Bewerbungen: Wie verarbeite ich eine Absage?
Absagen gehören zur Jobsuche mit dazu. Was Bewerber aus den Antworten lernen können und wie sie sich trotzdem nicht entmutigen lassen, erklärt Katja Schönherr.
1. Erst mal tief durchatmen
Wenn ein großer Umschlag vom Wunschunternehmen im Briefkasten liegt, verheißt das, nach Wochen des Wartens, selten Gutes. Denn meist handelt es sich dabei um die Rücksendung der Bewerbungsmappe samt einem Standard-Schreiben: »Nach eingehender Prüfung Ihrer Unterlagen müssen wir Ihnen jedoch leider mitteilen, dass wir Ihnen keine Position bei uns anbieten können.« Vor allem wenn es der Traumjob war, muss man das erst einmal sacken lassen: Hinsetzen, tief durchatmen, Freunde anrufen, sich eine heiße Badewanne gönnen. Von einer Absage muss man sich nicht entmutigen lassen! Das Gleiche gilt bei einer telefonischen Absage nach dem Vorstellungsgespräch.
2. Auf Fehlersuche begeben
Wer die erste Enttäuschung runtergeschluckt hat, kann nach vorn blicken. Am besten, indem er die Bewerbungsunterlagen noch einmal kritisch unter die Lupe nimmt. Waren sie vollständig? Habe ich vielleicht Rechtschreib- oder Formfehler übersehen? Wird in meinem Anschreiben klar, warum ich mich auf genau diese Stelle beworben habe? Bin ich wirklich auf die in der Ausschreibung genannten Anforderungen genau eingegangen? Wurde das Bewerbungsfoto von einem Profi gemacht? Ist mein Lebenslauf schlüssig, oder weist er Stellen auf, die erklärungsbedürftig sind? In einigen Branchen kommen einfach viel zu viele Bewerber auf eine Stelle. Da können Nuancen entscheiden. In jedem Fall ist es ratsam, andere über die Unterlagen schauen zu lassen. Gerade bei der Auswahl eines Fotos sind Fremdeinschätzungen sehr wichtig; man selbst kann dessen Wirkung oft nicht richtig beurteilen. Sind schon mehrere Absagen gekommen, hilft es zu überlegen, ob man sich auf die richtigen Stellen bewirbt. Fehlt vielleicht doch eine entscheidende Schlüsselqualifikation, die man sich noch aneignen sollte? Wer nach dem Vorstellungsgespräch eine Absage erhält, kann sich auch freuen. Schließlich kommen nur die wenigsten so weit. Und vielleicht hat man sogar schon eine Ahnung, was beim persönlichen Kennenlernen schlecht gelaufen ist und was man beim nächsten Mal anders machen könnte.
3. Feedback einfordern!
So wie es bei der Absage nach der schriftlichen Bewerbung sinnvoll ist, jemand anderen um seine ehrliche Einschätzung zu bitten, so ist es auch nach einem erfolglosen Vorstellungsgespräch ratsam, das Gespräch zu rekonstruieren. Wo habe ich Schwachstellen offenbart? Habe ich gute Fragen an das Unternehmen gerichtet? Welche Fragen wurden mir gestellt, und wie habe ich geantwortet? Wer nach ein paar Vorstellungsgesprächen merkt, dass er in solchen Situation generell unsicher ist und keinen klaren Gedanken mehr fassen kann – für den ist ein Bewerbungstraining eine gute Investition. Um zu klären, woran es lag, kann man durchaus auch in der Personalabteilung anrufen. Das erfordert etwas Mut, aber mitunter kriegt man ehrliches Feedback. Wenn Floskeln kommen, darf man nachhaken. Vielleicht hat sich der Chef bei zwei gleich gut qualifizierten Bewerbern am Ende einfach für den entschieden, der aus seinem Heimatort stammt. Erfährt man so etwas im Nachgespräch, hat man zumindest die Gewissheit, nichts Grundlegendes falsch gemacht zu haben. Am besten nimmt man es sportlich: »Schade, dass es nicht geklappt hat. Aber behalten Sie doch meine Unterlagen. Vielleicht ergibt sich ja mal wieder etwas.« Und wer weiß...









Der Name ist weitaus bedeutender als man glaubt.
Herbert Werner hat bei gleicher Qualifikation mehr Chancen als Ali Baba.
Schade eigentlich....
MFG
Glaubt der Autor allen Ernstes, dass auch nur irgendjemand in der Firma irgendeine Interesse hat, Feedback zu geben? Was meinen Sie, wie schnell der Betreffende 'ne Klage am Hals hat, wenn er Feedback gibt & sich da auch nur irgendwie ein Verstoss gegen irgendein Gleichstellungs- oder Gleichbehandlungs- oder sonstiges Gesetz konstruieren lässt.
...Otto Durchschnittbewerber wird nicht EINE Absage verarbeiten müssen, sondern 10, 20 oder 50. Je nach dem, in welchem Markt er sich bewegt, hat er vielleicht einfach Pech gehabt, weil 5-10 von 100 Bewerbern einfach besser qualifiziert sind. Feedback von der Personalabteilung wird er in diesem Massengeschäft bestimmt nicht bekommen.
...Otto Durchschnittbewerber wird nicht EINE Absage verarbeiten müssen, sondern 10, 20 oder 50. Je nach dem, in welchem Markt er sich bewegt, hat er vielleicht einfach Pech gehabt, weil 5-10 von 100 Bewerbern einfach besser qualifiziert sind. Feedback von der Personalabteilung wird er in diesem Massengeschäft bestimmt nicht bekommen.
Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Kommentare. Danke. Die Redaktion/vn
Würde sich die Autorin bei mir als Pressesprecherin bewerben, ich würde sie auch ohne den Artikel gelesen zu haben als Schwätzerin nach 10 Minuten entlarven. Solche Ratschläge helfen keinem weiter. Feedback? Warum sollte ich das tun? Kostet Zeit und ist gefährlich weil Konflikte mit Gesetzen auftreten könnten (Bsp. Gleichstellungsgesetz, Minderheiten usw.). Jeder Unternehmer hat seine Prioritäten. Der Eine fachliche Qualifikation vor allem. Der Andere.. Softskills müssen stimmen den Rest bringen wir ihm bei oder einfach Vitamin B. Zum Thema Bewerbungstraining auch noch ein Rat. Man merkt es sofort wenn jemanden Verhaltensweisen beigebracht wurden, die nicht zu ihm passen. Um heraus zu bekommen ob jemand Authentisch ist oder seine Show..“Ich kann es!“ abzieht braucht man nicht lange. Schauspieler sollten sich beim Theater bewerben. Leider sind solche Leute wie diese Autorinnen auch als Bewerbungstrainer unterwegs und produzieren frustrierte Probanden, die sich wundern, daß es trotzdem nicht klappt. Warum?, weil die abgedroschenen Floskeln allen schon bekannt sind. Bitte mehr Niveau bei der Zeit… [...]
Gekürzt. Bitte üben Sie Kritik auf einer sachlichen, respektvollen Ebene. Danke. Die Redaktion/vn
Sicherlich sind ein Bewerbungstraining und die Überprüfung der Bewerbungsunterlagen sinnvoll. Allerdings gehören die zum Standard von Bundesagentur für Arbeit und JobCenter. Insofern hat jeder Arbeitsuchende mehr als genug dieser Expertise.
Der Arbeitsuchende sollte vielmehr versuchen, die Absagen von sich wegzuschieben. Dieser Artikel impliziert das Abschieben der Verantwortung auf den Einzelnen. Das Motto lautet: Was hast Du falsch gemacht? Wo liegt Deine individuelle Verantwortung?
Ausgeblendet werden systemische Faktoren. Es gibt nun mal Bereiche, in denen keine Leute gesucht werden. Dann kommen auf eine Stelle schon mal über 100 Bewerbungen. Da ist der Erfolg selbst bei hervorragenden Qualifikationen und vorzeigbaren Bewerbungsunterlagen Glückssache. Insofern ist die Nachfrage bei Personalverantwortlichen absoluter Quatsch: Sollten diese sich tatsächlich erinnern, werden sie einen Teufel tun, die wahren Gründe zu offenbaren. Dann droht nämlich die Klage.
Für mich erfolgsversprechender ist die Überlegung, ob nach längerer Suche eine Umorientierung (z.B. in Form einer Weiterbildung) Sinn machen könnte. Aber auch dort gibt es keine Garantie für Erfolg.
Von Ferrero... oder auch gleich zwei.
Wer weiss... vielleicht wird's ja gedruckt.
"In einigen Branchen kommen einfach viel zu viele Bewerber auf eine Stelle."
Dieser kleine Satz sagt alles, dass der vielzitierte Fachkräftemangel in Deutschland nur eine dreiste Lobbyisten-Lüge ist.
"Wer nach ein paar Vorstellungsgesprächen merkt, dass er in solchen Situation generell unsicher ist und keinen klaren Gedanken mehr fassen kann – für den ist ein Bewerbungstraining eine gute Investition."
Das sagt alles, wie lächerlich Bewerbungsverfahren sind, nämlich dass nicht der Kandidat gewinnt, der besonders geeignet für die Stelle ist, sondern derjenige, der am bestern Vorstellungsgespräche beherrscht und blenden kann, aber am Ende im Job eine totale Pfeife ist.
Wer als Bewerber etwas auf sich hält, versucht es am besten in der Schweiz, aber sicher nicht bei einem dieser arroganten Deutschen Ausbeuterunternehmen. In der Schweiz wird man als Angestellter jedenfalls im Gegensatz zu Deutschland bei Bewerbungen und später im Job noch als Mensch behandelt.
Ist das so? Wäre sehr interessant, wenn Sie mir diesbezüglich Ihre Erfahrungen mitteilen würden (egal ob hier oder per Nachricht). Ich bin ehrlich gesagt im Moment etwas skeptisch.
Zum Thema:
Ich denke es kommt stark auf den Typ an. Man merkt schon an der Uni ob sich bzw. das wofür er (dieser Mensch) steht verkaufen kann, weiß wovon er spricht oder einfach nur ein Schwätzer ist. Bei Kandidaten denen eine Präsentation insg. schwer fällt kann ich mir gut vorstellen, dass ein Training sinnvoll sein kann. Mir haben diese Ratgeber und Trainings (zumindest die paar die ich hatte/kenne) nicht weiter geholfen, weil die Situationen dennoch immer anders waren und weil es meiner Erfahrung nach trotzdem auch sehr stark darauf ankommt, wer einem als Personaler gegenüber sitzt. Es gibt auch dort eben Menschen mit denen man kann und welche mit denen man nicht kann. Leider repräsentieren diese Leute so auch das Unternehmen für das sie Mitarbeiter aussuchen. Insofern teile ich die Einschätzung vieler anderer Mitkommentatoren, dass die "Fehlersuche" auf einer individuellen Ebene evtl. zu kleineren Korrekturen/Verbesserungen führen kann, aber grundsätzlich nicht "das Problem" vieler Absagen ist.
Davon abgesehen sollte man auch nie vergessen, dass gerade dieser ganze Bewerbungskram auch ein sehr großer Markt ist, mit dem entsprechend Geld verdient werden soll (und wird).
...brauchen sich die Schweizer nicht hinter den Deutschen verstecken.
Die kochen auch nur mit Wasser, aber zumindest stimmt die Kohle.
Ist das so? Wäre sehr interessant, wenn Sie mir diesbezüglich Ihre Erfahrungen mitteilen würden (egal ob hier oder per Nachricht). Ich bin ehrlich gesagt im Moment etwas skeptisch.
Zum Thema:
Ich denke es kommt stark auf den Typ an. Man merkt schon an der Uni ob sich bzw. das wofür er (dieser Mensch) steht verkaufen kann, weiß wovon er spricht oder einfach nur ein Schwätzer ist. Bei Kandidaten denen eine Präsentation insg. schwer fällt kann ich mir gut vorstellen, dass ein Training sinnvoll sein kann. Mir haben diese Ratgeber und Trainings (zumindest die paar die ich hatte/kenne) nicht weiter geholfen, weil die Situationen dennoch immer anders waren und weil es meiner Erfahrung nach trotzdem auch sehr stark darauf ankommt, wer einem als Personaler gegenüber sitzt. Es gibt auch dort eben Menschen mit denen man kann und welche mit denen man nicht kann. Leider repräsentieren diese Leute so auch das Unternehmen für das sie Mitarbeiter aussuchen. Insofern teile ich die Einschätzung vieler anderer Mitkommentatoren, dass die "Fehlersuche" auf einer individuellen Ebene evtl. zu kleineren Korrekturen/Verbesserungen führen kann, aber grundsätzlich nicht "das Problem" vieler Absagen ist.
Davon abgesehen sollte man auch nie vergessen, dass gerade dieser ganze Bewerbungskram auch ein sehr großer Markt ist, mit dem entsprechend Geld verdient werden soll (und wird).
...brauchen sich die Schweizer nicht hinter den Deutschen verstecken.
Die kochen auch nur mit Wasser, aber zumindest stimmt die Kohle.
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