Berufseinstieg : Wie kann ich mich spezialisieren?
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 Selbstständigkeit als Alternative

Die Spezialisierung kann so aussehen: Wer weiß, dass er in der Logistikbranche arbeiten möchte, wählt im Bachelorstudium Vertiefungsfächer wie Transportwirtschaft, entscheidet sich für einen Master mit dem passenden Schwerpunkt und macht Praktika in Logistikunternehmen. Wer sich für Rechnungswesen entscheidet, konzentriert sich auf Seminare zu Wirtschaftsprüfung und Rechnungslegung und schreibt seine Abschlussarbeit in einem dieser Fachgebiete. »Normalerweise ist eine Mischung aus guten Noten, interessanten Praktika, Soft Skills und außeruniversitärem Engagement wichtig«, sagt Dieter Schädiger. »Gibt es auf eine Stelle besonders viele Bewerbungen, entscheiden im ersten Schritt häufig die Noten.«

Nach dem Studium können BWLer und VWLer direkt in der Branche oder dem Tätigkeitsfeld einsteigen, auf das sie sich spezialisiert haben, oder sie bewerben sich auf eine Traineestelle. Diese Programme werden meist von großen Unternehmen angeboten. Es gibt sie in zwei Varianten: als Orientierungsphase oder als gezielte Vorbereitung auf eine künftige Führungsposition. Manchmal gibt es die Möglichkeit, eine oder mehrere Stationen an einem Firmenstandort im Ausland zu machen. Im Unterschied zum Direkteinstieg haben Traineeprogramme den Vorteil, dass man in kurzer Zeit verschiedene Bereiche eines Unternehmens kennenlernt. Wer sicher ist, dass er in der Autoindustrie arbeiten möchte, sich aber noch nicht für eine Position entscheiden will, bekommt so einen guten Einblick und eine Entscheidungsgrundlage. Allerdings ist die Traineezeit befristet und eine Übernahme danach zwar möglich, aber nicht garantiert.

Eine weitere Möglichkeit für den Berufseinstieg ist die Selbstständigkeit. Direkt nach dem Studienabschluss eine eigene Firma zu gründen ist allerdings schwierig. »Man sollte lieber drei bis fünf Jahre Erfahrung in einem großen Unternehmen sammeln und sich dann selbstständig machen. So bringt man genug Basiswissen in Verhandlungsführung mit, hat erlebt, wie man geeignetes Personal aussucht, und kann besser einschätzen, welche Kosten auf einen zukommen. Dieses Wissen ist unbezahlbar«, sagt Kolja Briedis, Absolventenforscher am HIS.

Wenn man sich als Wirtschaftswissenschaftler auf ein Spezialgebiet festgelegt hat, aber nach einiger Zeit merkt, dass man doch lieber in einem anderen Bereich arbeiten will, muss man übrigens nicht in Panik geraten. Zwischen Stellen zu wechseln, in denen ähnliche Fähigkeiten gefragt sind, ist häufig auch innerhalb eines Unternehmens möglich. Dirk Pfenning von Bayer ist sogar überzeugt, dass man zwischen allen Tätigkeitsbereichen wechseln kann: »Ich war zum Beispiel erst in der Forschung und dann im Produktmarketing tätig. Heute bin ich für die Personalgewinnung zuständig. Entscheidend ist, was einem zugetraut wird.«

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Kommentare

13 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Kokolores!

Ingenieure haben nichts an der Uni verloren! Lehre an der Berufsschule mit anschließender Fortbildung reicht vollkommen.(Ist natürlich nicht erst gemeint)
Im übrigen lerne ich in meinem VWL - Studium nichts von Adam Smith.Ihre Aussagen sind einfach nur pures Klischee und ziemlich naja...
Und wieso ist die Volkswirtschaftslehre ihrer Ansicht nach keine Wissenschaft aber Bauingenieurwissenschaften schon?? Unverständlich.

Ihre Sichtweise ist ziemlich

kurzsichtig. Es sei denn sie wollen Manager, die nur in ihrem Bereich funktionieren. Dann gebe ich Ihnen Recht, dass ein Controller mit spezialisierter Controlling-Ausbildung vermutlich besser arbeitet, als einer von der Uni.
Manager von Morgen brauchen allerdings viel mehr als nur Eypertise in ihrem Fachbereich.
-Soft-Skills, so beinhaltet "Führungsverhalten" nicht etwa nur BWL, sondern auch eine gute Portion Psychologie und Soziologie;
-die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen, welche moralisch, ethisch, ökologisch und zugleich ökonomisch korrekt sind und die Risiken und Chancen unserer Gesellschaft (nicht nur die ihres Unternehmens) miteinbeziehen;
-Kreativität neue Wege zu finden, was erfordert "das Ganze" zu verstehen (was durch Verstehen "altbackener Theorien" erleichtert wird);
-die Fähigkeit Organisationen in ihrer Gänze inklusive ihrer (eigen-)dynamik zu verstehen
-etc etc

Wollen sie wirklich, dass der Banker von Morgen all das bei Goldmann Sachs lernt? Ich hoffe nicht. Unis haben andere wichtigere) Aufgaben ökonomisch funktionierende Manager auszubilden. BWLer sind Entscheidungsträger in der Wirtschaft und sollten deshalb kreativ und kritisch hinterfragend agieren können. Ist dies nicht gegeben, sind alle Voraussetzungen erfüllt den (allenvoran ökologischen und sozialen) Abwärtstrend unserer Gesellschaft zu verstärken.
Ich bin der Meinung/hoffe, dass die meisten ambitionierten Business Schools diese Verantwortung mittlerweile auch realisiert haben.