Bevölkerungsforschung"Ich beneide die heutigen Studenten"

Krise, Klimawandel, Demografie: Steht uns eine düstere Zukunft bevor? Nein, sagt der Bevölkerungsforscher James W. Vaupel, ganz im Gegenteil. von 

ZEIT Campus: Herr Vaupel, haben Sie eigentlich Mitleid mit mir?

James W. Vaupel: Mitleid mit Ihnen? Warum denn?

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ZEIT Campus: Ich bin 23 und bekomme fast täglich zu hören, welche großen Probleme auf meine Generation zukommen: Der Klimawandel ist kaum mehr zu stoppen, Europas Einheit bröckelt, und die sozialen Sicherungssysteme werden vom demografischen Wandel bedroht. Klingt nicht gerade nach einer leuchtenden Zukunft, oder?

James W. Vaupel

leitet das Max-Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock. Er fordert: Bei steigender Lebenserwartung muss auch das Rentenalter angehoben werden. Vaupel geht mit gutem Beispiel voran: Er ist 67 Jahre alt

Vaupel: Trotzdem habe ich doch kein Mitleid mit Ihnen. Im Gegenteil, ich beneide Sie und die heutigen Studenten sogar! Ihre Generation hat wahrscheinlich ein viel besseres Leben als meine oder die meiner Eltern oder Großeltern. Sie werden länger leben als jede Generation vor Ihnen, Sie haben – statistisch gesehen jedenfalls – etwa 15 Jahre mehr als ich. Und vor allem sind es 15 gesunde Jahre mehr.

ZEIT Campus: Wir sind mitten in einer Wirtschaftskrise...

Vaupel: ...aber langfristig gesehen steigt die Wirtschaftskraft. Sie werden also auch reicher sein als meine Generation. Sie sind besser gebildet als wir. Und Sie werden künftig nicht so hart arbeiten müssen.

ZEIT Campus: Warum nicht?

Vaupel: Weil Arbeitsabläufe effizienter werden, Maschinen anstrengende Arbeit schneller erledigen und so die Produktivität steigt. Sie werden wahrscheinlich mehr Jahre Ihres Lebens arbeiten müssen als ich heute, dafür aber weniger Stunden pro Woche.

ZEIT Campus: Sind Sie sicher? Viele meiner Freunde arbeiten neben dem Studium ziemlich viel. Und mein Mitbewohner legt regelmäßig Nachtschichten ein, um seine Aufgaben für die Uni zu schaffen.

Vaupel: Das sind Ausnahmen. Langfristig geht der Trend aber in die Richtung, dass immer mehr Frauen arbeiten und auch immer mehr Alte, weil sie später in Rente gehen. Dadurch sinkt die Belastung für den Einzelnen.

ZEIT Campus: Aber in den nächsten Jahren kommen einige Probleme auf uns zu.

Vaupel: Das stimmt, es gibt eine Reihe von ernsten Themen: Der Terrorismus wird im Laufe Ihres Lebens gefährlicher werden, weil zukünftige Terroristen biologische oder atomare Waffen benutzen können. Vielleicht haben Sie auch mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Das Weltwirtschaftswachstum könnte sich abschwächen, und neue Seuchen könnten auftreten und sich schnell in der ganzen Welt verbreiten.

ZEIT Campus: Trotzdem beneiden Sie uns?

ZEIT Campus 3/13
Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.  |  © ZEIT CAMPUS

Vaupel: Ja, natürlich! Denken Sie an mein Leben, an das Leben meiner Eltern, denken Sie an das 20. Jahrhundert: Erster Weltkrieg, Spanische Grippe, Weltwirtschaftskrise, Hitler, Zweiter Weltkrieg, Kalter Krieg. Als ich ein kleiner Junge war, haben wir geübt, uns unter dem Tisch vor einer Atombombe zu verstecken. Wir haben jeden Tag mit der Angst gelebt, dass die Welt morgen untergehen könnte. Vielleicht wird auch das 21. Jahrhundert schlimm. Aber es hat besser angefangen.

ZEIT Campus: Viele meiner Altersgenossen studieren, arbeiten, einige reisen für Praktika um die halbe Welt und beklagen sich, dass sie kaum Zeit für die Dinge haben, die ihnen wichtig sind. Warum nutzen wir die Zeit nicht besser?

Vaupel: Für mich hört sich das so an, als sei ihre Zeit ziemlich sinnvoll ausgefüllt. Beschäftigt zu sein ist allemal besser, als sich zu langweilen. In einem Punkt haben Sie recht: Es ergibt nicht besonders viel Sinn, wie wir unsere Lebenszeit im Moment aufteilen.

ZEIT Campus: Wie meinen Sie das?

Vaupel: Im Alter von 25 bis 45 Jahren arbeiten die Menschen sehr hart. Aber das sind genau die Jahre, in denen man Kinder bekommt und großzieht, in denen man heiraten kann, um die Welt reisen, neue Dinge lernen will.

ZEIT Campus: Und wenn man mit 45 genug Zeit hat, sind die eigenen Kinder erwachsen und wollen nichts mehr von einem wissen.

Vaupel: Genau. Und deshalb glaube ich, dass wir länger arbeiten sollten: mehr Jahre, aber weniger Stunden pro Woche. Die Hälfte aller Kinder in Deutschland werden wahrscheinlich ihren 100. Geburtstag feiern. Warum sollten sie mit 60 in Rente gehen wollen? Sie hätten noch Jahrzehnte gesunden Lebens vor sich.

Leserkommentare
  1. ...kann man gerne verbreiten, jedoch sollte man einfach mal auch die realen Entwicklungen betrachten. Löhne und Profite werden unverhältnismäßig verteilt und der Trend ist mehr als offensichtlich. Einige wenige werden profitieren, während ausgelernte Leute immer schlechter bezahlt werden. In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, dass ein Maurer oder Bäcker sich mit einem lächerlichen Lohn zufrieden geben muss? Während Konzernbosse immer neue Spitzengehälter kassieren. Es ist eine Illusion zu glauben, dass jeder der studiert irgendwie Anspruch auf einen gut bezahlten Beruf stellen kann.

    Wir leben zwar nicht mehr in Zeiten des Kalten Krieges oder dergleichen, nein wir leben in Zeiten einer globalisierten Kapitalgesellschaft, in der es weit mehr Sklaven (27 Millionen Menschen arbeiten weltweit ohne Lohn und unter Anwendung von Gewalt - von den Billiglöhnern in China, Bangladesh ist da noch nicht die Rede) gibt als zu Zeiten der Sklaverei, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich inzwischen perverse Ausmaße angenommen hat. Konzerne bestimmen weltweit die politischen Geschehnisse und beeinflussen die Umwelt. Kunden begünstigen diese Situation.

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    "Wir leben zwar nicht mehr in Zeiten des Kalten Krieges oder dergleichen, nein wir leben in Zeiten einer globalisierten Kapitalgesellschaft, in der es weit mehr Sklaven (27 Millionen Menschen arbeiten weltweit ohne Lohn und unter Anwendung von Gewalt - von den Billiglöhnern in China, Bangladesh ist da noch nicht die Rede) gibt als zu Zeiten der Sklaverei, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich inzwischen perverse Ausmaße angenommen hat."

    Nein!!! Ooooh!! Das sind ja 0.03%, also von 10.000 im Schnitt drei! Das ist wirklich das dringenste Problem bei uns in Deutschland, wo der Schnitt warscheinlich um einen Faktor 1000 kleiner sein wird, als die 0.03%. Wenn man bedenkt, dass allein Nord-Korea 24 Millionen Menschen hat, dann kann sich jeder ausmalen, was da an "Restsklaven" für den Rest der Welt übrig bleibt.

    • AYN
    • 21. Mai 2013 19:59 Uhr

    Sie zeigen auf ihren Nachbarn, auf ihren Vorgesetzten, auf die Konzernbosse, auf die Banken, die Reichen, auf die armen Bäcker und Mauer, auf die Sklaven in der dritten Welt, auf die Globalisierung, auf die Millionen Arbeitslosen und die Kluft zwischen arm und reich. Die meisten der von Ihnen beneideten Menschen, erreichen Sie nicht und die meisten der von Ihnen bemitleideten Menschen wollen Ihre Fürsprache nicht. Sie merken schon gar nicht mehr, dass Sie nur für sich sprechen,[...] Zeigen Sie doch einmal denen von Ihnen Angesprochenen, dass man es besser machen kann, dass man mit mehr Einsatz, größeren Willen und klaren Zielen über sich hinaus wachsen und Erfolg haben kann. Es ist allerdings anstrengend.

    Gekürzt, da unsachlich. Die Redaktion/ls

  2. ... der uns und dem armen Studenten hier Märchen vom Osterhasen und vom Weihnachtsmann erzählt, vollkommen unbeleckt von jeglicher Kenntnis irgendwelcher volkswirtschaftlicher Zusammenhänge.

    Die westlichen Demokratien werden noch während der Lebenszeit der heutigen Studenten kollabieren -- diese können dann bei den Chinesen und Koreanern putzen gehen, wenn sie Glück haben.

    MfG vom Arminator

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  3. Ich bin auch neidisch auf die heutigen Studenten :D
    Mein Sohn ist andauernd auf Reisen, lernt andere Kulturen kennen, lernt Sprachen und lässt es sich gut gehen. Nebenbei erlernt er Fachwissen und bekommt Einblicke in die Arbeitswelt. Toll, was heute alles möglich ist auch ohne viel Geld im Rücken.

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  4. Hat der Mann sich eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, wohin diese Entwicklungen führen?

    Automatisierung führt zu Massenarbeitslosigkeit und Vermögenskonzentration bei Kapitaleignern: die Roboterfabriken und -bauer werden schließlich nicht von Hinz und Kunz entwickelt und betrieben.

    Die Kosten der Anpassung an die veränderten Bedingungen werden zunehmend von Staat und Wirtschaft auf die Menschen überwälzt.

    Immer mehr Menschen haben TROTZ Qualifikation eine Arbeit die ausreichend bezahlt wird, um ohne Transfers über die Runden zu kommen. Millionen (!) Arbeitnehmer werden vom Staat subventioniert und damit die Gewinne der Niedriglohnbranchen und damit wieder der Kapitaleigner...

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    Herr Vaupel ist hier sehr optimistisch und blendet einige wesentliche Gesichtspunkte aus.
    Zum Beispiel betrachtet er nicht den Bereich der Vermögensverfügbarkeit. Wenn ich meine Lebensarbeitszeit auf einen längeren Zeitraum strecke, dann tue ich das auch mit dem Lebensarbeitseinkommen. Das führt zu geringeren Einkünften genau dann wenn ich sie brauche - wie den größeren Anteil verfügbarer Familienzeit - in der Zeit von 25-45 Jahren.

    @Palamedes:
    [...]
    Die Behauptung Automatisierung führe zu Massenarbeitslosigkeit ist Blödsinn. Wäre dem so, dann hätten wir heute nicht ein vielfaches mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigter als vor 100 oder 200 Jahren.
    Letzter Absatz: Grammatik: Mist.
    Gerade weil die Menschen qualifiziert sind, haben Sie Arbeit von denen sie leben können. Und die von Ihnen zitierten Aufstocker sind ca. 0,33 Mio, also weit unter 1% der arbeitenden Menschen. Keine Massen.

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und achten Sie auf einen respektvollen Umgangston. Danke, die Redaktion/jk

    Wenn ein Wissenschaftler den Blick über den Tellerrand vergisst und zudem sich voll seiner in den 1970ern aufgeprägten fortschrittsgläubigkeit hingibt.

    Ein geradezu bemitleidenswerter unsinn der da geschrieben wird.

    Was er macht ist die Exponentielle Wirtschaftsentwicklung der 70er ungetrübt auf die Zukunft zu extrapolieren ohne zu hinterfragen, ob das Wohlstandswachstum erstens von der Umwelt weiter vrkraftet werden kann und zweitens, ohne zu hinterfragen, ob der Motor der diese Entwicklung überhaupt erst möglich gemacht hat in irgendeiner Form gefahr läuft seinen Treibstoff zu verlieren.

    Ihm ist nicht im Ansatz bewußt, dass all der Wohlstand nicht unserem Genie, sondern der genialen ausbeutung Fossiler Energieträger gedankt wird. gegenüber 1940 haben wir unseren Pro Kopf Energieverbrauch ca. verzehnfacht. Gegenüber 1800 verhundertfacht.

    Doch die Ohne Erdöl, Billige Kohle und Gas kommt diese Entwicklung abrupt zu einem Stopp. Und selbst wenn nicht, wachsen gesättigte Märkte nicht in den Himmel. Was sollen wir mit 20 I-phones ? Da helfen dann nur noch billige Kredite und Finanzspritzen um den gesättigten Markt ein momentchen weiter wachsen zu lassen. Denn Wachsen müssen wir in diesem Wirtschaftrssystem das auf Fiat Money basiert oder aber Kollabieren.

    Den Wirtschaftscrash der 30er hat er nicht miterlebt. Sonst würde er vielleicht ahnen, was uns tatsächlich ohne Fossile Ressorucen bevorsteht.

    Wir, die jüngeren Beneiden die älteren um deren Sorgloses Leben.

    Lieber Experte Winklaa,

    1) Die Anzahl der Aufstocker in Deutschland betrug Stand Ende 2012 ca. 1,31 Mio. (https://de.wikipedia.org/...).

    2) 1,31 Mio. Aufstocker entsprechen ca. 1,64% der GESAMTbevölkerung Deutschlands (was eine unsinnige Vergleichsgröße ist). Sie entsprechen aber ca. 3,2% der Erwerbsbevölkerung, Tendenz insgesamt steigend und vor allem je nach Region extrem unterschiedlich, heißt außerhalb der urbanen Zentren liegt diese teilweise um ein Vielfaches höher.

    • dacapo
    • 21. Mai 2013 20:54 Uhr

    .......... diesem Mann vorzuwerfen, er mache sich keine Gedanken, ist sehr ignorant, aber heutzutage in Foren auch üblich geworden. Jedem alles nicht zuzutrauen, nur sich selber mit Besserwisserei ins "rechte Licht" zu stellen.

    Ich habe mich beim Lesen seiner Kommentare auch geärgert.

    Google anwerfen und man weiß schnell Bescheid. Herr W. ist ein Kommunalbeamter, der kurioser Weise im Jobcenter Mannheim etwas gemacht hat, das er vermutlich Karriere nennen wird. Heute ist er Leiter des Bürgerservice-Bezirk VI. Interessant daran ist eigentlich nur, dass man in dieser Funktion tagsüber genug Zeit zu haben scheint, sich herablassend hier auszutoben. Dass Herr W. Mitglied der Jungen Union ist, passt eigentlich nur gut ins Bild seiner Kommentare und erklärt die ideologische Keule, die er schwingt (und wahrscheinlich auch seine Laufbahn).

    Sein Selbstverständnis lässt sich auf seiner Seite bei der Jungen Union nachlesen, wo er schreibt, dass, ich zitiere, er "selbst und eigenständig über die Geschicke und die Zukunft der Stadt Viernheim entscheiden" könne.

    Dass er durch ein Twitterprofil auffällt, das insgesamt genau...moment... 2 Follower hat, rundet das Bild entsprechend ab. Die Twitterposts sind auch recht aufschlussreich und hiermit ausdrücklich zur Lektüre empfohlen.

    Herr W. wird jedenfalls heute viel zu tun haben beim Versuch, "sein" Internet aufzuräumen. Screenshots saved.

  5. "Wir leben zwar nicht mehr in Zeiten des Kalten Krieges oder dergleichen, nein wir leben in Zeiten einer globalisierten Kapitalgesellschaft, in der es weit mehr Sklaven (27 Millionen Menschen arbeiten weltweit ohne Lohn und unter Anwendung von Gewalt - von den Billiglöhnern in China, Bangladesh ist da noch nicht die Rede) gibt als zu Zeiten der Sklaverei, in denen die Kluft zwischen Arm und Reich inzwischen perverse Ausmaße angenommen hat."

    Nein!!! Ooooh!! Das sind ja 0.03%, also von 10.000 im Schnitt drei! Das ist wirklich das dringenste Problem bei uns in Deutschland, wo der Schnitt warscheinlich um einen Faktor 1000 kleiner sein wird, als die 0.03%. Wenn man bedenkt, dass allein Nord-Korea 24 Millionen Menschen hat, dann kann sich jeder ausmalen, was da an "Restsklaven" für den Rest der Welt übrig bleibt.

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    Antwort auf "Optimismus..."
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    Mir scheint, Sie haben die globale Dimension der wirtschaftlichen Probleme noch nicht so wirklich durchschaut, Creedinger.

    Mode aus Bhangladesh, Goldschmuck aus Afrika, Elektronikgeräte aus China: all diese Produkte in Ihrem Haushalt (und viele mehr) sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unter nahezu unmenschlichen Bedingungen entstanden.

    Nun ist es natürlich möglich, dass Ihnen Menschen in anderen Ländern schlichtweg egal sind. "Sind ja keine Deutschen, was geht es mich an?"
    Aber Ihr Kaufverhalten macht das Elend dieser Menschen nicht nur möglich, es schadet letztendlich auch Ihnen selbst.

    Schon jetzt machen sich auch hierzulande immer schlechtere (und schlechter bezahlte) Arbeitsbedingungen breit - im Namen der "Konkurrenzfähigkeit". Zwar untergräbt das globale Wirtschaftssystem damit langfristig die eigene Konsumentenbasis (denn wenn es fast nur noch Niedriglohnsklaven gibt, fehlt die Kaufkraft, um prestigeträchtige elektronische Gadgets abzusetzen), aber kurzfristig zahlt es sich nach wie vor aus, Angestellte möglichst schlecht zu entlohnen.

  6. Von Kindheit an, auf Marktkonformität gedrillt und in Dasein als "guter" Konsument gedrillt, werden sie 100 Jahre alt !
    Wer wünscht sich das nicht ? Die Wahrheit ist : Die Rente wird für diese Leute kein Problem mehr darstellen, denn sie werden keine mehr bekommen bzw. die Lebensarbeitszeit wird so hoch gesetzt, daß nur wenige "Survivor" in den Genuss kommen ! Racken bis zum Umfallen :
    Wenn der letzte 80jährige Dachdecker durch die Lüfte segelt,
    der letzte Granni-Sachbearbeiter vor dem Monitor verstirbt,
    das letzte Altenheim geschlossen,
    dann werdet ihr sehen, daß 100 Jahre alt zu werden,nur bedeutet, 20 Jahre länger in Windeln rumzulaufen !
    Ich, für meinen Teil, beneide sie nicht, sie tun mir leid !

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  7. " ...aber langfristig gesehen steigt die Wirtschaftskraft. Sie werden also auch reicher sein als meine Generation. "

    Soso. Meine Eltern, Jahrgang 1956, konnten mit ihrem Gehalt zwei kinder großziehen, sich ein Auto leisten und eine Eigentumswohnung abbezahlen. Gehalt heißt in dem Fall, dass mein Vater eine Zeitlang Alleinverdiener war und meine Mutter wg. der Kinder Teilzeit arbeitete, wenn überhaupt.
    Mein Vater war Kfz-Schlosser, meine Mutter Hauswirtschafterin.
    Unbefristete Arbeitsverhältnisse.

    Ihr Tenor war: Kind, wenn Du es schaffst, mach Abitur und geht studieren, damit Du es mal besser hast als wir.
    Ergebnis: Arbeitslose Akademiker, befristete Verträge, mit dem Gehalt immerhin leben können - aber nichts mit Planbarkeit für eine Eigentumsbude."Reich" ist relativ.

    So würde ich meinen noch nicht geborenen Kindern raten würde: mach was mit Handwerk, das wird immer gebraucht.

    27 Leserempfehlungen
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    Das Lied der Baumwollpflücker (1925)
    Es trägt der Bürger meine Gabe,
    Der Millionär, der Präsident.
    Doch ich, der lump'ge Pflücker, habe
    In der Tasche keinen Cent.
    Trab, trab, aufs Feld!
    Gleich geht die Sonne auf.
    Häng um den Sack,
    Zieh fest den Gurt!
    Hörst du die Waage kreischen?

    Nur schwarze Bohnen sind mein Essen,
    Statt Fleisch ist roter Pfeffer drin,
    Mein Hemde hat der Busch gefressen,
    Seitdem ich Baumwollpflücker bin.

    Und einen Hut hab ich, 'nen alten,
    Kein Hälmchen Stroh ist heil daran,
    Doch diesen Hut muß ich behalten,
    Weil ich ja sonst nicht pflücken kann.
    Trab, trab, aufs Feld!
    Gleich geht die Sonne auf.
    Häng um den Sack,
    Zieh fest den Gurt!
    Hörst du die Waage brüllen?

    Ich bin verlaust, ein Vagabund,
    Und das ist gut, das muß so sein,
    Denn wär' ich nicht so 'n armer Hund,
    Käm' keine Baumwoll' rein.
    Trab, trab, hinaus aufs Feld!
    Es geht die Sonne auf.
    Die Waage schlag in Scherben!

    • AYN
    • 21. Mai 2013 23:41 Uhr

    wenn die Entschlossenheit da ist aus dem Leben etwas zu machen,
    der Mut zum eigenverantwortlichen Handeln nicht unterdrückt wird,
    mit einem festen Ziel sich ausschließlich auf eine Sache einzulassen,
    Mama und Papa endlich loszulassen um sein eigenes Leben zu führen,
    dann kann man überall auf dieser Welt sein Glück machen,
    wenn auch nicht unbedingt viel Geld.

    • rexi
    • 21. Mai 2013 11:44 Uhr

    Soso, da musste sich der Babyboomer Vaupel, geboren 1945 im friedlichen New York also vor der Atombombe unter dem Tisch verstecken. Die ist bekanntlich nie gefallen, und deshalb ist man Optimist und überzieht die Welt mit pseudowissenschaftlichen Erkenntnissen die nur in der in sich geschlossenen Logik des eines Berufsoptimisten schlüssig sind. Und dass die Welt immernoch noch nicht so ist wie sie sein sollte liegt einfach nur daran dass sich der blöde Wähler dem geneigten Politiker nur nuschelnd mitgeteilt hat. Schließlich: "Wenn die Mehrheit der Menschen bereit ist, mehr Jahre und weniger Stunden pro Woche zu arbeiten, dann muss sie das kommunizieren. Unsere Politiker müssen davon erfahren und mit Gesetzen darauf reagieren." Somit haben alle die heute 3 Jobs brauchen um durchzukommen lediglich ein Problem, sie reden zu wenig. Und ausserdem handelt es sich dabei e nur um "Ausnahmen".

    Und jetzt noch n bisschen Mathe: "Das sind Ausnahmen. Langfristig geht der Trend aber in die Richtung, dass immer mehr Frauen arbeiten und auch immer mehr Alte, weil sie später in Rente gehen. Dadurch sinkt die Belastung für den Einzelnen."

    Ja genau, blöd nur dass man ebenso gut jede Menge Leute einfach aussortieren kann und die restlichen weiterhin übervollst beschäftigen. Den leider wollen sich die Macht- und Eigentumsverhältnisse nicht in die "Schöne neue Welt von James M. Vaupel" einfügen. Aber vielleicht haben wir ja einfach vergessen, unseren Politikern davon zu erzählen.

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  • Schlagworte Rente | Klimawandel | Arbeit | Geburtenrate | Generation | Produktivität
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