Professoren sehen sich gern als Querdenker – leider selten zu Recht. Käme ein Student mit einer mutigen Arbeit über den Ursprung des Erzählvermögens zu mir, würde ich ihn dann für seine kreativen Anwandlungen loben? Vermutlich nicht. Denn mit einer ähnlich steilen These habe ich mich in meinem letzten Buch selbst in die Nesseln gesetzt. Der Herr Professor reicht also lieber die Kritik, die er bekommen hat, wie ein Blitzableiter an seine Studenten weiter.

Die Uni sollte ein Ort der Ideen sein. Ein Ort, wo große Thesen erprobt und alternative Welten erdacht werden. Doch tatsächlich ist die Uni oft ein Strafsystem, das Freidenker klein hält.

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen. © ZEIT CAMPUS

Wer Ideen entwickelt, bekommt schnell eine Abmahnung: Man weist ihn auf fehlende Daten oder Erklärungslücken hin. Das führt zu hämischem Kopfnicken der Bewacher des Status quo. Auf Nummer sicher geht, wer eine winzige Forschungslücke beackert und dabei auf große Ideen verzichtet. Und wer sich selbst etwas verbieten muss, der straft dies bei anderen bekanntlich besonders eifrig.

Was also hilft Studenten? Das Modell Dickkopf: Immun werden gegen Lob und Tadel. Oder das Modell Mitläufer: Kritik selbst gekonnt weiterreichen. Vielleicht leiten Sie ja eine Pfadfindergruppe...