Denken ist Arbeit, das kann jeder Leser des Lustigen Taschenbuchs bezeugen. Wenn Donald Duck ein besonders kniffliges Problem zu lösen hat, ist das eine Belastung für seinen ganzen Körper. Er grübelt und hadert in wechselnden, zunehmend absurden Sitzpositionen: am Tisch, auf dem Tisch, unterm Tisch – bei der Ente ebenso wie beim Mann mit den roten Socken verstärken sich innere und äußere Verspannungen wechselseitig. Bis irgendwann gar nichts mehr geht.

"In der Haltung des Körpers verrät sich der Zustand des Geistes", schrieb schon Ambrosius von Mailand vor mehr als 1600 Jahren. Dabei gab es damals noch keine Büros, in denen sich die Angestellten mit zusammengekniffenen Augen die Nasen an den Monitorscheiben platt drückten. Und keine Bahnabteile, in denen sich die Reisenden über ihre Laptops krümmten, mit jeder neuen E-Mail dem Bandscheibenvorfall etwas näher.

Heute ist all das täglich zu beobachten. Jeder Gang durchs Großraumbüro gleicht einem Gang durch das Schreckenskabinett der Entstellten und Verrenkten. Kein Wunder: Schon eine reguläre Achtstundenschicht am Schreibtisch kann irrsinnig ins Kreuz gehen. Kühle Vernunftmenschen werden darauf hinweisen, dass das meistens an den zu niedrigen Tischen oder an den falsch eingestellten Stühlen liegt. Mag sein. Es führt aber im übertragenen Sinn auch zu Haltungsschäden, wenn man sich im Job zu sehr reinhängt und vor den Vorgesetzten ständig buckelt.

Gesundheit - Übungen zur Stärkung der Rückenmuskulatur

Fakt ist jedenfalls: Während es bei Profiboxern auf die Steherqualitäten ankommt, zählen in den meisten anderen Berufsfeldern die Sitzerqualitäten. Mehr noch als eine Frage von Willen und Wissen ist Erfolg im Job eine Frage der Rückenmuskulatur. Anders formuliert: Wer nicht schnell denken kann, der sollte wenigstens lange sitzen können.

Diese Leistungsethik offenbart sich im Zitat des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt (1882 bis 1945): "Bitte nicht um eine leichte Bürde – bitte um einen starken Rücken", rief er seinen Mitbürgern zu. Roosevelt wusste, wovon er sprach. Er arbeitete hart und hielt als einziger US-Präsident drei Amtszeiten durch. Wir können uns denken, was Donald Duck dazu sagen würde: "Ächz!"

Büroprofis hingegen wissen den Zusammenhang von Körperhaltung und Außenwirkung für sich zu nutzen. Sie sitzen immer genau so am Schreibtisch, wie ihre Vorgesetzten sie wahrnehmen sollen. Die Beine lässig übereinandergeschlagen, den Rücken durchgedrückt bedeutet: "Kein Problem, habe alles unter Kontrolle!" Die Hände an den Schläfen und den Rücken gebeugt heißt: "Bin kurz vor der Deadline und denke wahnsinnig angestrengt nach!" Raten Sie mal, in welcher Körperhaltung dieser Text geschrieben wurde.