ZEIT Campus: Bei manchen geht es nicht ohne Kredit. Gibt es eine Grenze, über die hinaus man sich keinesfalls verschulden sollte?

Becker: Eine pauschale Grenze gibt es nicht. Wenn man darüber nachdenkt, einen Kredit aufzunehmen, rate ich immer, einen Haushaltsplan aufzustellen. Auf der einen Seite sollte stehen, wie hoch die Unterhaltskosten sind. Auf der anderen Seite notiert man, welche Geldquellen man hat. Wenn sich ein ungedeckter Bedarf ergibt, sollte man entscheiden, welches Angebot infrage kommt. Das Studentenwerk vermittelt den Studienkredit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und den Bildungskredit. Es gibt aber auch private Anbieter.

ZEIT Campus: Wie schwierig ist es denn, als Akademiker später so einen Kredit abzubezahlen?

Becker: Das kommt auf den Berufszweig an. Zur Orientierung kann ein Tilgungsrechner helfen, der zum Beispiel auf der Seite der KfW zu finden ist. Aber wenn man sich zum Beispiel selbstständig machen will, dürfte es schwer werden, mit Schulden aus dem Studium einen Kredit für eine Unternehmensgründung zu bekommen. Deswegen rate ich, zu prüfen, ob man einen Anspruch auf Bafög hat, wenn die Eltern das Studium nicht finanzieren können.

Wendt: Im Bachelorstudium habe ich kein Bafög bekommen. Gibt es im Master trotzdem eine Chance, gefördert zu werden? Am Einkommen meiner Eltern hat sich seither nichts geändert. Davon hängt es doch ab, ob ich Bafög erhalte, oder?

Becker: Nicht nur. Gerade für ältere Studenten, die zwischen dem Bachelor und dem Master eine Pause eingelegt haben, lohnt es sich, zu prüfen, ob sie einen Anspruch auf die Förderung haben – auch wenn ihre Eltern zu viel verdienen. Denn wenn man schon längere Zeit berufstätig war, ist das Bafög nicht mehr abhängig vom Einkommen der Eltern, sondern von dem des Studenten. Das gilt natürlich auch, wenn man schon vor dem Studium eine Ausbildung gemacht und gearbeitet hat.

ZEIT Campus: Gibt es einen optimalen Finanzierungsmix für Studenten?

Becker: Nein. Natürlich ist es entlastend, wenn man Bafög erhält und die Eltern einen unterstützen. Aber es kann einen auch beruflich weiterbringen, nebenher zu arbeiten.