Studiengänge : Was spricht für ein Masterstudium?

Ein Hochschulforscher erklärt, wie man sich entscheiden kann und was man beachten sollte.

ZEIT Campus: Herr Ortenburger, viele Bachelorabsolventen haben offenbar das Gefühl, unzureichend auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet zu sein.

Andreas Ortenburger: Einigen Studenten sind drei Jahre Studium einfach zu kurz. Vielleicht entscheiden sie sich rein aus Interesse für den Master, etwa weil sie bestimmte Inhalte aus dem Bachelor vertiefen oder sich neues Wissen aus einem anderen Bereich erschließen möchten. Oder aber sie fasziniert das wissenschaftliche Arbeiten. Das sind alles gute und legitime Gründe, noch einen Master zu machen. Und dann wiederum gibt es die Fächer- und Berufsgruppen, in denen der Master fast schon als Voraussetzung gilt, um überhaupt in den Beruf einsteigen zu können.

ZEIT Campus: In welchen Fachgebieten ist das so?

Andreas Ortenburger

38, hat Sozialwissenschaften studiert. Beim Hochschul-Informations-System in Hannover ist er in der Studierendenforschung tätig.

Ortenburger: Vor allem bei den Naturwissenschaften. Dort wird oft explizit eine Promotion verlangt, und für die braucht man den Master. Bei den Chemikern machen immer noch fast 90 Prozent den Doktor, ähnlich sieht es auch bei Biologen und Physikern aus. Wer in die Forschungs- und Entwicklungsabteilung eines größeren Unternehmens möchte, zum Beispiel als Ingenieur, ist mit dem Master sicher gut aufgestellt. Und für eine wissenschaftliche Karriere ist der Titel sowieso ein Muss, egal, in welchem Fach. Alle anderen sollten sich nach dem Bachelor überlegen: Was macht mir Spaß, wo will ich hin? Vielleicht reicht für meine beruflichen Pläne ja auch der Bachelor aus? Die Arbeitgeber sind hier aufgeschlossener, als die Absolventen häufig denken.

ZEIT Campus: Also muss man nach dem Bachelor nicht unbedingt weiterstudieren?

Ortenburger: Will man zum Beispiel als Lehrer oder im höheren öffentlichen Dienst arbeiten, braucht man einen Masterabschluss. Für viele andere Berufe reicht ein Bachelor allerdings völlig aus. Ein Bachelorstudiengang ist ein vollwertiges Studium, das Methodenkompetenzen und grundlegende wissenschaftliche Inhalte vermittelt und zu einem Beruf qualifiziert. Das muss man sich klarmachen. Bevor man sich für den Master einschreibt, sollte man darüber nachdenken, was man sich genau davon erhofft.

ZEIT Campus: Trotzdem entscheidet sich immer noch die große Mehrheit für den Master.

Dieser Text stammt aus dem aktuellen ZEIT Campus Ratgeber, der am Kiosk erhältlich ist. Klicken Sie auf das Bild, um auf die Seite des Magazins zu gelangen.

Ortenburger: Von den Uni-Absolventen schließen im Moment noch etwa 80 Prozent ein konsekutives Studium an, bei den Fachhochschulen sind es nur 60 Prozent. Das liegt auch daran, dass dort die Ausbildung traditionell praktisch orientiert ist und es mehr Kontakte zu Unternehmen gibt. An den Unis fehlt, mehr als zehn Jahre nach Einführung der Bologna-Reform, vielleicht noch etwas das Vertrauen in die neuen Abschlüsse, vor allem bei den Absolventen.

ZEIT Campus: Woran liegt das?

Ortenburger: Es braucht Zeit, bis der Arbeitsmarkt auf die Studienreform reagiert. Bei einem mittelständischen Familienbetrieb, der nur wenige Mitarbeiter einstellt, hat sich bisher womöglich noch gar kein Bachelor beworben. Solche Unternehmen haben meist auch noch keine Erfahrungen mit dem neuen System gemacht.

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Kommentare

59 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Das ist so

[Für ein ernsthaftes Fach wie Jura reichen drei Jahre in keinem Fall aus.]

Das ist so nicht richtig. Sind Sie ein guter Rechtsexperte nach 3 Jahren? Sicher nicht. Aber es kommt auf das Ziel an. Wer einen Sacharbeiterjob in einer Rechtsabteilung anstrebt, für den reicht ggf. auch ein Bachelor.

[Für die von Ihnen beschriebenen Absolventen reichen dann aber Fachhochschulen aus.]

Prinzipiell wäre das richtig. Die Trennung zwischen der wissenschaftlichen Universität und der eher praxisorientierten Fachhochschule ist aber längst verschwommen. Ein Großteil der Universitätsstudenten sieht die Uni als Vorbereitung auf den Beruf und dem passen sich die Universitäten auch zunehmend an. Das ist auch nicht mehr umkehrbar. Denn sonst müssten man reihenweise Universitäten schließen oder umwidmen, denn zur Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses braucht man soviele Universitäten nicht. Viel Spaß dem Politiker, der das versucht! ;)

Zufrieden geben

Ich kann Ihnen Ihre Frage ganz einfach beantworten: ich habe einen Bachelorabschluss erworben und anschließend ganz bewusst keinen Masterstudiengang angeschlossen, weil mir dieser, wie in meinem vorangegangenen Kommentar bereits erwähnt, weder inhaltlich noch "karrieretechnisch" einen Vorteil geboten hätte.

Im meinem Fachbereich arbeiten Bachelor, Master und Diplomanden auf vergleichbaren Positionen bis hin zur obersten Hierarchieebene, so dass ich als "Bachelor" mittlerweile etlichen Masterabsolventen vorgesetzt bin, ohne dass dies jemanden irritieren würde.

Warum also sollte ich mich also mit dem Bachelorstudiengang, den ich übrigens keineswegs als "halbgar" empfunden haben, nicht zufrieden geben?

MfG

Aber nur auf dem Papier!

Den Unterschied gibt es nach wie vor. Vielleicht mag er irgendwann verschwinden, aber doch bitte nicht nach 10 Jahren Etikettenschwindel. Vieles hängt doch von den Personen ab und noch Lehren in der großen Masse Leute, die im alten System groß geworden sind. Viele von denen haben vielleicht gerade mal Notiz von der Umstellung genommen. Das war es dann aber auch.

Und seit wann definiert der Schüler den Standard? In dem Moment würde er ja nichts mehr lernen können. Und viele Firmen kennen nicht mal mehr den Stand der Forschung. Wie soll frischer Wind hereinkommen, wenn immer nur berufsspezifisch ausgebildet wird? Zumal heute niemand die notwendigen Profile der Berufe in 20 Jahren kennt.

Karriere

Ich möchte auch den Sinn von Masterstudiengängen gar nicht anzweifeln.
Insbesondere in der Wissenschaft sind diese zweifelsohne unverzichtbar - aber nicht alle Berufsbiographien münden in einer wissenschaftlichen Karriere.

Und nicht alle Berufe, für die eine akademische Qualifikation vorausgesetzt wird, haben Datenanalysen als primären Tätigkeitsinhalt ;-)

Ich werbe lediglich für eine etwas differenziertere Sicht der Dinge - es gibt durchaus Berufe, in denen ein Bachelorabschluss absolut ausreichend ist, um das hierfür notwendige Wissen zu erwerben und ein Masterabsolvent dem Unternehmen keinen Benefit mehr einbringt.

Das soll aber natürlich keineswegs eine Gleichwertigkeit der beiden Abschlüsse unterstellen!

MfG

Es gibt durchaus Berufe,...

(schreibt Nr. 40) ..."es gibt durchaus Berufe, in denen ein Bachelorabschluss absolut ausreichend ist, um das hierfür notwendige Wissen zu erwerben und ein Masterabsolvent dem Unternehmen keinen Benefit mehr einbringt."

Da bin ich völlig Ihrer Meinung.

Nur: warum soll ich meine Entscheidung, ob Master-Studium oder nicht, danach ausrichten, ob das einem Unternehmen (das ich noch nicht kenne) "keinen Benefit mehr einbringt"?

Entscheidend sollte doch sein, ob es _mir_ als Studierendem einen Benefit einbringt!

Und wie kann ich als frischgebackener Bachelor schon wissen, was meine berufliche Endstation sein soll?

Die Datenlage ist überaus klar: im Mittel kommt man mit dem Master weiter (oder höher, wie man's nimmt) als mit dem Bachelor. Mit gutem Grund.

Und wenn ich als Personaler jemanden mit Entwicklungspotential suche, dann finde ich den eher unter den Master-Absolventen -- Ausnahmen ausdrücklich vorbehalten. Weil der Bachelor-Absolvent, der sich bewerbt, ja durch seine Entscheidung selbst schon ausdrückt, dass er es für irrelevant hält, mehr zu lernen (wenn nicht Finanzielles oder Familiäres der Grund war).

Re: Karriere

[...es gibt durchaus Berufe, in denen ein Bachelorabschluss absolut ausreichend ist, um das hierfür notwendige Wissen zu erwerben und ein Masterabsolvent dem Unternehmen keinen Benefit mehr einbringt.]

Auch wenn sich im Alltag der Verdacht oft erhärtet, dass viele Menschen ein Gefäss sind welches, nach erreichen von Abschlusses X, zum Rand gefüllt ist und nichts mehr aufzunehmen vermag, sollte es doch anders sein :-)

Wir lernen unser Leben lang und so manches mal führt das sogar zu mehr Wissen, der Abschluss ist dabei eher unerheblich, das passiert einfach so.

Im Idealfall gibt mir meine Bildung das notwendige Wissen und das Wissen um die Werkzeuge an die Hand um in meinem Beruf Fuss zu fassen und meine eigene Entwicklung voranzutreiben.

Im schlimmsten Fall bin ich promovierter Pädagoge und soll Teilchen am CERN Zucht und Ordnung lehren...

Beide Fälle sind interessant in der Betrachtung aber sie beschliessen jeweils nur ein Ende der Skala und der Regelfall liegt irgendwo dazwischen.

Wenn mir ein Titel nichts bedeutet, ich nicht in die Forschung will, ich weiss dass ich nichts notwendiges mehr dazulerne, warum zum Teufel sollte ich dann noch länger studieren? Es sei denn der Titel ist ein Auswahlkriterium am Arbeitsmarkt....

Andererseits, warum eigentlich sollte ein Unternehmen jemanden anstellen, der mit wichtigen Ressourcen (Zeit + Geld), nicht effektiv umzugehen weiss, das wäre auch mal eine interessante Frage ;-)

Idee eines Studiums

"Wenn mir ein Titel nichts bedeutet, ich nicht in die Forschung will, ich weiss dass ich nichts notwendiges mehr dazulerne, warum zum Teufel sollte ich dann noch länger studieren? Es sei denn der Titel ist ein Auswahlkriterium am Arbeitsmarkt...."

Warum zum Teufel habe ich dann überhaupt studiert? Da fährt man doch mit einer Ausbildung besser. Leute, die nur studieren weil der Grad ein Auwahlkriterium am Arbeitsmarkt ist, die würde ich als Arbeitgeber nicht auswählen.

Im höheren Dienst mit BACHELOR-Studium- es geht also doch!

Hallo,

manchmal weiß ich nicht, ob ich lachen, oder weinen soll: Sowohl der interviewte Experte als auch viele alte eingesessene Kommentare zuegen davon, dass die Verfasser auf ihren Standpunkt festgelegt sind, und eigentlich gar nicht die dynamischen Entwicklungen und persönlichen Einfluss auf die berufliche karriere wahrnehmen:
Ich habe ein Bachelor Studium absolviert (ok, es waren 8 semester im ausland statt wie in Deutschland, 6), dennoch habe ich weder ein Problem gehabt ein Volontariat nach dem Studium zu bekommen (was viele Master und Magsiter nicht bekommen, das liegt aber im Bewerbungsgespräch eher an Soft Skills als an Hard skills), und diese benötigt man für die Karriere eben auch! Zudem ist die Berufserfahrung und weitere Qualifizierung für Arbeitgeber genauso interessant (wenn nicht sogar interesanter), als nur ein akad. hoher Abschluss.
Ich glaube, dass es in Deutschland oft was mit einem Ego-Problem zu tun hat, man müsste immer das höcshte erreichen, und sieht gar nicht, dass es auch Abkürzungen gibt. Ich wollte nur klarstellen, dass ich eine leitende Funktion habe und entgegen der Aussage des interviewten Experten im höheren Dienst tätig bin. Viele gleichaltrige master-absolventen krackseln mit praktika und aushilfs-jobs -hinterher, weil sie in der Praxis noch nicht angekommen sind. Viel Erfolg an BA/MA/ PH.D /Dr. und auch Leute ohne Abschluss, die wissen sich zu verkaufen und ihr Talent entdeckt haben und einfach gut sind!

Verzicht

Sie vergessen hierbei, dass das Studium heutzutage nicht zwingend die Startposition für das Berufsleben darstellt! Ich beispielsweise habe studiert, um mich innerhalb meines Fachgebietes für neue Aufgaben zu qualifizieren und der Bachelor war hierfür vollkommen ausreichend.
Auf einen Masterstudiengang habe ich bewusst verzichtet, weil mir dieser weder inhaltlich noch "karrieretechnisch" einen Vorteil bringen würde!

Also formulieren Sie bitte etwas weniger polemisch - nicht alle Bachelorabsolventen, die den Master nicht anstreben, sind deswegen gleich "unterbelichtet"...

MfG

konsekutiver Master nicht unbedingt schwieriger als Bachelor

"Mit anderen Worten: wenn man vor dem Master aussteigt, bescheinigt man sich selbst, dass man den Master wahrscheinlich nicht geschafft hätte."

Das setzt aber voraus, die Anforderungen im Master zwangsläufig höher sind.
Das dürfte meistens nicht der Fall sein. Der Master baut zwar auf Grundkenntnissen aus dem Bachelor-Studium auf. Es ist allerdings nicht so, dass dort (bezogen auf dasselbe Fach) in derselben Zeitspanne mehr gelernt wird oder dass man für den Master unbedingt intelligenter / disziplinierter / ... sein muss als für den Bachelor.
Im Gegenteil, dadurch, dass Masterstudenten schon Grundlagen aus ihrem Fach kennen und mit dem Hochschulsystem einigermaßen vertraut sind, haben sie, verglichen mit Studienanfängern, bessere Voraussetzungen.
Außerdem kann man sich ja die Schwerpunkte im Master je nach Stärken und Interessen auswählen.

Ich stimme Ihnen größtenteils zu...

... der Master ist nicht unbedingt schwieriger als der Bachelor, wenn man mal davon absieht, dass eine Master-Arbeit schon eine deutlich größere Herausforderung als eine Bachelor-Arbeit darstellt.

Aber selbst wenn die Anforderungen nicht höher sind, es geht doch darum, ob man mit dem, was man in 3 Jahren lernen kann, in ein paar Jahrzehnte Berufsleben einsteigt, oder mit dem Wissen und den Erfahrungen aus 5 Jahren.

Es ist zum Beispiel völlig ausgeschlossen, dass man in drei Jahren den heute bekannten Umfang der Physik, oder der Mathematik, oder der Elektrotechnik, oder des Maschinenbaus verinnerlicht. Es ist die pure Menge des Stoffes, im Verhältnis zu dem, was im Berufsleben gebraucht wird, die festlegt, wie lange ein Studium sinnvollerweise dauern sollte.

Und wenn jemand, der sich den vollen Umfang dieser Inhalte angeeignet hat, hinterher sagt: Funktionalanalysis habe ich aber eigentlich nicht wirklich fürs Berufsleben gebraucht, dann ist das etwas völlig anderes, als wenn jemand, der von XY noch keinen Dunst hat, behauptet, "XY brauche ich aber nicht!"

Und natürlich nehme ich als Personaler lieber jemanden, der gezeigt hat, dass er ehrgeizig und wissbegierig ist, und lernen will und kann. Zumindest für Führungspositionen.

@Rudi01

"Aber selbst wenn die Anforderungen nicht höher sind, es geht doch darum, ob man mit dem, was man in 3 Jahren lernen kann, in ein paar Jahrzehnte Berufsleben einsteigt, oder mit dem Wissen und den Erfahrungen aus 5 Jahren."

Das wollte ich gar nicht bestreiten. Ich würde auch nicht nach dem Bachelor mit dem Studium aufhören.
Dass 5 Jahre Studium mehr wert sind als 3 Jahre, würde wohl auch kaum jemand bestreiten, vorausgesetzt natürlich, dass man sich nicht nur auf finanzielle Aspekte beschränkt.

Ich habe mit meinem Kommentar nur verdeutlichen wollen, dass die Entscheidung, nach dem Bachelor das Studium zu beenden nicht unbedingt etwas mit mangelnder Befähigung zu tun hat.
Die Masterarbeit ist zwar anspruchsvoller als die Bachelorarbeit. Wer aber aber bis dort hingelangt, schafft normalerweise auch sein Studium.

Was Ihren letzten Kommentar angeht, haben Sie aber meine volle Zustimmung.

Der Vgl. mit Nordamerika

hinkt etwas, denn auch hier fange ich nachdem BSc mit einem Master an und kann dann auf Empfehlung nach 1-2 Jahre in ein PhD Programm wechseln, das dann nochmal mindestens 4 Jahre dauert, habe aber auch das Risiko, wenn es damit nicht klappt, nur mit einem BSc dazustehen.
Uebrigens ist der Master hier drueben jetzt Voraussetzung fuer Akademiker Jobs, auch Dank der massiven Verwaesserung im BSc Bereich. Besonders in Canada lernen dies jetzt viele BSc, die aus dem OED entlassen wurden, auf dem harten Weg.

@Thema
Der Bachelor reicht sicherlich fuer 'niedere" akademische Arbeiten in D noch aus, hat aber imltho auch bald nur noch den Stellenwert eines Fachschulabschlusses, der fuer die Wirtschaft aufgrund der geringeren Lohnforderungen und etwas hoehren Bildung als ein FA jedoch zur Zeit noch reicht, wenn jeoch der Grundstock der alten Dipl oder MAs weg sind, wird sich dies raechen.
Man sollte sich in D von der Gleichmacherei verabschieden, dass jeder einen Masterabschluss machen muss, allein an meiner alten Uni wurde dies nur von 25 Prozent gemacht, wenn man dann ehrlich ist und den Absolventen sagt ihr seid nur etwas bessere Facharbeiter kann jeder fuer sich selbst entscheiden ob ihm das reicht oder er im weiteren Verlauf seines Arbeitslebens mehr Stress haben moechte, der jedoch nicht im Verhaeltnis zur Entlohnung stehen wird.

Wandschmuck

Im Regelfall ist ein Studium doch weniger ein Mittel zur Erweiterung des eigenen Wissens sondern der eigenen Profilierung. Das aus gutem Grund, ohne diese sieht es schlecht auf dem Arbeitsmarkt aus.

Ich behaupte mal ganz frech, dass ein Studium, die grundlegende Befähigung einmal vorausgesetzt, keinerlei Vorteile bringt und wahrscheinlich sogar zeitlich ineffektiver ist, als ein Training auf den zu besetzenden Job hin.
Jetzt kann man argumentieren, dass ein Studium natürlich allgemeinere Fähigkeiten vermitteln will, aber da halte ich die ohnehin später eintretende Spezialisierung entgegen und die immer spezialisierteren Studiengänge.

Die Zeiten in denen ein Mentor vor seinem Fass sass und einer Handvoll Studenten wichtige Lebenserfahrungen vermittelt sind auch (antike) Geschichte.

Es geht um das Zertifikat und die entsprechende Positionierung vor der Konkurrenz, des lieben Wissens wegen studieren wohl die aller wenigsten.

Daher haben irgendwie alle recht, je mehr Zertifikate ich habe desto besser steh ich da aber geht es um den Wissenstransfer um meinen angestrebten Beruf auszuüben, dann sollte ich doch der Praxis den vortritt geben. Dummerweise beisst sich beides aktuell auf dem Arbeitsmarkt.

Berichte über die Doktoren Schwämme in deutschen Unternehmen gab es bereits etliche und ich meine das keineswegs abwertend, zumindest für die Doktoren nicht, die Wissenstäter sind und waren und nicht dem Bilderrahmen fürs Büro hinterherhächelten.... :-)

Signalling

[Im Regelfall ist ein Studium doch weniger ein Mittel zur Erweiterung des eigenen Wissens sondern der eigenen Profilierung. Das aus gutem Grund, ohne diese sieht es schlecht auf dem Arbeitsmarkt aus.]

Der Ökonom nennt das Signalling. Die meisten Fähigkeiten lernt man erst in der Praxis. Der Uni-Abschluss signalisiert nur dem Arbeitgeber, dass jemand ein Mindestmaß an intellektuellen, sozialen und organisatorischen Fähigkeiten hat, die man für den erfolgreichen Abschluss eines Studiums braucht.

[Ich behaupte mal ganz frech, dass ein Studium, die grundlegende Befähigung einmal vorausgesetzt, keinerlei Vorteile bringt und wahrscheinlich sogar zeitlich ineffektiver ist, als ein Training auf den zu besetzenden Job hin.]

Das ist etwas überspitzt, kommt aber recht gut hin. Einige Dinge kann man aber ganz gut an der Uni lernen und der Arbeitgeber spart sich eigene Seminare und das Abstellen von Mitarbeitern zur Ausbildung, die dann nicht selbst produktiv tätig werden können. Es ist quasi Outsourcing.

[Jetzt kann man argumentieren, dass ein Studium natürlich allgemeinere Fähigkeiten vermitteln will, aber da halte ich die ohnehin später eintretende Spezialisierung entgegen und die immer spezialisierteren Studiengänge.]

Ein Studium lehrt einen auch, Themen zu erschließen und sich zu organisieren. Einige allgemeine Fähigkeiten lernt man durchaus. Aber dazu braucht man keine 3 und schon gar 6 Jahre.

Absolventen

[Vielleicht sollten Unternehmen mal lernen, dass nicht die schnellsten Absolventen auch die besten Absolventen sind. Ist Ihnen dies schon mal in den Sinn gekommen?]

Natürlich wissen das auch die Arbeitgeber. Es kommt auf den Beruf und die Bedürfnisse der Arbeitgeber an. Und es kommt auf die Umstände an, warum jemand länger studiert hat als jemand anderes. Überspitzt: Hat derjenige nur gebummelt und Party gemacht oder hat er ein Jahr lang ein Hilfsprojekt in Botswana begleitet?

Re: Signalling

Full Ack....

Ich denke allerdings, dass das Studium noch viel zu sehr mystifiziert und glorifiziert wird. Letztendlich geht es um nichts anderes als eine rein vorbereitende Tätigkeit mit welcher sich das Individuum der Wirtschaft schmackhaft macht.

Sollte es um mehr gehen, ja.
Lernen des Wissens wegen, unbedingt.
Freiheit und Flexibilität in der Wahl der Themen, ein Traum.

Aber alles Dinge die ich mir für meine, hoffentlich frühe, Rentenzeit auf die Fahnen geschrieben habe, erstmal muss ich zusehen wie ich an das Kapital komme mir diese Freiheit leisten zu können.

So lange muss der Wissenserwerb dem Gelderwerb hinten anstehen und sich auf die Lektüre in der Freizeit beschränken...

Darum noch mal, jeder der seinen Abschluss macht um wirklich in der Wissenschaft tätig zu sein, meine Hochachtung, ich lese eure Bücher und bin ein grosser Fan.

Für den Rest, ihr seit die selben armen Büsser wie ich und es geht nur ums Geld ;-)