Masterstudium : Wie knapp sind die Studienplätze?
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"Die meisten Klagen sind unberechtigt"

ZEIT Campus: Den Zahlen des Deutschen Akade- mischen Austauschdienstes zufolge gehen derzeit nur etwa fünf Prozent der deutschen Bachelorabsolventen für den Master ins Ausland.

Landfried: Viele trauen sich das nicht. Dabei gibt es wunderbare Bedingungen dafür: Internationale Master werden beispielsweise durch das Erasmus-Mundus-Programm von der Europäischen Union großzügig mit Stipendien gefördert. Das nutzen deutsche Studenten viel zu wenig. Für einen Business-Master nach Mailand – das ist doch toll! Oder als Informatikerin nach Nancy! Oder nach Warschau . Überhaupt Mittel- und Osteuropa : In Polen , Tschechien oder Ungarn gibt es sehr gute Hochschulen, an denen fast alles auf Englisch abläuft.

ZEIT Campus: Das Auswahlverfahren für Masterplätze wirkt chaotisch – überall werden unterschiedliche Kriterien angelegt.

Landfried: Wie die aussehen, entscheidet bisher jede Hochschule selbst und jeder Fachbereich für sich. Das Verfahren ist aber immer durch eine Ordnung des Fachbereichs geregelt, die jeder meist online einsehen kann. Im Idealfall haben daran Studenten mitgewirkt.

ZEIT Campus: Was halten Sie davon, dass immer öfter versucht wird, den Masterplatz gerichtlich einzuklagen, weil etwa strittig ist, wie viel die Bachelornote zählen darf?

Landfried: Die meisten Klagen sind unberechtigt. Wenn es an der Hochschule allerdings keine gültige Aufnahme-Ordnung gibt oder diese missachtet wurde, kann ich den Ärger der Studenten schon verstehen.

ZEIT Campus: Vor Kurzem hat ein Gericht für rechtswidrig erklärt, wie die Uni Münster ihre Masterplätze in BWL vergeben hat , weil Bewerbungen nur stichprobenhaft geprüft wurden. Das klingt nach Willkür.

Landfried: Deswegen plädiere ich immer für einen Test der persönlichen und fachlichen Eignung. Natürlich macht das Arbeit, aber es ist eigentlich das Fairste: Im weiterführenden Studium kommt es aufs Können an, und es sollten die zum Zug kommen, deren Kompetenzen zum Programm passen.

  ZEIT Campus: Was erwarten Sie noch von Kandidaten für ein Masterstudium?

Landfried: Sie sollten Einfallsreichtum, Willenskraft und Hartnäckigkeit zeigen.

ZEIT Campus: Wie kann man diese Eigenschaften als Bewerber vermitteln?

Landfried: Wer klarmacht, dass er sich sehr genau über den Master informiert hat, punktet auf alle Fälle. Ideal ist, wenn man mit schon aktiven oder ehemaligen Studenten über den Studiengang geredet hat. Auch Gespräche mit Dozenten aus dem Bachelorstudium kann man erwähnen. Das zeigt, dass man sich intensiv damit beschäftigt hat, wie man weiterstudieren möchte.

ZEIT Campus: Von den aktuellen Dozenten braucht man für einige Masterbewerbungen ja ohnehin ein Gutachten.

Landfried: Ja, aber Kontakte zu Dozenten können noch viel mehr bringen als ein nettes Gutachten. Es müssen ja nicht immer Professoren sein, die oft wenig Zeit haben, um auf Bachelorstudenten einzugehen. Auch wissenschaftliche Mitarbeiter können viel bewirken: Vielleicht kennen sie an der Wunschhochschule für den Master einen hilfsbereiten Kollegen, den man anrufen kann. Auf einmal hat man eine Kontaktperson, und schon wird die Bewerbung viel leichter.

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