BerufsanfängerAlles außer Kaffee kochen

Volontariat, Praktikum, Traineeprogramm – für wen passt welcher Jobeinstieg? Ein Überblick über die wichtigsten Wege in den Beruf. von Laura Cwiertnia

ZEIT Campus Ratgeber 2/2013
ZEIT Campus Ratgeber 2/2013

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Ratgeber, der am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

1. Der Direkteinstieg

Wer direkt bei einem Unternehmen einsteigt, kommt ohne Umwege zu vollem Gehalt und Verantwortung. Von Beginn an arbeiten Berufsanfänger dabei auf einem konkreten Posten, unterstützen ein festes Team und erfüllen klar definierte Aufgaben. Sinnvoll ist ein Direkteinstieg daher besonders dann, wenn man schon weiß, was man kann und was man erreichen will. Wer seine Stärken und Schwächen noch nicht einschätzen kann und lieber noch ein wenig rumprobiert, schlägt besser einen Umweg ein.

2. Das Traineeprogramm

Anstatt sich an eine feste Position zu gewöhnen, wandert ein Trainee erst einmal quer durchs Unternehmen. In 12 bis 24 Monaten lernt er die Abteilungen kennen, übernimmt verschiedene Aufgaben und verbringt sogar oft ein paar Monate im Ausland. "Die Teilnehmer werden intensiv betreut, mitunter durch einen persönlichen Mentor", sagt Julia Monzel vom Career Service der Wiso-Fakultät an der Uni Köln. Trainees verdienen zwar meist weniger als Direkteinsteiger, haben dafür aber später oft gute Chancen auf eine Führungsposition. Laut einer Studie des Staufenbiel-Instituts werden fast 25 Prozent der leitenden Positionen mit ehemaligen Trainees besetzt. Die meisten Traineestellen gibt es für Ingenieure, Wirtschafts- und Naturwissenschaftler.

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So meistern Einsteiger ein Traineeprogramm

Kritik:

Feedback am Ende einer jeden Station ist wichtig. Die Basis für jedes Feedbackgespräch ist Offenheit, Sachlichkeit und aktives Zuhören. Offen formulierte Fragen, die Bitte um konkrete Beispiele sowie Bedenkzeit für die Argumente des Feedback-Gebers schaffen eine gute Gesprächsatmosphäre.

Auftreten in Meetings:

Jedes Meeting ist eine Chance, neues Wissen aufzusaugen sowie mehr über das Unternehmen und die Kollegen zu erfahren. Das weiß in der Regel auch der jeweilige Ansprechpartner des Trainees in der Fachabteilung und nimmt einen in wichtige Meetings mit – ob intern oder extern mit Kundenkontakt, manchmal verbunden mit der Aufgabe, Protokoll zu führen. Anders als Praktikanten erfahren Trainees in Meetings teilweise Dinge, die höchst vertraulich behandelt werden müssen – zum Beispiel, wenn es um Personalangelegenheiten geht. Als Trainee lernt man so nicht nur wichtige Entscheidungsträger kennen, sondern auch die Unternehmenskultur. Nebenbei kann man sich von den Teilnehmern einige Verhaltensweisen, Verhandlungs- und Gesprächstaktiken abschauen.  Sinnvoll ist es, Fragen zu notieren, Kollegen nicht ins Wort zu fallen, aber auch nicht stumm in der Ecke zu sitzen.

Trainee-Betreuer, Mentoren & Chefs

Ein gutes Verhältnis mit dem Betreuer, Vorgesetzten oder Mentor ist wichtig. Von ihm oder ihr lernen Einsteiger das Einmaleins in Sachen Führung. Die Betreuer erwarten in der Regel, dass Trainees sich ihrem Arbeitsstil anpassen, zuverlässig sind, Eigeninitiative zeigen und sie stets auf dem Laufenden halten – über die aktuellen Aufgaben, Arbeitsfortschritte und vor allem auch über Probleme. Loyalität gegenüber dem Mentor ist sehr wichtig.

Wenn die Chemie mit dem Betreuer nicht stimmt, ist das zwar heikel, aber nicht unlösbar. Schließlich steht der nächste Abteilungswechsel schon in einigen Wochen oder Monaten an. Bis dahin gilt es, ein professionelles Verhältnis zu pflegen. Was auch helfen kann: Das Gespräch mit Mit-Trainees suchen und herausfinden, wie deren Verhältnis zu ihren Mentoren ist.

3. Das Volontariat

Redaktionen, PR-Abteilungen und Museen bilden ihre Einsteiger nach dem Studium mit einem Volontariat aus. Ähnlich wie bei einem Traineeprogramm lernen Volontäre 12 bis 24 Monate lang die Arbeit in verschiedenen Stationen kennen. Sie werden oft viel schlechter bezahlt, und im Medienbereich wird nur etwa ein Drittel später übernommen. Mit der relativ schlechten Bezahlung müssen sich Einsteiger in dieser Branche abfinden. Deshalb sollte man umso mehr darauf achten, dass man eine gute Ausbildung bekommt und sich ausprobieren darf.

4. Die Assistenz

Wer schnell in die Chefetage will, bewirbt sich als Assistent der Geschäftsführung. Als rechte Hand vom Vorstand plant man Konferenzen, organisiert Projekte und ist bei wichtigen Entscheidungen dabei. Zwar müssen manche Assistenten auch Protokolle schreiben oder andere Hilfsaufgaben übernehmen, aber für viele ist die Assistenzposition der Königsweg in den Beruf. Wer mit dem Chef Mittag isst, kann leicht Kontakte knüpfen und erhält oft nach zwei bis drei Jahren selbst eine Führungsposition. Zeitdruck und Überstunden gehören allerdings dazu. In den meisten Unternehmen sind Assistentenstellen für Wirtschaftswissenschaftler und Juristen mit Doktortitel oder internationalem MBA-Abschluss reserviert. Gut für Leute mit starkem Selbstvertrauen, ungeeignet für Einsteiger, die noch Welpenschutz genießen wollen.

5. Das Praktikum

Viele Praktikanten hoffen, dass sie während ihrer Hospitanz Kontakte knüpfen und später eine Festanstellung bekommen, wenn sie sich nur gut genug anstellen – statt für die Abteilung Kaffee kochen zu müssen. Wie sinnvoll ist ein Praktikum nach dem Studium? Praktika gehörten in die Studienzeit und seien nach dem Abschluss eher eine Notlösung, sagt Julia Monzel. Mehr als sechs Monate sollte kein Praktikum dauern, sonst wird man schnell zur billigen Langzeit-Hilfskraft ohne Aussicht auf eine feste Stelle.

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