Wer durch Praktika ein spannendes Berufsfeld gefunden hat, kann versuchen, dafür Zusatzqualifikationen zu erwerben. Marketing- und Computerkurse etwa sind an Hochschulen oft kostenlos. Später kann man sich bei den Industrie- und Handelskammern oder der Volkshochschule weiterbilden. »Wer solche Zusatzqualifikationen mitbringt, sollte nicht davor zurückschrecken, sich mit seinem neuen Wissen auch auf Stellen zu bewerben, die für Juristen oder Wirtschaftswissenschaftler ausgeschrieben sind«, sagt Bernd Vonhoff, der selbst mit zwei Partnern eine Unternehmensberatung gegründet hat.

Einen Vorteil bei der späteren Bewerbung können sich Geistes- und Sozialwissenschaftler auch verschaffen, indem sie ihre Bachelor- oder Masterarbeit in einem Unternehmen schreiben. Das ersetzt in den Augen mancher Personalverantwortlichen sogar erste Berufserfahrung. »Untersuchen Sie beispielsweise als Soziologe, welche Auswirkungen die Organisation der Arbeitsabläufe auf die Gesundheit der Mitarbeiter hat«, schlägt Vonhoff vor. Mit einer selbst gestellten Frage zeigt man auch, dass man in der Lage ist, ein Thema zu strukturieren und eigenständig Lösungen zu erarbeiten. Ähnliche Fähigkeiten lassen sich zum Beispiel durch ein schnelles Studium belegen: »Auf unsere Forschungsstellen bewerben sich Kandidaten mit Promotion, die meist schon Anfang 30 sind. Wer ein paar Jahre jünger ist, zeigt, dass er zielstrebig ist und fähig, sich selbst zu organisieren«, sagt Lothar Bucke von der SWP.

Geistes- und Sozialwissenschaftler, die keine passende Stelle finden, können versuchen, sich selbst Arbeitsplätze zu schaffen: »Vielleicht haben Sie Lust, einen Verein zu gründen. So etwas kann zuerst ein Hobby sein, aber möglicherweise ergibt sich nach einiger Zeit die Gelegenheit, öffentliche Gelder zu beantragen und hauptberuflich dafür zu arbeiten«, sagt Bernd Vonhoff vom Soziologenverband. Auch ungewöhnliche Kombinationen sollte man nicht von vornherein als Berufsmöglichkeit verwerfen, rät er und berichtet: »Ich kenne zum Beispiel einen Philosophen, der Therapien für Manager anbietet. Er strukturiert große Aufgaben mit ihnen und animiert sie, komplexe Probleme zu reduzieren.«

Für den Berufseinstieg als Geistes- und Sozialwissenschaftler hilft also: überlegen, wo die eigenen Fähigkeiten liegen, um Arbeitgebern dadurch besser erklären zu können, warum die ganz persönliche Kombination aus Studium, Praktika und weiteren Qualifikationen so besonders ist.