Was bedeutet eigentlich Probezeit?

Eine Probezeit, meist sind es sechs Monate, wird in fast allen Arbeitsverträgen vereinbart, damit Arbeitgeber und Arbeitnehmer prüfen können, ob sich ihre Erwartungen erfüllen. "Beide haben das Recht, während dieser Zeit mit einer Frist von zwei Wochen und ohne Angabe von Gründen zu kündigen", sagt die Anwältin und Arbeitsrechtsexpertin Sarah Kluge. Entgegen häufigen Annahmen hat man übrigens schon während der Probezeit einen anteiligen Urlaubsanspruch – das regelt das Bundesurlaubsgesetz.

Wann muss ich eingearbeitet sein?

Das hängt vom Arbeitsplatz und den Aufgaben ab. "Der Arbeitgeber ist nicht verpflichtet, dem Berufsanfänger einen Mitarbeiter zur Seite zu stellen", sagt die Expertin. Trotzdem haben gerade größere Unternehmen oft ein Mentorenprogramm. Falls man sich überfordert fühlt, rät Kluge zu einem offenen Gespräch – vielleicht sind die Anforderungen zu hoch.

Habe ich das Recht auf ein Feedback-Gespräch?

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Ratgeber 1/2013. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Juristisch gesehen nicht. Generell ist es trotzdem gut, das Gespräch zu suchen. Vor allem, wenn wichtige Fragen auftauchen. Manchmal hat der Vorgesetzte gar nicht im Blick, dass der neue Mitarbeiter etwas nicht wissen kann. "Wer sich ein umfassendes Feedback wünscht, sollte aber nicht schon nach drei Wochen auf der Matte stehen", rät die Arbeitsrechtsexpertin Sarah Kluge. Nach drei Monaten darf man aber einmal nachhaken. "Dann ist auch noch ausreichend Luft bis zum Ende der Probezeit, falls man auf Kritik reagieren muss."

Was passiert, wenn ich einen Fehler mache?

Es gibt dumme Fehler und solche, die unter Anfängern naturgemäß vorkommen. Zur ersten Kategorie gehört wiederholtes Zuspätkommen, zur zweiten sich verrechnen oder etwas missverstehen. "Der Arbeitgeber darf aber erwarten, dass der neue Mitarbeiter zu seinen Fehlern steht und sich gewissenhaft danach erkundigt, wie er es das nächste Mal besser machen kann", sagt die Arbeitsrechtsexpertin.

Und wenn mir die Arbeit doch nicht gefällt?

Die erste Meinungsverschiedenheit mit Kollegen oder Kritik vom Chef sind kein Grund, alles hinzuschmeißen. Wenn man aber jeden Tag mit Bauchschmerzen zur Arbeit geht, sollte man überlegen, woran es liegt, und mit dem Vorgesetzten darüber sprechen. Ändert auch das nichts, sollte man kündigen. In der Probezeit geht das ohne Angabe von Gründen. Besser ist es jedoch, wenn der Arbeitsvertrag im gegenseitigen Einvernehmen aufgehoben wird.