Studienwahl Helfen Rankings bei der Studienwahl?

Ja, wenn sie gut durchdacht sind, sagt der Ranking-Macher Frank Ziegele. Im Gegenteil, sie führen in die Irre, sagt die Soziologin Martina Löw. Ein Streitgespräch

Die Kontrahenten: Frank Ziegele, 46, ist der Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung in Gütersloh (CHE). Das CHE erstellt das größte deutsche Hochschulranking, dessen Ergebnisse regelmäßig im ZEIT Studienführer und auf ZEIT ONLINE veröffentlicht werden. Auch das Masterranking Informatik auf den vorangegangenen Seiten gehört dazu. Martina Löw, 47, ist Professorin an der TU Darmstadt und die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS). Die DGS ruft Uni-Institute dazu auf, die Erhebungen für das Ranking zu boykottieren

ZEIT Campus: Frau Löw, Sie raten davon ab, sich bei der Studienwahl an Rankings zu orientieren. Was ist so schlecht daran?

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Martina Löw: Rankings täuschen Objektivität vor. Aber was dabei genau gemessen wird, beruht auf subjektiven Entscheidungen.

ZEIT Campus: Herr Ziegele, sind die CHE-Rankings, für die Sie verantwortlich sind, subjektiv?

Frank Ziegele: Natürlich. Jedes Ranking ist subjektiv in dem Sinne, dass jemand die Entscheidung trifft, was gemessen wird. Viele Uni-Rankings mischen die Ergebnisse für verschiedene Aspekte zu einem Wert zusammen. Dann weiß keiner, was dahintersteckt. Aber genau das machen wir nicht.

ZEIT Campus: Was machen Sie stattdessen?

Ziegele: Unser Ranking gibt Auskunft über verschiedene Faktoren, je nach Fach gibt es 20, 30 Kriterien. Zum Beispiel fragen wir, ob sich die Studenten gut betreut fühlen, wie groß das Lehrangebot ist, ob neue Forschungsergebnisse in die Lehre einfließen und wie es um den Praxisbezug steht. Zudem bitten wir die Studenten vor Ort, eine Gesamtnote für ihr Studium abzugeben. Jeder Nutzer kann dann auf diejenigen Kriterien achten, die ihm persönlich wichtig sind.

Löw: Aber sobald Sie eine Bewertung vornehmen, sobald Sie also sagen, wer in der Spitzengruppe, wer im Mittelfeld und wer in der Schlussgruppe ist, vereinfachen Sie ganz extrem. Sie erzeugen den Eindruck, man habe mit dem Ranking eine bessere Entscheidungsgrundlage, als wenn man an die Wunsch-Unis fährt und dort mit Studenten redet. Dabei gibt es vieles, was Sie mit Ihrer Erhebung gar nicht erfassen können.

ZEIT Campus: Was zum Beispiel?

Löw: Wird eine Professur neu besetzt, können sich die Forschungsschwerpunkte eines Instituts und auch die Inhalte der Lehre rasch ändern. Das kann ein Ranking so schnell gar nicht abbilden. Aber auch Veränderungen in der Uni-Stadt können eine Rolle spielen: Ein Militärstützpunkt wird geschlossen, ein riesiges Areal ist frei. Mit einem Mal sind dort Forschungsprojekte von Studierenden gemeinsam mit den Lehrenden möglich, die vorher undenkbar waren. Wer genau dann an der Universität ist, hat eine super Zeit. Es kann aber auch einfach Unterschiede in der Wahrnehmung geben: Der eine Student kommt mit einem Dozenten nicht klar, der andere aber ganz wunderbar. Man kann eben nicht alles in Zahlen fassen.

ZEIT Campus 1/2013
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

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Ziegele: Wir werden in der Tat nie zur Weltformel gelangen, die alle denkbaren Kriterien abdeckt. Deshalb betonen wir immer, dass niemand seine Studienwahl allein aufgrund unseres Rankings treffen sollte. Ich rate jedem: Fahren Sie zu den Hochschulen, die für Sie in der engeren Wahl sind. Reden Sie mit den Studenten dort, sammeln Sie Eindrücke. Das Ranking liefert nur Anhaltspunkte für die Entscheidung. Aber es sind sehr wertvolle Anhaltspunkte. Was wäre denn Ihre Alternative, Frau Löw? Wollen Sie die Leute im Ungewissen lassen und darauf hoffen, dass sie bei ihrer Uni-Wahl einfach Glück haben?

Löw: Der richtige Weg wäre, gut aufbereitete, aktuelle Informationen über die einzelnen Studiengänge zur Verfügung zu stellen, ohne ein Ranking vorzunehmen. So könnte jeder sehen, was an den einzelnen Instituten los ist. Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie arbeitet an einem entsprechenden Portal für Soziologiestudenten. Es soll 2013 online gehen.

Ziegele: Das finde ich eine super Sache! Wir würden das gerne sofort an unser Ranking anbinden. Aber solche Informationen und das, was wir im Ranking messen, sollte man nicht gegeneinander ausspielen. Studieninteressierte brauchen doch beides: Informationen über die Profile einzelner Institute und Antworten auf die Frage, wie zufrieden die Studenten an einem Standort mit ihrem Studiengang sind. Durch die Befragung in unserem Ranking wird die Stimme der Studenten hörbar.

Leser-Kommentare
  1. Studentenbefragungen sind für ein fachliches Ranking wertlos. Wieviele verschiedene Universitäten kennt ein Student, so dass er die Qualität vergleichen kann? Wieviele verschiedene Dozenten? Wie soll er die fachliche Kompetenz beurteilen, wenn er selbst noch keine erworben hat?

    Die meisten Studenten kennen eine Universität - nein, einen Fachbereich einer Universität, an dem sie zu einem bestimmtem Thema bei einem Dozenten einmal eine Vorlesung besucht haben. Die allermeisten Studenten kennen nicht einmal ihre eigene Studienordnung, kennen nur die Zusammenfassung, die sie meist von der verfassten Studierendenschaft bekommen. Wie soll ein Student einschätzen können, ob die Ausstattung gut ist oder er nur zuviel individuelle Betreuung erwartet hat; wie soll er beurteilen können, ob der Dozent fachlich geeignet ist oder nur er selbst Probleme hat; wie soll er beurteilen, ob die Arbeitsbelastung angemessen ist? Dies gelingt nur in den offensichtlichen Extremfällen, reicht aber nicht für die Bildung einer Reihenfolge. Ist ein Dozent gut, wenn alle Studenten die Prüfung mit guten Noten bestehen? Aus Studentensicht sicherlich.

    Nein, Rankings, die sich auf Studentenbefragungen stützen, sollte man ignorieren. Sie können höchstens Auskunft über die Attraktivität, aber nicht über die Qualität geben.

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    Als Ergänzung zwei Extreme:
    1) Das Ausfüllen der Befragungslisten durch die Stud. ist freiwillig. Wer macht sich die Arbeit den Fragebogen auszufüllen? Richtig: Nur die Unzufriedenen! Die Uni rutscht im Ranking ab.

    2) Alle Stud. derselben Uni nehmen teil und geben kollektiv über die Maßen gute Bewertungen ab. Die Uni wird im Ranking nach oben gepuscht, wodurch die Stud. die Gelegenheit genutzt haben, die Wertigkeit ihres eigenen Studienabschlusses aufzubessern.

    Fazit: Für Außenstehende sind Rankings wie das Lesen im Kaffeesatz.

    Natürlich kann ein Student die wissenschaftliche Qualität nicht beurteilen. Wer so etwas mit in ein Ranking nicht, der verstärkt halt nur die Legendenbildung. (Wer als Student einen Platz an einer "Elite-Universität" ergattern konnte, wird deren Qualität höher beurteilen, ohne überhaupt eine Ahnung zu haben.)

    Wo Studenten aber eine gute Auskunft geben können, sind die "Service-Dienstleistungen". Wie reagiert das WP auf Fragen, in welchem Zustand befinden sich Werkzeug und Messgeräte in den Laboren. Wie sieht es mit Mensa, Parkplätzen und Studentenwohnungen aus...

    Als Ergänzung zwei Extreme:
    1) Das Ausfüllen der Befragungslisten durch die Stud. ist freiwillig. Wer macht sich die Arbeit den Fragebogen auszufüllen? Richtig: Nur die Unzufriedenen! Die Uni rutscht im Ranking ab.

    2) Alle Stud. derselben Uni nehmen teil und geben kollektiv über die Maßen gute Bewertungen ab. Die Uni wird im Ranking nach oben gepuscht, wodurch die Stud. die Gelegenheit genutzt haben, die Wertigkeit ihres eigenen Studienabschlusses aufzubessern.

    Fazit: Für Außenstehende sind Rankings wie das Lesen im Kaffeesatz.

    Natürlich kann ein Student die wissenschaftliche Qualität nicht beurteilen. Wer so etwas mit in ein Ranking nicht, der verstärkt halt nur die Legendenbildung. (Wer als Student einen Platz an einer "Elite-Universität" ergattern konnte, wird deren Qualität höher beurteilen, ohne überhaupt eine Ahnung zu haben.)

    Wo Studenten aber eine gute Auskunft geben können, sind die "Service-Dienstleistungen". Wie reagiert das WP auf Fragen, in welchem Zustand befinden sich Werkzeug und Messgeräte in den Laboren. Wie sieht es mit Mensa, Parkplätzen und Studentenwohnungen aus...

  2. Herr Löw fördert die Mittelmäßigkeit, die Herr Ullrich http://www.zeit.de/campus... anprangert.

    Wer im Schweinsgalopp Forschungsergebnisse produzieren muss, um im Ranking nicht abzufallen, der produziert halt viel Mittelmäßigkeit. "Erfindungen am laufenden Meter" gibt es nur bei Daniel Düsentrieb.

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    • Rudi01
    • 26.12.2012 um 14:34 Uhr

    Was für eine Lachnummer!

    Rankings verstärken exakt die Unterschiede, die sie zu messen vorgeben.

    Wenn in einer Wettbewerbssituation derjenige durch Zuweisung größerer Ressourcen belohnt wird, der gut gerankt wurde, dann ist die zwangsläufige Kehrseite dieser Aussage, dass der Schlechtgerankte weniger Ressourcen bekommt.

    Jeder, der auch nur einen Funken Erfahrung hat, weiss, wieviel "Förderung" ein Fachbereich erfährt, der schlecht gerankt wurde.

    Aus kleinen Unterschieden am Anfang werden also durch Rankings und die unsachgemäße Anwendung von konkurrenz-Prinzipien am Ende große Unterschiede.

    Und genau diese selbsterzeugten Unterschiede sind dann wieder Gegenstand von "Hochschulforschern" und Hochschul-Journalisten.

    Wer jemals aus der Innensicht einer deutschen Hochschule gesehen hat, welche Wirkung diese Rankings haben, der kann einfach nicht allen Ernstes oder mit gutem Gewissen behaupten, dass Rankings die Situation im Hochschulwesen verbessern.

    Einige Unis und Fachbereiche gewinnen ein wenig (die "Elite"), und die Masse verliert mehr, als die Gewinner gewinnen. Verbunden mit einem gewaltigen Aufwand für völlig unproduktive Kräfte wie z.B. die Abteilungen für Hochschulmarketing.

    Insgesamt wird also das deutsche Hochschulsystem geschwächt.

    Das ist nicht nur ein Nullsummenspiel, sondern ein Verlustgeschäft.

    Wann kehrt in die deutsche Bildungspolitik und in den Hochschul-Journalismus von "Medienpartnern" wie der ZEIT endlich wieder Vernunft ein?

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  3. "Ich bin etwas angewidert von der Argumentation von Frau Löw. Mir ist keine Universität bekannt, die ihre Studienganginformationen so objektiv darstellt, wie dies die Kennzahlen des CHE tun. "

    Und ich bin angewidert von Leuten, die sich als Hochschulexperten auspielen, aber leichtfertig mit dem Wort "objektiv" umgehen.

    "Aufgrund meiner aktuellen Tätigkeit im Hochschulwesen darf ich mir das Urteil erlauben, dass die guten Ranking-Werte meines Studienortes nicht von ungefähr kamen. Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer begraben."

    Nein, der liegt eher da, wo Sie Anekdoten für Belege halten. Wenn Sie im Hochschulwesen tätig sind, dann sind Sie mit einer derartigen Einstellung eher eine Gefahr für das Ranking der Institution - denn das Handwerkszeug zur seriösen Datenanalyse scheint Ihnen nicht vermittelt worden zu sein. Stattdessen versuchen Sie's halt damit, "angewidert" zu sein. Für Emotionen muss man sich halt keine Arbeit machen.

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    Antwort auf "Angewidert"
  4. Ich bin etwas angewidert von der Argumentation von Frau Löw. Mir ist keine Universität bekannt, die ihre Studienganginformationen so objektiv darstellt, wie dies die Kennzahlen des CHE tun. Die Darstellungen lesen sich wie Werbetexte. Jede Uni hat angeblich den besten, innovativsten, forschungsorientiertesten Studiengang. Das dies nicht der Wahrheit entspricht, ist ja kein Geheimnis, lässt sich aber auf den Homepages der Hochschulen nicht nachlesen und auch das Urteil anderer Studierender ist immer nur ein kleiner subjektiver Bestandteil.

    Ich selber habe seinerzeit meine Studienortwahl nach dem Ranking getroffen, als Bafög-Empfänger war mir dabei beispielsweise besonders die Betreuungsrelation und die Absolventenquote in der Regelstudienzeit wichtig.

    Aufgrund meiner aktuellen Tätigkeit im Hochschulwesen darf ich mir das Urteil erlauben, dass die guten Ranking-Werte meines Studienortes nicht von ungefähr kamen. Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer begraben.

    2 Leser-Empfehlungen
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    "Ich bin etwas angewidert von der Argumentation von Frau Löw. Mir ist keine Universität bekannt, die ihre Studienganginformationen so objektiv darstellt, wie dies die Kennzahlen des CHE tun. "

    Und ich bin angewidert von Leuten, die sich als Hochschulexperten auspielen, aber leichtfertig mit dem Wort "objektiv" umgehen.

    "Aufgrund meiner aktuellen Tätigkeit im Hochschulwesen darf ich mir das Urteil erlauben, dass die guten Ranking-Werte meines Studienortes nicht von ungefähr kamen. Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer begraben."

    Nein, der liegt eher da, wo Sie Anekdoten für Belege halten. Wenn Sie im Hochschulwesen tätig sind, dann sind Sie mit einer derartigen Einstellung eher eine Gefahr für das Ranking der Institution - denn das Handwerkszeug zur seriösen Datenanalyse scheint Ihnen nicht vermittelt worden zu sein. Stattdessen versuchen Sie's halt damit, "angewidert" zu sein. Für Emotionen muss man sich halt keine Arbeit machen.

    • Petka
    • 26.12.2012 um 19:02 Uhr

    > [...] keine Universität bekannt, die ihre Studienganginformationen so objektiv darstellt, wie dies die Kennzahlen des CHE tun [...]

    Du hast also keine Ahnung davon, dass Institute und Fakultäten seit Jahrzehnten auch in Eigenregie sehr fundiert ihre Studiengänge darstellen.

    Das machen sie vor allem aus reinem Eigeninteresse. Viele fehlinformierte Anfänger nach wenigen Semestern zu exmatrikulieren ist für keinen Fachbereich wirklich erstrebenswert.

    Seit Jahren gibt es Broschüren, Studieninformationstagen und im Netz. Vor allem der direkte Besuch an einem universitär veranstalteten Studieninformationstag erzählt einem so unendlich viel mehr ganz objektive Fakten als eine Ranking-Zahl.

    > [...] Aufgrund meiner aktuellen Tätigkeit im Hochschulwesen darf ich mir das Urteil erlauben [...]

    Du betreibst du hier schlicht Kaffeesatzlesen mit dem Vorzeichen deiner vermeintlichen Autorität und deiner vorgeblich gut gerankten Universität. Ersteres kann ich auch: in zehn Jahren Fachschaftsaktivität an zwei Universitäten ist nie ein Ranking-Institut sichtbar an Studenten herangetreten. Ich weiss beim besten Willen nicht, woher das CHE meint, seine Zahlen zu haben. Die einzigen Rankings die je stattgefunden haben, waren interne Auswertungen, vorgenommen via direkt in den Lehrveranstaltungen verteilten Fragebögen.

    "Ich bin etwas angewidert von der Argumentation von Frau Löw. Mir ist keine Universität bekannt, die ihre Studienganginformationen so objektiv darstellt, wie dies die Kennzahlen des CHE tun. "

    Und ich bin angewidert von Leuten, die sich als Hochschulexperten auspielen, aber leichtfertig mit dem Wort "objektiv" umgehen.

    "Aufgrund meiner aktuellen Tätigkeit im Hochschulwesen darf ich mir das Urteil erlauben, dass die guten Ranking-Werte meines Studienortes nicht von ungefähr kamen. Ich glaube, da liegt der Hase im Pfeffer begraben."

    Nein, der liegt eher da, wo Sie Anekdoten für Belege halten. Wenn Sie im Hochschulwesen tätig sind, dann sind Sie mit einer derartigen Einstellung eher eine Gefahr für das Ranking der Institution - denn das Handwerkszeug zur seriösen Datenanalyse scheint Ihnen nicht vermittelt worden zu sein. Stattdessen versuchen Sie's halt damit, "angewidert" zu sein. Für Emotionen muss man sich halt keine Arbeit machen.

    • Petka
    • 26.12.2012 um 19:02 Uhr

    > [...] keine Universität bekannt, die ihre Studienganginformationen so objektiv darstellt, wie dies die Kennzahlen des CHE tun [...]

    Du hast also keine Ahnung davon, dass Institute und Fakultäten seit Jahrzehnten auch in Eigenregie sehr fundiert ihre Studiengänge darstellen.

    Das machen sie vor allem aus reinem Eigeninteresse. Viele fehlinformierte Anfänger nach wenigen Semestern zu exmatrikulieren ist für keinen Fachbereich wirklich erstrebenswert.

    Seit Jahren gibt es Broschüren, Studieninformationstagen und im Netz. Vor allem der direkte Besuch an einem universitär veranstalteten Studieninformationstag erzählt einem so unendlich viel mehr ganz objektive Fakten als eine Ranking-Zahl.

    > [...] Aufgrund meiner aktuellen Tätigkeit im Hochschulwesen darf ich mir das Urteil erlauben [...]

    Du betreibst du hier schlicht Kaffeesatzlesen mit dem Vorzeichen deiner vermeintlichen Autorität und deiner vorgeblich gut gerankten Universität. Ersteres kann ich auch: in zehn Jahren Fachschaftsaktivität an zwei Universitäten ist nie ein Ranking-Institut sichtbar an Studenten herangetreten. Ich weiss beim besten Willen nicht, woher das CHE meint, seine Zahlen zu haben. Die einzigen Rankings die je stattgefunden haben, waren interne Auswertungen, vorgenommen via direkt in den Lehrveranstaltungen verteilten Fragebögen.

  5. Als Ergänzung zwei Extreme:
    1) Das Ausfüllen der Befragungslisten durch die Stud. ist freiwillig. Wer macht sich die Arbeit den Fragebogen auszufüllen? Richtig: Nur die Unzufriedenen! Die Uni rutscht im Ranking ab.

    2) Alle Stud. derselben Uni nehmen teil und geben kollektiv über die Maßen gute Bewertungen ab. Die Uni wird im Ranking nach oben gepuscht, wodurch die Stud. die Gelegenheit genutzt haben, die Wertigkeit ihres eigenen Studienabschlusses aufzubessern.

    Fazit: Für Außenstehende sind Rankings wie das Lesen im Kaffeesatz.

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    Antwort auf "Studentenbefragungen"
    • ST_T
    • 27.12.2012 um 13:58 Uhr

    "Gut gerankte Unis sind immer auch die, die bessere Noten vergeben. Erfolglose Studenten machen nur zu gerne die Dozenten oder andere äußere Umstände dafür verantwortlich."

    Ausgerechnet die Spitzenunis in Deutschland sind gerade die Härtesten, siehe z.B. RWTH Aachen oder Uni Heidelberg.
    Schauen Sie sich in einigen der Fachbereiche, die so hoch gerankt werden mal die Durchfallquoten an und überlegen Sie sich noch einmal Ihre Argumentation.

    "Es trifft sicher nicht für alle Unis zu, aber ich denke einige der Unis die bei den Rankings auf den hinteren Plätzen landen sind Unis, an denen hart/fair bewertet wird und ein gewisser Anspruch gestellt wird."

    Es ist eher der Fall einer self-fulfilling prophecy:
    Angenommen in Fachbereich A sind zu wenig Dozenten, das Ranking ist ergo schlecht: Dann werden weniger Studenten kommen, eine bessere Finanzierung fällt weg, da weniger Studenten da sind und die Verhältnisse werden zementiert. Dasselbe funktioniert auch in umgekehrter Richtung und so verschlimmbessern diese Rankings nur die Situation!

    Die Folgen sind dann wohl Rationierungen auf Kosten der Lehre, die sogar im Schließen eines Studiengangs resultieren können und nur noch eine Konzentration von potentiellen Studenten auf bestimmte Studienorte.
    Den Rest kann man sich wohl selbst denken...

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