BerufsanfängerAlles bleibt anders

Unternehmen verändern sich permanent. Für Einsteiger ist das eine Chance. Denn die Erfahrungen, die sie machen, kann ihnen niemand nehmen. von Maren Lehky

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin, das am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.  |  © ZEIT CAMPUS

Als sie in die Firma kam, war Sarah 24 Jahre alt, und alles dort war in Bewegung. Ursprünglich wurde sie als Produktmanagerin im Marketing angestellt. Aber in den folgenden drei Jahren arbeitete sie unter vier Chefs in fünf Projekten: Erst wechselte sie für eine Produkteinführung zum Vertrieb. Von dort ging sie in die Personalabteilung und dann zu einer Auslandstochter, wo gerade Mitarbeiter gebraucht wurden. Anschließend wechselte Sarah in den Einkauf, wo internationale Richtlinien verhandelt wurden und ihre Auslandsexpertise gefragt war.

Der Fall ist typisch, ich kenne viele solcher Geschichten von Einsteigern und Trainees: Veränderungen in Unternehmen sind der Normalfall. Neue Systeme, neue Standorte, neue Kunden und neue Öffnungszeiten führen dazu, dass kaum Ruhezeiten bleiben, in denen man "einfach mal ungestört arbeiten" kann. Aber für Berufseinsteiger kann genau das eine Chance sein.

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Der Vorteil für Sarah: Sie hat viel gesehen, ist breit aufgestellt und hat in mehreren Abteilungen Kontakte geknüpft. Heute ist sie 27 Jahre alt und eine "Allzweckwaffe", auf die ihr Arbeitgeber auch in Zukunft setzen wird. Viele andere Einsteiger wechseln nicht nur innerhalb eines Unternehmens: Personalchefs gehen davon aus, dass ein heutiger Student mit 38 Jahren in 10 bis 14 Jobs gearbeitet haben wird. Das ist weit mehr als noch vor zehn Jahren.

Maren Lehky
Maren Lehky

Maren Lehky ist Unternehmens- und Personalmanagement-Beraterin in Hamburg. In ihrer Kolumne, die im ZEIT CAMPUS Magazin und auf ZEIT ONLINE erscheint, gibt sie Berufsanfängern Karrieretipps.

Echte Gefahr für den Arbeitsplatz besteht bei betrieblichen Veränderungen, wenn mehr als zehn Prozent der Belegschaft entlassen werden. Dann geht man nach einem Sozialplan vor, und der betrifft vor allem die Jungen: Wer als Letzter gekommen ist, muss als Erster gehen. Befristete Verträge laufen aus. Arbeitgeber bedauern das meist, denn auch sie haben auf eine gemeinsame Zukunft gesetzt und entsprechend investiert. Doch so sind die Gesetze der Arbeitswelt. Wird nur umstrukturiert, ohne großen Arbeitsplatzabbau, dann kann es sein, dass Sie in eine neue Abteilung, an einen neuen Standort oder in ein neues Projekt versetzt werden, so wie Sarah.

Sehen Sie es so: Die Erfahrungen, die Sie mit jeder Veränderung im Beruf machen, kann Ihnen niemand nehmen. Und das können Sie für sich nutzen. Betriebswirtschaftlich ausgedrückt: Diese Erfahrungen sind ein Investment in Ihren Wert auf dem Arbeitsmarkt, das sich in zukünftigen Bewerbungsgesprächen auch zu Geld machen lässt. Bleiben Sie deshalb beweglich und offen für die Gelegenheiten, die sich in Veränderungen verstecken.

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Leserkommentare
  1. Heutzutage ist es fast unmöglich 30 -40 Jahre in einem Unternehmen zu arbeiten. Die Welt dreht sich zu schnell, die Globalisierung ist im vollem Schwung. Menschen die unflexibel sind und nach Sicherheit streben bleiben auf der Strecke

    via ZEIT ONLINE plus App

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    So lange existieren die doch gar nicht mehr !
    Die Firmen, meine ich !

  2. Chaos is a ladder. Many who try to climb it fail, and never get to try again. The fall breaks them. And some are given a chance to climb, but they refuse. They cling to the realm, or love, or the gods... illusions. Only the ladder is real. The climb is all there is.

    Eine Leserempfehlung
  3. Personaler interpretieren internes Job-Hopping eher negativ, wenn wie im Beispiel der Weg vom Einstieg als Produktmanagerin nicht nach oben führt,
    .(.Man wusste nicht so recht was man mit ihr anfangen soll, etc.)

    . Überall mal reingeschnuppert zu haben als breit aufgestellt zu verkaufen wird bei einem Arbeitgeberwechsel schwierig, zumal der Trend eindeutig in Richtung Fach-, Funktions- und zusätzlicher Branchenspezialisierung.geht.

    Ein Banker aus meinem Bekanntenkreis mit ähnlicher interner Karriere und nach Umstrukturierung gekündigt, arbeitet heute im Callcenter einer anderen Bank für 11€ brutto, Fachliche De-Qualifizierung inklusive.

    Mit den heute 30 - 35jährigen möchte ich nicht tauschen.

    Eine Leserempfehlung
  4. So lange existieren die doch gar nicht mehr !
    Die Firmen, meine ich !

    Antwort auf "flexibel "

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