieden, 43 Prozent fühlen sich gut von ihren Betreuern gefördert. Nur neun Prozent aller Befragten meinen, dass Personalentscheidungen an Universitäten unvoreingenommen getroffen werden, 31 Prozent meinen, dass Familie und Beruf in der Wissenschaft kaum miteinander zu vereinbaren sind. Somit gehört zu einer wissenschaftlichen Laufbahn auch Mut. Wer sich dafür entscheidet, beschäftigt sich aber auch besonders häufig mit Themen, die ihn wirklich interessieren.
Nur sehr langsam steigt unter Naturwissenschaftlern das Ansehen des Bachelorabschlusses. Er gilt vielen immer noch als Schmalspurstudium. Eine Reihe von Unternehmen stellt inzwischen auch Biologen oder Mathematiker mit Bachelor ein – allerdings eher für Aufgaben, bei denen sie anderen zuarbeiten. So bereitet beispielsweise in einer Versicherung ein Bachelor-Mathematiker das Zahlenmaterial lediglich auf, damit ein anderer einen besseren Überblick hat. Naturwissenschaftler machen deshalb häufiger als Absolventen anderer Fächer direkt nach dem Bachelor einen Masterabschluss. Einige Universitäten bieten für besonders gute Studenten Fast-Track-Studiengänge an: Hier wird der Master verkürzt und mündet direkt in die Promotion. In manchen Fächern gehört die Promotion beim Berufseinstieg sogar zur Regel, fast neun von zehn Chemikern haben zehn Jahre nach ihrem Abschluss einen Doktortitel. Die Promotion beweist, dass man sich in eine Materie systematisch vertiefen kann – und das erworbene Wissen ist für manche Stellen unverzichtbar.
Naturwissenschaftler finden in der freien Wirtschaft häufig eine erste Stelle im Labor, zum Beispiel in der Pharmabranche. Für das Bewerbungsgespräch kann man sich darauf einstellen, einem Mitarbeiter aus der Fachabteilung des Unternehmens und einem Vertreter der Personalabteilung gegenüberzusitzen. Im Fachgespräch geht es darum, zu erläutern, was man im Forschungslabor schon gemacht hat. Dass man für eine ganz spezielle Fragestellung schon Experte ist, wird nicht unbedingt erwartet. Eher kommt es auf eine breite Grundlage an. Bei einem Laborrundgang kann man zeigen, mit welchen Methoden man vertraut ist. Spezialwissen kann man dann im Job erwerben. Wenn man sich bewährt, kann man zum Laborleiter aufsteigen und, wenn man das möchte, nach einigen Jahren auch ins Management wechseln und Führungsaufgaben übernehmen. Oder man bleibt bei Forschung und Entwicklung. Dort wird man Experte mit festem Spezialgebiet oder einer breiteren Ausrichtung. Wer sich für diesen Weg entscheidet, arbeitet dann meist in Projekten.
Als Ingenieur hat man derzeit beste Aussichten auf dem Stellenmarkt. 95.800 offene Stellen hat der Verein Deutscher Ingenieure im August 2011 gezählt. Am höchsten ist der Bedarf im Maschinen- und Fahrzeugbau, aber auch wer etwas von Elektrotechnik versteht, wird derzeit umworben. Der Bundesagentur für Arbeit zufolge herrschte auf dem Arbeitsmarkt für Elektroingenieure 2010 »Vollbeschäftigungsniveau«. Etwas schwieriger ist die Situation klassischerweise für Bauingenieure. Sie haben aber in der Wirtschaftskrise 2009 und 2010 von den Konjunkturprogrammen profitiert, 2010 waren weniger Bauingenieure arbeitslos als im Jahr zuvor. Langfristig betrachtet, ist auch für Bauingenieure die Entwicklung deutlich positiv, im Vergleich zum Jahr 2000 ging die Arbeitslosigkeit um drei Viertel zurück. Generell sind Industrieunternehmen die Hauptarbeitgeber für Ingenieure, gefolgt von Konstruktions- und Ingenieurbüros, Behörden, Verwaltungen und Hochschulen. Aber auch Unternehmensberatungen oder IT-Beratungsfirmen sind auf der Suche nach Absolventen.
Die Ingenieure haben sich hartnäckig gegen die Abschaffung des Diploms gewehrt. Schließlich verschafft der Bachelor nur ein Grundlagenwissen. Bei der aktuellen Arbeitsmarktlage ist ein Berufseinstieg mit dem Bachelor aber möglich. Absolventen von Fachhochschulen können dabei sogar mit einem höheren Einstiegsgehalt rechnen als ihre Kollegen mit Uni-Abschluss. Für viele klassische Ingenieuraufgaben aber reicht der Bachelor nicht aus: Bei einem Windenergie- Unternehmen könnten Bachelorabsolventen zum Beispiel im Vertrieb oder im Einkauf eine Stelle finden. Für das Konstruieren der Windkraftanlagen und die Koordination des Baus aber sind fast immer Ingenieure zuständig, die auch einen Master besitzen. »Die Höhe der Qualifikation ist für Berufseinsteiger sehr wichtig«, sagt Kolja Briedis vom Hochschul-Informations-System. Sie wirke sich nicht nur auf die Einstellungschancen aus, sondern auch auf das Einstiegsgehalt. Forschungsstellen an Universitäten oder in der Wirtschaft seien ohne Master im Grunde nicht zu erreichen, sagt Briedis.
Wie in kaum einem anderen Beruf bleiben bei Ingenieuren die Männer in den meisten Unternehmen unter sich. Zwar ist häufig vom Ingenieurmangel die Rede, noch größer aber ist der Ingenieurinnenmangel: Im ersten Semester sind heute 22 Prozent aller Ingenieurstudenten Frauen, unter den Arbeitnehmern in Ingenieurberufen sind es aber nur 12,4 Prozent. Allgemein sind die beruflichen Chancen für Ingenieure sehr gut, Absolventen finden in der Regel schnell einen Einstieg in unbefristete Stellen. Bei den Aufstiegschancen aber gibt es Unterschiede. Männliche Absolventen der Informatik oder Naturwissenschaften, Mathematik oder Technik haben nach durchschnittlich dreieinhalb Jahren eine erste Leitungsposition erreicht. Die Frauen benötigen dazu fünf Jahre. Grund für diese Unterschiede kann die sogenannte gläserne Decke sein: Demnach haben Frauen es schwerer aufzusteigen, weil sie nicht Teil der informellen Netzwerke der Männer sind. Viele Unternehmen ernennen Gleichstellungsbeauftragte, die in solchen Fällen Ansprechpartner sein können.
Ingenieure werden im Vorstellungsgespräch immer häufiger auch nach sozialer Kompetenz und sogenannten Soft Skills gefragt. Doch wie stellt man so etwas im Bewerbungsgespräch unter Beweis? Ideal ist es, wenn man die geforderten Kompetenzen ganz konkret mit einem Beispiel belegen kann. Dafür bieten sich Uni-Projekte an, ehrenamtliches Engagement oder die Teilnahme an Wettbewerben. Wer zum Beispiel für die »Formula Student« während des Studiums in einem Team einen Rennwagen konstruiert, kann im Gespräch vermitteln: Hier sitzt ein Bewerber, der sich in ein Team einbringen kann, der ein Projekt durchgezogen hat, und das unter Zeitdruck. Welche außerfachlichen Fähigkeiten bei der Stellensuche besonders wichtig sind, hängt aber vom Berufswunsch ab. Wer in den Vertrieb eines international agierenden Unternehmens möchte, wird nicht darum herumkommen, fließend Englisch zu sprechen. Im Bewerbungsgespräch kann es passieren, dass das Gegenüber ins Englische wechselt. Darauf sollte man vorbereitet sein.
Die wirtschaftliche Bedeutung der Kreativbranche ist in den letzten Jahren zwar gewachsen, der Berufseinstieg fällt aber trotzdem nicht leicht. Wer sich für einen Kreativberuf entscheidet, hat meist eine andere Motivation als wirtschaftliche Sicherheit. Selbst in guten Zeiten brauchen Absolventen, die es in dieses Feld zieht, Durchhaltevermögen. Lediglich der Arbeitsmarkt für Werbefachleute ist relativ konstant, für darstellende Künstler, Musiker und Fotografen dagegen gibt es bei der Bundesagentur für Arbeit immer weniger gemeldete Stellen – und die Konkurrenz ist groß. Im Jahr 2000 waren für Musiker noch gut 3500 Stellen ausgeschrieben, 2010 waren es lediglich 200. Gut die Hälfte der Künstler, Musiker, Artisten, Dekorateure oder Fotografen ist selbstständig, auch bei Architekten oder Publizisten sind vier von zehn nicht in einem festen Arbeitsverhältnis. Die Frage, ob man sich vorstellen kann, sein eigener Chef zu sein, sollten sich Studenten möglichst früh stellen. Die Selbstständigkeit hat durchaus Vorteile, sie muss einem aber liegen.
Wer eher praktisch als konzeptionell arbeiten möchte, etwa in der Medienproduktion bei Schnitt und Ton von Filmen oder beim Umsetzen von Werbe- und Marketingkonzepten, für den ist ein entsprechender Bachelor völlig ausreichend. Aber auch alle anderen können nach dem Bachelor schon einen Job annehmen, wenn er ihnen eine gute Einstiegsmöglichkeit bietet. Da in der Kreativbranche manchmal eine einzige gute Idee zum Erfolg führen kann, braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass mit dem Bachelor irgendwelche Chancen verstellt sind. Bei der Jobvergabe in Medien und Werbung sind Praktika und Hospitanzen häufig wichtiger als formale Kriterien – viele der Stellen werden gar nicht ausgeschrieben, sondern mit ehemaligen oder aktuellen Praktikanten und freien Mitarbeitern besetzt. In den kreativen Abteilungen größerer Unternehmen kann der Abschluss aber einen Unterschied machen: Dort hat man mit einem Master bessere Voraussetzungen, in eine höhere Position einzusteigen, also Konzepte zu erstellen, die andere umsetzen.
Viele Kreative arbeiten zu Hause. Die Vorteile: Man kann auch mal im Schlafanzug ein Kundentelefonat führen, und wer Kinder hat, muss keinen Babysitter engagieren. Die Nachteile: All das kann ablenken, und wer auf Dauer alleine zu Hause arbeitet, vermisst vielleicht den Austausch mit Kollegen. Abhilfe schaffen Bürogemeinschaften oder »Coworking Spaces«. Mit einer Bürogemeinschaft bindet man sich an eine Gruppe von Leuten, Coworking Spaces sind flexibler. Hier kann man auch nur für einen Tag oder ein paar Stunden einen Schreibtisch mieten. Wer in unterschiedlichen Städten arbeitet, lernt so Kollegen kennen. Manchmal entstehen gemeinsame Projekte. Aber: Bürogemeinschaften und Coworking Spaces kosten Miete, und ob man ungestört arbeiten kann, hängt von den Kollegen ab. Während man in einer Bürogemeinschaft einen festen Schreibtisch hat, kann man in einem Coworking Space meist nur als regelmäßiger Gast seine Materialien lagern. Alle anderen müssen sich organisieren, um nicht die Hälfte ihrer Unterlagen zu Hause zu vergessen.
Das Portfolio – oder anders: die Mappe – ist das Aushängeschild für Kreative. Viele veröffentlichen es auf ihrer Website. Darin spiegelt sich, möglichst konzentriert auf einige wenige Veröffentlichungen, die Bandbreite des eigenen Schaffens, von der künstlerischen Arbeit bis zu Jobs, die man schon gemacht hat. Mit dem Portfolio bewirbt man sich, oder man wird deswegen für einen Auftrag angefragt. Bei den zu vergebenden Jobs handelt es sich meist nicht um Festanstellungen, sondern um Projekte. Wer sich früh einen Namen macht, sich vielleicht schon im Studium um Stipendien bemüht oder einen Preis gewinnt, kann damit punkten. Kontakte sind entscheidend, man sollte möglichst früh damit beginnen, sich ein Netzwerk aufzubauen. Wer einen konkreten Job bekommen möchte, sollte sich klarmachen, dass jede Akquise eine Art Vorstellungsgespräch ist, auf das man sich gezielt vorbereiten sollte. Man ist Dienstleister und sollte sich fragen, wer der mögliche Auftraggeber ist. Wofür steht er? Und wie kann man dazu beitragen, den Kunden zu unterstützen?








Viele Stellen, die für einen bestimmten Beruf ausgeschrieben sind, können ebenso gut mit Absolventen anderer Fächer besetzt werden. Fachkenntnisse, die in den Stellenanzeigen erwähnt sind, werden oft gar nicht oder nur in Ansätzen gebraucht.
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Ein Unternehmen hat mit Diplom-Physikern gute Erfahrungen gemacht? Dann stellt es gern für verschiedenste Aufgaben Physiker ein. Das heißt aber nicht, dass es nur Physiker nehmen wird!
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Wie erkennen Sie, dass Sie als Absolvebt eines anderen Faches Chancen haben? Achten Sie auf Stellenanzeigen, wo für eine Tätigkeit z.B. "Physiker, Psychologen oder Betriebswirtschaftler" gesucht werden! Die Schnittmenge der Fachkenntnisse ist dann klein, und darauf dürfen Sie im Bewerbungsschreiben auch hinweisen.
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Wer einfach nett ist, und nicht auf den Mund gefallen, wer OFFICE und gut Englisch kann, der braucht sich nicht zu sorgen, dass er/sie etwa das falsche Fach studiert hätte. Die Ausschlusskriterien für Bewerber sind nämlich gar nicht fachlicher Natur!
hätte ich schon zwei Jahre Arbeit. Mit Office, Kommunikationsfähigkeit, Englisch usw. ist es leider nicht getan. Wäre schön, wenn es so einfach wäre! Aber bemängelt werden immer öfter fachfremde Kenntnisse aus anderen Studiengängen. Am besten man studiert mindestens vier Fächer auf einmal, damit man für den künftigen Arbeitgeber ALLES abdecken kann. So zumindest meine Erfahrung. Man muss eine eierlegende Wollmilchsau sein, um angestellt zu werden!
hätte ich schon zwei Jahre Arbeit. Mit Office, Kommunikationsfähigkeit, Englisch usw. ist es leider nicht getan. Wäre schön, wenn es so einfach wäre! Aber bemängelt werden immer öfter fachfremde Kenntnisse aus anderen Studiengängen. Am besten man studiert mindestens vier Fächer auf einmal, damit man für den künftigen Arbeitgeber ALLES abdecken kann. So zumindest meine Erfahrung. Man muss eine eierlegende Wollmilchsau sein, um angestellt zu werden!
Mir gefällt die Formatierung der Naturwissenschaftler iwie nicht. Fettgedruckt...
Hi rndztkmmnttr,
danke für den Hinweis, war ein technisches Problem. Sollte jetzt behoben sein!
Hi rndztkmmnttr,
danke für den Hinweis, war ein technisches Problem. Sollte jetzt behoben sein!
Hi rndztkmmnttr,
danke für den Hinweis, war ein technisches Problem. Sollte jetzt behoben sein!
Nur nebenbei: Mathematik ist keine Naturwissenschaft. Zwar wird das in dem Artikel nicht explizit behauptet, aber die Zuordnung zu diesem Bereich dort besteht trotzdem und ist falsch. Natürlich ist dieses Zuordnung verbreitet, trotzdem könnte man hier ja mit gutem Beispiel vorangehen und davon abweichen. Entweder mit einer eigenen Seite oder einer Zuordnung zu den Geisteswissenschaften oder als Kunst, also hier Kreativer...
schlimmer scheint mir, dass es an manchen FHs und Unis möglich ist, einen Bachelor in Wirtschaftslehre zu machen, der als "... Bachelor of Science (B.Sc.) mit dem Untertitel „Bakkalaureus/Bakkalaurea der Wissenschaft“ (B.Sc.) ..." bezeichnet wird.
Typischerweise wird dieser Lehrgang auch an die Spitze des Artikels gestellt. Und das, obwohl ständig ein Fachkräftemangel beklagt wird. Da hätte man also eher mit Ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studienabschlüssen beginnen müssen.
schlimmer scheint mir, dass es an manchen FHs und Unis möglich ist, einen Bachelor in Wirtschaftslehre zu machen, der als "... Bachelor of Science (B.Sc.) mit dem Untertitel „Bakkalaureus/Bakkalaurea der Wissenschaft“ (B.Sc.) ..." bezeichnet wird.
Typischerweise wird dieser Lehrgang auch an die Spitze des Artikels gestellt. Und das, obwohl ständig ein Fachkräftemangel beklagt wird. Da hätte man also eher mit Ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studienabschlüssen beginnen müssen.
hätte ich schon zwei Jahre Arbeit. Mit Office, Kommunikationsfähigkeit, Englisch usw. ist es leider nicht getan. Wäre schön, wenn es so einfach wäre! Aber bemängelt werden immer öfter fachfremde Kenntnisse aus anderen Studiengängen. Am besten man studiert mindestens vier Fächer auf einmal, damit man für den künftigen Arbeitgeber ALLES abdecken kann. So zumindest meine Erfahrung. Man muss eine eierlegende Wollmilchsau sein, um angestellt zu werden!
Leider wird dies nie ausdrücklich gemacht. Die Wahl, die jeder treffen muss, ist nämlich, ob er/sie unternehmerisch, freiberuflich, verbeamtet oder angestellt arbeiten will. Danach richtet man dann nämlich auch seinen Studienwunsch als auch die das Studium an sich aus. Wer nicht aus einem unternehmerischen/selbständigen/freiberuflichen Elternhaus stammt, stellt sich in der Regel auf eine berufliche Laufbahn als Angestellter ein. Dann ergibt sich auch die Sachlage:"... Man muss eine eierlegende Wollmilchsau sein, um angestellt zu werden! ..." Man ist damit in der undankbaren, passiven und abhängigen Position desjenigen, der um eine Anstellung bettelt.
Leider wird dies nie ausdrücklich gemacht. Die Wahl, die jeder treffen muss, ist nämlich, ob er/sie unternehmerisch, freiberuflich, verbeamtet oder angestellt arbeiten will. Danach richtet man dann nämlich auch seinen Studienwunsch als auch die das Studium an sich aus. Wer nicht aus einem unternehmerischen/selbständigen/freiberuflichen Elternhaus stammt, stellt sich in der Regel auf eine berufliche Laufbahn als Angestellter ein. Dann ergibt sich auch die Sachlage:"... Man muss eine eierlegende Wollmilchsau sein, um angestellt zu werden! ..." Man ist damit in der undankbaren, passiven und abhängigen Position desjenigen, der um eine Anstellung bettelt.
Das war und ist mein erster Eindruck von dem Artikel. Aus meiner Sicht gibt er nicht sehr viel her. Besser scheint es mir dann doch, sich im Verwandten-, Freundes- und erweiterten Bekanntenkreis umzuhören und/oder verschiedene Firmen direkt zu befragen. Letzteres zum Beipiel bei Tagen der offenen Türe.
schlimmer scheint mir, dass es an manchen FHs und Unis möglich ist, einen Bachelor in Wirtschaftslehre zu machen, der als "... Bachelor of Science (B.Sc.) mit dem Untertitel „Bakkalaureus/Bakkalaurea der Wissenschaft“ (B.Sc.) ..." bezeichnet wird.
Typischerweise wird dieser Lehrgang auch an die Spitze des Artikels gestellt. Und das, obwohl ständig ein Fachkräftemangel beklagt wird. Da hätte man also eher mit Ingenieur- und naturwissenschaftlichen Studienabschlüssen beginnen müssen.
Leider wird dies nie ausdrücklich gemacht. Die Wahl, die jeder treffen muss, ist nämlich, ob er/sie unternehmerisch, freiberuflich, verbeamtet oder angestellt arbeiten will. Danach richtet man dann nämlich auch seinen Studienwunsch als auch die das Studium an sich aus. Wer nicht aus einem unternehmerischen/selbständigen/freiberuflichen Elternhaus stammt, stellt sich in der Regel auf eine berufliche Laufbahn als Angestellter ein. Dann ergibt sich auch die Sachlage:"... Man muss eine eierlegende Wollmilchsau sein, um angestellt zu werden! ..." Man ist damit in der undankbaren, passiven und abhängigen Position desjenigen, der um eine Anstellung bettelt.
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