Jeder kriegt einen Studienplatz – aber kaum einer hält durch

Stimmt. Zulassungsbeschränkungen sind in den Mint-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) selten – stattdessen existieren Initiativen, die bei Abiturienten für diese Fächer werben. Doch viele Studenten brechen vorzeitig ab. Nach einem Bericht des Hochschul-Informations-Systems (HIS), sind es fast die Hälfte der Studienanfänger in den Ingenieurwissenschaften und mehr als jeder Dritte in den Naturwissenschaften und in Mathematik. Zum Vergleich: In Jura bricht etwa ein Viertel ab, in Medizin sind es nur neun Prozent. Laut HIS-Studie sind falsche Studienerwartungen und zu hohe Leistungsanforderungen Schuld am Studentenschwund.

Ein Master allein ist nicht viel wert, man muss promovieren

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin 4/14, das am Kiosk erhältlich ist.

Kommt darauf an. Unter Chemikern promovieren rund 90 Prozent der Absolventen, sagt Gerd Romanowski vom Verband der Chemischen Industrie (VCI). Die Fähigkeit, wissenschaftlich, exakt und vertieft arbeiten zu können, sei unverzichtbar. Unter Physikern ist die Promotionsquote stark gestiegen und liegt laut der Deutschen Physikalischen Gesellschaft bei etwa 70 Prozent. Anders bei den Ingenieuren: Dort wird nur jeder Vierte Doktor, wie eine Studie der RWTH Aachen zeigt. Wer auf den Titel nicht verzichten will, aber wenig Zeit und gute Noten hat, kann sich an vielen Hochschulen um eine Fast-Track-Promotion bemühen und zeitgleich Masterabschluss und Doktortitel erwerben.

Fremdsprachen? Auslandsjahr? Braucht kein Mensch!

Falsch. Bislang sammeln zwar nur sechs Prozent der einheimischen Ingenieurs- und fünf Prozent der Naturwissenschaftsstudenten Auslandserfahrungen. Diese verschaffen aber oft Vorteile bei Bewerbungen. "Mint-Studierende müssen dafür noch stärker sensibilisiert werden", sagt Volker Meyer-Guckel, der Sprecher des Nationalen Mint-Forums. Fließende Englischkenntnisse sind für Naturwissenschaftler dagegen ein Muss: In Forschungseinrichtungen ebenso wie in international agierenden Unternehmen ist Englisch die Alltagssprache. "Wer weitere Fremdsprachen beherrscht, kann auf jeden Fall punkten", sagt Monika von Zedlitz vom Verband der Chemischen Industrie.