Partnerschaft: Du bist mein Zweitstudium
Wer verliebt ist, studiert das Fach des Partners gleich mit. Vier Paare erzählen, was sie dabei gelernt haben.
»Ich kann meine Möbel jetzt selbst umbauen«
Marina Lessig, 23, macht ihren Magister in Philosophie. Ihr Freund Moritz Greil, 27, studiert Holztechnik
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.
Seit Moritz mir mal gezeigt hat, wie man bohrt, schraubt und sägt, will ich ständig Ikea-Möbel neu lackieren, umbauen oder etwas Neues entwerfen. Dabei geraten wir oft aneinander. Ich habe sehr abstrakte Vorstellungen, die in der Realität aber meistens nicht so richtig funktionieren. Moritz wirft mit Fachbegriffen um sich oder malt hoch komplizierte Zeichnungen, die ich nicht verstehe. Wenn ich ihm das vorwerfe, zeichnet er alles exakt noch mal so auf, nur dass die Striche sauberer sind.
Wenn ich es dann wieder nicht kapiere, ist er beleidigt und sagt: »Ich bin vom Fach – du nicht!« Ich finde dann »komplett scheiße«, was er macht, und nenne ihn Macho. Er motzt, ob er mir den Bohrer »noch pink besprühen soll«, damit ich ihn richtig in die Hand nehme. So war das mit meinem Hochbett. Meine WG ist in einem Altbau, wenn man ein Loch bohrt, kommt einem der Putz entgegen. Wir haben gestritten, wo wir bohren sollen. Irgendwann war ich so sauer, dass ich eine Holzlatte nach ihm geworfen habe. Zum Schluss sehen die Möbel aber super aus, und wir vertragen uns schnell wieder.







Ja, so ist das mit den romantischen, interdisziplinären Studentenbeziehungen. Da bohrt der Moritz bei seiner Marina bis das Blut in Wallung gerät und Jana lässt sich von Nils' famoser "Messtechnik" verzaubern, falls Sie verstehen, was ich meine.
Aber ganz im Ernst: Beim Lesen der Überschrift hatte ich doch tatsächlich Geschichten von Studenten erwartet, die erst durch ihre Beziehung auf ein anderes Fach aufmerksam werden und sich dann damit erstnahft in ihrem Studium auseinandersetzen, möglicherweise sogar den Studiengang wechseln! So kann man sich irren. Aber die pinkfarbenen Bohrer sind natürlich auch ganz süß...
wenn ich bedenke, dass die vorgestellten Characktere aus meiner Generation sind.
Mal ehrlich, ein Student, der beim Streiten mit Dingen um sich wirft? Das macht man meiner Meinung nach zuletzt in der Grundschule, wenn nicht gar im Kindergarten.
Und auch Dinge, mit denen man nicht auf Anhieb klar kommt, auf den Boden zu schmeißen, dass assoziiere ich auch eher mit einem kleinen Kind.
Ist dies das Bild, was die heute 18 bis 25 Jährigen projezieren? Das würde mich sehr betrüben.
Also mir macht das großen Spaß. Einfach mal was zerdeppern oder durch die Gegend pfeffern kann befreiend wirken - probieren Sies doch einfach mal aus.
Sie schreiben
"Mal ehrlich, ein Student, der beim Streiten mit Dingen um sich wirft? Das macht man meiner Meinung nach zuletzt in der Grundschule, wenn nicht gar im Kindergarten."
Es scheint Ihnen - unabhängig von Ihrem Alter - an Lebenserfahrung zu mangeln...
@ZEIT: Dies ist m.E eine objektive Feststellung als Antwort auf eine polemische Aussage, die anderes Verhalten allein auf "Kindliches" versucht zu reduzieren.
'Mal ehrlich, ein Student, der beim Streiten mit Dingen um sich wirft? Das macht man meiner Meinung nach zuletzt in der Grundschule, wenn nicht gar im Kindergarten.'
Warum sind denn Dinge, die wir als Kind getan haben,im Erwachsenenalter automatisch schlecht?
Mal ehrlich, ein Student, der beim Streiten mit Dingen um sich wirft? Das macht man meiner Meinung nach, wenn man emotional und temperamentvoll ist. ;-) Aber vielleicht können rein rational denkende Menschen nichts damit anfangen. Andererseits kann ich mit rein rationalen Erklärungen/Reaktionen in emotional geladenen Situationen auch nichts anfangen. Und das als MINTler! :-)
Also mir macht das großen Spaß. Einfach mal was zerdeppern oder durch die Gegend pfeffern kann befreiend wirken - probieren Sies doch einfach mal aus.
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"Mal ehrlich, ein Student, der beim Streiten mit Dingen um sich wirft? Das macht man meiner Meinung nach zuletzt in der Grundschule, wenn nicht gar im Kindergarten."
Es scheint Ihnen - unabhängig von Ihrem Alter - an Lebenserfahrung zu mangeln...
@ZEIT: Dies ist m.E eine objektive Feststellung als Antwort auf eine polemische Aussage, die anderes Verhalten allein auf "Kindliches" versucht zu reduzieren.
'Mal ehrlich, ein Student, der beim Streiten mit Dingen um sich wirft? Das macht man meiner Meinung nach zuletzt in der Grundschule, wenn nicht gar im Kindergarten.'
Warum sind denn Dinge, die wir als Kind getan haben,im Erwachsenenalter automatisch schlecht?
Mal ehrlich, ein Student, der beim Streiten mit Dingen um sich wirft? Das macht man meiner Meinung nach, wenn man emotional und temperamentvoll ist. ;-) Aber vielleicht können rein rational denkende Menschen nichts damit anfangen. Andererseits kann ich mit rein rationalen Erklärungen/Reaktionen in emotional geladenen Situationen auch nichts anfangen. Und das als MINTler! :-)
Also mir macht das großen Spaß. Einfach mal was zerdeppern oder durch die Gegend pfeffern kann befreiend wirken - probieren Sies doch einfach mal aus.
Sie schreiben
"Mal ehrlich, ein Student, der beim Streiten mit Dingen um sich wirft? Das macht man meiner Meinung nach zuletzt in der Grundschule, wenn nicht gar im Kindergarten."
Es scheint Ihnen - unabhängig von Ihrem Alter - an Lebenserfahrung zu mangeln...
@ZEIT: Dies ist m.E eine objektive Feststellung als Antwort auf eine polemische Aussage, die anderes Verhalten allein auf "Kindliches" versucht zu reduzieren.
unseres Landes ?
Seit ich (Germanistik/Geschichte) mit meiner Freundin (Medienwissenschaft) zusammen bin, diskutieren wir regelmäßig über die Gutenberg-Galaxis, das "Ende der Geschichte", den "iconic turn", Mentalitätsgeschichte, charismatische Herrschaft, Platons Höhlengleichnis oder was uns eben sonst gerade beschäftigt. Sehr befruchtend und unbedingt empfehlenswert!
Leider habe ich den Eindruck, dass viele Studenten gar keine Lust verspüren, etwas tiefer in ihr Fach einzutauchen und sich mit anderen darüber auszutauschen. Als ich kürzlich bei einem Bier mit Kommilitonen auf Kleist zu sprechen kam, stieß ich auf breite Ablehnung: "Fang doch jetzt nicht damit an, wir wollen Spaß haben." Manche Physikstudenten schmunzeln schon, wenn man erwähnt, dass man sich mit Literaturwissenschaft befasst. Ich finde das bedauerlich, da man viel voneinander lernen könnte. Wer den interdisziplinären Austausch auf das Erklären von Sitcom-Witzen beschränkt (sehr sexy, ich weiß!), verpasst in meinen Augen das Beste.
Ich finde die Physik-Geschichte der beiden sehr schön. So wie ich den Artikel lese, haben die beiden ein spielerisches Element entdeckt, um sich gemeinsam zu entspannen und sich doch gleichzeitig kennenzulernen und ihre Kompetenzen zu trainieren. Das ist doch großartig! Und wieso ein Sitcom-Witz als Anlass einer Erklärung den Gehalt mindert, erschließt sich mir nicht. Es wäre ja eher befremdlich, wenn man gemeinsam beim Abendessen sitzen würde und dann sagt einer "Schatz, heute möchte ich dir Schrödingers Katze erklären", um ein Referat einzuläuten. Natürlich lernen Partner irgendwie nebenbei und in spaßigen Situationen. Ich lese es zudem so, dass er ihr wirklich den physikalischen Sachverhalt dahinter und nicht den Witz erklärt. Nachdem ich in meinem Studium mehr als 3 Semester gebraucht habe um wirklich zu verstehen und nicht nur beschreibend zu wissen, um was es bei diesem Gedankenexperiment geht, würde ich auch nicht mangelndes Allgemeinwissen unterstellen, wenn man das nicht nach dem Schmalspurphysikunterricht des Gymnasiums (bzw. ohne diesen über den zweiten Bildungsweg) kann.
Ich finde die Physik-Geschichte der beiden sehr schön. So wie ich den Artikel lese, haben die beiden ein spielerisches Element entdeckt, um sich gemeinsam zu entspannen und sich doch gleichzeitig kennenzulernen und ihre Kompetenzen zu trainieren. Das ist doch großartig! Und wieso ein Sitcom-Witz als Anlass einer Erklärung den Gehalt mindert, erschließt sich mir nicht. Es wäre ja eher befremdlich, wenn man gemeinsam beim Abendessen sitzen würde und dann sagt einer "Schatz, heute möchte ich dir Schrödingers Katze erklären", um ein Referat einzuläuten. Natürlich lernen Partner irgendwie nebenbei und in spaßigen Situationen. Ich lese es zudem so, dass er ihr wirklich den physikalischen Sachverhalt dahinter und nicht den Witz erklärt. Nachdem ich in meinem Studium mehr als 3 Semester gebraucht habe um wirklich zu verstehen und nicht nur beschreibend zu wissen, um was es bei diesem Gedankenexperiment geht, würde ich auch nicht mangelndes Allgemeinwissen unterstellen, wenn man das nicht nach dem Schmalspurphysikunterricht des Gymnasiums (bzw. ohne diesen über den zweiten Bildungsweg) kann.
Feinmotorische Fähigkeiten bildet und entwickelt man/frau in der Kindheit und Jugend. Wer nur auf Pads und Tabs und Whiteboards herumtippt, entwickelt die für in der Zahnmedizin und Chirurgie erforderliche Feinmotorik- und sensorik nicht. Da hilft auch kein 1,nochwas Abiturdurchschnitt.
Ansonsten kann gegenseitiges Interesse an der beruflichen Tätigkeit der Lebenspartner sicher bereichernd sein, sofern man nicht gerade Versicherungen verkauft.
... werden hier ausgebreitet.
Der Mann, der Handwerker. Der Mann, der Physiker. Der Mann, der geschickter ist als die Frau. Die Frau, die Brötchen backt.
Wo sind nur unsere Ideale geblieben?
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