BewerbungenWie verfasse ich das Anschreiben?

Jobsuchende quälen sich mit der Formulierung von Bewerbungsanschreiben. Professionell, aber nicht gestelzt soll es sein. Wir zeigen, was zu beachten ist. von Mischa Drautz

Layout

Warum ist es wichtig? Wer den formalen Ansprüchen nicht gerecht wird, von dem wird kein Wort gelesen. Wer sein Anschreiben nicht wie einen seriösen Geschäftsbrief layouten kann, dem traut man auch sonst nichts zu.

Worauf kommt es an? Die eigene Adresse in eine Kopfzeile oder nach rechts oben schreiben. Linksbündig darunter steht die Anschrift des Unternehmens (mit Namen des Ansprechpartners). Ort und Datum folgen rechtsbündig. Den Monat ausschreiben: 22. Oktober 2011. Dann folgt linksbündig vor dem Fließtext eine gefettete Zeile, in der beispielsweise steht: »Bewerbung als Controlling-Assistentin«. Kein »Betreff« davorschreiben – das ist veraltet.

Anzeige

Einstieg

Warum ist er wichtig? Mit einem spannenden Einstieg wird die Aufmerksamkeit erhöht.

Worauf kommt es an? Die Ansprache ist höflich und direkt an die zuständige Person im Unternehmen gerichtet: »Sehr geehrte Frau Schanz«. Danach gibt es zwei Varianten. Entweder steigt man mit seiner besten Fähigkeit oder größten Leistung ein: »In meiner Bachelorarbeit habe ich die Produktentwicklung bei Siemens untersucht.« Oder man verknüpft eine aktuelle Unternehmensentwicklung mit sich: »Ihr größtes Vertriebspartnerland Argentinien habe ich während meines Studiums durch zwei Auslandssemester in Buenos Aires schätzen gelernt.« Auf keinen Fall einsteigen mit dem Klassiker: »Hiermit bewerbe ich mich«.

Inhalt

Warum ist er wichtig? Der Verantwortliche soll einen kennenlernen und merken, dass man zum Unternehmen passt. Und er soll mehr von einem wissen wollen.

Worauf kommt es an? Keine Floskeln verwenden und die Fähigkeiten nicht einfach nur auflisten: »Ich bin sehr selbstbewusst und führungsstark, kann auf verschiedenste Kunden eingehen und halte mich für außerordentlich kommunikationsstark.« Das sind leere Aussagen, sie vermitteln dem Personalverantwortlichen kein Bild von einem. Stattdessen lieber Beispiele und Referenzen verwenden: »Als Vorsitzende des Fördervereins Polis habe ich am Institut für Politikwissenschaft in Tübingen mehrere Veranstaltungen mitorganisiert, unter anderem einen Kontakttag für Firmen. Dabei gewann ich mehrere Unternehmen als neue Mitglieder des Förderkreises.«

Leserkommentare
  1. Ich halte diese in den oberen Etagen von großen Firmen entwickelten hirnrissigen Anforderungen an Bewerbungsschreiben für reichlich irrational, sowohl von der Form als auch vom Inhalt her. Einige handgeschriebene Sätze und ein längeres sachbezogenes Gespräch sagen mehr über einen Menschen aus als dieser ganze Schmarren. Vor etwa drei Jahren unterhielt ich mich mit einer jungen Frau im ICE. Irgendwie kamen wir auf das genannte Thema. Sie hatte sich bei einer Universität für eine Lehrstelle in der Verwaltung beworben. Sie wurde nicht eingestellt. Auf ihre Frage, woran es denn gelegen habe wurde ihr die fehlende Kenntnis über die Anzahl der Studierenden im mündlichen Bewerbungsgespräch genannt. Da kann man nur sagen, ein Hoch auf den Hang zur Selbstdarstellung von Personalchefs in Wirtschaft und Verwaltung.

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • serins
    • 13. Februar 2012 10:32 Uhr

    ihr fehlte einfach Vitamin B. Einfach mal in dt. Verwaltungen, Hochschulen zählen dazu, schauen, da sind ganze Familienclans am Werkeln.
    Hiermal ein Beispiel. Nepotismus vom Feinsten,
    http://www.volksstimme.de...

    Null Berufserfahrung Vater Amtsleiter Stelle erhalten. Die Frau managed ein Gebiet, das größer als das Saarland ist. Da kannman mit einem noch soguten Anschreiben ud Referenzen nichts gewinnen. Auf Bundesebene sieht man es ja zur Zeitgut in der GIZ, wo Stellen nur nach Vitamin B vergeben werden. Da möchte man mal die Anschreiben sehen.

    @Thema
    Möchte mal ein Bewerbungsschreiben-Beispiel vom Autor sehen.Eine Seite auf einem DIN gerechten Brief (wichtig in D). Einleitung Beispiele oder Referenzen und auf die Stelle eingehen.
    Tut mir leid als jemand der Leute (Akademiker,Ing.Nawis) seit über zehn Jahren in D und CAN eingestellt hat, kann ich sagen, mich interessiert das Anschreiben kaum.
    Da man dort nichts über den Bewerber erfährt. Da die meisten stromlinienförmige Anschreiben haben.
    Bin auch immer wieder froh hier nur Anschreiben und CV zu bekommen. Der CV sagt mehr als das Anschreiben aus und man kann ihn hier mit einem schnellen Anruf überprüfen. Ist natürlich für einen reinen Personaler schwieriger,da er oftmals von der zu besetzenden Stelle fachlich keine Ahnung hat.

    • serins
    • 13. Februar 2012 10:32 Uhr

    ihr fehlte einfach Vitamin B. Einfach mal in dt. Verwaltungen, Hochschulen zählen dazu, schauen, da sind ganze Familienclans am Werkeln.
    Hiermal ein Beispiel. Nepotismus vom Feinsten,
    http://www.volksstimme.de...

    Null Berufserfahrung Vater Amtsleiter Stelle erhalten. Die Frau managed ein Gebiet, das größer als das Saarland ist. Da kannman mit einem noch soguten Anschreiben ud Referenzen nichts gewinnen. Auf Bundesebene sieht man es ja zur Zeitgut in der GIZ, wo Stellen nur nach Vitamin B vergeben werden. Da möchte man mal die Anschreiben sehen.

    @Thema
    Möchte mal ein Bewerbungsschreiben-Beispiel vom Autor sehen.Eine Seite auf einem DIN gerechten Brief (wichtig in D). Einleitung Beispiele oder Referenzen und auf die Stelle eingehen.
    Tut mir leid als jemand der Leute (Akademiker,Ing.Nawis) seit über zehn Jahren in D und CAN eingestellt hat, kann ich sagen, mich interessiert das Anschreiben kaum.
    Da man dort nichts über den Bewerber erfährt. Da die meisten stromlinienförmige Anschreiben haben.
    Bin auch immer wieder froh hier nur Anschreiben und CV zu bekommen. Der CV sagt mehr als das Anschreiben aus und man kann ihn hier mit einem schnellen Anruf überprüfen. Ist natürlich für einen reinen Personaler schwieriger,da er oftmals von der zu besetzenden Stelle fachlich keine Ahnung hat.

    Eine Leserempfehlung
    • UM
    • 13. Februar 2012 10:41 Uhr

    Es ist richtig, dass das Anschreiben sehr wichtig ist. Es sollte nicht zu lang sein, am besten auf eine Seite passen, dabei abergeschliffene Sätze enthalten. Auf keinen Fall darf der Text abgeschrieben sein, denn dann besteht die Gefahr, das ein Personaler auf einmal mehrere gleichlautende Bewerbungen in der Hand hält. Dies führt oft zur Disqualifikation.
    Eine Anmerkung noch: Nicht alle Unternehmen und Personaler ticken gleich. Es werden aber immer die gleichen Sätze zu lesen sein, wonach eine Bewerbung immer abgelehnt wird, wenn man sich nicht entsprechend der Empfehlung verhält. Das ist nicht richtig, es gibt keine Patentrezepte. Jedes Unternehmen ist verschieden und je kleiner das Unternehmen, desto eher besteht die Chance, dass über den einen oder anderen Fauxpas hingegesehen wird.

    Das Bewerbungsanschreiben sollte auf jeden Fall als autentisch zu erkennen sein. Textpassagen von verschiedenen Autoren (abgeschrieben, von Freunden, Verwandten usw.) haben oft einen unterschiedlichen Duktus, die charakteristische Art zu schreiben, und sind damit beim Lesen eben nicht "rund".

  2. Was ist eigentlich, wenn ich in meiner Bachelorarbeit nicht die Produktentwicklung bei Siemens untersucht habe, sondern numerische Verfahren bei partiellen Differentialgleichungen? Kann ich dann Siemens abhaken? Was, wenn ich nie "Vorsitzende des Fördervereins" war, und wenn meine Ehrenämter nie schlagzeilentauglich waren?
    .
    Was mache ich, wenn ich nie bei der "deutsch-tschechischen Umweltkonferenz" ein "Unternehmen vertreten ", sondern meine Auslandserfahrungen in einer NGO gesammelt habe?
    .
    Last not least: was mache ich, wenn ich selber zwar sehr gut in Rechtschreibung bin, der Personalchef aber nicht? Der wird meinen Brief aussortieren, wenn ich nicht die gängigen Fehler mache!

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Erfahrung sagt: wenn Angestellte für einfache Positionen gesucht werden, ist übermäßig viel Bildung eher schädlich. Man wird niemanden einstellen, der besser qualifiziert oder gebildeter wirkt als ein Vorgesetzter. In diesem Falle lohnt es Blindheit und Unvollkommenheit vorzutäuschen, das kommt bei vielen Personalern gut an.

    Wer eine eigene Persönlichkeit erkennen lässt, ist schließlich schwerer im Sinne des Unternehmens formbar.

    Sei dumm, doch sei es mit Verstand... ganz im Sinne Esther [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf werbliche Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

  3. Die Erfahrung sagt: wenn Angestellte für einfache Positionen gesucht werden, ist übermäßig viel Bildung eher schädlich. Man wird niemanden einstellen, der besser qualifiziert oder gebildeter wirkt als ein Vorgesetzter. In diesem Falle lohnt es Blindheit und Unvollkommenheit vorzutäuschen, das kommt bei vielen Personalern gut an.

    Wer eine eigene Persönlichkeit erkennen lässt, ist schließlich schwerer im Sinne des Unternehmens formbar.

    Sei dumm, doch sei es mit Verstand... ganz im Sinne Esther [...]

    Gekürzt. Bitte verzichten Sie auf werbliche Aussagen. Danke, die Redaktion/mk

    Antwort auf "Was mache ich dann?"
  4. Eigentlich ist es immer wieder dasselbe und total langweilig. Natürlich ist es für fast jedermann schwer ein Anschreiben zu layouten und zu verfassen, wenn man damit sonst nichts zu tun hat. Und ob man nun das Datum nach irgendwelchen Standards ausschreibt oder nicht und Betreff oder nicht Betreff vor den Betreff schreibt ist doch eigentlich völlig belanglos. Man weiß es und verfasst ein Anschreiben, wie es sich gehört oder man weiß es eben nicht und verstößt dann gegen diese Normen, die eigentlich nur typische Personaler und deren Assistenz interessieren. Und ob man darauf jetzt wirklich auf die Kompetenz im Beruf schließen kann, das wage ich zu bezweifeln. Eigentlich pumpen solche Dinge den Bewerbungsprozess nur unnötig auf und verursachen nur Kosten für das Unternehmen selber und auch für die Bewerber und ich wette auch, dass nicht wenige Personalverantwortliche Anschreiben nur überfliegen, so wie man Tageszeitungen überfliegt. Traurig, dass man sich auf breiter Fläche nur an stupide Standards orientieren kann und meint, daraus irgendwelche scharfsinnigen Schlussfolgerungen ziehen zu können, weil jemand "Betreff" doch hingeschrieben hat oder das Datum in Kurzform geschrieben hat. Wahrscheinlich macht man sich erst gar nicht die Mühe, zu erfahren, ob so eine Person vielleicht doch höchst kompetent in ihrem Beruf ist und verursacht stattdessen noch mal eine Runde Anzeigen schalten, Bewerbungen sichten und Ähnlichem, um irgend etwas im Personalbüro zu tun zu haben.

    4 Leserempfehlungen
  5. ...Wie verfasse ich meine Bewerbung. Dabei muss man natürlich auch unterscheiden, geht es um eine produktive Tätigkeit oder eine mehr verwaltende Tätigkeit. Ich kenne Menschen die anpacken können, die, manchmal die unmöglichsten Dinge "stemmen". Wenn es aber um das Schreiben von Bewerbungen geht wirken sie fast hilflos. Auch den umgekehrten Fall kenne ich. Man kann nicht besonders viel, aber die Präsentation stimmt.
    Eigentlich kann man schreiben was man will. Wenn ein "Personaler" oder neudeutsch ein "Human Ressourcer" wirklich effektiv arbeitet, dann orientiert er sich an der Aussage von Franz Luwein:
    "Erstklassige Männer stellen erstklassige Männer ein, zweitklassige nur drittklassige."
    Wobei das Wort Männer auch durch Frauen ersetzt werden kann.

  6. ...heute per email versendet werden, sind der Gestaltung des Anschreibens sowieso Grenzen gesetzt !

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Artikel Auf einer Seite lesen
  • Schlagworte Karriere | Bewerbung
Service