Master-Studium : Wo will ich weiterstudieren?

Die Präsidentin des DAAD über Uni-Wechsel, Auslandsstudium und die Erwartungen von Arbeitgebern.

ZEIT Campus: Frau Wintermantel, sollte man für den Master die Uni wechseln?

Margret Wintermantel: Es gibt heute viele Möglichkeiten, seine Bildungsbiografie kreativ zu gestalten und zwischen zahlreichen Studienprogrammen und -orten zu wählen. Man sollte sich gut informieren und seine Chancen nutzen.

ZEIT Campus: Empfehlen Sie denn, einen neuen Campus kennenzulernen?

Wintermantel: Wenn das perfekte Programm von der Hochschule, an der man bereits eingeschrieben ist, angeboten wird, kann man natürlich bleiben. Aber es lohnt sich, wenn man nach dem Bachelorabschluss noch einmal die Hochschule wechselt.

Margret Wintermantel

Margret Wintermantel, 65, ist Professorin für Psychologie und seit vergangenem Jahr Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).

ZEIT Campus: Was hat man davon?

Wintermantel: Man fordert sich selbst heraus, wenn man sich an einem neuen Ort zurechtfinden muss. Außerdem lernt man, souverän mit Veränderungen klarzukommen, wenn es etwa um andere Abläufe, Anforderungen und Prüfungsmodalitäten geht. Und man hat Erfolgserlebnisse: wenn der Mietvertrag unterschrieben ist, die Einschreibung geglückt ist und die ersten Kontakte geknüpft sind. Diese Erfahrungen sind außerordentlich wichtig. Sie helfen dabei, offen und durchsetzungsstark zu werden.

ZEIT Campus: Nach welchen Kriterien wählt man den neuen Ort aus?

Wintermantel: Vor allem natürlich danach, an welcher Hochschule das passende Masterprogramm angeboten wird. Es sollte durch seine Inhalte überzeugen und das Bachelorstudium gut ergänzen. Das heißt nicht, dass es fachlich eins zu eins anschließen muss. Ein Fachwechsel kann genauso sinnvoll sein, wenn man sich Gedanken über seine berufliche Zukunft gemacht hat und die Kombination zweier Studienprogramme der beste Weg dahin wäre.

ZEIT Campus: Und wenn vor allem wichtig ist, welche Stadt einem gut gefällt?

Wintermantel: Man lernt dort am erfolgreichsten, wo man sich wohlfühlt und Anregungen bekommt. Einige reizt es, in eine Metropole wie Berlin zu gehen, um neben der Uni vom reichhaltigen Angebot und der "Szene" zu profitieren. Andere wollen in eine traditionelle Studentenstadt wie Tübingen, wo man Geschichte atmet und sich die Gesichter an der Uni schneller einprägen kann.

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Ratgeber, der am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

ZEIT Campus: Angeblich bevorzugen die Hochschulen aber ihre eigenen Studenten.

Wintermantel: Viele Hochschulen verlangen ein Motivationsschreiben für die Masterbewerbung. Wenn man zeigen kann, dass man durch Eignung und Neigung der richtige Bewerber für den Studiengang ist, wird man in die engere Auswahl kommen. Vielleicht hat man auch schon ein Praktikum absolviert und kann deutlich machen, warum dieses Masterprogramm besonders geeignet ist, die eigenen Kompetenzen weiterzuentwickeln. Aber sich einen Plan B zurechtzulegen schadet natürlich nie.

ZEIT Campus: Und wenn einen ein anderes Land reizt?

Wintermantel: Das ist ein sehr gutes Motiv, um zu wechseln. Damit hat man die Möglichkeit, das persönliche Interesse mit der fachlichen Motivation noch stärker zusammenzubringen. Ein anderer großer Vorteil ist, dass man während eines längeren Auslandsaufenthalts die Möglichkeit hat, eine Fremdsprache besser zu beherrschen. In vielen Fachbereichen werden Fachtexte hauptsächlich auf Englisch verfasst – Englisch sollte man also können.

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Kommentare

8 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

Schwachsinn

Das einzige was Sinn macht, ist so schnell wie möglich ein Studium durchzuziehen. Danach fragt keiner mehr, wie und warum. Und mit Studium meine ich ein richtiges und nicht das zum Rosenverkäufer. Es wird so getan als ob man mit einem Bachelor irgendwas in der Hand hat. Das hat man mitnichten. Warum gibt es keine Berichte über erfolgreiche Menschen mit einem Bachelorabschluß? Das ganze war ein Irrweg. Man hat das angloamerikanische System einfach kopiert ohne zu hinterfragen ob dieses für das deutsche passt. Tut es nicht meiner Meinung nach.

Ruf der Uni

Natürlich ist es wichtig, dass man sich wohlfühlt. Aber wer an sein späteres Berufsleben denkt, der geht ebenfalls nach dem Ruf der Uni. Beim Kuschelstudium an der FH Mauseberg hat man vielleicht zwei gemütliche Jahre, aber spätestens bei der Jobsuche kommen einem noch andere Gedanken.

Allerdings sind Rankings immer subjektiv - das Meta University Ranking mittelt die wichtigsten internationalen Rankings.