The Walking Dead

Eine Zombieseuche befällt die Erde. Die meisten Menschen werden angesteckt und verwandeln sich in bluthungrige Untote. Eine kleine Gruppe versucht, die Zombies zu töten. Davon handelt The Walking Dead. Und das hat eine Menge mit Mathematik zu tun.

In der ersten Staffel sagt jemand: "Someone has to do the math and figure this thing out." Die Lösung heißt: Differenzialgleichungen. Die benutzen Mathematiker, um die Verbreitung ansteckender Krankheiten zu modellieren. Im echten Leben etwa bei Ebola. Sie helfen aber auch bei Zombieseuchen.

Dafür teilt man die Bevölkerung in Gruppen auf: Zombies, Menschen, Tote. Dann sieht man sich an, wie sie sich zueinander verhalten: Menschen können Zombies werden, Zombies können sterben, aber nicht wieder zu Menschen werden und so weiter. Daraus ergibt sich die Gleichung, mit der man berechnen kann, wie sich die Seuche verbreitet.

Klar, normalerweise versuchen die Kranken nicht, die Gesunden anzustecken. Und die Gesunden versuchen nicht, die Kranken umzubringen. Aber das sind die einzigen Unterschiede zur Mathematik im echten Leben.

Sarah Eichhorn lehrt Mathematik an der University of California in Irvine. Dort hat sie einen Kurs über "The Walking Dead" gegeben

Breaking Bad

Chemiker sind in Filmen und im Fernsehen oft Witzfiguren. Sie machen Experimente, bei denen es raucht und knallt. Die realistische Darstellung der Chemie spielt keine Rolle. Breaking Bad ist anders. Von moralischen Überlegungen mal abgesehen, ist die Hauptfigur der Serie, der Drogenproduzent Walter White, ein ernst zu nehmender Akteur.

Dieser Text stammt aus dem ZEIT Campus Magazin 1/15, das am Kiosk erhältlich ist.

In einer meiner Lieblingsszenen steckt er in der Wüste fest. Sein Wohnmobil springt nicht an, die Batterie ist leer. Aus ein paar verzinkten Schrauben, Quecksilber aus den Bremsbelägen und einem Schwamm bastelt Walter White eine simple Batterie. Im echten Leben würde deren Stromstärke wohl nicht ausreichen, um ein Wohnmobil zu starten. Davon abgesehen, ist die Szene aber realistisch umgesetzt, auch was die Chemie angeht – und zeigt, dass man chemisches Fachwissen nicht nur im Labor brauchen kann.

Ein anderes Mal entpuppt sich angebliches Crystal Meth als explosiver Kristall und jagt ein Gebäude in die Luft. Das sind Dinge, über die man im Studium nicht nachdenkt, obwohl die chemischen Prozesse, die dahinterstecken, sehr spannend sind.

Falk Harnisch ist Chemiker am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig. Er hat zu "Breaking Bad" publiziert

The Big Bang Theory

Wenn wir Nashörner als Haustiere hielten, wer hätte dann den Zweiten Weltkrieg gewonnen? Mit dieser Frage beginnt eine Folge von The Big Bang Theory . Sheldon, der, zusammen mit seinem Mitbewohner Leonard, die Hauptfigur der Sitcom ist, denkt darüber nach und kommt auf: Uganda.

Solche Gedankenspiele sind nicht bloß lustig – es geht dabei um sogenannte kontrafaktische Konditionalsätze, die in meinem Fach, der Philosophie, eine große Rolle spielen.

Immer wieder gibt es in der Serie Figuren, die nach Denkern benannt sind. Mein Favorit ist Barry Kripke. Er teilt sich den Namen mit dem amerikanischen Logiker Saul Kripke.

Sheldon ist der philosophisch interessanteste Charakter in The Big Bang Theory. Ironie und Sarkasmus gehen völlig an ihm vorbei. So illustriert er den Unterschied zwischen Semantik, also der wörtlichen Bedeutung einer Aussage, und Pragmatik, der Frage, warum und mit welchen Absichten etwas in einem bestimmten Kontext geäußert wird.

Die größte Philosophin der Serie ist aber Penny: Sie hat den gesunden Menschenverstand, den man nie außer Acht lassen sollte.

Helge Rückert lehrt Philosophie an der Universität Mannheim. Zu seinen Spezialgebieten zählen Logik und Sprachphilosophie